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Sonntag, 20. April 2008 16:16
Kampflose Aufgabe?
Oft bekomme ich den Eindruck, daß unsere Bistümer den Missionsauftrag Christi vergessen haben. Von Judith Killat.
In Aachen gibt es heftigen Widerstand gegen die Zusammenlegung der Pfarreien.
In Aachen gibt es heftigen Widerstand gegen die Zusammenlegung der Pfarreien.
(kreuz.net, Aachen/Wassenberg) Entsetzt habe ich vor einigen Wochen von der Zwangsfusion unserer Pfarreien Wassenberg Oberstadt, Myhl und Orsbeck im Bistum Aachen mit der sogenannten Gemeinschaft von Gemeinden St. Georg Wassenberg/Unterstadt erfahren.

Das soll angeblich geschehen, um den Seelsorgern die Arbeit zu erleichtern. Doch diese Begründungen sind für mich nicht verständlich.

Unsere Pfarreien besitzen gegenwärtig zwei Priester und vier Subsidiare, einen Diakon und eine Gemeindereferentin. Von Überlastung kann also wohl kaum die Rede sein.

Die gegenwärtige Zusammenarbeit der Pfarreien Wassenberg/Oberstadt, Myhl und Orsbeck unter Pfarrer Heinz Portz verläuft sehr harmonisch.

Die Kirche noch im Dorf: Wassenberg am Anfang des 19. Jahrhunderts
Die Kirche noch im Dorf: Wassenberg am Anfang des 19. Jahrhunderts
Der Bischof sicherte unserem Pfarrer bei der Visitation zu, daß er seine Gemeinden behalten werde.

Unsere Pfarreien sind nicht – wie das Bistum behauptet – mit der Unterstadt Wassenberg sozialstrukturiert zusammengewachsen. Vielmehr gibt es zahlreiche Reibereien zwischen Ober- und Unterstädtern. Ich war sechs Jahre lang Stadträtin und weiß, wovon ich rede.

Oft bekomme ich den Eindruck, daß die Bistümer und manche Priester ihren Auftrag vergessen haben, Christi Wort zu verkünden und die Schafe als Hirten zu weiden – das heißt – zu missionieren. Statt dessen kümmern sie sich um die Finanz- und Geldwirtschaft.

Katholische Grundschulen werden kampflos aufgegeben. Die Arbeit von Pfarreferenten wird mehr geschätzt als der Dienst und die jahrzehntelange Erfahrung pensionierter Subsidiare.

Ich bekomme den Eindruck, daß unsere Pensionäre nur noch als halbe Priester betrachtet werden. Warum dürfen sie nicht mehr tätig sein, wenn sie noch wollen und können?

Wallfahrtskirchen wie Ophoven könnten jeden Sonntag für Messen geöffnet sein. Die Subsidiare könnten auch Beerdigungen und Taufen übernehmen. Doch leider wird ihnen der Dienst im Bistum Aachen vielfach verwehrt.

Man hört weiterhin, daß es in Deutschland Priestermangel gibt. Es gäbe aber durchaus ausländische Priester, die man nach Deutschland holen könnte. Die großen Firmen bringen schon seit Jahren ausländische Fachkräfte ins Land.

Die deutsche Sprache ist lernbar. Deutsche Missionare haben es auch fertiggebracht, sich an die Sitten und Bräuche anderer Länder zu gewöhnen.

Unsere Gemeinden haben aber auch selber Berufungen hervorgebracht. So ließ unser ehemaliger Pfarrer, Heinz Pütz, mindestens zwei Priester in Indien studieren.

Unter Pfarrer Ludwig Hecker wurden zwei Brüder aus unserer Pfarrei zu Priestern geweiht, die beiden Steyler-Missionare Pater Josef und Pater Christian Dohmen SVD.

Auch jetzt zeigen junge Menschen in unserer Pfarrei Interesse am Priesterberuf.

Diese Tatsachen beweisen, daß die Arbeit unserer Priester und unserer Gemeinden fruchtbar ist.

Seit sieben Jahren habe ich persönlich schon mindestens 150 Jugendliche auf die Firmung vorbereitet. Der Bischof von Aachen hat uns doch persönlich kennengelernt.

In den Gemeinden, Vereinen sowie in der Kinder- und Jugendarbeit hat sich Pfarrer Heinz Portz sehr verdient gemacht. Als einziger Pfarrer suchte er die Schulen auf. Die Ferienfreizeiten unter ihm waren sehr erfolgreich.

Soll er nun für seinen Fleiß bestraft werden? Unsere drei Pfarreien leben.

Es ist fatal, daß unsere gemeinsame Arbeit in dieser gottlosen Gesellschaft zerstört werden soll. Darum rufe ich dem Bischof von Aachen zu:

Erhalten und fördern Sie unsere Kirche und das, was funktioniert, so lange es noch möglich ist.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 27 Lesermeinungen:
Dienstag, 22. April 2008 11:30
Sozialkatholisch: Die hl. Schrift
ist voll von Privatoffenbarungen, aber diese hat der Gotthart & Co wohl noch nicht gelesen.
Dienstag, 22. April 2008 11:22
stimme der vernunft: Klar kann sich Christus auch heute noch offenbaren.
Ich bezweifle aber, dass Jesus Christus ein so wirres Zeug daherbrabbelt wie das dieser Professor behauptet.

A
Montag, 21. April 2008 22:51
Gotthard: @Floriana Geyer
Wer aber von vornherein ausschliest dass sich heute Gott einem Individuum offenbart zweifelt insgeheim auch an der metaphysischen Komponente der biblischen Offenbarung an sich.
ein Individuum ist und bleibt ein Individuum. Seine Erkenntnisse sind absolut individuell und haben keinerlei Bedeutung für die Kirche.
Montag, 21. April 2008 22:44
Florian Geyer: Gotthard
„Die Offenbarung ist ein göttliche Geschehen in Jesus Christus.“

Zustimmung

Sicherlich ist es Lehre der Kirche das Privatoffenbarungen nicht heilsnowendig sind.
Und doch sind oft bedeutende glaubensfördernde Zeichen der Gegenwart Gottes.

Man soll sie akzeptieren, bar jeder rationalistischen Skepsis und jeder blauäugigen naiven Euphorie.

Wer aber von vornherein ausschliest dass sich heute Gott einem Individuum offenbart zweifelt insgeheim auch an der metaphysischen Komponente der biblischen Offenbarung an sich.

Was war ist auch heute noch.
Montag, 21. April 2008 22:27
Gotthard: @Floriana Geyer
Ist Offenbarung für sie ein psychologisches Geschehen ?
Die Offenbarung ist ein göttliche Geschehen in Jesus Christus.
Sie ist mit dem Tod des letzten Apostel vollendet… Schrift und Tradition!

Charismatische Erkenntnisse und Eingebungen und Emotionen sind wunderbar – allerdings nur für den Einzelnen und seine Ausstrahlung in die Gemeinschaft hinein.
Diese charismatischen Erkenntnisse sind an der Offenbarung und mit der Lehre der Kirche zu prüfen.

Es ist also ganz einfach. Alles Private hat nur Sinn im Privaten – und nicht darüber hinaus.
Montag, 21. April 2008 22:17
Benedikt: @ Geyer
„Die offb ist mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen“

Spla scriptura zieht nicht !


Wieso sola scriptura? Das ist eine Definition von Pius X.
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