Politik
Abgefallener Bischof wird Präsident
Gestern abend haben die Paraguayaner einen abgefallenen Bischof zu ihrem nächsten Staatspräsidenten gewählt. Die Frage der First Lady ist geklärt.
Der designierte Präsident von Paraguay, Fernando Lugo
Der designierte Präsident von Paraguay, Fernando Lugo
© Pressebild der ‘Patriotische Allianz für den Wandel’
(kreuz.net, Paraguay) Der abgefallene Bischof und ehemalige Steyler Missionar, Fernando Lugo (58), hat die Präsidentschafts- wahlen am Sonntag in Paraguay gewonnen.

Die Medienkonzerne sprechen von einem historischen Wahlsieg.

Das Wahlergebnis

Der abgefallene Bischof bekam 41% der Wählerstimmen. Die Kandidatin der Colorado-Partei, die das südamerikanische Land seit mehr als sechzig Jahren regiert, Frau Blanca Ovelar, erhielt 31 Prozent.

In Paraguay genügt für den Wahlsieg die einfache Stimmenmehrheit.

Paraguay
Paraguay
Der konservativen Colorado-Partei wird jahrzehntelange Korruption vorgeworfen.

Die drittmeisten Stimmen erhielt der frühere General und Oberbefehlshaber der Armee von Paraguay, Lino Oviedo, mit 22 Prozent.

Lugo trat an der Spitze des Mitte-Links-Bündnisses „Patriotische Allianz für den Wandel“ an.

Zu seinem Wahlsieg erklärte er, daß „die Bevölkerung“ an den Urnen gesprochen habe: „Ihr habt beschlossen, ein freies Paraguay zu sein.“

Als First Lady wird Lugos Schwester Mercedes fungieren.

Fernando Lugo
Aus dem FamilienalbumFernando Lugos Bischofsweihe im Jahr 1994.Lugo war im Wahlkampf bei den Kranken…

Linksrutsch

Mit der Wahl Lugos zum Präsidenten erlebt das Land einen Linksrutsch.

Im Wahlkampf wurden dem Neo-Präsidenten sogar Kontakte zur marxistischen kolumbianischen Rebellengruppe FARC unterstellt. Lugo sieht sich selber in der politischen Mitte.

Vom venezuelanischen Präsidenten Hugo Chavez distanzierte er sich ausdrücklich. Chavez habe einen militärischen, er angeblich einen religiösen Hintergrund.

Kurzbiographie

Lugo erblickte am 30 Mai 1949 als Sohn einer armen Familie in der Ortschaft San Solano im Süden des Landes das Licht der Welt.

1977 empfing er die Priesterweihe und wirkte danach als Missionar in Ecuador. 1994 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Bischof von San Pedro in Paraguay.

Bereits im Januar 2005 legte er dieses Amt als 55jähriger nieder.

An Weihnachten 2006 kündigte er an, auf das Priestertum zu verzichten, und in die Politik einzusteigen.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Nachtlaterne   05:57:15 | Dienstag, 22. April 2008
Ihr Tiere auf dem Feld, kommt alle, und freßt, kommt alle, ihr Tiere im Wald! Die Wächter des Volke…
Ihr Tiere auf dem Feld, kommt alle, und freßt, kommt alle, ihr Tiere im Wald! Die Wächter des Volkes sind blind, sie merken allesamt nichts. Es sind lauter stumme Hunde, sie können nicht bellen. Träumend liegen sie da und haben gern ihre Ruhe. Aber gierig sind diese Hunde, sie sind unersättlich. So sind die Hirten: Sie verstehen nicht aufzu-merken. Jeder geht seinen eigenen Weg und ist ausschließ-lich auf seinen eigenen Vorteil bedacht;“
Jes.56/9-11
„Seht her, die Hand des Herrn ist nicht zu kurz, um zu helfen, sein Ohr ist nicht schwerhörig, so daß er nicht hört. Nein, was zwischen euch und eurem Gott steht, das sind eure Vergehen; eure Sünden verdecken sein Gesicht, so daß er euch nicht hört. Denn eure Hände sind mit Blut befleckt, eure Finger mit Unrecht. Eure Lippen lügen, eure Zungen flüstern (Worte voll) Bosheit. Keiner bringt ge-rechte Klagen vor, keiner hält ehrlich Gericht. Man stützt sich auf Nichtigkeiten und stellt haltlose Behauptungen auf; man geht schwanger mit Unheil und bringt Verderben zur Welt. Schlangeneier brüten sie aus und weben Spinn-gewebe. Wer von ihren eiern ißt, muß sterben; zerdrückt man eines, kriecht eine Natter heraus. Die Fäden, die sie spinnen, taugen nicht zu Gewändern, man kann sich nicht bekleiden mit dem, was sie erzeugen. Ihre Taten sind Taten des Unheils, Gewalttat ist in ihren Händen. Sie laufen dem Bösen nach, schnell sind sie dabei, unschuldiges Blut zu vergießen. Ihre Gedanken sind Gedanken des Unheils, Scherben und Verderben sind …
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#17   Leblhuber   21:45:26 | Montag, 21. April 2008
Lugo ist Hoffnung!
Lugo wird keine Wunder wirken können. Wenn er in diesem Sumpf von Korruption und Ausbeutung nicht vergisst, welche Ethik er repräsentiert, ist das schon Fortschritt genug.
Ich hoffe, man lässt ihn solange am Leben, dass er kleine Schritte zu mehr Gerechtigkeit setzen kann.
Dass hier auf kreuz.net Lugo als abgefallen bezeichnet wird, demaskiert allein die Betreiber!
Den Wahlsieg Lugos als Linksrutsch zu verunglimpfen, beweist nur, welche Ideologie von den Betreibern dieser Seite vertreten wird.
Dazu passen auch die ungebremsten Nazi-Stimmen, die sich hier zunehmend breit machen.
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#16   bonifatius   21:30:40 | Montag, 21. April 2008
Glückwünsche
Möchte dem Land und den Menschen alles Gute wünschen und hoffen, daß die christliche Soziallehre ohne Kalaschnikow etwas zum Tragen Kommt.
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#15   Gotthard   18:55:03 | Montag, 21. April 2008
abgefallen …?
was bitte schön soll ein „abgefalener Bischof“ sein? Dieser Mann hat sein Bischofs- und Priesteramt niedergelegt, um seinem Volk auf andere Art zu dienen…
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#14   Tonski   18:43:00 | Montag, 21. April 2008
Abgefallener Bischof
Ich kann dem Artikel von „fuente“ nur aus ganzem Herzen zustimmen. Ohne die Hintergründe der vita des neuen Präsidenten zu kennen, erscheint mir Eure Kritik doch sehr lieblos!
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#13   Fuente   17:48:14 | Montag, 21. April 2008
Da kann man nur gratulieren!
Gratulieren, dass sich in einem Land mit einer korrupten Justiz, bei der per Gesetz die Schuld und nicht die Unschuldsvermutung gilt, bei unvorstellbar großen Ländereien in Privatbesitz(die oft brach liegen) und gleichzeitig Massen von landlosen Campesinos, in einem Land in dem ohne Bestechung nichts geht, in einem Land, dass seit 61 Jahren von einer Partei beherrscht wird, die ihren Gegnern Freiflüge aus 1000 Metern Höhe (ohne Fallschirm) schenkte, folterte, ohne Gerichtsbeschlüsse einsperrte, hunderttausende ins Ausland vertrieb und Wahlen mit Manipulationen und Drohungen gewann, sich endlich etwas ändert!
Da hat es diesmal also nicht geholfen den Armen Werbetshirts und andere kleine Aufmerksamkeiten kurz vor der Wahl zu schenken und den Putschisten General Oviedo gerade noch rechtzeitig aus der Haft zu entlassen, um Lugo noch einige Stimmen abzujagen.
Die Menschen in Paraguay haben eine andere Politik verdient. Und wenn es niemanden sonst gibt, der soetwas auf die Beine stellen kann, dann eben ein Bischof. Ich sehe das nicht als „Abfall“, der Mann ist ja schließlich nicht in die „Moon Sekte“ oder dgl. eingetreten.Er ist weiterhin katholisch. Und wenn er als Präsident mehr im Sinne der kath.Soziallehre bewegen kann, als als Bischof, dann seis drum.Man muss auf sein Gewissen hören.Ich bin gewiss, dass dieser Präsident den Slum der in Asuncion direkt hinter seinem schmucken Regierungssitz am Rio Paraguay beginnt, nicht ignorieren wird, wie seine Vorgänger.
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#12   sexychrist   17:26:18 | Montag, 21. April 2008
Hier über einen abgefallenen Bischof lästern…
… und an anderen Stellen einen der Kirche verwiesenen Sektenführer und einen „Ex-Priester“ hochleben lassen…
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#11   Peter-Pan   16:59:43 | Montag, 21. April 2008
@Benedikt
Ich weiß nicht recht, was ich von diesr ganzen Sache halten soll. Mein erster Eindruck ist, dass dies kein Wechsel zum Schlechten ist (was – zugestanden – auch nur schwer möglich gewesen wäre).
Anderseits, folgt man der kreuz.net-Terminologie, kann es kaum etwas Schlimmeres als einen „abgefallenen“ Bischof geben, der zudem noch einem Mitte-Links-Bündniss vorsteht (und auf kreuz.net ist links noch schlimmer als schwul [und wir wissen wie schlimm das auf kreuz.net ist]).
@Parmenas
Man kann nur hoffen, daß er Paraquai mit harter Hand regieren wird und Wohlstand schafft, indem er den gesamten Reichtum enteignet und an die Armen verteilt.
Wow, das ist ja mal ein unerwartet linker Standpunkt. Aber auch wenn eine Menge Privilegien gestrichen und aller Korruption ein Riegel vorgeschoben werden muss, dass ginge zu weit und würde tatsächlich mehr Schaden als nutzen anrichten.
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#10   Benedikt   16:44:13 | Montag, 21. April 2008
@ Kurt K.
Welche Qualifikation sollte das sein und warum meinen Sie, dass man in einem Autokratenstaat wie Paraguay Kandidaten wie Sand am Meer hat?
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#9   Kurt K.   16:02:18 | Montag, 21. April 2008
Die Frage ist:
Ist das jetzt gut oder schlecht, dass ein ehemaliger Bischof Präsident wird… ?
Ich bin da geteilter Ansicht. Zunächst mal ist ein Wechsel bestimmt nicht verkehrt.
Aber man hätte sich schon jemanden mit einer besseren Qualifikation suchen können.
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#8   Gotthard   14:23:42 | Montag, 21. April 2008
Gottes Segen …
… für den neuen Präsidenten. Hoffentlich werden die Erwartungen der Menschen in ihn nicht enttäuscht.
Die katholische Soziallehre und die Befreiungstheologie mögen ihm Richtschnur für sein Handeln sein – natürlich neben der Frohen Botschaft.
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#7   20mancro5 †   14:19:34 | Montag, 21. April 2008
@ExBochumer
Na klar dann hättet ihr was worüber man sich das Maul zerreissen kann.Stimmts?.
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#6   ExBochumer †   12:41:23 | Montag, 21. April 2008
Schade eigentlich.
Als „First Lady“ hätte ich mir eine Konkubine des abgefallenen Bischofs erwartet.
;-)
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#5   Horst Metzker   12:31:43 | Montag, 21. April 2008
Freue mich schon auf die Diskussionen,
denn gleichwohl noch nie einer der ewig besser Wissenden in den Ländern war, über die berichtet wird, wissen die „Wissenden“ Idioten alles.
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#4   stimme der vernunft †   11:38:01 | Montag, 21. April 2008
in Paraguay…
… ist der Nepotismus Staatsdoktrin.
Wer da nicht mitmacht, kommt auf keinen grünen Zweig
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#3   Sozialkatholisch   11:26:27 | Montag, 21. April 2008
Ganz ohne Reiche
war noch nie ein Land und wird es wohl auch nie sein.
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#2   Ansgar   11:12:47 | Montag, 21. April 2008
@ Parmenas
Das von Ihnen vorgeschlagene Modell endet regelmäßig damit, daß am Ende wirklich alle gleich sind – nämlich alle arm, und das Land ruiniert.
War es nicht so, daß für Paraguay eine moderate Diktatur das passende Staatsmodell war?
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#1   Parmenas   10:40:53 | Montag, 21. April 2008
Man kann nur
hoffen, daß er Paraquai mit harter Hand regieren wird und Wohlstand schafft, indem er den gesamten Reichtum enteignet und an die Armen verteilt.
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