Fällt den Bischöfen zu Christus nichts mehr ein?
Beim Pontifikalamt zu Christi Himmelfahrt begann der Bischof von Aachen mit einer Predigt, die aber schnell zu einer politischen Ansprache degenerierte.
(kreuz.net) Gestern zelebrierte der Bischof Heinrich Mussinghoff von Aachen, das Pontifikalamt zu Christi
Himmelfahrt in erlauchter Gesellschaft.
Mit von der Partie waren die deutsche Bundeskanzlerin Angela Sauer (geschiedene Merkel), der spanische König Juan Carlos I., der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, der Präsident des Europäischen Parlaments in Straßburg, Hans-Gert Pöttering, und der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers.
In seiner Predigt ließ der Bischof die – Zitat der diözesanen Webseite – „Gottesdienstbesucherinnen und -besucher“ in die Darstellung des auferstandenen und wiederkehrenden Christus in der Kuppel des Aachener Doms hinaufblicken.
Kaiser Karl der Große habe die ihm anvertraute Macht vor Christus verantwortet. Diese Sicht habe über tausend Jahre der europäischen Geschichte bestimmt.
Im weiteren verlegt sich der Bischof darauf, mehr oder weniger originelle politische Meinungsäußerungen von sich zu geben. Die Himmelfahrt ließ er dabei an sich vorbeiziehen.
Das klang etwa so: „Die Macht ist nicht zu eigen gegeben den Mächtigen in Politik und Wirtschaft, in Kultur und Gesellschaft.“
Oder so: „Und es geht nicht an, daß die Macht das Recht hat, sondern, daß das Recht die Macht hat, auch und gerade in unserer Europäischen Union.“
An die deutsche Bundeskanzlerin gewandt erklärte er, daß der unter dem deutschen Ratsvorsitz ausgearbeitete EU-Grundlagenvertrag von Lissabon die „Werte und Ziele“ erweitert habe, denen sich die Union angeblich verpflichtet fühle.
Auch die Charta der Grundrechte bilde einen Beitrag zur Fortentwicklung der EU zu einer angeblichen Wertegemeinschaft – unterstellte der Bischof.
Die katholische Kirche bedaure aber, daß die Präambel nur vom „kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas“ spreche, aber den Beitrag des Christentums in Geschichte und Gegenwart verschweige.
Hier bleibe das Desiderat, die „jüdisch-christlichen“ Wurzeln Europas, und den „Anteil des Islam“ zu benennen.
Auch hätte sich die Kirche in der Präambel der EU-Verfassung einen Gottesbezug gewünscht, weil dieser die Begrenztheit menschlichen und politischen Handelns verdeutliche und Gott als letzte Appellationsinstanz über allen Mächten dieser Welt benannt hätte.
Er wisse aber, sagte der Bischof, daß sie diese Forderungen immer unterstützt habe.
Besonders bedankte sich der Bischof bei der Bundeskanzlerin, daß sie deutlich gemacht habe, daß sich die EU nicht von der übrigen Welt abschotten dürfe, sondern Verantwortung für Entwicklung und Frieden in der Welt übernehmen wolle:
„Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, das Gespräch mit den afrikanischen Staaten wieder aufzunehmen und die Entwicklung dieses Kontinents aktiv zu fördern. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, mit Israelis und Palästinensern zu verhandeln, um kleine Schritte auf etwas mehr Frieden und Sicherheit, Wohlstand und Arbeit zu gehen.“
© Bild: Wiki-Benutzer „Aleph“, CC
Mit von der Partie waren die deutsche Bundeskanzlerin Angela Sauer (geschiedene Merkel), der spanische König Juan Carlos I., der Präsident der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso, der Präsident des Europäischen Parlaments in Straßburg, Hans-Gert Pöttering, und der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers.
In seiner Predigt ließ der Bischof die – Zitat der diözesanen Webseite – „Gottesdienstbesucherinnen und -besucher“ in die Darstellung des auferstandenen und wiederkehrenden Christus in der Kuppel des Aachener Doms hinaufblicken.
Kaiser Karl der Große habe die ihm anvertraute Macht vor Christus verantwortet. Diese Sicht habe über tausend Jahre der europäischen Geschichte bestimmt.
Im weiteren verlegt sich der Bischof darauf, mehr oder weniger originelle politische Meinungsäußerungen von sich zu geben. Die Himmelfahrt ließ er dabei an sich vorbeiziehen.
Das klang etwa so: „Die Macht ist nicht zu eigen gegeben den Mächtigen in Politik und Wirtschaft, in Kultur und Gesellschaft.“
Oder so: „Und es geht nicht an, daß die Macht das Recht hat, sondern, daß das Recht die Macht hat, auch und gerade in unserer Europäischen Union.“
An die deutsche Bundeskanzlerin gewandt erklärte er, daß der unter dem deutschen Ratsvorsitz ausgearbeitete EU-Grundlagenvertrag von Lissabon die „Werte und Ziele“ erweitert habe, denen sich die Union angeblich verpflichtet fühle.
Auch die Charta der Grundrechte bilde einen Beitrag zur Fortentwicklung der EU zu einer angeblichen Wertegemeinschaft – unterstellte der Bischof.
Die katholische Kirche bedaure aber, daß die Präambel nur vom „kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe Europas“ spreche, aber den Beitrag des Christentums in Geschichte und Gegenwart verschweige.
Hier bleibe das Desiderat, die „jüdisch-christlichen“ Wurzeln Europas, und den „Anteil des Islam“ zu benennen.
Auch hätte sich die Kirche in der Präambel der EU-Verfassung einen Gottesbezug gewünscht, weil dieser die Begrenztheit menschlichen und politischen Handelns verdeutliche und Gott als letzte Appellationsinstanz über allen Mächten dieser Welt benannt hätte.
Er wisse aber, sagte der Bischof, daß sie diese Forderungen immer unterstützt habe.
Besonders bedankte sich der Bischof bei der Bundeskanzlerin, daß sie deutlich gemacht habe, daß sich die EU nicht von der übrigen Welt abschotten dürfe, sondern Verantwortung für Entwicklung und Frieden in der Welt übernehmen wolle:
„Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, das Gespräch mit den afrikanischen Staaten wieder aufzunehmen und die Entwicklung dieses Kontinents aktiv zu fördern. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement, mit Israelis und Palästinensern zu verhandeln, um kleine Schritte auf etwas mehr Frieden und Sicherheit, Wohlstand und Arbeit zu gehen.“
© Bild: Wiki-Benutzer „Aleph“, CC
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Donnerstag, 8. Mai 2008 23:25
Jörg Guttenberger, Köln: Marcellus: Gottesbezug…
Den letzten Beitrag habe ich irrtümlich vor Tippfehler-Korrektur abgeschickt. Bitte, entschuldigen Sie daher die Fehler.
Donnerstag, 8. Mai 2008 14:02
Hugo: Christus
wer ist das, fragen heute schon viele Amtskirchenführer, allen voran Schönborn, gefolgt von Küng.
Österreichische Bischöfe sind selbstherrlich, arrogant, machtgeil und Geldbesessen, wozu brauchen sie da noch den lästigen Gott, wenn sie selbst sich als Gott und obersten Überrichter fühlen.
Österreichische Bischöfe sind selbstherrlich, arrogant, machtgeil und Geldbesessen, wozu brauchen sie da noch den lästigen Gott, wenn sie selbst sich als Gott und obersten Überrichter fühlen.
Dienstag, 6. Mai 2008 18:42
Jörg Guttenberger, Köln: Marcellus: Gottesbezug…
Natürlich ist eine Verfassng ohne Gottesbezug in einer Demokratie rechtlich möglich. Andererseits ist
eine demokratien ohne einen Mindestkathalog gemeinsamer Werte aber auf Dauer lebensunfähig. Sie sehen
selbsst die wachsende Orientierungslosigkeit, die sich in einer anbahnenden Diktatur des Relativismus
und n der an Oberflächlichkeit kaum überbietbaren Genderrevolution niederschlägt.
Daß nicht alle Christen einen Gottesbezug in der Verfassung wollen,istg eine Unterstellung, so lagne Sie sich nicht auf eine Volksabstimmung unter eingetragenen Kirchenmitgliedern berunfen können. Selbstgverständlich sprechen die Kirchen voll zu Recht für alle ihre Mitglieder, wie es andere Personengruppen auch machen. Bei der von mir erwähnten berufständigen Vereinigung ist es nicht anders, ohne daß bisher eine Beanstandung bekannt geworden ist. Es ist absolut unüblich, hier vor jeder auch ins Gewicht fallenden Angelegenheit eine Mitgliederabstimmung zu organisieren.
Daß nicht alle Christen einen Gottesbezug in der Verfassung wollen,istg eine Unterstellung, so lagne Sie sich nicht auf eine Volksabstimmung unter eingetragenen Kirchenmitgliedern berunfen können. Selbstgverständlich sprechen die Kirchen voll zu Recht für alle ihre Mitglieder, wie es andere Personengruppen auch machen. Bei der von mir erwähnten berufständigen Vereinigung ist es nicht anders, ohne daß bisher eine Beanstandung bekannt geworden ist. Es ist absolut unüblich, hier vor jeder auch ins Gewicht fallenden Angelegenheit eine Mitgliederabstimmung zu organisieren.
Montag, 5. Mai 2008 17:46
Marcelus: @Jörg Guttenberger, Köln: Sehr viele EU-Bürger wählen Parteien auch aus wirtschaftlichen
und sozialen Gründen, und nicht aus ideologischen Gründen, das ist natürlich richtig.
Deshalb können Sie aber umgekehrt auch nicht annehmen, daß alle EU-Bürger, die einer christlichen Konfession angehören, auch automatisch eine Bezugnahme auf das Christentum in der EU-Verfassung (oder auch in ihren nationalen Verfassungen) wünschen.
Selbst ein Staat, der mehrheitlich von Christen regiert wird, muß deshalb nicht automatisch das Christentum und Gott in die Verfassung aufnehmen.
Eine Verfassung soll die demokratische Regierung regeln und bedarf solcher religiöser Erklärungen auch überhaupt nicht.
Siehe z.B. auch die Bundesverfassung der Republik Österreich.
Deshalb können Sie aber umgekehrt auch nicht annehmen, daß alle EU-Bürger, die einer christlichen Konfession angehören, auch automatisch eine Bezugnahme auf das Christentum in der EU-Verfassung (oder auch in ihren nationalen Verfassungen) wünschen.
Selbst ein Staat, der mehrheitlich von Christen regiert wird, muß deshalb nicht automatisch das Christentum und Gott in die Verfassung aufnehmen.
Eine Verfassung soll die demokratische Regierung regeln und bedarf solcher religiöser Erklärungen auch überhaupt nicht.
Siehe z.B. auch die Bundesverfassung der Republik Österreich.
Montag, 5. Mai 2008 17:13
Jörg Guttenberger, Köln: Marcellus: Demokratie
Hinsichtlich des Parteiensystems und der Wahlergebnisse stimme ich Ihnen zu.
Die Kirchen sind aber genauso, wie jede andere Personengruppe, berechtigt, Forderungen an Regierung und Parlament zu stellen unbeschadet der Freiheit von Regierung und Parlament, auf diese Forderungen einzugehen oder nicht. Je größer die fordernde Personengruppe ist, umso größer ist der Nachdruck der Forderung.
In meiner letzten Stellungname konnte ich aus Platzgründen nicht erwähnen, das heute nur noch eine Minderheit eine Partei aufgrund ihres weltanschaulichen Hintergrundes wählt. Die Mehrheit wählt die Partei, bei der sie sich wirtschaftlich am besten aufgehoben fühlt. Mit dem Parteibeitritt ist es im Wesentlichen genauso. Hier spielt auch die Karrieremöglichkeit eine Rolle. Wir sehen das besonders deutlich in der CDU, die bei der Vertretung christlicher Werte immer zaghafter wird.
Die weltanschaulichen Parteien sind ein Produkt des 19. Jahrhunderts. Heute finden wir mehr und mehr in allen seriösen Parteien überzeugte Christen, wobei die Mehrheit (mit abnehmender Tendenz) der christlichen Politiker vermutlich auch heute noch in der CDU/CSU wirken.
Mit seriös meine ich im Wesentlichen alle Parteien mit Ausnahme der links- und rechtsextremen.
Die Kirchen sind aber genauso, wie jede andere Personengruppe, berechtigt, Forderungen an Regierung und Parlament zu stellen unbeschadet der Freiheit von Regierung und Parlament, auf diese Forderungen einzugehen oder nicht. Je größer die fordernde Personengruppe ist, umso größer ist der Nachdruck der Forderung.
In meiner letzten Stellungname konnte ich aus Platzgründen nicht erwähnen, das heute nur noch eine Minderheit eine Partei aufgrund ihres weltanschaulichen Hintergrundes wählt. Die Mehrheit wählt die Partei, bei der sie sich wirtschaftlich am besten aufgehoben fühlt. Mit dem Parteibeitritt ist es im Wesentlichen genauso. Hier spielt auch die Karrieremöglichkeit eine Rolle. Wir sehen das besonders deutlich in der CDU, die bei der Vertretung christlicher Werte immer zaghafter wird.
Die weltanschaulichen Parteien sind ein Produkt des 19. Jahrhunderts. Heute finden wir mehr und mehr in allen seriösen Parteien überzeugte Christen, wobei die Mehrheit (mit abnehmender Tendenz) der christlichen Politiker vermutlich auch heute noch in der CDU/CSU wirken.
Mit seriös meine ich im Wesentlichen alle Parteien mit Ausnahme der links- und rechtsextremen.
Sonntag, 4. Mai 2008 19:24
Benedikt: @ sexychrist
rein formell ist der Bundespräsident der erste Mann (bzw. gegebenenfalls die erste Frau) im Staat.
Der hat aber kaum Befugnisse. Das mächtigste Amt in der BRD ist das des Bundeskanzlers.
Der hat aber kaum Befugnisse. Das mächtigste Amt in der BRD ist das des Bundeskanzlers.
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