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Sonntag, 27. April 2008 18:17
Befruchtung – aber in welche Richtung?
Ein Kirchenrechtler, der selber im überlieferten Ritus zelebriert, ist der Meinung, daß man sich bei der Alten Messe schon bald auf Ministrantinnen und auf die Handkommunion freuen kann.
Handkommunion in der Alten Messe?
Handkommunion in der Alten Messe?
(kreuz.net) „So lobenswert es ist, daß nach Möglichkeit die Mundkommunion gespendet wird und daß keine Ministrantinnen eingesetzt werden, wenn die außerordentliche Form des Römischen Ritus zelebriert wird, so wenig ist das Ganze jedoch rechtlich abgesichert.“

Das erklärte nach Angaben der altgläubigen theologischen Zeitschrift ‘Una Voce Korrespondenz’ ein unter dem Lesernamen ‘turk’ agierender Kirchenrechtler in einer am 28. Februar 2008 auf dem Nachrichtenportal ‘kreuz.net’ abgegebenen Stellungnahme.

Beide Formen des Römischen Ritus’ unterstehen nach Leser ‘turk’ dem geltenden Gesetzbuch der lateinischen Kirche aus dem Jahr 1983.

Der Artikel in der aktuellen Una Voce Korrespondenz
Der Artikel in der aktuellen Una Voce Korrespondenz
Wo aber aufgrund des Kirchenrechts sowohl die Praxis der Handkommunion als auch der Einsatz von Ministrantinnen rechtmäßig eingeführt worden sei, gelte diese Erlaubnis grundsätzlich sowohl für den Neuen als auch für den Alten Ritus.

Zwar könne man „aus pastoralen Gründen“ und mit Rücksicht auf die Gläubigen auf den Einsatz von Ministrantinnen in der außerordentlichen Form verzichten.

Die Kommunionspendung dürfe jedoch keinesfalls verweigert werden, wenn eine „regional zulässige und würdig angedeutete Kommunionform“ praktiziert werde.

Die Konklusion von Leser ‘turk’: „Derzeit muß davon ausgegangen werden, daß das Recht des Empfängers auch in der außerordentlichen Form erhalten bleibt, sodaß in jenen Regionen, die rechtmäßig auch die Handkommunion kennen, diese auch nicht verweigert werden darf.“

Besonders scharf wendet sich ‘turk’ gegen „übereifrige“ Ministranten, die mancherorts „die Kommunionpatene so hinknallen, daß sich die Handkommunion erübrigte“. Ein solches „unpastorale Verhalten“ sei „nicht christlich“.

Die der traditionellen Liturgie verbundenen Gläubigen mahnt Leser ‘turk’, sowohl die Praxis der Handkommunion als auch den Einsatz von Ministrantinnen „zu tolerieren“.

Die ‘Una Voce Korrespondenz’ erklärt, daß sich hinter dem Pseudonym ‘turk’ ein derzeit in Eichstätt tätiger Priester verberge, der vom dortigen Diözesanbischof Gregor Maria Hanke mit der Umsetzung der im Motu proprio ‘Summorum Pontificum’ eröffneten Möglichkeiten betraut worden ist.

Die Zeitschrift sieht allerdings keinen unmittelbaren Grund zur Sorge: „Da der geltende Codex Iuris Canonici weder Handkommunion noch Ministrantinnen generell erlaubt und alle für den Bereich der Deutschen Bischofskonferenz geltenden Erlaubnisse vor der Veröffentlichung von ‘Summorum Pontificum’ ergangen sind, ist Leser ‘turk’ mit seinen brisanten Behauptungen eindeutig im Unrecht.“

Seit dem Erlaß von ‘Summorum Pontificum’ habe sich die Rechtslage grundlegend geändert.

Außerdem würden für die Feier der Alten Messe die im Missale Romanum von 1962 enthaltenen Rubriken gelten, denen zufolge sowohl Ministrantinnen als auch Handkommunion zweifelsfrei ausgeschlossen seien:

„Dennoch wird man künftig genauer darauf achten müssen, daß die von Papst Benedikt XVI. angeregte gegenseitige Befruchtung der beiden Formen des Römischen Ritus’ nicht von Karrieristen und Wichtigtuern wie ‘turk’ dazu mißbraucht wird, Praktiken zu etablieren, die dem Geist der klassischen Liturgie ebenso widersprechen wie den legitimen Bedürfnissen jener Gläubigen, die sich der klassischen Liturgie verbunden fühlen“ – so die ‘Una Voce Korrespondenz’ abschließend.

© Titelbild: Vernon Quaintance, traditionalcatholic.org.uk
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 109 Lesermeinungen:
Dienstag, 29. April 2008 12:18
r.ruhrgebietler: @Johannes Paul I. – Nachholbedarf
… den haben wohl jene, denen gesellschaftliches Ansehen im Sinn steht und mehr bringt, als die konsequente Nachfolge Jesu Christi. ER sagt es selber: wer mir folgen will verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Dem ist nichts hinzuzufügen.
Hingegen ist den Stufen der Ehrfurchtsbezeugung immer etwas hinzuzufügen. Es darf angenommen werden, daß nichts unterlassen werden darf um IHM, Gott, den zustehenden Respekt zu zollen. Die notwendigen Dinge sind hinlängst bekannt. Persönliche Bequemlichkeit und Anbiederung mit der Welt stehen den meisten im Weg um den schmalen und engen Weg Jesu Christi zu folgen – besonders sind die Kleriker davon betroffen. Sie stehen in der ersten Frontlinie; sozusagen als Vorbild für den gemeine Gläubigen. Ohne Vorbild keine Nachfolge. Aber haben die Kleriker Jesus Christus zum alleinigen Vorbild, warum folgen sie IHM nicht nach?
Dienstag, 29. April 2008 10:38
Sozialkatholisch: @ cantate
Das ist mal wieder viel zu einfach gedacht, zuerst einmal bin ich nur verpflichtet das zu glauben was die dogmatische Lehre der hl. Kirche ist, wenn ich zu jeden Pups aus Rom b3edingungslos Ja und Amen sagen müsste hätte ich unter JP II wohl schon die Kirche verlassen.
Was ist eigentlich mit den Papsttreuen die gültigen aber irrenden Päpsten gefolgt sind?
Kriegen die Dispens?
Außerdem hat der hl. Geist immer mal viel mehr und weniger in der hl. Kirche geweht, dies gilt für Klerus und Gläubige.
Damit hier keine Missverständnisse aufkommen, ich danke Gott für unseren guten Papst Benedikt und bitte inständig das er uns noch viele Jahre mit seinem brillanten Verstand und guter Gesundheit erhalten bleibt.
Dienstag, 29. April 2008 10:22
cantate: Wer behauptet, katholisch zu sein,
und gleichzeitig den Papst ablehnt ist genauso ein Sektierer wie allen anderen zuvor, die sich irgendein Gedankenkonstrukt zurechtgelegt haben, um ihren Ungehorsam gegenüber dem Nachfolger Petri zu rechtfertigen.

Wer seiner eigenen Brauchtumsverliebtheit mehr traut, als dem Heiligen Geist, der der Kirche für alle Zeiten zugesagt wurde, soll seine unveränderlichen Brauchtümer feiern wie und wo er will, katholisch ist deshalb nicht, auch wenn er dabei den Katholizismus des 19. Jahrhunderts haargenau nachspielen sollte.
Dienstag, 29. April 2008 09:12
Katholisch ist, wer mit Papst Benedikt XVI. sammelt und versöhnt

Das ist zu einfach zu einfach, sich dem Papst unterzuordnen ist zwar ein sehr wichtiges Kriterium um römisch/katholisch zu sein, aber erstens kein absolutes Kriterium und zweitens kein 100% heilssicheres!
Dienstag, 29. April 2008 08:40
Johannes Paul I.: Katholisch ist, wer mit Papst Benedikt XVI. sammelt und versöhnt
Selbstverständlich können wir von anderen christlichen Gemeinschaften oder Teilkirchen lernen, wenn es auch dort einen ehrfürchtigen Umgang im Heiligtum gibt. Bei Papst Benedikt gibt es keine „Inkohärenz“, sondern manche der Vordiskutanten müssen noch intensiver darüber nachdenken, wie sich beispielsweise die beiden Fürbitt-Texte gar nicht widersprechen, sondern gegenseitig auslegen. Aber wer nach dem x-ten Verlinkungshinweis „Sacramentum caritatis“ immer noch dem Jahr 2004 zuordnet, hat eben auch noch in der inhaltlichen Zusammenschau Nachholbedarf. Und wer meint hier ernstlich, daß sämtliche Handkommunikanten auf Ehrfurchtsgesten verzichten? Angesichts mancher Wortmeldungen liegt die Richtigkeit des päpstlichen Briefes an die Bischöfe auf der Hand: „Es ist wahr, daß es nicht an Übertreibungen und hin und wieder an gesellschaftlichen Aspekten fehlt, die in ungebührender Weise mit der Haltung jener Gläubigen in Zusammenhang stehen, die sich der alten lateinischen liturgischen Tradition verbunden wissen. Eure Liebe und pastorale Klugheit wird Anreiz und Leitbild für eine Vervollkommnung sein (…) Diese Rückschau legt uns heute eine Verpflichtung auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um all denen das Verbleiben in der Einheit oder das neue Finden zu ihr zu ermöglichen, die wirklich Sehnsucht nach Einheit tragen.
Dienstag, 29. April 2008 07:55
Krak des Chevaliers: stimme der vernunft: Anglikaner
Da muss ich Ihnen Recht geben: War selber oftmals bei anglikanischen „Messen“ zugegen und war jedesmal tief berührt vom ehrfürchtigen Umgang mit dem Abendmahl dort. In Canterbury und in anderen großen Kathedralen des Landes geht niemand lachend nach vor und lässt sich das Abendmahl in die hohle Hand drücken, wie ich es häufig in katholischen Kirchen sehen muss. Dort knien sich alle hin und lassen sich das gesegnete Brot auf die Zunge legen und den Kelch an die Lippen setzen. Wenn die anglikanische Kirche auch Frucht eines furchtbaren Schismas ist, so können wir, die wir ja ohne Zweifel die wahre Kirche sind, von diesen Leuten wieder lernen, was ehrfürchtiger Umgang mit der Heiligen Kommunion bedeutet. Aber leider hält man die Handkommunion bei uns ja für die tollste Errungenschaft seit 1500 Jahren. Der Zustand einer Glaubensgemeinschaft kann immer am Umgang mit deren Allerheiligstem abgelesen werden, nicht am Zustand der Bankkonten. Hoffentlich wird man das bald auch in Rom und in den nationales Bischofskonferenzen begreifen und die lange überfälligen notwendigen Konsequenzen daraus ziehen. – Wunder gibt es ja bekanntlich immer wieder.
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