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Dienstag, 15. April 2008 10:24
Wenn der Kardinal dazu nichts zu sagen hat, dann tut er mir wirklich leid
Kürzlich hat der Vatikanist der Mailänder Tageszeitung ‘Il Giornale’ dem Direktor des Wiener Skandal-Dommuseums geantwortet. Von Andrea Tornielli.
Kardinal Schönborn
Kardinal Schönborn
(kreuz.net) Es tut mir leid, sehr geehrter Herr Bernhard Böhler, Direktor des Diözesanmuseums von Wien, aber ich kann Ihnen nicht zustimmen.

Im Weblog der Nachrichtenagentur ‘Reuters’ habe ich gelesen, daß Sie Aussagen gemacht haben, die ich für absurd halte:

Jene, die sich der Ausstellung des Blasphemie-Werkes von Alfred Hrdlicka widersetzten, der das Letzte Abendmahl in eine Homo-Orgie verwandelt hat, sind nach Ihren Angaben, Herr Direktor, „fundamentalistische Christen“.

Jene, die es sich erlaubt haben, Ihren Entscheid zu kritisieren, sind nach Ihren Angaben nicht in der Lage, die Botschaft des Künstlers zu würdigen und seine Größe zu erkennen.

Statt sich zu entschuldigen, verteidigen Sie sich, indem Sie jene angreifen, die es „gewagt“ haben, einen empörenden und verletzenden Entscheid zu kritisieren, und wollen uns beibringen, daß es Hrdlicka erlaubt sei, zu provozieren und das Museum das Recht habe, ihm Gelegenheit zu geben, seine Werke auszustellen.

Mir fehlen tatsächlich die Worte. Ich habe mich schon verschiedene Male als Kunstbanause erwiesen. Aber angesichts Ihrer Worte bin ich darüber nicht unglücklich.

Ich lasse es mir nicht bieten, als Fundamentalist tituliert zu werden, nur weil ich die Scheinwerfer auf einen Fall gelenkt habe, den ich für skandalös halte. Wenn der Kardinalerzbischof dazu nichts zu sagen hat, dann tut er mir wirklich leid.

Aus dessen Worten habe ich unter anderem verstanden, daß der geschätzte Würdenträger unter Druck der Polemik gehandelt hat und die Sache hätte weiterlaufen lassen, wenn sich niemand gerührt hätte.

An welchem Punkt sind wir im Namen der Kunst und der Ausdrucksfreiheit angelangt?

Für ein Diözesanmuseum, das solche „Werke“ ausstellen muß, um von sich reden zu machen, wäre es besser, ganz zuzusperren.

Sie, Doktor Böhler, würden bestimmt immer eine Arbeit als Presse-Agent von Hrdlicka finden, dem – angesichts des Windes, der in Österreich zieht – lukrative Aufträge von seiten der Kirche bestimmt nicht fehlen werden.

Anmerkung der Redaktion: Das Wiener Skandal-Dommuseum stellt weiterhin grob gotteslästerliche Werke aus – so ein Bild eines masochistischen Christus, dem der Peiniger bei der Geißelung an den erigierten Penis greift – oder ein Christus ohne Kopf und mit entblößten Geschlechtsteilen.

© Bild: Th1979, CC
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 31 Lesermeinungen:
Donnerstag, 17. April 2008 18:06
Brandenburgis: Der Porno-Kardinal Schönborn
würde das sicherlich auch gern ausstellen, hilfsweise in der chilling zone seines darkrooms vorzeigen.
Donnerstag, 17. April 2008 17:42
Gerard: Gegenausstellung im Wienr Diözesanmuseum
Mein Vorschlag, den Herrn Grafen fragen wir nicht:

Gegenausstellung im Wiener Diözesanmuseum

Ein wahrer Künstler, katholisch oder muslimisch, erstellt ein dreiteiliges Kunstwerk – der einzig wahre Prophet Mohammed defloriert einer seiner Kinderfrauen
1.Teil: vaginal
2.Teil: oral
3.Teil: anal

Ich bin überzeugt, dass sich die Katholiken aufregen werden, so etwas könne man doch nicht machen.
Donnerstag, 17. April 2008 17:33
von Spee: Gottseidank! „Wo der Verstand versagt, dort steht noch das Gebäude des Glaubens!“ (Augustinus)
Eigentlich sollte es überflüssig sein, über etwas Kotzwürdiges Worte zu verlieren; doch ist folgender Vorfall zu der kardinalen Reaktion auf Hradlicka’s „Kunst“ von Interesse: Vor ungefähr 20 Jahren stellte Hradlicka in der Adventszeit seine perversen Sauereien in der Katholischen Akademie Schwerte aus. Höhepunkt der Ausstellung war ein penetrierter Christus am Kreuz durch eine männliche Person. Der „Künstler“ war damals schon tief in seinem Geschäft…! Nicht der Akademiedirektor, sondern angewiderte Besucher riefen sofort Erzbischof Degenhardt an. Nächsten Tag war die Ausstellung verschwunden! -Wenn man dann noch im Zusammenhang die miese Rolle Schönborns gegenüber seinem Kollegen Krenn bedenkt, könnte einem das Schaudern über den Rücken laufen. Armes Wien! Und so etwas hatte sich Chancen ausgerechnet Papst zu werden!!- Bestimmt hängen viele Hradlicka’s in den Schlössern derer von Schönborn…Gottseidank! Ubi defecerit ratio, ibi est fidei aedificatio (Augustinus).
Mittwoch, 16. April 2008 14:33
Geist: @stimme der Vernunft
Danke für deine Antwort!!

Dann verstehe ich aber die Redaktion „+net“ nicht ganz, so etwas wird herausgenommen und die Beleidigungen , Anschuldigungen von Brandenburgis gegen Kardinal werden drinnen gelassen. Sehr einseitig sage ich nur, wie hier gehandelt wird!!!
Mittwoch, 16. April 2008 13:12
den Grund für die Löschung kannst du in meinem Posting direkt danach sehen. Ich hab das nämlich zitiert
Mittwoch, 16. April 2008 00:22
Geist: Wunder gibt es immer wieder
Ah, habe gerade gesehen, dass ein Kommentar (habe zwar nicht gesehen, was drinnen stand ) von Brandenburgis von der Redaktion gelöscht wurde, schau an, schau an , lernen wir etwa dazu.
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