Orden
Priesterseminar der Neokatechumenalen vor der Schließung
Die angeblich sektenartige Aktivität des ‘Neokatechumenalen Weges’ ist für die liberalen japanischen Bischöfe ein ernstes Problem. Sie reisten deswegen in fünf Monaten gleich dreimal nach Rom.
Zwei Gründer des Neokatechumenalen Weges, Carmen Hernández und Pater Mario Pezzi
Zwei Gründer des Neokatechumenalen Weges, Carmen Hernández und Pater Mario Pezzi
(kreuz.net, Vatikan) Das Priesterseminar des Neokatechumenalen Weges in Takamatsu im Südosten Japans muß geschlossen werden.

Das berichtete die asiatische Nachrichtenagentur ‘UCA News’.

Der Neokatechumenale Weg ist eine katholische Gemeinschaft, die im Jahr 1964 in Spanien gegründet wurde. Er zählt rund eine Million Mitglieder in 105 Ländern. Die Gemeinschaft führt 73 Priesterseminare, die alle den Titel „Redemptoris Mater“ tragen.

Die Entscheidung, das Priesterseminar in Takamatsu zu schließen, fiel letzte Woche. Eine vierköpfige Delegation der Japanischen Bischofskonferenz besprach mit Papst Benedikt XVI. „das ernste Problem“ mit dem Neokatechumenalen Weg.

Es war bereits das dritte Mal in fünf Monaten, daß japanische Bischöfe den Papst in dieser Angelegenheit aufsuchten.

Der dritte Gründer des Neokatechumenats, Kiko Argüello
Der dritte Gründer des Neokatechumenats, Kiko Argüello
Es habe den Bischöfen widerstrebt, so oft nach Rom zu reisen. Doch sie hätten „die ernste Natur des Problems“ darlegen müssen. Das erklärte der Vorsitzende der Japanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Peter Takeo Okada (66), von Tokyo in Rom vor ‘UCA News’.

Das erste Mal brachten die Bischöfe das Problem bei ihrem Ad-Limina Besuch im Dezember vor. Erzbischof Okada sprach damals von einer „mächtigen, sektenartigen Aktivität“ des Neokatechumenalen Weges.

Anfang April reiste eine bischöfliche Delegation erneut nach Rom und sprach mit der vatikanischen Missionskongregation. Diese war – laut Erzbischof Okada – eher auf Seiten des Neokatechumenalen Weges.

Deshalb beschlossen die Bischöfe, noch einmal direkt mit Papst Benedikt XVI. zu sprechen.

Letzte Woche empfing der Heilige Vater vier japanische Bischöfe und hörte ihnen eine Stunde lang aufmerksam zu.

Als Ergebnis der Audienz wurde – so Mons. Okada – die Schließung des Priesterseminars verfügt: „Der Heilige Stuhl ist einverstanden, daß es in diesem Jahr als diözesanes Seminar geschlossen wird.“
      
12 Lesermeinungen
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#12   Puchil2 †   12:44:07 | Samstag, 3. Mai 2008
An Marcelus
Sind sie der Meinung, dass Papst Benedikt die spaltenden Aktivitäten des Neokatechumenates selber wünscht?
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#11   Marcelus   12:21:16 | Samstag, 3. Mai 2008
@Puchil2: Spaltungen in Pfarreien?
Der rechte Glaube wird vom Papst vorgegeben,
und lokal ist man dem Ortsordinarius und seinem Stellvertreter, dem Ortspfarrer, untergeben.
Die Gemeindemitgeschwister sind keine Hierarchen.
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#10   Puchil2 †   12:18:31 | Samstag, 3. Mai 2008
An Marcelus
Das stimmt so sicher nicht! Ich kenne 2 Bischöfe, die Mentoren und Förderer des Neokatechumenates sind. Beide wissen um die Spaltungen und Schwierigkeiten in ihren Pfarreien, nehmen sie aber nicht ernst. Was ist davon zu halten?
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#9   Marcelus   11:17:36 | Samstag, 3. Mai 2008
@Puchil2: Spaltungserscheinungen
können nur Abspaltungen vom Papst sein.
Und das betrifft sicherlich nicht das Neokatechumenat, sondern die Lokalhierarchie.
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#8   Puchil2 †   11:15:37 | Samstag, 3. Mai 2008
Neokatechumenat als Spaltpilz
Warum kommt es dann rund um den Globus in Pfarreien, in denen das Neokatechumenat aktiv ist, nach übereinstimmenden Aussagen zu schlimmen Spaltungserscheinungen?
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#7   Marcelus   10:52:54 | Samstag, 3. Mai 2008
Die Neokatechumenatskatholiken gelten dogmatisch als völlig rechtgläubig
Und deren Liturgie ist zumindest ehrfurchtsvoller als der real existierende Standard-Novus-Ordo weltweit einschließlich der Wojtyla’schen Papstmassenmessen.
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#6   Romulus   23:30:28 | Freitag, 2. Mai 2008
Recht hat der Erzbischof
Jeder Diözesanbischof dieser Welt ist froh, wenn er die Movimenti-Sch…typen aus seiner Diözese raus hat. Auch so eine Hinterlassenschaft des Santo-Subito-Papstes… von den USA und den mehr als zweifelhaften Bischofsernennungen mal ganz zu schweigen…
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#5   sacerdos helveticus   23:24:37 | Freitag, 2. Mai 2008
@Robert Kettelhohn
Auch wenn das Seminar ein Diözesanseminar ist, kann es rechtlich nicht nur durch den zuständigen Diözesanbischof geschlossen werden, sondern jederzeit durch den Inhaber des Jurisdiktionsprimates der Universalkirche, d.h. den Papst.
Über die Haltung des zuständigen Ortsbischofs, der nach ihren Ausführungen anderer Meinung zu sein scheint als seine Mitbrüder, geht aus dem kreuz.net-Artikel nichts hervor.
Sollten die Bischöfe aber der Meinung sein, ihr Mitbruder nehme seine Verantwortung gegenüber
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#4   muntu   15:36:24 | Freitag, 2. Mai 2008
@ Artikel
Liegt es nicht im Ermessen des Diözesanbischofs ein Priesterseminar zu schließen?
Das Neokatechumenat hat einige merkwürdige Praktiken…aber im Gegensatz zu anderen Seminare bringen sie trotz allem Berufungen hervor…was man von andere Seminare bei weitem nicht behaupten kann…
Vielleicht müsse klare Richtlinien für solche Gemeinschaften erarbeitet werden.
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#3   Schüttel   12:59:28 | Freitag, 2. Mai 2008
Nicht nur angeblich
sondern wirklich sektentartig ist die Aktivität der Neokatechumenalen, die unter JPII und seinem Sekretär Dziwisz viel Förderung erhielten.
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#2   Robert Ketelhohn   12:46:44 | Freitag, 2. Mai 2008
Oberfaul
Dieser Bericht ist oberfaul. Alle „neokatechumenalen“ Seminarien sind Diözesanseminarien, wenn auch im Geiste des Neokatechumenats geführt und meist allein oder überwiegend aus Spendenmitteln der neokatechumenalen Gemeinschaften finanziert.
Die Schließung eines neokatechumenalen Priesterseminars kann also ganz einfach durch den zuständigen Ortsbischof erfolgen – und zwar nur durch ihn.
Offensichtlich liegt hier also ein Konflikt unter den japanischen Bischöfen vor, bzw. zwischen der Mehrheit der japanischen Bischöfe und dem für das Seminar zuständigen Ortsbischof. (Vielleicht kann das jemand mit internen Informationen bestätigen.)
Der pseudokatholische, kryptobuddhistische Tokioter Bischof versucht offenbar, den Patriarchen von Rom für seine Zwecke einzuspannen. Im übrigen lügt er wie gedruckt.
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#1   Puchil2 †   11:51:45 | Freitag, 2. Mai 2008
Vor 2 Stunden gelesen
Japanische Bischöfe auf Konfrontationskurs mit dem Neokatechumenat
Die Bischöfe erheben schwere Vorwürfe: Es agiere mit sekten-ähnlichen Aktivitäten und spalte die römisch-katholische Kirche in Japan
Vatikan (kath.net/CWNews/red)
In Japan sorgt derzeit eine große Auseinandersetzung zwischen den katholischen Bischöfen und dem Neokatechumenat für Aufregung. Die Gruppe betreibt in Japan ein Priesterseminar, mit dem die dortigen Bischöfe anscheinend nicht mehr einverstanden sind.
Ganz offensichtlich möchte man die Schließung des Seminars erreichen. Dies kam bei einem Besuch einer Bischofsdelegation im Vatikan an die Öffentlichkeit, wie UCA-News berichtet. Die Bischöfe waren in dieser Angelegenheit bereits zum dritten Mal in Rom. Erzbischof Okada, der Präsident der Bischofskonferenz, teilte nach dem Besuch im Vatikan mit, dass es sich um eine „ernste Sache“ handle, die gelöst werden müsse.
Er warf dem Neokatechumenat vor, dass es innerhalb der katholischen Kirche Japans für eine „scharfe und schmerzliche Spaltung“ sorge und mit mächtigen, Sekten -ähnliche Aktivitäten agiere. Der Erzbischof sieht durch das Wirken des dortigen Neokatechumenats die Einheit der kleinen katholischen Gemeinde in Japan in Gefahr.
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