„Es hätte nicht karger sein können“
Die Bistumsleitung hat Umgestaltungspläne für den Hamburger Mariendom präsentiert. Katholiken und Menschen, die ein Empfinden für Kultur besitzen, werden das geschändete Gotteshaus künftig meiden.

Der Putz und die Ausmalung der Kathedrale sind feucht. Das Gewölbe zeigt Risse. An den Fenstern befinden sich Kondenswasserschäden. Es gibt auch Schäden am Apsismosaik, Feuchtigkeit im Fußboden. Auch die Portale sind durchrostet.
Aus diesem Grund bekommt die Kathedrale neue Türen, einen neuen Natursteinboden. Mosaik, Fenster und Orgel werden saniert.
Damit nicht genug: Das neue Konzept sieht auch eine völlige Verwüstung des Chors der Kathedrale vor.
Die Webseite des Erzbistums Hamburg spricht beschönigend von „klaren, einfachen Formen mit geraden Linien, ohne ablenkende Details und Zierrat“.
Die abstoßenden Entwürfe stammen von dem angeblichen Künstler Wilhelm Gies.
Der künftige Volksaltar besteht aus einem Kalksteinblock. In phantasielosen geometrischen Formen ist daraus eine Steinplatte gehauen, die auf drei Füssen steht.
Der grobklötzige Mahltisch strahlt Härte und Brutalität aus und wiegt 3,5 Tonnen.
Das Allerheiligste befindet sich nach der angeblichen Renovierung in einer auf die Seite geschobene Tabernakelstele. Sie könnte nach Angaben der erzdiözesanen Webseite „kaum einfacher gezeichnet“ sein.
Die Säule besteht aus drei übereinander gestellten steinernen Würfeln, in denen es eine Aussparung für das Allerheiligste gibt.
Der neue Ambo besteht aus einem quaderförmigen Fußblock, dessen Ansichtsfläche dreimal unterbrochen ist und in einen Tisch übergeht.
Den Bischofssitz beschreibt die Erzdiözese als „schlicht“. Er sei mit reich verzierten, farbenfrohen und gepolsterten Bischofssitzen in anderen Kathedralen nicht vergleichbar.
Die Webseite überspielt die abstoßende herzlose Häßlichkeit des Throns mit einem Witz: „Der Nachfolger des heiligen Ansgar sitzt zwar fest auf seinem nördlichen Vorposten, aber mit Annehmlichkeiten war dieser Stuhl noch nie gesegnet.“
Erzbischof Werner Thissen von Hamburg staunt über „die Großzügigkeit dieses Raumes“.
Er möchte den „Besuchern“ mit dem Umbau die angeblich „ursprüngliche Intention“ des Raumes vermitteln.
Am 23. November soll der Dom eröffnet werden. Die Sanierung der Kathedrale und die Verwüstung ihres Innenraums wird 7,8 Millionen Euro kosten.
Den neuen Domplatz vor der Kathedrale gestaltet der umstrittene Schweizer Mode-Architekt Mario Botta.
Ein Hamburger Gläubiger stellte vor ‘kreuz.net’ die Frage, inwiefern die Umgestaltung Ausdruck des real existierenden Katholizismus in Hamburg ist.
© Titelbild: Pressefoto Erzbistum Hamburg
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Freitag, 11. April 2008 11:46
LandorganistII: Eine Gemeinde
die sich nur über die Beschaffenheit ihres Kirchenraumes definiert, ist keine Gemeinde im christlichen Sinne.
Mittwoch, 9. April 2008 17:45
Sven: Wozu das Ganze?
Bringen wir die ganze Diskussion über die Sanierung des Hamburger Mariendoms auf den Punkt: Die Restaurierung sollte sich auf das absolut Notwendige beschränken! Dafür wird jeder Gottesdienstbesucher sicher gerne sein Scherflein beisteuern. Alles, was darüber hinausgeht, ist so überflüssig wie ein Kropf und kann später realisiert werden, wenn genügend Geld dafür tatsächlich vorhanden ist. Was passiert, wenn sich nicht genügend Sponsoren für den bereits begonnenen Umbau finden? Sollen die restlichen Kosten aus dem bereits angespannten Kirchensteuerhaushalt genommen werden? Will das Erzbistum Kredite aufnehmen? Sollen die Handwerksbetriebe auf ihren Rechnungen sitzenbleiben oder muß der Umbau plötzlich wegen fehlenden Geldes abgebrochen werden? Wozu muß der schöne Platz vor dem Dom umgestaltet werden? Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier völlig überflüssigerweise eine finanziell riskante Unternehmung gestartet wurde, die möglicherweise in dieser Form bei der Mehrheit der Hamburger Katholiken auf Ablehnung stößt. Wird der Umbau rechtzeitig fertig oder muß sich die Gemeinde noch Monate länger als geplant mit der nicht unproblematischen „Pfarrsaalkirche“ (räumliche Enge, fehlende Kniebänke) behelfen? Wird die Domgemeinde nach einer so langen Interimszeit wieder richtig zusammenfinden? Wird der „neue“ Mariendom angenommen oder wird man betrübt feststellen: Hier ist mit viel Geld eine Verschlimmbesserung durchgeführt worden, der „alte“ Mariendom war viel schöner?!
Mittwoch, 9. April 2008 12:13
Aleph: Florian Geyer
ist es theologisch nicht eher so dass jeder Klotz eine Zahl „6“ repräsentiert ?
Was hat Theologie mit 6 zu tun? Das ist allenfalls ein esoterisches Thema: 3 x 6 = 18 = 9. Wenn man nicht will muss nicht das Beast herauskommen.
Was hat Theologie mit 6 zu tun? Das ist allenfalls ein esoterisches Thema: 3 x 6 = 18 = 9. Wenn man nicht will muss nicht das Beast herauskommen.
Dienstag, 8. April 2008 14:42
Ansgar: Mit meinem Namen…
… darf ich zu dem Thema nicht schweigen. Der Altar ist in der Tat nicht schön. Wen soll eine solche Ästhetik anziehen? Und in den anderen katholischen Kirchen Hamburgs, inklusive „Kleiner Michel“, sieht es ähnlich schlimm aus. Ganz anders die evangelischen Kirchen in HH. Man muß deshalb ernsthaft überlegen, ob man nicht doch zur Umsetzung von Ferdinands Restitutionsedikt schreitet. Friedland, zur Hilfe!
Dienstag, 8. April 2008 13:25
aufrechterkatholik: @heimwehr
Also, ich hoffe mal, das meinen Sie nicht ernst, also, das ist doch wohl ironisch gemeint, hoffe ich also, das mit der Stadt der Liebe und so. Leider, da haben Sie wohl recht, sind wir wahrhaft Konservativen, da hoffe ich Sie auch zuzählen zu können, viel zu wenig. Und das stimmt. Wir werden aufgespürt, lächerlich gemacht, man nimmt uns unsere Ehre, unseren guten Willen und vielleicht auch noch unser Geld, also wirklich. Doch wir werden überleben, in der Treue zum Hl. Vater (also, Sie haben mal dieses böse Wort der V2 Sekte geschrieben, ich hoffe also nicht, dass Sie zu denen gehören, die unseren geliebten Hl. Vater ablehnen, auch wenn das Konzil sicherlich an manchen Stellen unzulänglich und wenig inspiriert war und gewiss der Ergänzung wohlgläubiger bedarf, was nicht zuletzt die missa contra populum betrifft). In der Hoffnung, dass ich durch Ihre nicht einfach verständlichen Zeilen hindurch einen wahren Bruder im Herrn gefunden haben mag, grüße ich Sie mit einem herzlichen Jawoll!
Dienstag, 8. April 2008 08:20
heimwehr: lieber geschwisterlicher aufrechter
ja wie können Sie denn sowas agen. Hamburg ist eine schöne bunte Multikulturstadt des blühenden Lebens.
Vor allem ist Hamburg die Statt der Liebe. Liebe ist unserem verstorbenen Obmann Jesus immer schon ein
besonderes Anliegen gewesen. Hamburg setzt es um, egal ob auf der Reeperbahn oder im geschwisterlichen
Umgang in der Kirche. Hamburg verkörpert überhaupt den Glauben des 21 Jahrhunderts im Dienste der Solidarität
der 3 Welt der Befreiung von Zwängen und reaktionären Rollen. Besonderes Anliegen sind auch die Gleichstellung
der immer noch unterdrückten und geknechteten Frauen und der andersorientiert Liebenden, was auch in
den Homolien stets deutlich zum Ausdruck gebracht wird.
Leider gibt auch aber auch bei uns eine ganz kleine gewissenlose Clique ultrakonservativer und vorkonziliarer Verbrecher deren Frechheiten seinesgleichen suchen. Die Pfargemeinden erbitten deshalb hinweise über den Aufenthaltsort derselben damit Pfarrgemeinderatsstosstrupps diese dingfest machen können und mit den Klerikalfaschisten abrechenen wie wir das als tolerante Katholiken gewohnt sind.
Leider gibt auch aber auch bei uns eine ganz kleine gewissenlose Clique ultrakonservativer und vorkonziliarer Verbrecher deren Frechheiten seinesgleichen suchen. Die Pfargemeinden erbitten deshalb hinweise über den Aufenthaltsort derselben damit Pfarrgemeinderatsstosstrupps diese dingfest machen können und mit den Klerikalfaschisten abrechenen wie wir das als tolerante Katholiken gewohnt sind.
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