Michail Gorbatschow
Gab er den Tötungsbefehl?
Sie galten in der Öffentlichkeit schon fast als Freunde. Johannes Paul II. wurde nicht müde, für ihn um internationale Sympathie zu werben. Doch jetzt sind offenbar neue geschichtliche Tatsachen ans Licht gekommen.
Der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow im Jahr 2007
Der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow im Jahr 2007
(kreuz.net, Warschau) Eine Urkunde aus dem Moskauer Archiv beweist angeblich, daß der spätere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow 1979 einen Tötungsbefehl für Papst Johannes Paul II. unterschrieben hat. Das berichtete das deutschsprachige Portal ‘polskaweb.eu’.

Der Befehl führte zu dem Attentat auf den Papst im Mai 1981. Damals war Gorbatschow bereits Mitglied des Politbüro der ‘Kommunistischen Partei der Sowjetunion’. Im März 1985 wurde er zu dessen Generalsekretär ernannt.

Im Dezember 1989 empfing ihn Johannes Paul II. im Vatikan. Der Papst war dem Sowjetdiktator in der Folgezeit persönlich verbunden.

Bei dem jetzt gefundenen Dokument soll es sich um einen Brief des Zentralkommitees der ‘Kommunistische Partei der Sowjetunion’ an den sowjetischen Geheimdienst ‘KGB’ handeln.

Der ‘KGB’ wird aufgefordert, die neue politische Entwicklung „mit allen Mitteln“ zu bekämpfen. Desinformation und Diskreditierung reichten nicht aus – so der Brief.

Der Entdecker des Briefes, der US-Historiker John O. Koehler, interpretiert diese Worte als „klaren Auftrag, den Papst zu töten“.

Nach Meinung des ‘KGB’ ging von Papst Johannes Paul II. die größte Kraft aus, welche die Sowjetdiktatur destabilisierte.

Das polnische Boulevardmagazin ‘Wprost’ nennt weitere Personen, die außer Gorbatschow, den Brief unterzeichnet haben sollen: die graue Eminenz und Nummer zwei der Kommunistischen Partei, Michail Suslow († 1982), der Generalsekretär der Partei und spätere Sowjetdikatator Konstantin Tschernenko († 1985), ferner die Sowjetpolitiker Konstantin Rusakow, Wladimir Ponomariew, Andrej Kirylenko, Iwan Kapitonow, Michail Zimianin sowie Wladimir Dolgich.

Mittlerweile haben sich auch Politiker zu dem Brief geäußert.

Der ehemalige polnische Vize-Premierminister Przemysław Gosiewski forderte Gorbatschow auf, seine Zustimmung zu dem Attentat einzugestehen. Gosiewski äußerte sich in der privaten Warschauer Radiostation ‘Radio Zet’.

Er verlangt sogar eine Strafverfolgung der damaligen Sowjetpolitiker. Die Moskauer Staatsanwaltschaft werde eingeschaltet.

Die regierende Partei ‘Bürgerplattform’ forderte Gorbatschow auf, den 1990 erhaltenen Friedensnobelpreis zurückzugeben.

Kreml- und Vatikanexperten erklärten, das Dokument sei schon lange bekannt. Gorbatschow selber hat einen Mordauftrag immer bestritten.
      
20 Lesermeinungen
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#20   Marcelus   08:46:29 | Donnerstag, 1. Mai 2008
Das Dokument mit der Unterschrift des Moskauer KP-Politbureaumitgliedes Gorbatschow ist bereits
seit langem bekannt und findet sich auch in der deutschen Guido-Knopp-TV-Dokumentationsserie über die fünf Päpste der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Über viele Jahrhunderte hinweg haben die weltlich regierenden Päpste allerdings sehr ähnlich gehandelt und haben alle potentiellen Aufrührer und als Feinde Betrachtete in ganz Europa in nicht sehr milder Weise foltern und exekutieren lassen,
und davon waren auch feindliche Monarchen nicht ausgenommen.
Der Kreml hat nur gehandelt wie der Vatikan selbst über Jahrhunderte hinweg,
da ein Papst aus Polen ohne Zweifel eine große Gefahr für die KP in Polen war.
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#19   ordo62   13:39:29 | Dienstag, 29. April 2008
@Konrad
„Es ist lächerlich zu sagen, JPII habe um Sympathie für Gorbatschow geworben. Niemand tat das so sehr wie Helmut Kohl.“
Hatte Kohl ihn nicht ganz zum Anfang 1985 oder 86 mit Göbbels verglichen?
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#18   clarissa colonia   13:14:55 | Dienstag, 29. April 2008
Werter Alois,
geben Sie gerade
die Sybille von Conneticut,
die Pythia von Carolina, oder
die Cassandra von Wisconsin?
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#17   Alois Bischof   13:06:28 | Dienstag, 29. April 2008
stimme der vernunft
Es hört sich traurig an, aber 1932 konnte sich auch noch keiner einen Rußlandfeldzug in 1941 eindenken oder auch die totale Zerstörung Deutschlands und Berlins 1945.
Auch Ihr sozialer Wohlstand und Ihr Nährungsniveau, Ihre verweltlichte und arrogant anti-katholische Pseudo-Sicherheit, wird sich in (naher?) Zukunft ändern.
Dann wird vieles passieren, was heute undenkbar erscheint in den Gehirnen vieler „modernen“ Menschen, dergleiche die z.B. auch das Vorgehen in Abtreibungszentren und Politik nicht einsehen wollen.
Weil man es ja so einfach, komfortabel hat, und man ja erst mit 81 Jahren stirbt im Durchschnitssalter. Was passt da noch Gott in den Kram, nicht?
Es ist Ihre eigene Unvernunft, daß Sie sich nicht für prophetische Stimmen öffnen. Gott hat Zeit. Auch 40 oder 70 Jahre. Aber die Gerechtigkeit kommt. Nicht nur im Endgericht. Welche Frau in Nemmersdorf hätte sich 1935 bei der Hochzeit die eigene Vergewaltigung und Ermordung durch Genickschuss eindenken können. Der eine oder andere Ostpreuße der vor Hitler und Marxismus warnte, war wohl der „alte Dorfspinner“. Und welcher jüdische Mitbürger hätte sich den Schoah schon 1932 eindenken können?
Das undenkbare ist doch noch nicht unmöglich. Sicherlich nicht in dieser Ära seit 1517-1717-1917-1989.
Eine Ermordung eines Papstes von Soldaten auf einem Hügel, ist eigentlich ein relativ „normales“ und „mögliches“ Szenario. Wird es aber Benedikt XVI. oder ein anderer sein?
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#16   stimme der vernunft †   11:32:58 | Dienstag, 29. April 2008
Fatima-„Geheimnisse“
Im III. Geheimnis wird ein Papst von Soldaten auf einem Hügel zusammen mit Nonnen, Priestern und Kardinälen massakriert, nicht alleine. Sondern in einer Gruppe, und von uniformierten Soldaten.
Ah, dann wird das „Geheimnis“ von Fatima sicher in Die Hard Teil 13 erfüllt.
Sagt mal, glaubt ihr eigentlich jeden Quatsch, wenn er nur frömmlerisch genug vorgetragen wird?
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#15   jeremy   09:28:39 | Dienstag, 29. April 2008
Bischof
lEin Attentat auf Carter? Mit Erdnüssen?
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#14   Konrad   07:46:26 | Dienstag, 29. April 2008
Was kreuz.net mit usern hier betreibt ist der erneute
Mordversuch an JPII. So wie Christus hier immer neu gekreuzigt und der Name des Kreuzes diabolisch mißbraucht wird.
Es ist lächerlich zu sagen, JPII habe um Sympathie für Gorbatschow geworben. Niemand tat das so sehr wie Helmut Kohl.
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#13   Alois Bischof   01:06:56 | Dienstag, 29. April 2008
Der Atheist
Gorbatschow versteht von Familienpolitik also mehr als Frau von der Leyden der „C“DU der BRD.
Jedenfalls paßt diese Geschichte leider in die verbreitete Lüge, daß das Attentat vom 13.5.1981 die „Erfüllung“ Fatimás gewesen sei, und daß 1991 mit dem Sowjetkollaps die „Bekehrung Rußlands“ und die Missionierung der Welt angebrochen sei.
JoPa II. war und ist kein Märtyrer, er hat ein Attentat überlebt, wie Hitler und Carter und Lyndon Johnson auch.
Im III. Geheimnis wird ein Papst von Soldaten auf einem Hügel zusammen mit Nonnen, Priestern und Kardinälen massakriert, nicht alleine. Sondern in einer Gruppe, und von uniformierten Soldaten.
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#12   Gotthard   22:22:16 | Montag, 28. April 2008
@HvO …
Der war doch viel anständiger als Woytila.
noch viel anständiger bist allerdings du … um das mal auszusprechen!
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#11   HeinrichvonOfterdingen   21:54:26 | Montag, 28. April 2008
Ach die sollen doch Gorbatschow in Ruhe
lassen. Der war doch viel anständiger als Woytila.
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#10   ordo62   21:24:29 | Montag, 28. April 2008
Es gibt aber eine sehr beachtenswerte Aussage von Gorbatschow, die müßte man heute
Frau von der Layen undem ganzen zeitgeistgeilen „C“DU-Pack regelrecht um die Ohren hauen.
„Doch in den Jahren unserer schwierigen und heroischen Geschichte haben wir es versäumt, den besonderen Rechten der Frauen, die mit ihrer Rolle als Mutter und Hausfrau in ihrer unerläßlichen erzieherischen Funktion zusammenhängen, genügend Beachtung zu schenken. Heute engagieren sich die Frauen in der wissenschaftlichen Forschung, arbeiten auf Baustellen, in der Industrie und im Dienstleisungsektor und sindschöpferisch tätig und haben daher nicht mehr genügend Zeit, um ihren täglichen Pflichten zu Hause nachzukommen – dem Haushalt, der Erziehung der Kinder und der Schaffung einer familiären Atmosphäre. Wir haben erkannt, daß viele unserer Probleme – im Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher, in unserer Moral, der Kultur und der Produktion – zum Teil durch die Lockerung der familiären Bindung und die Vernachlässigung der Familiären Verantwortung verursacht werden.“
aus: Michail Gorbatschow, Perestroika 1987
An dieser Stelle wäre auch noch ein anderes Zitat von ihm recht passent:
„Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“
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#9   RJH   21:00:12 | Montag, 28. April 2008
Erst mal gilt als vollständig aufzuklären, was
für den Tod von Papst Johannes Paul I. verantwortlich war!
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#8   sexychrist   20:52:12 | Montag, 28. April 2008
@ ordo62
Natürlich! Ich habe mich etwas schwammig ausgedrückt, ob der Brief echt oder nicht echt ist, steht nicht fest. Ohne Frage, beides ist möglich.
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#7   ordo62   20:40:48 | Montag, 28. April 2008
@sexychrist
ob der Brief wirklich echt ist, sollen die Experten prüfen. Vorstellen, daß es so war kann ich mir schon.
Natürlich können oder müssen wir Deutschen Gorbi dankbar sein und das haben wir ihm auch oft genug gezeigt. Ohne ihn wäre unser Vaterland wahrscheinlich immer noch geteilt. Ich gehörte auch zu denen die 1989 auf die Straße gingen und einer unserer Rufe war auch „gorbi, Gorbi“, weil wir durch ihn auch auf Reformen und mehr Freiheit in der „DDR“ hofften.
Aber er ist nicht mit allen Ländern so großzügig umgegangen, wie mit der BRD. In den von den Russen annektierten Baltischen Staaten und in Georgien ließ er auf die friedlichen Demonstrationen nach Freiheit und Unabhängigkeit mit MG’s und Panzern antworten. Es gab hunderte Tote.
Wahrscheinlich konnte Gorbatschow – im Gegensatz zu den heute Regierenden – weiter als bis zum nächsten tag, bzw. wie bei uns bis zur nächsten Wahl, denken. Der Kommunismus war 1985 schon finanziell am Ende, und wie immer wenn es nichts mehr gibt, dann gibts eine Revolution. Wahrscheinlich hat er das strategisch gut kalkuliert und geglaubt im Falle eines Falles am Tegernsee Asyl zu finden.
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#6   ExBochumer †   20:31:17 | Montag, 28. April 2008
Ob nun …
Gorbatschow als Mörder zu verurteilen wird … oder Papst Johannes Paul II. als Martyrer gilt …
das überlassen wir lieber einem höheren Richter.
Gorbatschow ist für mich eine schillernde Figur. Papst Johannes Paul II. – mit allem gebotenem Respekt – auch.
Und die kirchlichen Behörden, die eine Heiligsprechung herbeiführen wollen [oder müssen ??] sind mir sehr suspekt.
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#5   sexychrist   19:59:49 | Montag, 28. April 2008
Ein Urteil kann sich hier wohl keiner erlauben
Zum einen ist ungeklärt, ob dieser Brief wirklich echt ist, zum anderen muss man sich die Situation eines Staatschefs einer Diktatur zu jener Zeit deutlich machen. Herr Gorbatschow hatte Macht, keine Frage, aber diverse Generäle und andere Politiker hatten gemeinsam mindestens ebensoviel Macht und konnten eine Menge Druck auf ihn ausüben. Es kann also durchaus sein, dass Herr Gorbatschow Vorbehalte gegen eine Attentat auf den Papst hatte, sich aber genötigt fühlte, den Befehl zu unterschreiben.
Wie gesagt, kann sich keiner wirklich nur mit Hilfe dieses Briefs die Umstände und Gegebenheiten, die zur Unterschrift Michael Gorbatschows geführt haben, vor Augen führen.
In keinem Fall kann man leugnen, dass Gorbatschow der wohl größte Politiker des UdSSR war und einer der größten Politiker aller Zeiten. Ohne ihn wäre die Welt heute immer noch in West und Ost gespalten und der kalte Krieg würde noch immer brodeln.
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#4   Pro Germania sancta †   19:05:38 | Montag, 28. April 2008
Wer lügt denn da schon wieder?
Sollte das „Attentat“ vom 13.5.1981 wirklich das gewesen sein, was viele Tieferblickende vermuten, ein Fake, ist auch dieses Dokument möglicherweise gefälscht. Wahrscheinlich hat Gorby schon recht, wenn er den Tötungsauftrag bestreitet…! ^-^
Jedenfalls sollte der Advocatus diaboli im Santo-Subito-Verfahren sich erst mal dieses „Attentat“ genauer ansehen…! :-S
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#3   semper reformandus   17:32:17 | Montag, 28. April 2008
nur Gott kann lossprechen?
Sind Sie Protestant, Herr „Bischof“? Oder Jude?
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#2   Alois Bischof   16:32:36 | Montag, 28. April 2008
Und wie Wladimir Iljanowitsch Lenin, Lew Kamenew,
Yahoda, Leon Trotsky und Beria wäre auch Gorbatschow – so die vom interreligiösen Synkretismus-und-der-einen-Welt-Dialog berauschten Franziskaner der 1986/2000 entheiligten Heiligtums Assisi – jetzt „zum Christen“ geworden.
Medienpropaganda wirkt. Die alten Füchse des Marxismus, diese rote Pest, verlieren aber nie ihre negative persönliche Geschichte.
Nur Gott kann lossprechen – durch vollkommene Reue bzw. eine gute hl. Beichte.
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#1   clarissa colonia   16:13:47 | Montag, 28. April 2008
Den Friedensnobelpreis 1190
hätte wohl eher Friedrich Barbarossa für sein Ableben durch Sportunfall (Schwimmen) bekommen müssen, oder?
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