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Freitag, 25. April 2008 18:27
Verschwörung gegen die Alte Messe?
Zuerst wurde ein vom Apostolischen Nuntius in Deutschland zelebriertes Pontifikalamt im Alten Ritus angekündigt. Es hätte in Augsburg stattfinden sollen. Doch dann wurde es plötzlich abgesagt – obwohl der Nuntius durchaus anwesend gewesen wäre.
Alte Messe in Augsburg auf dem Kongreß der 'Kirche in Not'
Alte Messe in Augsburg auf dem Kongreß der ‘Kirche in Not’
(kreuz.net, Augsburg) Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, hätte im Rahmen des ‘Kongresses Weltkirche’ am Samstag, dem 12. April ein Pontifikalamt im Alten Ritus zelebrieren sollen.

Der Kongreß wurde von dem internationalen katholischen Hilfswerk ‘Kirche in Not’ organisiert.

Die Altgläubigen waren zum angesagten Termin bereits in die Augsburger Basilika St. Ulrich und Afra geströmt.

Doch kurz vor 9.00 Uhr trat ein Ministrant an das Lesepult und verkündete den verdutzten Gottesdienstteilnehmern, daß Erzbischof Périsset angeblich verhindert sei und das Pontifikalamt nicht halten könne.

Stattdessen würden Mitglieder der Priesterbruderschaft St. Petrus ein levitiertes Hochamt zelebrieren.

Diese Nachricht kam überraschend, weil Nuntius Périsset sowohl am Freitag abend als auch am Samstag vormittag nach der abgesagten Messe im Kongreßzentrum anwesend war.

Die wahren Gründe für die Absage wurden bis heute nicht bekannt.

Verschwörung der Bischöfe?
Inzwischen spekulieren Beobachter über eine mögliche bischöfliche Verhinderungspolitik, die zur Absage des Pontifikalamts geführt haben könnte.

Altgläubige befürchten, daß Bischof Walter Mixa von Augsburg oder die deutsche Bischofskonferenz Druck auf den Nuntius ausgeübt haben.

Es gibt sogar Stimmen, die erklären, daß es in Deutschland ein stillschweigendes Abkommen gibt, wonach kein amtierender Bischof des Landes im Alten Ritus zelebrieren darf.

Auch das Internetportal ‘summorum-pontificum.de’ stellt am vergangenen Donnerstag die Frage, warum in Deutschland nur emeritierte Weihbischöfe im Alten Ritus zelebrierten.

Das Portal nennt als Beispiel eine altgläubige Firmung, die morgen, Samstag, von dem emeritierten Weihbischof Friedrich Ostermann (75) in Münster gespendet wird.

‘Summorum-pontificum.de’ bedauert auch, daß solche Termine nie – weder über Pressemitteilungen und noch über die Webseiten der Bistümer – bekanntgemacht werden.

In Augsburg darf nicht einmal die wöchentliche Alte Messe des emeritierten Weihbischof Maximilian Ziegelbauer (84) im Dom öffentlich angekündigt werden.

Die Messe wurde dem Weihbischof nur unter der Auflage genehmigt, daß sie nicht im Gottesdienstanzeiger der Domkirche stünde.

Altgläubige sind somit gezwungen, sich über private Initiativen im Internet zu informieren.

Photos von der Alten und der byzantinischen Liturgie am Kongreß in Augsburg
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 84 Lesermeinungen:
Sonntag, 27. April 2008 23:26
Libertas Ecclesiae: @ Gotthard
Das ist ja alles ganz interessant, aber warum muss man immer ein Problem machen, wenn es um den alten Ritus geht? Bei Biker-Gottesdiensten und Karnevalsmessen geht das ohne Schwierigkeiten, auch wenn hier manches mehr als fragwürdig erscheint, und den Protestanten, Anglikanern, Muslimen und Hindus gewährt man Gastrecht in unseren Kirchen, ohne dass darum Aufhebens gemacht würde. Nur wenn es um die alte Messe geht und gar ein amtierender Erzbischof bzw. Nuntius diesselbe feiern möchte, dann gibt es in Deutshcland plötzlich tausend Schwierigkeiten. Wo ist eigentlich das Problem?
Sonntag, 27. April 2008 22:50
Gotthard: @Graf von Galen
also: der Nuntius ist nicht der Oberaufseher über die Bischöfe.
Die Bischöfe als Nachfolger der Apostel leiten die ihnen anvertraute Kirche – in Gemeinschaft mit dem Bischofskollegium und dem Bischof von Rom.
Der Nuntius hat zunächst keinerlei Rechte in einem Bistum. Ich denke, er muss zur Zelebration das Einvernehmen des Ortsbischofs einholen – wie jeder Bischof, wenn er in einem fremden Bistum aktiv wird – und wir wohl jeder Pfarrer, wenn er in einer fremden Pfarrei aktiv werden will.
Selbst der Bischof von Rom braucht eine Einladung, um auf dem Territorium eines fremden Bistums aktiv zu werden.
Sonntag, 27. April 2008 22:41
Graf von Galen: Wider VII, vetus ordo
Das wäre aber ein Armutszeugnis, wenn sich der Nuntius
von den Deutschen Bischöfe vorschreiben ließe, ob er
im ordentlichen oder außerordentlichen Ritus zelebriert.
Sonntag, 27. April 2008 07:15
Libertas Ecclesiae: @ Gotthard
es gibt keinerlei Unterschied zwischen einer Messe, der ein ganz junger Vikar vorsteht und einer Messe, der der Papst vorsteht.

Wenn es keinen Unterschied gibt, dann verstehe ich erst recht nicht, warum der Apostolische Nuntius, ein Erzbischof, nicht zelebrieren durfte.

Sie verwechseln hier (absichtlich?) die Ebenen: Natürlich macht es substantiell – vom Wert der Messe her – keinen Unterschied, ob der Papst oder ein ganz junger Vikar die Eucharistie feiert. Allerdings ist es vom Grad der Feierlichkeit und von der Signalwirkung nach außen keineswegs nebensächlich und von nicht zu unterschätzender Bedeutung, ob nujpontifiziert wird oder nicht. Die Pontifikalämter im Novus Ordo und im byzantinischen Ritus wurden bei dem Kongress schließlich auch nicht abgesagt. Warum also diese diskriminierende Behandlung Ungleichbehandlung gegen die außerordentliche Form?

Übrigens: Ihre Redeweise „der Messe vorstehen“ ist protestantischen Ursprungs. Ein Priester steht nicht einfachhin der Messe vor, er bringt kraft seiner Weihe in persona Christi das Opfer dar.
Sonntag, 27. April 2008 01:44
iustus: Lieber HvO
Die Direktiven, die Rom in vielen Bereichen ausgibt verstossen gegen den Glauben. In der Konkurrenzsituation unverfälschter Glaube und Gehorsam muß man sich für den unverfälschten Glauben entscheiden, da der eingeforderte Gehorsam ja erkennbar ungerecht ist. Man kann sich nicht auf den Gehorsam berufen, da dem kirchlichen Untergebenen ein befohlener Unglaube als eigener Unglaube zuzurechnen ist, es sei denn man ist absolut ahnungslos. Bei einem einzelnen Befehl mag man das in Einzelfällen andes sehen können, hier wird aber eine Haltung abverlangt, die mit dem Glauben nicht vereinbar ist, im eigentlichen Sinn ein „Unglaube“. Da kann es keine Kompromisse geben.

Exakt die Argumentation vieler Modernisten …
Samstag, 26. April 2008 22:09
das können Sie freilich so sehen, ich halte das jedoch für objektiv unrichtig. Für mich ist das was das vom Glauben abgefallene Rom mit den Gläubigen macht eine Mischung aus Befehlsnotstand und Nötigungsnotstand. Die Direktiven, die Rom in vielen Bereichen ausgibt verstossen gegen den Glauben. In der Konkurrenzsituation unverfälschter Glaube und Gehorsam muß man sich für den unverfälschten Glauben entscheiden, da der eingeforderte Gehorsam ja erkennbar ungerecht ist. Man kann sich nicht auf den Gehorsam berufen, da dem kirchlichen Untergebenen ein befohlener Unglaube als eigener Unglaube zuzurechnen ist, es sei denn man ist absolut ahnungslos. Bei einem einzelnen Befehl mag man das in Einzelfällen andes sehen können, hier wird aber eine Haltung abverlangt, die mit dem Glauben nicht vereinbar ist, im eigentlichen Sinn ein „Unglaube“. Da kann es keine Kompromisse geben.
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