Wiedergeburt aus Christi Blut + Teufelsaustreiber + Explosion der klerikalen Unzucht + Entwürdigend aber unverbindlich + Bischof als Drogenschmuggler
Wiedergeburt aus Christi Blut
Vatikan. Gestern wurde in der Kapelle des Apostolischen Palastes die Messe
zum Abschluß der Fastenexerzitien der römischen Kurie gelesen. Papst Johannes Paul II. war aus Gesundheitsgründen
durch den Staatssekretär, Kardinal Angelo Sodano, vertreten. Am Ende der Messe verlas sein Stellvertreter,
Mons. Leonardo Sandri, eine Botschaft des Papstes, die besonders an den diesjährigen Exerzitienmeister,
Mons. Renato Corti (Bild), der Diözesanbischof in Novara ist, gerichtet war. Der Heilige Vater bedankte
sich darin für die Tage der geistlichen Sammlung. Er wies darauf hin, daß das in den vergangenen Tagen
meditierte Thema, „Die Kirche im Dienst des Neuen und ewigen Bundes“ besonders auf das Geheimnis der Eucharistie
verweise. Die Kirche – so der Papst – lebe aus der Eucharistie und werde aus dem Blut Christi geboren.
Sie ziehe aus ihm die Kraft für die tägliche Hingabe an die Aufgaben, die mit der Verkündigung des
Evangeliums verbunden seien.
Teufelsaustreiber
Italien. Gegenwärtig findet an der römischen Universität
Regina Apostolorum, die von den „Legionären Christi“ geführt wird, ein Seminar unter dem Titel „Exorzismus
und Befreiungsgebet“ statt. Die „Legionäre Christi“ sind eine stark expandierende Ordensgemeinschaft,
die 1941 in Mexiko gegründet wurde. Hauptziel der Lehrveranstaltung ist, den Unterschied zwischen einer
satanischen Besessenheit und einer möglichen psychischen Krankheit zu verstehen. Studiert wird anhand
liturgischer Vorlagen, der Heiligen Schrift und mit Hilfe von Praxisberichten. Aufgrund der großen Nachfrage
wird der Kurs demnächst auch in einwöchigen Blockseminarien angeboten.
Explosion der klerikalen Unzucht
USA. Am Freitag legte die US-amerikanische Bischofskonferenz in Washington einen Bericht über sexuelle
Unzucht bei Priestern vor. Bei den Opfern handelt es sich meist um Knaben zwischen 10 und 14 Jahren. Nach
dem Bericht wurden im vergangen Jahr 1.029 neue Anschuldigungen gegen Priester, die sich vor Jahrzehnten
zugetragen haben, bekannt. Die mit Abstand meisten Vorwürfe stammen aus den Jahren 1965-1974, dem Zeitraum
der Einführung der Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils. Rund drei Viertel der beschuldigten Priester
und Diakone sind bereits verstorben, laisiert oder wurden noch vor Aufkommen der Anschuldigungen ihres
Amtes enthoben.
Entwürdigend aber unverbindlich
USA. Die Vereinten Nationen haben am Freitag nach einer
vierjährigen Debatte eine Erklärung angenommen, die ein weltweites vollständiges Klonverbot vorsieht.
Demnach soll nicht nur das reproduktive Klonen von Menschen verboten werden, sondern auch das sogenannte
therapeutische Klonen, welches auf Kosten von Kinderzellen zur Heilung gewisser Krankheiten angewandt
wird. Der Antrag, der mit 71 zu 35 Stimmen angenommen wurde, war vom mittelamerikanischen Staat Honduras
eingereicht worden. Er stellt eine dringende Empfehlung an seine Mitgliederstaaten dar, ist jedoch nicht
bindend. Demnächst wird er der UNO-Vollversammlung zur Abstimmung vorgelegt. Neben dem Klonverbot sieht
die Deklaration einen Schutz vor der Ausbeutung der Frau vor. Besonders aus Frauen in armen Ländern würden
oft große Mengen von Eizellen entnommen. Für das Klonen sind weibliche Eizellen notwendig, die anschließend
biotechnologisch manipuliert werden. Heftigen Widerstand gegen den Antrag leisteten Großbritannien, Belgien
und Singapur.
Bischof als Drogenschmuggler
Venezuela. Wie die spanischen Behörden am Samstag verlauten
ließen, wurde am vergangenen Donnerstag ein 67 jähriger als Bischof verkleideter Spanier in Venezuela
verhaftet. Angel Velasco Padilla – so der Name des Möchtegern-Bischofs – hielt unter seiner bischöflichen
Soutane neun Kilogramm Kokain versteckt. Das Rauschgift wurde auf dem Internationalen Flughafen in Maiquetia
sichergestellt. Valesco erklärte gegenüber den Autoritäten, er gehöre einer niederländischen Diözese
an und wäre wegen einer Konferenz nach Venezuela gereist. Die katholische Kirche kennt keinen unter seinem
Namen registrierten Bischof und ist sich auch sonst keiner Verbindungen mit dem internationalen Drogenhandel
bewußt.
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1 Lesermeinung
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#1 Yersinia 01:56:44 | Donnerstag, 24. Februar 2005
„Die mit Abstand meisten Vorwürfe … Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils.“ Wie da immer wieder
Zusammenhänge konstruiert werden, ist sagenhaft. Bei den ganzen Gespinsten bitte nicht vergessen, dass
die Betreffenden ganz offensichtlich vor dem Konzil ausgebildet und geweiht wurden. –