Zölibat
Der Zölibat ist Freiheit und Liebe oder er ist widerlicher Dreck
Mir geht das Messer in der Tasche auf, wenn ich sehe, wie kleine Jungs zum Priesteramt gedrückt, geschoben, hingeschwätzt und hingetätschelt werden. Von einem Ex-Priester für das ‘Vatican Magazine’.
Symbolfoto
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© Christian Kitazume, CC
(kreuz.net) Unter den zehn bis zwanzig Prozent Priesterdarstellern sind es nicht nur die parasitären Homosexuellen- Netzwerke, die den Stand untergraben und ihn zum Letzten machen.

Es sind auch die schmierigen Gesellen, die ihre Finger nicht einmal in der Sakristei bei sich behalten können.

Es sind die Alkoholiker, die Internet-Junkies, die Vielfraße, die kaum überspielen können, daß sie für alles eine Berufung haben, bloß nicht für das Priesteramt.

Wo kommen sie bloß her, all diese unglücklichen, maskenhaften, verzweifelten Figuren, die der Gemeinde Christi das Evangelium der Freude verkündigen sollen? Irgend jemand hat sie wohl eingefangen und in die Kutte gesteckt.

Novemberausgabe des 'Vatican-Magazin'
Novemberausgabe des ‘Vatican-Magazin’
Aber aus dem Priesterkragen schaut kein frohes Gesicht, nicht selten freilich Geilheit und Überdruß. Ja, wo kommen sie her?

Ich habe meine Meinung dazu: Es ist nicht nur in St. Pölten der Wahnsinn gewesen, der sich da fortzeugte. Krumme Priestergestalten“machen“ krumme Priester. Immer und überall.

Aus dem Folgenden wird man sehen, warum mir keine Spezies Kleriker mehr Bauchgrimmen bereitet, als jene gut bekannten Ministrantenkönige und „Priestermacher“, die sich noch immer in der Kirche tummeln – virile Gesellen, die kleine Jungs keilen, als wäre das Priesteramt eine Art göttliche Burschenschaft, in die hinein es nur ausgesuchte dreadnoughts schaffen, niemals aber Weicheier.

Mir geht das Messer in der Tasche auf, wenn ich sehe, wie kleine Jungs zum Priesteramt gedrückt, geschoben, hingeschwätzt und hingetätschelt werden.

Ich halte das aus guten – sehr persönlich hinterfütterten – Gründen für ein Verbrechen. Dabei weiß ich sehr wohl, daß es Berufungen in jungen, ja jüngsten Jahren gibt, die man erkennen, fördern und unterstützen muß.

Therese von Lisieux vor Papst Leo XIII. ist das schönste Beispiel. Bloß gibt es keine via directa aus dem Domchor ins Domkapitel, so gerne es der Bischof und seine Haushälterin auch sähen. Der Weg vom Domchor ins Domkapitel, so er sich denn wirklich ereignet, geht einmal um die ganze Welt.

Er hat eine analoge Wahrscheinlichkeit wie der Weg aus dem Robinson-Club ins Kloster. Jede echte Berufung ist ein Staunen erregendes Wunder, das man begleiten, entdecken, aber niemals machen kann. Es gibt keinen Weg zum Priestertum als letzte persönliche Freiheit.

Der Zölibat ist Freiheit und Liebe oder er ist widerlicher Dreck, der die Menschen zerstört und obendrein die Kirche kaputtmacht.

Eine Priesterberufung ist eine Liebesgeschichte mit Gott, in der es wie in jeder echten Liebesgeschichte um alles oder nichts geht. Es ist wie beim Werben um eine schöne, kluge Frau, die dir zwei Dinge signalisiert:

1. Du kannst mich haben.
2. Es kostet Dich Dein Leben.

Das muß man wollen, muß es in letzter Freiheit wollen, weil man total hingerissen ist und nicht anders kann. Liebe ist immer ein radikales Sichverschenken.

Ein Priester muß leuchten und glühen vor Hingabe an Gott. Wenn das nicht in ihm ist, soll er/darf er/ kann er gar nicht erst anfangen. Wie konnten Kirchenstrategen auf die Idee verfallen, dieses Amt als Beruf zu verkaufen, mit tollen Aufstiegsmöglichkeiten, freilich einigen unschönen, aber marginalen Einstellungsbedingungen: keine Weiber, sonst aber alles?

Der Beitrag erschien ursprünglich im ‘Vatican Magazine’.

Nächstes Mal: Eines Tages gab mich meine Mutter an den Pforten des Pfarrhauses ab
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Der Beruf des Priesters stinkt 2. Der Zölibat ist kompletter Irrsinn 3. Du sitzt am Joystick der Gemeinde
4. Der Zölibat ist Freiheit und Liebe oder er ist widerlicher Dreck
5. Meine Mutter gab mich an den Pforten des Pfarrhauses ab 6. Eines Sommerabends geschah es 7. Im Grunde wollte ich nur Sex, Sex, Sex 8. Die Verwüstungen meiner Seele waren tiefgreifend 9. Das Fazit eines Mißbrauchten
      
21 Lesermeinungen
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#21   Nachtlaterne   13:07:10 | Dienstag, 22. April 2008
In ihrer Schlechtigkeit erheitern sie den König, in ihrer Falschheit seine Fürsten. Sie sind alle E…
In ihrer Schlechtigkeit erheitern sie den König, in ihrer Falschheit seine Fürsten. Sie sind alle Ehebrecher. Sie sind wie ein angeheizter Backofen, dessen Feuer der Bäcker nicht mehr schürt, wenn er den Teig knetet und ihn aufge-hen läßt. Am „Tag unseres Königs“ machen sie die Fürsten schwach mit der Glut des Weins, dessen Kraft die Wort-führer umwirft. Ja, hinterhältig nähern sie sich, mit einem Herzen, das wie ein Backofen glüht: Die ganze Nacht über schläft ihr Zorn, am Morgen aber entbrennt er wie ein loderndes Feuer. Sie alle glühen wie ein Backofen; sie fressen ihre Regenten. Alle ihre Könige stürzen, doch zu mir ruft keiner von ihnen. Hosea 7/3-7
Die Rotte der Priester liegt auf der Lauer wie eine Bande von Räubern Hosea 6/9
Der Prophet ist ein Narr, der Geistesmann ist verrückt. So große Anfeindung zeigt, wie groß deine Schuld ist.
Hosea 9/7
Sät als Saat Gerechtigkeit aus, so werdet ihr ernten, wie es (der göttlichen) Liebe entspricht. Nehmt Neuland unter den Pflug! Es ist Zeit, den Herrn zu suchen; dann wird er kommen und euch mit Heil überschütten. Ihr aber habt Schlechtigkeit eingepflügt; darum habt ihr Verbrechen geerntet und die Frucht der Lüge gegessen.
Hosea 10712-13
Als sie ihre Weide hatten, wurden sie satt. Als sie satt waren, wurde ihr Herz überheblich, darum vergaßen sie mich. Deshalb wurde ich für sie zu einem Löwen, wie ein Panther lauere ich am Weg. Ich falle sie an wie eine Bärin, der man die Jungen geraubt hat, und zerreiße ihnen die Brust und da…
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#20   Parmenas   13:29:58 | Montag, 21. April 2008
Das was die hl. Schrift
über reale Geschehnisse berichtet, ist auch real geschehen.
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#19   engelhardt †   11:59:29 | Montag, 21. April 2008
Historie
ein unheiomliches übel ist das permanente anzweifeln der historioschen wirklichkeit der bibelgeschehnisse
Waer’s Dir lieber, man wuerde entgegen besseren Wissens die Unwahrheit verkuenden?.
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#18   scaremonger   10:20:26 | Sonntag, 20. April 2008
Da hat der gute Mann recht
Guter Beitrag, mehr davon.
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#17   Genoveva   22:07:09 | Samstag, 19. April 2008
Einer der großartigsten Texte, die ich in den letzten Monaten gelesen habe
z.B. auch dieser Abschnitt:
„Wir haben nicht zu wenige Priester, wir haben zu viele. Wahrscheinlich haben wir zu wenig Gläubige. Wir haben jedenfalls genau so viele echte Priester (und Ordensleute), wie wir echte Gläubige haben.
Das ist ein mystisches Gesetz in der Kirche. Gott lässt seine Kinder nicht alleine, niemals! Mit überreicher Hand sät er Berufungen über uns aus. Sie sind da, in ausreichender Menge. Er berührt die Herzen von Menschen, die auf einem ganz anderen Trip sind. Er zieht an sich. Er ruft.
Wir meinen bloß, wir müssten mehr Priester haben, weil wir an der Fiktion einer machtvollen Kirche festhalten, die es längst nicht mehr gibt. Es ist so viel Kirche in der Welt, so viel Kirche in den Herzen ist. Wir irren, wenn wir das, was die Kirche ist, zuerst an einer Jahrtausende alten Geschichte, an der Menge ihres Grundbesitzes, an den riesigen Bauten, an den Kristallisationen der Kunst, am mächtigen Kirchensteueraufkommen und den weit reichenden Verbindungen festmachen.
In Wahrheit sind wir ganz klein. Wir sind ein paar Leute, die sich für das Evangelium frikassieren lassen. Das genügt. Wir sind ganz und gar nicht ohne Hoffnung; im lebendigen Glauben an Gott ist man niemals ohne Hoffnung. Venceremos! Wir werden siegen!“
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#16   Dr. Schlämmer   20:41:17 | Samstag, 19. April 2008
Audiatur et altera pars
Okay, Dr. Schlämmer ist hier teilweise einer Ente aufgesessen.
Der Verfasser hat in der Tat sehr vernünftige Gedanken:
„Ich habe ganz andere Gedanken: Ich glaube nicht, dass es sich die Kirche leisten kann, auf die Lebensform Jesu zu verzichten. Ich halte es für puren Unglauben zu behaupten, Jesu Einladung in die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen sei nur mal so eine Idee, deren reale Durchführbarkeit modernen Menschen praktisch, sexualtechnisch und überhaupt nicht zugemutet werden könne.
Ich hätte Angst vor einer Kirche, in der Funktionäre die Priester ersetzen, in der diplomierte Gottesspezialisten mit tariflicher Absicherung am Altar stehen, einer Kirche, deren zentrale Protagonisten nur noch auf Wissen und nicht mehr auf Hingabe abgecheckt wurden.[…]
Ich halte dafür, dass das eine vom anderen unterschieden werden kann. Obwohl ich eine sehr eigene Geschichte habe, ziehe ich heute – es war nicht immer so – den Hut vor Männern, die aus freien Stücken und Liebe zu Gott Priester werden.“
Vgl. den Link weiter unten.
Warum hat kreuz.net das alles weggelassen?
Not quite fair play I would say.
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#15   catharina   17:19:02 | Samstag, 19. April 2008
Die Lesermeinungen zeigen,
daß man offensichtlich nicht in der Lage ist, einen Text zu lesen, der über das Niveau bloßer Information hinausgeht.
Wer den Artikel aber versteht, der weiß sehr wohl, was gemeint ist. Und fühlt sich an gewisse (neokonservative) Produktionsstätten für Priesterberufe erinnert…
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#14   aquinas74   17:10:43 | Samstag, 19. April 2008
artikel
ich kenne den verfasser des artikels persönlich. Den ganzen Artikel gelesen macht erst deutlich, worauf er hinaus will. Ist alles andere als gegen die Kirche.
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#13   unteroktav   16:23:46 | Samstag, 19. April 2008
@juergen
Interessanter Link … man sollte den Artikel tatsächlich lieber in der Vollform lesen, als die hier vorzufindende, um geschätzte 2/3 gekürzte Fassung.
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#12   dekanat donnersberg   16:16:25 | Samstag, 19. April 2008
EX…PRIESTERMEINUNG !!!
Was soll denn anderes herauskommen aus dem Munde eines EX-Priester’s,außer Schlechtigkeiten gegenüber dem Nächsten.Den Priesterstand schlecht machen das sieht im ähnlich.Pharisäer wie er sollten den Mund halten.
Denn sicherlich hat auch ER in so machen Sachen seine Finger drin,oder gar:Er konnte sie nicht heraushalten aus so manchen … – sonst wäre er ja nicht ein EX… !!!
Die Kirche kann froh sein solch einen nicht mehr in ihrer Mitte zu haben.Wer einen solchen Mitbruder unter sich hat braucht keine Feinde,keine Atheisten,Agnostiker oder gar „Pfarrgemeideräte“.
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#11   sexychrist   15:28:29 | Samstag, 19. April 2008
Wieso ist der Affe…
… eigentlich nur EX-Priester?
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#10   Dr. Schlämmer   15:26:53 | Samstag, 19. April 2008
Wie ihr sie erkennen könnt …
Der Ex-Priester redet das Priesteramt schlecht. Es handelt sich um miese Stimmungsmache, die man äußerst reserviert betrachten muss.
Am schnellsten erkennt man äußerlich nicht den unberufenen Priester, sondern die Emanze.
Grobschlächtig, mit Hang zum Dickwerden und Muskelansatz, dazu eine Überportion an maskulinem Gehabe.
So kann man sie erkennen.
Sucht sie.
Und ihr werdet fündig.
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#9   sexychrist   15:24:49 | Samstag, 19. April 2008
@ Nachtlaterne
Schau dir mal „Bruce Almighty“ an! Der Typ da, der kann das auch alles! Muss demnach alles so echt sein!
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#8   Brandenburgis   15:19:40 | Samstag, 19. April 2008
Wer eine Bibel im Kopfe hat,
der hat sehr viel im Kopf. Selbst Luther, der die Bibel nun wirklich kannte wie kaum ein zweiter, bekannte am Ende seines Lebens: „Wer nicht 100 Jahre mit den Patriarchen die Kirche regiert hat, möge nicht behaupten, er kenne die Bibel. Wir sind Bettler. Das ist wahr!“
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#7   Kurt K.   15:18:37 | Samstag, 19. April 2008
Mancro: Kann nicht sein.
Denn: In der Bibel stehen auch vernünftige Dinge.
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#6   20mancro5 †   15:17:10 | Samstag, 19. April 2008
@Kurt.K
Wo andere eine Hirn im Kopf haben hat er eine Bibel.
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#5   Kurt K.   15:15:11 | Samstag, 19. April 2008
Nachtlaterne: Ja, eine Schande, wirklich!
ein unheiomliches übel ist das permanente anzweifeln der historioschen wirklichkeit der bibelgeschehnisse.
Es ist wirklich eine Schande, dass Menschen ihren (gottgegebenen?) Verstand einschalten… zum Kotzen!
Viellleicht gäbs ja ne Möglichkeit, die Menschen auf Ihr Nachtlaternen-Niveau herunterzubringen, z.B. indem man das Gehirn operativ entfernt und durch ein nasses Brötchen ersetzt. Sieht auch fast genauso aus wie ein Gehirn.
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#4   juergen   15:00:18 | Samstag, 19. April 2008
stark verkürzt
Wer den ganzen Artikel lesen will, der konnte das schon etwa Mitte November 2007 bei kath.net tun und kann es immer noch dort tun:
www.kath.net/detail.php?id=18251
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#3   Nachtlaterne   14:56:19 | Samstag, 19. April 2008
20mankos,
wenn ein mensch die tiefere grundlage entzogen bekommt muss er sich mit dem zeitgeist und seinen sonderangeboten des lebens begnügen. da kann selbst ein priester schweren schiffbruch erleiden.
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#2   20mancro5 †   14:38:11 | Samstag, 19. April 2008
Nachtlaterne
ein unheiomliches übel ist das permanente anzweifeln der historioschen wirklichkeit der bibelgeschehnisse. das hat viele gläubige, viele priester bis in die seele hinein verunsichert und ungläubig gemachht. wo aber die grundlage entrissen ist da ist das fff nicht mehr weit!
Geht das auch in Deutsch?
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#1   Nachtlaterne   14:35:30 | Samstag, 19. April 2008
Ehrfurcht vor Gott…
…gerade im persönlichen Leben, hilft dem anderen, auch dem Priester.
ein unheiomliches übel ist das permanente anzweifeln der historioschen wirklichkeit der bibelgeschehnisse. das hat viele gläubige, viele priester bis in die seele hinein verunsichert und ungläubig gemachht. wo aber die grundlage entrissen ist da ist das fff nicht mehr weit!
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