Kinderabtreibung
Auf verlorenem Posten: Angriff gegen den Heiligen Vater
Heute hat der Vorsitzende des „Zentralrates der Juden in Deutschland“, Paul Spiegel, den Papst angegriffen. Johannes Paul II. hat in seinen Memoiren, die vor der Veröffentlichung stehen, eine Parallele zwischen den nationalsozialistischen Völkermorden und der systematischen Tötung von Kindern im Mutterleib aufgezeigt. Ob Spiegel den Papst vor Gericht verklagen will, wurde nicht bekannt.
(kreuz.net, Berlin) In seinem neuesten Buch „Gedächtnis und Identität“, das am 23. Februar veröffentlicht werden soll, zieht Papst Johannes Paul II. eine Parallele zwischen der Kinderabtreibung und der nationalsozialistischen Judenvernichtung. Heute hat der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, deshalb seinen Bannstrahl gegen das Oberhaupt der Kirche geschleudert.

Spiegel meinte gegenüber der „Netzeitung“, daß die Spitze der katholischen Kirche angeblich noch nicht begriffen habe, daß man den Holocaust nicht mit der Kinderabtreibung vergleichen könne. Bereits früher hat sich Paul Spiegel zugunsten der Kinderabtreibung ausgesprochen.

Zentralrats-Präsident Spiegel war letzten Monat in die Schlagzeilen geraten, weil er den Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, wegen seiner Dreikönigspredigt mit einer Klage bedroht hatte. Darin hatte Kardinal Meisner den Kindermord des Herodes, die Völkermorde von Hitler und Stalin, sowie die millionenfach abgetriebenen Kinder in einem Atemzug erwähnt.

Der eingeschüchterte Kardinal gab damals kleinlaut bei und strich die Passage aus dem offiziell veröffentlichten Predigttext. Auch Paul Spiegel machte seine Drohungen gegen den Kölner Kardinal nicht wahr, wurde aber selber wegen der Nötigung des Kirchenfürsten bei der Kölner Staatsanwaltschaft angezeigt.

Daß sich der Sündenfall von Kardinal Meisner „bis in die oberste Spitze der katholischen Kirche“ fortsetze, beweist nach der Ansicht Spiegels, daß die Kirche „nicht begriffen hat oder nicht begreifen will“, daß es „einen gewaltigen Unterschied“ gebe, zwischen einem fabrikmäßigen Völkermord und „dem, was Frauen mit ihrem Körper tun“.

Spiegel fügte hinzu, daß er Verständnis habe für Frauen, die ihre Kinder abtrieben. Allerdings müsse man sehen, daß man „Abtreibung auch als Mord an ungeborenem Leben bezeichnen könnte“.

Rechtlich steht Spiegel mit seinen Ansichten in Deutschland auf verlorenem Posten. Die Legitimität der Bezeichnung der Kinderabtreibung als Holocaust wurde in der Holocaust-Babycaust-Entscheidung des Bundesgerichtshofs bereits vor vier Jahren bestätigt. Der Bundesgerichtshof (BGH) mit Sitz in Karlsruhe ist das Oberste Gericht der Bundesrepublik Deutschland.

Das von Spiegel angegriffene Buch des Heiligen Vaters trägt auf Deutsch den Titel „Gedächtnis und Identität: Gespräche zwischen Jahrtausenden“. Darin zieht der Heilige Vater eine präzise Parallele zwischen Völker- und Kindermord.

Der Papst führt aus, daß der Führer des Deutschen Reiches, Adolf Hitler, in seinem Tun von einem rechtmäßigen Parlament mit der Macht ausgestattet wurde, die er für die Einrichtung der Konzentrationslager und die Endlösung mißbrauchte.

Heutzutage müßten die gesetzlichen Regelungen zur Abtreibung auf eine ähnliche Weise in Frage gestellt werden. Parlamente, welche die Kinderabtreibung beschließen, müßten sich im klaren sein, daß sie ihre Machtbefugnisse überschreiten und in einen offenen Konflikt mit dem göttlichen Gesetz und dem Naturrecht träten.

Das neueste Buch des Heiligen Vaters ist eine Mitschrift von Gesprächen, die Johannes Paul II. im Jahr 1993 mit dem polnischen Philosophen Krzysztof Michalski und dem inzwischen verstorbenen Geistlichen Jozef Tischner geführt hat. Das 224 Seiten lange Werk erscheint am 23. Februar.

Es behandelt allgemeine Themen wie Demokratie, Freiheit und Frieden, aber auch persönliche Erinnerungen des Heiligen Vaters.
      
6 Lesermeinungen
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#7   Athanasius   19:21:03 | Dienstag, 22. Februar 2005
Paul Spiegel,
aber hat es doch oder?
Oder Michel Friedman????
Zumindest weiss ich, dass dieser Moishe Arye Friedman aus Wien, nicht der einzige Jude ist, der so denkt, z.B. auch der neue Rabbiner Lembergs.
Das Judentum besteht nicht nur aus zionistischen Mitgliedern.
Was Du wohl mit „anderem Publikum“ meinst…??
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#6   GerdEric   08:45:30 | Montag, 21. Februar 2005
Oberrabiner Moishe Arye Friedman, Wien,
hat keinerlei Aussagekraft für das Judentum,
einzig in der Grössenordnung der sogenannten „Zeugen Jehovas“ im Verhältnis zur katholischen Kirche…
Seine Aussagen hätten sicherlich grösseren Rückhalt,
wenn er ein anderes „Publikum“ bedienen würde.
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#5   Zarathustra   08:32:06 | Montag, 21. Februar 2005
Berufsquerulant
Wenn die Zahl der Arbeitslosen auf 6 Mio. angestiegen ist, wird Paul Spiegel Strafanzeige gegen die Bundesagentur für Arbeit wegen Relativierung des Holocaust erstatten.
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#3   Athanasius   22:36:16 | Samstag, 19. Februar 2005
Inder Tat Spiegel soll mal aufhören mit seinen Medienhetzereien
Du hast recht.
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#2   Sulpicius   20:09:32 | Samstag, 19. Februar 2005
uaaaaaaaah…
… lieber Herr Spiegel! Langsam wird’s langweilig.
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#1   Athanasius   19:43:32 | Samstag, 19. Februar 2005
Dank sei Gott.
www.fsspx.info/…ne/pdf/mb-2005-3.pdf
In dieser Edition des Mitteilungsblatts (Seite 30!) der Piusbruderschaft Deutschland, kann man auch den reproduzierten Leserbrief lesen von Herrn Oberrabiner Moishe Arye Friedman, Wien, lesen, der die Aussagen Kardinal Meisners (also indirekt auch diese des hl. Vaters!) verteidigt.
Die Piusbruderschaft dankt und preist diesem mutigen jüdischen Mann für seine Wahrheitsliebe.
Gott sei Dank für diesen Juden, der Spiegel einen Spiegel vorhält!
Möge der Gott Zebaoth diesem Mann belohnen mit dem Heil in Jesus Messias und immerwährende Gnade!
Und dieser Angriff auf unseren kranken Heiligen Vater möge verziehn werden.
Beatus populus cujus Dominus Deus Israël!
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