Frauenordination
Es ist höchste Zeit für das Diakoninnenamt – mit Ausrufezeichen
Ende April feiert der ‘Katholische Deutsche Frauenbund’ in Deutschland zehn Jahre „Tag der Diakonin“ und fordert die Einführung des sakramentalen Diakonats für Frauen. Kronzeuge dafür: Papst Johannes Paul II.
Seit die Anglikaner Frauen ordinieren, wollen die Männer nicht mehr.
Seit die Anglikaner Frauen ordinieren, wollen die Männer nicht mehr.
© Rich Bee, CC
(kreuz.net, Köln) Am 29. April jährt sich nach Angaben des deutschen ‘Katholischen Deutschen Frauenbundes’ der „Tag der Diakonin“ zum zehnten Mal.

Der Frauenbund hat auf Karteiebene rund 220.000 Mitglieder.

Der „Tag der Diakonin“ wurde von dem Verein im Jahr 1998 ins Leben gerufen, um angebliche „diakonale Dienste von Frauen“ anzuerkennen.

Der 29. April wurde gewählt, weil es sich um den Todes- und Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena – die mit einem Diakonat der Frau nichts am Hut hatte – handelt.

Sich aktiv für eine angebliche „Geschlechtergerechtigkeit“ in Politik, Kirche und Gesellschaft einsetzen sei das Anliegen des Frauenbundes – sagte die Präsidentin des Frauenbundes, Ingrid Fischbach, anläßlich des Festtages:

„Den Gedenktag feiern wir nun zum zehnten Mal in der Zuversicht, daß sich auch die Bischöfe und der Papst dazu bewegen lassen, neue und notwendige Wege zu gehen“- so die Präsidentin:

„Gut achtzig Prozent aller diakonischen Aufgaben in der Kirche werden bereits von Frauen geleistet. Es ist höchste Zeit, daß die römisch-katholische Kirche den sakramentalen Diakonat für Frauen anerkennt und damit auch diejenigen Frauen eine Weihe erhalten, die sich speziell auf das Diakoninnenamt vorbereitet haben.“

In zwei Diakonatskreisen, von 1999 bis 2002 und von 2003 bis 2006, haben bislang 23 Frauen – im vorauseilenden Gehorsam – eine Schulung erhalten, die der Ausbildungsordnung für männliche Diakone entspricht.

Sie engagieren sich in bis zu sechzig pastoralen Diensten wie zum Beispiel in Wortgottesdienstfeiern, bei der geistlichen Begleitung von Ausgegrenzten oder bei der „Trauerarbeit“.

Organisiert wird die Ausbildung durch eine Vereinigung die sich „Netzwerk Diakonat der Frau“ nennt und vom Frauenbund mitgetragen wird.

„Daß Frauen seit zehn Jahren im Rahmen des Netzwerks ausgebildet und geistlich begleitet werden, sollte allen Verantwortlichen in der Kirche großen Respekt abfordern“ – erklärte Claudia Nietsch-Ochs, die sich als „Geistliche Beirätin“ des Frauenbundes auf Bundesebene bezeichnet.

Dies sei sehr mutig, gerade weil die Forderung nach der Zulassung von Frauen zur Diakoninnenweihe „seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil“ vom Vatikan noch „ungehört“ angeblich im Raum stehe:

„Es verwundert nicht, daß vor mehr als zehn Jahren auf einem theologischen Fachkongreß in Stuttgart die Vorstellung eines Netzwerkes für Frauen ein großes Echo gefunden hat“ – so Frau Nietsch.

Der altliberale Tübinger Dogmatiker, Hw. Peter Hünermann, selber Mitbegründer des „Netzwerkes Diakonat der Frau“, habe immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen, die pastoralen Dienste neu zu ordnen und zu „professionalisieren“.

Die Zulassung von Frauen zum Diakonat würde „einen großen Impuls“ auslösen, glaubt Hw. Hünermann.

Im Vorwort einer Dokumentation zu einem theologischen Fachkongreß im Jahr 1997 in Stuttgart erläuterte Hw. Hünermann, daß sich die Teilnehmer „einig“ gewesen seien, daß die Argumente der Kritiker gegen die Zulassung von Frauen zum Diakoninnenamt angeblich auf kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen basierten, die nicht mehr gegeben seien und von der katholischen Kirche ausdrücklich zurückgewiesen worden seien.

Papst Johannes Paul II. habe die Leugnung der realen Gleichberechtigung der Frau sogar als eine strukturelle Sünde bezeichnet.

„Im Rückblick auf die biblische und kirchliche Geschichte ist das meiste gesagt und bedacht. Bis ins 12. Jahrhundert hat es Diakoninnen in der Kirche gegeben – diese Tradition ist unbestritten“ – behauptet Frau Nietsch.

Notwendig sei jedoch der Blick nach vorn: Die „sozialen Gesellschaftsstrukturen“ müßten dringend neu geordnet und bewertet werden.

In der katholischen Kirche seien Frauen heute in vielfältiger Weise diakonisch tätig: „Die sakramentale Einbeziehung der Frauen in alle kirchlichen und diakonischen Strukturen, auch als geweihte Diakoninnen, wäre ein starkes, sinnvolles und notwendiges Zeichen für die Zukunft“ – glaubt Frau Nietsch.
      
13 Lesermeinungen
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#13   Reformeifer2008   15:59:43 | Donnerstag, 2. April 2009

so ein Deppenhaufen !
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#12   bonifatius   21:16:59 | Donnerstag, 24. April 2008
@Alkuin-Freiburg
Freiburg ist besonders fortschrittlich, dia schaffen sogar noch das Zölibat ab – bei dem Bischofkracher!
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#11   Colombe de la paix   20:48:19 | Donnerstag, 24. April 2008
Es ist höchste Zeit für das Diakonnenamt!
Alle Befürworter sollten zu den Protestanten
konvertieren. Dort finden sie alles , was sie fordern.
Pastorinnen , Ehe usw.
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#10   Alkuin   19:47:24 | Donnerstag, 24. April 2008
DiakonInnen ?
Für das sog. „Frauen Diakonat“ macht sogar das Referat für Ständige Diakone der Erzdiözese Freiburg Werbung: www.diakontakt-fr.de www.diakontakt-fr.de/ (klicke auf Diakonat.de und da sind sie unser „DiakonInnen“.)
Die Homepage hat sogar die passende protestantische Farbe!
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#9   Hyazinth   18:21:11 | Donnerstag, 24. April 2008
Ich weiß
garnicht wieso sich alle hier aufregen bzw. den Kopf zerbrechen. Die Situation ist doch klar: die Kirche kann nichts tun, wozu sie nicht von Christus beauftragt und befähigt wurde. Selbs wenn ein Bischof bei einer Frau getreu dem Caeremoniale Episcoporum die Weihe vornimmt mit allem was dazugehört (Intention-Materie-Form), ist sie keine Diakonin, da die Kirche nicht die Macht dazu hat, da sie diese Fähigkeit nocht nie besessen hat und ergo auch von Christus bzw. den Aposteln nicht beauftragt wurde. Das ist der natürliche Traditionsbegriff, den auch Vat. II so definiert. Die können weihen wie sie wollen, gültig ist es nicht (selbst wenn es erlaubt wäre)!
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#8   sexychrist   14:36:05 | Donnerstag, 24. April 2008
@ Sixtus
Ita est! (um auch mal was lateinisches hier reinzuwerfen)
Die Bildunterschrift ist genauso schwachsinnig. Männer geben nicht ein Amt auf, nur weil auch Frauen dazu zugelassen sind! Außerdem: Wenn mehr Frauen das Amt ergreifen, als Männer abgeschreckt werden, dann ist doch alles gut!
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#7   Alkuin   14:24:52 | Donnerstag, 24. April 2008
„notwendige Wege“
heißt in Emanzi -Newspeak nur ihren Weg und kein andere. Notwendig ist, dass was sie bestimmen.
„Gut achtzig Prozent aller diakonischen Aufgaben in der Kirche werden bereits von Frauen geleistet.“
Und 100% alle Schwangerschaften und Geburten! Da werden die Männer erbarmungslos diskriminiert!!!
Es kommt was kommen musste, Frauen haben sich Jahre lang auf das Diakonat vorbereitet, wohl wissend, dass es kein Diakonat der Frau gibt oder geben kann. Jetzt kommen sie und bläken, dass sie nicht geweiht werden können obwohl sie sich sooooooooo lange vorbereitet haben.
„Papst Johannes Paul II. habe die Leugnung der realen Gleichberechtigung der Frau sogar als eine strukturelle Sünde bezeichnet.“
Diese Haltung hatte JPII niemals in Bezug auf die Weihe von Frauen bezogen, ein totaler Verfälschung eine Aussage.
„Bis ins 12. Jahrhundert hat es Diakoninnen in der Kirche gegeben – diese Tradition ist unbestritten“
Diese Unfug kann die Frau Nietsch Millionen mal wiederholen und es wird trotzdem nicht wahr. Hierzu gibt es kein einzigen Beleg für sakramentaler Frauen Diakonat.
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#6   Sixtus   14:23:51 | Donnerstag, 24. April 2008
Wo ist das Problem?
Schon im Römerbrief erwähnt der hl. Paulus ganz selbstverständlich die Diakonin Phoebe aus Kenrea, die maskuline Form „diakonos“ deutet wohl auf das Amt hin, ebenso viele altkirchliche Zeugnisse v.a. aus dem Osten. Ich frage mich ernsthaft, ob die spätere Verdrängung der Frauen aus dem Diakonat letztlich nicht Modernismus ist. ;-) Sollte nicht die Ur- und die Alte Kirche die Norm für uns sein (anstatt dieses Pseudo-Traditionalismus aus dem 19. Jahrhundert?). Vielleicht sind die „Traditionalisten“ dieses Forums aufs Ganze gesehen manchmal modernistischer als ihnen bewusst ist…
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#5   RJH   13:31:11 | Donnerstag, 24. April 2008
Dann aber bitte grundsätzlich
alle Diakone und „Diakoninnen“ zum Zölibat verpflichten!!!
Ansonsten: Wehret den Anfängen. Keine Frauenordination!
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#4   Jean   10:57:25 | Donnerstag, 24. April 2008
dreigliedriges Weiheamt
Konrad irrt mit seinen Schlussfolgerungen. Wenn die Priesterweihe als 2. Stufe des einen einzigen Weiheordo gültig nur Männern gespendet werden kann, dann gilt das für das gesamte Weiheamt auf allen drei Ebenen. Das müsste seit dem Vat II bzw. dem Wegfall aller nichtsakramentaler „Weihen“ noch klarer geworden sein, als es ohnehin schon war.
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#3   Konrad   10:47:00 | Donnerstag, 24. April 2008
Richtig!
Und Papst Johannes Paul II. hat in „Ordinatio sacerdotalis“ vom Pfingstfest 1995 ausdrücklich nur von der Priesterweihe gesprochen, eine Entwicklung in der Frage des Frauendiakonates also ganz bewusst offen gelassen.
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#2   Tridentinus   10:32:47 | Donnerstag, 24. April 2008
Diakonie ist grösser als der sakramentale Diakonat
Zu diakonischem Handeln sind alle Christen berufen aufgrund des Gebotes der Nächsten- und Feindesliebe. Alle Christen, Männer und Frauen, sollen auf der sakramentalen Grundlage von Taufe und Firmung die geistlichen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit üben. Diakonisches Tun hat seine eigene sakramentale Verwurzelung und braucht nicht eine zusätzliche diakonale Klerikalisierung.
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#1   Bruder Theophil   10:27:33 | Donnerstag, 24. April 2008
Immer wieder gut, das Thema…
…insbesondere zur allgemeinen Erheiterung.
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