Der designierte Präsident der Eichstätter Universität hat ein aus katholischer Sicht bedenkliches Leben hinter sich. Doch vielleicht wird seine Ernennung noch von anderen Faktoren verzögert.
(kreuz.net, Eichstätt) Der Journalist Georg Etscheit hat am Montag in der deutschen Wochenzeitung ‘Die
Zeit’ drei Gründe genannt, warum der Vatikan „Bedenken“ gegen die Ernennung von Ulrich Hemel zum neuen
Präsidenten der katholischen Universität Eichstätt haben könnte.
Eigentlich hätte der offizielle
Amtsantritt in Anwesenheit von Bischof Gregor Maria Hanke von Eichstätt bereits am 23. April stattfinden
sollen. Der Termin wurde aber abgesagt, weil das vatikanische ‘Nihil obstat’ noch nicht eingetroffen ist.
Obwohl Hemels aktuelle – dritte Ehe – mit einer Kolumbianerin kirchenrechtlich einwandfrei sei, hat Hemel
nach Etscheits Angaben dennoch einen für „einen möglichen Repräsentanten der katholischen Kirche eher
ungewöhnliche Lebenswandel“ hinter sich.
Hemels erste Ehe wurde vom Vatikan annulliert. Seine zweite
Frau heiratete er nur standesamtlich.
Mit seiner dritten Frau – der Kolumbianerin – ist er wieder kirchlich
verheiratet.
Als zweiten Grund für die Bedenken der Bildungskongregation nennt der Zeit-Journalist die
„freigeistigen Ansichten“ Hemels: Er sei zwar praktizierender Christ, habe aber an der Institution der
Kirche immer wieder „Kritik“ geübt.
Als Beispiel zitiert Etscheit ein Hemel-Interview, das ‘Süddeutschen
Zeitung’ im April 2005 nach der Wahl von Joseph Kardinal Ratzinger veröffentlichte.
Hemel habe diese
Wahl „alles andere als bejubelt“.
Laut Etscheit sei seine erste Reaktion eine „Mischung aus Freude, Sorge
und Hoffnung“ gewesen. Hemel damals wörtlich:
„Theologisch gesehen war Ratzinger eines der qualifiziertesten
Mitglieder im Kardinalskollegium, ein wacher Geist und hochgebildet.“
Aber er habe sich in den vergangenen
Jahren als Präfekt der Glaubenskongregation sehr deutlich an die Spitze einer konservativen Bewegung
in der katholischen Kirche gestellt und „sich teilweise zu fast schon radikalen Urteilen hinreißen lassen.“
Laut einem Bericht des ‘Bayerischen Rundfunks’ hat Hemel die katholische Kirche außerdem wiederholt
und öffentlich als äußerst schwierigen Arbeitgeber bezeichnet.
Schließlich erwähnt die ‘Zeit’ noch
einen dritten Grund, warum die Ernennung Hemels zum Präsidenten der Universität immer noch aussteht:
Hemel ist zwar habilitierter Professor, hat aber nur eine außerplanmäßige Professur für Religionspädagogik.
Die Grundordnung der Universität Eichstätt sehe aber vor, daß das Präsidentenamt nur von einem ordentlichen
Universitätsprofessor eingenommen werden solle.
Laut dem Pressesprecher der Universität, Constantin
Schulte-Strathaus, ist das jedoch keine „Muß-Bestimmung“.
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38 Lesermeinungen
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#38 NurEinLeser 21:26:36 | Donnerstag, 17. April 2008
Keine Firma und keine Partei… …würde jemanden, der gegen sie arbeitet, in eine Führungsposition
hieven – traurig, daß in der Kirche, wo es ja nicht um Umsatz oder Wahlsiege geht, sondern ums ewige
Seelenheil, oft genau diese zum Bischof oder Dozenten etc. gemacht werden!
#36 Unda_maris 15:40:51 | Donnerstag, 17. April 2008
Die Uni Eichstätt … … ist keine theologische Hochschule im eigentlichen Sinn, das sei einmal klargestellt,
weil bei vielen da Missverständnisse auftreten. Die Theologische Fakultät ist EINE von acht Fakultäten.
#35 Leblhuber 15:33:01 | Donnerstag, 17. April 2008
@Burgorus: Über das Breviergebet noch zu spotten, wie es Leblhuber macht, zeigt deutlich dessen antikatholischen
Geist. Leblhuber hat gar keinen Geist. Noch nichtmals einen antikatholischen. Ich spotte nicht über das
Brevier, sondern über die Vorschläge von Unda_maris zur Leerung der theol. Hochschulen. Um darauf zu
kommen, braucht man wohl etwas Grips. Aber es lebt sich ohne auch ganz gut, wie man an Theo und dir ja
sieht. Große Schmerzen soll dieser Mangel bekanntlich nicht verursachen. Und wenn, gibt’s ja Mittelchen
dagegen. Ich hab jetzt einen Auswärtstermin. Servus einstweilen. Schönen Nachmittag! Und viel Vergnügen
beim Lästern! o^/ o^/ o^/
#34 Unda_maris 15:18:14 | Donnerstag, 17. April 2008
@Burgorus und Laberhuber Ich sehe, Sie haben an meinem Beitrag einiges falsch verstanden. Das war mir
schon beim Schreiben klar. Und jetzt schießen Sie, wie üblich, wieder einmal über das Ziel hinaus.
Alles andere hätte mich auch gewundert …
@ sexychrist Fast richtig. Da gibt es solche Personen die das tun Aber besser ist: …Verstand einschalten
…nicht zu allem „Ja“ sagen …und machmal auch den Römern gegen das Schienenbein treten.
#29 Burgorus 14:40:35 | Donnerstag, 17. April 2008
An die Spötter des Ypsilanti-Stils: Zur Präzisierung von Unda_maris: Sie merken es gar nicht, wie sehr
Sie sich von Gott entfernen. Bei Ihnen gilt nur ein akademischer Wortbrecher was, gemäß dem Ypsilanti-Motto:
Wer kein Akademiker ist, ist eine verkrachte Existenz. Um gesellschaftlich was zu gelten, ist sogar der
Wortbruch recht. Und eine Putzfrau, so hört man raus, ist ja nur verachtungswürdig. Denn das Dienen,
das Christus uns vorgelebt hat, ist Ihnen ein Dorn im Auge. Über das Breviergebet noch zu spotten, wie
es Leblhuber macht, zeigt deutlich dessen antikatholischen Geist.
Ei du liebes Stimmele Ach gell du bis fo Würzburch? @ Geyer So, Sie haben kein Problem mit den Schwulen?
Ich auch nicht. Und ich habe ganz bestimmt nicht vor hier irgentwelche Probaganda für die Sodomiten zu
machen.
#22 Florian Geyer 14:11:20 | Donnerstag, 17. April 2008
ach stimme Fundi ist heute jeder der sagt dass es eine absolute Wahrheit gibt. Besser mit Christus ein
Fundi sein als ein „toleranter“ Vernichter das Lebens und der Natur
@Geier ich hätte kein Problem damit wenn sie so veranlagt wären sofern sie es nicht propagieren oder
zur Schau stellen oder dafür werben. Ja, das ist wie mit den Fundis.
@Kilian trink mal gelegentlich beim Maulaffenbäck einen schönen Schoppen auf mein Wohl. Ein Silvaner
vom Bürgerspital wäre zu empfehlen, da bekommt man den Heiligen Geist gleich dazu…
Hey Geyer Haste Interesse oder was? Seh schon das liebe +ket zum SchwulenChanel herunter kommen. Den Schuh
zieh ich mir bestimmt nicht an! Sie haben damit angefangen. Ich wollte nur die Wahrheit über Ihre Aussage
herausfinden.
#12 Leblhuber 13:38:45 | Donnerstag, 17. April 2008
Unda_maris: Ein neuer Präsident muss hier gewaltig aufräumen und die ganze Hochschule wieder zu einem
Vorzeigeort für den wahren katholischen Glauben machen. Wenn da einer ganz nach Ihren Vorstellungen aufräumte,
könnte er von Hörsaal zu Hörsaal und von Seminarraum zu Seminarraum wandeln und in aller Stille sein
Brevier beten. Es würde ihn keiner dabei stören. o^/ So schauts aus!
#11 ExBochumer † 13:25:39 | Donnerstag, 17. April 2008
Ein weiterer Grinser in „Diensten Gottes“ … – er meint zumindest, in den Diensten Gottes zu stehen –
ist der Dominikaner Kardinal Schönborn. Einer, der immer so redet, als wüßte er nicht, wovon er redet.
Und derartige Typen wie Schönborn sollen Papst (zumindest von verschiedenen Lobbyisten befürwortet)
werden? Nun ja, „was hat der Vatikan dagegen“? Ein Schönborn macht den Vatikan noch nicht ganz kaputt.
Da gab es zumindest schon andere Konsorten, die mit ihren liberalen Vorstellungen und ihrem Leben Zeichen
setzten. Was hat der Vatikan dagegenzusetzen? No Schönborn for pope!!!!!
#9 ExBochumer † 13:06:33 | Donnerstag, 17. April 2008
Das Grinsen … kommt mir bekannt vor. Auch Herr Lingen grinst derartig in die Kamera. – Gehören beide
Typen in eine Kategorie? Antwort: Ja. Die sind exkommuniziert.
Natürlich ist der Herr Pfarrer… …Ratzinger ein Zeichen des Widerspruchs. Er ist ja schon in sich
widersprüchlich. Man muß nur seine Bücher aufmerksam lesen. Oder mal eine Buch über seine Bücher.
„Zur Philosophie und Theologie Joseph Ratzingers“ ist sehr lesenswert.
#7 Unda_maris 12:38:53 | Donnerstag, 17. April 2008
@Burgorus und Gleichgesinnte Recht haben Sie! Waschechter Hurenbock! So jemand darf nicht Präsident einer
Katholischen Universität werden, keinesfalls. Es muss jemand sein, der wahrhaft im Glauben steht, einen
150% katholisch einwandfreien Lebenswandel hat, am besten zölibatär lebt und endlich wieder Zucht und
Ordnung in den verlotterten Laden bringt. Die Missstände an der Uni sind ja bereits gravierend. Nur einige
Beispiele: – Lehrveranstaltungen werden kaum noch mit gemeinsamem Gebet und/oder Anbetung begonnen – Protestanten
und andere Häretiker und Ketzer, sogar Atheisten, haben freien Zugang zur Hochschule und werden gleichbehandelt
– es gibt eine grüne, (d.h. sodomistenfreundliche, familien-, kirchen-, kinder- und sonstwasfeindliche)
Hochschulgruppe – Frauen dürfen nicht nur niedere Dienste (Putzfrau, etc… ) ausüben, sondern dürfen
sogar Lehrstühle und Professuren innehaben – Hochschulgottesdienste werden im Neuen Ritus zelebriert
– Es soll sogar Theologieprofessoren geben, die eine nachkonziliare Einstellung haben – Etc… Das ist
doch skandalös, oder? Eigentlich dürfte sich die Uni nicht mehr katholisch nennen, wie ich finde. Ein
neuer Präsident muss hier gewaltig aufräumen und die ganze Hochschule wieder zu einem Vorzeigeort für
den wahren katholischen Glauben machen. Hemel wäre da mit seinem abstoßend unkatholischen Lebenswandel
nur noch mehr Öl ins Feuer. Pfui!
Der Papst… …ist und bleibt Zeichen des Widerspruches. Damit muss sich Hemel nicht nur abfinden, sondern
er sollte es als Christ auch selber sein. Dieser Teil fehlt leider in seiner Biographie. Mainstreamgeplapper
ist in dieser Position unverantwortlich.
„Er soll nicht gejubelt haben…“ Toll habe ich auch nicht als die anderen Freudensprünge gemacht haben,
habe ich Magenschmerzen bekommen, als der PapaRatzi gewählt wurde. Kann ich gut verstehen. Nur, daß
ich wahrscheinlich aus anderen Gründen nicht so froh war wie der Prof.
#4 unteroktav 11:58:51 | Donnerstag, 17. April 2008
Auch wenn man Theologe ist … … dann darf man doch wohl noch eine eigene Meinung haben und sich auch
kritisch gegenüber Dingen und/oder Personen äußern dürfen. Natürlich kommt es immer darauf an, wie
ich es tue und worum es geht. Wenn ich wesentliche Dinge ablehne, wirds schwierig. Das ist bei Prof. Hemel
doch nicht der Fall. Freilich, man macht in der Kirche (wie auch in vielen anderen Bereichen) leichter
Karriere, wenn man immer alles brav und fromm abnickt, ohne irgendwie aufzufallen. Wenn die Grundordnung
der Uni wirklich so explizit darauf besteht, dass nur ein ordentlicher Professor Präsident werden kann,
dann muss man sich schon ernsthaft fragen, warum einem das erst jetzt auffällt. Jeder wusste doch, dass
Hemel „nur“ außerplanmäßig tätig ist. Warum hat man ihn dann nicht gleich „aussortiert“? Ich kann
mir einfach nicht vorstellen, dass die Uni-Leitung bewusst gegen ihre Grundordnung gehandelt hat, sondern
glaube dem Pressesprecher, wenn er sagt, diese Vorgabe sei kein Muss. Jedenfalls habe ich meine Zweifel
daran, ob Hemel das Amt überhaupt noch antreten wird, selbst wenn der Vatikan sein „Nihil obstat“ noch
nachreicht. Der Imageschaden ist nun schon zu beträchtlich. Ob sich dann so schnell wieder Kandidaten
finden nach den aktuellen Ereignissen, will ich mal stark bezweifeln. Trotzdem sollte man sich mit Spekulationen
wieso, weshalb, warum jetzt erst einmal zurückhalten. Aber wie ich das Forum hier kenne, werden sich
gewiss bald unsere Berufsschlaumeier zu Wort melden und alles erklären können.
Heiliger Vater, erspare uns einen Hemel-Lion! Hemel hat seine antikatholische Haltung mehrfach bekräftigt,
indem er die Haltung des Papstes, der ja wirklich nur durch Schutz des Rechts des ungeborenen Menschen
auf Leben und die Verteidigung der 2000 Jahre alten Lehre in der Öffentlichkeit aufgefallen ist, als
„radikal“ bezeichnet. Auch der Fakt, dass er nach dem Scheitern seiner ersten Ehe zuvor nur standesamtlich
geheiratet hat, zeugt davon, dass er sich um die Kirche einen Dreck schert. Es war ihm wurscht, ob seine
zweite Ehe kirchenrechtlich gültig ist. Die kirchliche Annullierung seiner ersten Ehe hilft ihm halt
jetzt, als Uni-Prof eines „schwierigen Arbeitgebers“ besser dazustehen. Dass er ein bekehrter Hurenbock
sei, ist hier wenig glaubwürdig. Er ist ein waschechter Hurenbock. Der Papst tut gut daran, der katholischen
Universitäts-Hierarchie einen weiteren Antichristen zu erspraren.
Jubel Hemel habe diese Wahl „alles andere als bejubelt“. Warum sollte eine Papstwahl „bejubelt“ werden
müssen? Kriterien für einen Uni-Präsidenten solten doch wohl andere sein.
Bisher hat x-net noch nichts Stichhaltiges gegen den Mann vorgebracht. Wenn seine Ehe kirchenrechtlich
okay ist, geht es die Öffentlichkeit einen feuchten Kehrricht an, was für Partnerschaften er zuvor gepflegt
hat. Wir sind hier ja nicht im Tollhaus.