15:40:29 | Dienstag, 22. April 2008
Aufgrund des bischöflichen Ausverkaufs in der Glaubens- und Sittenlehre, ist die kirchliche Glaubwürdigkeit in Österreich hinter jene der politischen Parteien und Mediengeschäftsleute abgesunken.

In den USA beteiligen sich selbst
Bischöfe bei Gebetsvigilien und Demonstrationen gegen die Kinderabtreibung.
(kreuz.net, Piberegg) Am 11. März antwortete der Bischof von Graz-Seckau und stellvertretende Vorsitzenden
der österreichischen Bischofskonferenz, Mons. Egon Kapellari, über seinen Sekretär dem steirischen
Diplomingenieur Andreas Kirchmair.
Kirchmair, seit 20 Jahren ehrenamtlich in der Kirche tätig, war von
2003 bis 2006 Vorsitzender des ‘Diözesankomitees katholischer Organisationen’ in der Steiermark und ist
seit Jahren ein scharfer Kritiker der anpasserischen bischöflichen Haltung in der Frage der Kinderabtreibung.
Mitte März brachte Kirchmair
an die Öffentlichkeit, daß Mons. Kapellari während eines Vortrages erklärt
hatte, „kein Abtreibungsschnüffler“ zu sein.
In der Folge stritt der Bischof diese Aussage prompt ab.
Darum hat Kirchmair in seiner jüngsten Presseaussendung noch einmal nachgelegt.
Kirchmair wörtlich:
„In Österreich hat sich seit langem eine stille, teilweise öffentlich geförderte Kindestötungsindustrie
etabliert.“
Kinderleichen würden nicht einmal begraben, sondern teilweise als menschlicher Rohstoff
mißbraucht oder als Sondermüll entsorgt.
Der Druck der Gesellschaft auf schwangere Frauen, abzutreiben
sei immens: „Ein Großteil der Gynäkologen und viele im Gesundheitsbereich Tätige waren schon an Abtreibungen
beteiligt.“
Bürgerrechte und Meinungsfreiheit würden bei Lebensschützern immer weiter eingeschränkt.
Der ‘Oberste Gerichtshof Österreichs’ sehe behinderte Menschen als „Schaden“.
Kirchmair erklärt, daß
die staatlich geförderte Kindestötung ein geltendes UN-Recht ist: „Wir leben daher in keinem Rechtsstaat
mehr, selbst wenn sich viele Katholiken und Hirten damit arrangiert haben.“
Bischof Kapellari korrigiert
den PapstIn seiner Stellungnahme erklärt Kirchmair, daß Bischof Egon Kapellari von Graz bereits früher
die gesetzliche Regelung zur Kindestötung mit all ihren Begleiterscheinungen öffentlich verteidigt habe.
Der Lebensschützer zitiert dazu eine Behauptung des Bischofs, wonach „Kriminalisierung in der Frage
der Abtreibung kein gangbarer Weg“ sei. Der Bischof hätte damit logischerweise auch die „Kriminalisierung
durch Exkommunikation“ der vorgeburtlichen Kindertötung im Rahmen der eigenen kirchlichen Lehre (Evangelium
Vitae) abgelehnt.
Diese Widersprüchlichkeit und Doppelbödigkeit habe Abtreibungslobbyisten in Österreich
und im Europarat
in ihrem Tun geradezu bestärkt.
Ein führender Journalist nannte diese Haltung in der
Zeitung ‘Die Presse’ das „Appeasement der österreichischen Kirche mit der Abtreibung“.
Mons. Kapellari
habe sogar den Papst nach dessen Hofburg-Rede während seines Österreichbesuchs im vergangenen September
korrigiert: „Die Äußerungen des Papstes seien nicht als Einmischung in die bestehende Rechtsordnung
des Landes zu deuten“ – erklärte der Bischof damals.
Auch zu Begräbnissen dieser Kinder oder Gedenkstätten
auf Friedhöfen sei Bischof Kapellari bisher nicht bereit, angeblich um den „sozialen Frieden“ in Österreich –
Kirchmair nennt es die „Mauer des Schweigens“ – nicht zu gefährden.
Obwohl in Österreich jährlich
rund 60.000 bis 80.000 Kinder bei Abtreibungen getötet werden, tue der Bischoff und die Amtskirche so,
als ob sie das nichts anginge.
Die Allianz der Amtskirche mit dem Abtreibungsstaat
Kirchmair erinnert in seiner Medienaussendung an den
Seligen Franz Jägerstätter, der 1938 unter der
Wahlempfehlung der österreichischen Bischöfe für die National-Sozialisten sehr gelitten habe.
Er sieht
eine klare Parallele zur heutigen Allianz der Amtskirche mit dem gegenwärtigen Abtreibungsstaat.
Die
Tatsache, daß Bischöfe immer noch glaubten, sie könnten gleichzeitig beide, die staatlichen Gesetze
zur Förderung der Kindestötung und das Evangelium des Lebens verteidigen, führe zu einer katholischen
Schizophrenie. Das Ergebnis sei ein stetiger Verlust an persönlichem Vertrauen und an gesellschaftlicher
Glaubwürdigkeit.
Der Lebensschützer verweist auf eine Erhebung der ‘Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft’
vom Dezember 2007, wonach das Vertrauen der Österreicher in die Glaubwürdigkeit der Kirche mittlerweile
sogar unter den miserablen Wert der Parteien und Medien abgesunken ist.
Angepaßte LehreFührende Vertreter
der steirischen Amtskirche hätten sich von der kirchlichen Lehre abgewandt und ihre eigene, angepaßte
und kraftlose Lehre zum Lebensschutz Ungeborener entwickelt.
Darum sei die Diözese Graz-Seckau beim
Lebensschutz heute gelähmt und de facto wirkungslos:
„Wer diese Mißstände verschweigt, macht sich
mitschuldig“ – so Kirchmair: „Denn jeder Tag des Zuwartens kostet in Österreich täglich rund zweihundert
Ungeborenen das Leben.“
Kirchmair ist überzeugt, daß die Mauer des Schweigens und der Lüge um die
Kinderabtreibungen, die leider bis in die Kirche reiche, fallen wird.
Abschließend spricht er sich für
eine rasche päpstliche Visitation der Diözese Graz-Seckau aus, „um jene tiefgreifende Umkehr beim Lebensschutz
einzuleiten, welche Kirche und Gesellschaft nachhaltig erneuern wird“.
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