[ « 63 64 65 66 67 » ]
Mittwoch, 16. April 2008 18:37
Kein Mann des Blabla
Bush bombt. Benedikt boomt. Doch in der Öffentlichkeit präsentieren sich die beiden als Dream-Team. US-Katholiken erwarten Kritik. Pressesplitter zum Papstbesuch in den USA.
Ein Imageproblem?

„Benedikt ist nicht nur »nicht gut bekannt, man kennt ihn schlecht«. So offen beschreibt der päpstliche Nuntius in den USA, Erzbischof Pietro Sambi, das Imageproblem und sein relatives PR-Versagen. Der Papst gelte nach drei Jahren noch immer als »harter, fast inhumaner Mann«. Nun könnten die Amerikaner endlich Benedikts vollständige Reden hören, nicht nur Auszüge, und ihren Irrtum erkennen. Denn, so Sambi, der Papst sei »kein Mann des Blabla; er ist ein Denker, er denkt, bevor er spricht. Und er betet viel.«“

Uwe Schmitt in der deutschen Tageszeitung ‘Die Welt’.

Zwei Zentimeter geschrumpft

„Weil die Fabrikationszeit so knapp war, gab es keine Gelegenheit mehr, alle Exemplare [der Meßgewänder für die Pontifikalämter in den USA] maßzuschneidern. Nach Stadelmaiers Meinung sei das auch nicht notwendig wegen der weit fallenden Form der Gewänder. »Wir sind vor Ort dabei, um die Größen anzupassen, zu verlängern, zu kürzen, zu erweitern«. Vom Papst selbst hatte das Atelier die Maße noch aus der Zeit, daß er Kardinal Ratzinger hieß. »Es stellte sich heraus, daß er seitdem zwei Zentimeter kleiner geworden ist. Das konnten wir jetzt rechtzeitig berücksichtigen«.“

Aus einem Artikel in der Onlineausgabe des deutschen Boulevardmagazins ‘Stern’.

Der Papst in WashingtonDer Papst in WashingtonKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 6 Bildern zu starten.

In der Heckscheibe des Kardinals

„Als Papst Benedikt XVI. noch Kardinal Joseph Ratzinger war, hat er Amerika bereits besucht. Eine Zeit, zu der er noch unbehelligt von Fernsehkameras durch New York fahren konnte. Aus dieser Zeit gibt es eine schöne Anekdote. Von einer Konferenz in Dallas kommend, auf dem Rückflug nach Rom, legte der Kardinal in »Big Apple« einen Tag Zwischenstation ein. Auf der Stadtrundfahrt fing der Automotor seines Mannes vor Ort an zu stottern. In Queens eilte ein Mechaniker zu Hilfe, entpuppte sich als jordanischer Christ, wollte kein Geld. »Die ganze Welt lebt in New York«, soll Ratzinger gestaunt haben, »und jeder ist hilfsbereit«. Die Pointe kam noch. Als er am Flughafen ausstieg, fuhr einer dieser netten Weltbürger so vehement auf den Wagen seines Gastgebers auf, daß die Heckscheibe zersprang.“

Frank Herrmann aus Washington für ‘Rp-Online’.

„Ich liebe meinen deutschen Schäferhund“

„Man achte bei diesem Anlaß einmal darauf, was die Jubelnden so alles schwenken. Die Kitschindustrie hat den Markt nämlich glatt überschwemmt, nicht nur mit Baseballkappen mit päpstlichem Konterfei, päpstlichen Miniaturfiguren mit Wackelkopf und päpstlichen Teddybären, sondern sinnigerweise auch mit T-Shirts, auf denen »Ich liebe meinen deutschen Schäferhund« steht. Auch ein Pope Cologne gibt es, Kölnischwasser. Kostet 29 Dollar und 95 Cent.“

Frank Herrmann aus Washington für ‘Rp-Online’.

Heimliche Seelenverwandte

„Die USA sind immer ein tief religiöses Land geblieben. Glaube und Patriotismus sind das, was die Gesellschaft jenseits des Atlantiks zusammenhält. Und sosehr auch gestritten wird über Gott und die Welt – für die Mehrheit der Amerikaner sind der Glaube an Gott und das Leben in der Moderne kein Widerspruch. Deshalb sind die amerikanischen Katholiken für Benedikt XVI. mehr als ferne Glaubensbrüder. Es sind die heimlichen Seelenverwandten des Papstes.“

Aus einem Bericht der Tageszeitung ‘Welt’ vom 15. April.

Ermahnung erbeten

„Sein Nachfolger absolviert also eine Art Antrittsbesuch, auf Neudeutsch könnte man sagen, eine Promotion-Tour. Vor allem aber ist es eine politische Reise. Vor den Vereinten Nationen will der Papst die Prinzipien einer gerechteren Weltordnung skizzieren. Und im Weißen Haus trifft er auf einen Präsidenten, mit dem er zwar beim Schutz ungeborenen Lebens einer Meinung ist, nicht aber beim wichtigsten Konflikt, der die Amerikaner umtreibt. Bush übergibt den Krieg im Irak an den nächsten US-Präsidenten ohne ein Ausstiegs-Szenario. Benedikt plädiert für eine rasche Lösung. Viele Amerikaner hoffen, daß er seinen Gastgeber öffentlich wenigstens sanft ermahnt.“

Aus einem Kommentar von Frank Herrmann für die deutsche Tageszeitung ‘Rheinische Post’.

Eine hohe Ehre

„Noch nie hat US-Präsident Bush hier [am Flughafen] einen Besucher persönlich abgeholt. Bush zieht es geradezu zum Heiligen Vater. Als dieser ihm die Gangway herab entgegenkommt, spendet ihm Bush, noch immer mit Zug vorwärts strebend, gar mit gehobenen Händen Applaus. Herzlicher kann ein Empfang kaum sein.“

Aus einem Kommentar von Alexander Schwabe für ‘Spiegel online’.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 24 Lesermeinungen:
Donnerstag, 17. April 2008 23:25
Pro Germania sancta †: @matt2: Erzbischof Marcel Lefebvre hat doch Nostra aetate unterschrieben, oder etwa nicht?!
Das hat er ja auch nie bestritten. Und Sie kommen nun daher und sagen
die Häresie, die sich mit der Anbiederung an falsche Religionskulte verbindet ist einfach nur hässlich und eine ständige Entwürdigung und Schwächung des christlichen Glaubens

Es dürfte schwierig sein, dies als eine materielle Häresie nachzuweisen…

Wenn z.B. Juden und Moslems sagen: „Wir glauben, dass der Gott, zu dem wir beten, die Welt erschaffen hat“, dann können Sie zumindest bei den Juden nicht sicher sagen, ob die nicht den gleichen Gott meinen wie Sie als (Möchtegern-)Katholik…!

Im Unterschied zur Haltung der Kirche in früherer Zeit, in der man sich damit begnügte, die eigene Lehre durch Abgrenzung von den unterschiedlichsten Irrlehren zu definieren, definiert die Kirche heute ihren Glauben eher positiv und entdeckt dabei auch Gemeinsamkeiten mit anderen Bekenntnissen und Religionen, z.B. eben mit dem mosaischen Glauben.

Deshalb gleich von „Häresie“ zu sprechen, wenn jemand sagt „auch im (mosaischen) Judentum finde ich positive Elemente und Gemeinsamkeiten mit unserem Glauben“, geht dann wohl doch zu weit…?!
Donnerstag, 17. April 2008 12:46
matt2 †: von stupiden Verschwörungstheorien halte ich ebenfalls nichts…
es gibt genug fanatische Dummköpfe (auch hier im Forum), die nicht differenziert denken können und in ihrer selbstgebastelten, konspirativen Scheinwelt leben, aber nicht in der Realität. Weshalb sie auch ständig aufs Absurdeste versuchen die Realität zu verzerren und unheilvoll zerstörerisch zu wirken anstatt durch konstruktive Kritik den Vertretern der Institution ins Gewissen zu reden. Sie haben sich durch diese lieblose, verächtliche Handlungsweise an der Kirche von der Liebe Gottes ausgeschlossen.
Donnerstag, 17. April 2008 12:30
Kilian: @ PiusXII
Natürlich hilft der Ratzinger seinen Kollengen von der Loge. Die eine Maurerhand wäscht die andere Maurerhand. Ganz einfach.
Donnerstag, 17. April 2008 12:20
Pro Germania sancta †: @„Pius XII.“: Dann ärger dich mal schön!!!
Donnerstag, 17. April 2008 12:09
matt2 †: Bei allen guten Eigenschaften, Benedikt ist und bleibt ein Häretiker wie sein Vorgänger…
ich glaube zwar nicht, dass er sich derart tief herablassen und den christlichen Glauben verleugnen würde wie JPII es in abscheulicher Weise getan hat gleich einem König Salomon, der sich vor den Götzen niederwarf, aber sein offenherziges Treffen mit den Vertretern sog. anderer Religionen wirft wiederum ein böses Licht auf die Glaubenstreue des katholischen Oberhauptes und lässt bei vielen gläubigen Amerikanern nur wiederum den Schluss zu: Papst = Antichrist. Und in Teilen muss man dieser Einschätzung auch recht geben, denn die Häresie, die sich mit der Anbiederung an falsche Religionskulte verbindet ist einfach nur hässlich und eine ständige Entwürdigung und Schwächung des christlichen Glaubens.
Donnerstag, 17. April 2008 12:06
Lorenz: „Ich liebe meinen deutschen Schäferhund“
Shepherd heisst Schäferhund aber auch Schäfer und Pastor.

Ich liebe meinen deutschen (Ober-)hirten darf die Kitschindustrie doch sicher sagen und drucken. Das ist doch sehr nett !!!
Alle Lesermeinungen anzeigen 18 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net