Wir bestehen nicht auf Ritualen um der Rituale willen
„Die Frage nach der Lateinischen Messe ist unter gewissen Umständen eine sekundäre Frage. Aber unter einem anderen Aspekt ist sie eine sehr wichtige Frage.“ Erzbischof Marcel Lefebvre im verbotenen Interview.
(kreuz.net) Im Jahr 1978 machte ein US-Journalist ein Interview mit dem Gründer der Priesterbruderschaft
Sankt Pius X., Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991). Das Gespräch durfte wegen einer Intervention hoher
kirchlicher Kreise nicht veröffentlicht werden. Hier der dritte Teil des Interviews.
Warum messen Sie den Ritualen der Tridentinischen Messe eine solche Bedeutung zu?
Wir bestehen natürlich nicht auf Ritualen um der Rituale willen, sondern als Symbole unseres Glaubens. Wir glauben, daß sie in diesem Kontext wichtig sind. Doch es ist die Substanz und nicht die Rituale der tridentinischen Messe, die weggenommen wurde.
Könnten Sie das genauer erklären?
Die neuen Opferungsgebete bringen nicht das katholische Verständnis des Opfers zum Ausdruck. Sie drücken nur die Vorstellung einer bloßen Teilhabe an Brot und Wein aus.
In der tridentinischen Messe wird beispielsweise folgendes Gebet an Gott gerichtet: „Nimm an o Heiliger Vater, himmlischer, ewiger Gott, dieses makellose Opfer, das Dir Dein unwürdiger Diener darbringt, mein lebendiger und wahrer Gott, zur Sühne für meine zahllosen Sünden, Vergehen und Nachlässigkeiten.“
In der Neuen Messe heißt es: „Wir bringen dieses Brot als Brot des Lebens dar.“ Es gibt keine Erwähnung des Opfers oder der Opfergabe.
Dieser Text ist vage, unpräzise und zweideutig. Er war dafür gedacht, daß ihn auch Protestanten annehmen. Er ist für den wahren katholischen Glauben inakzeptabel. Die Substanz wurde zum Zweck des Entgegenkommens und des Kompromisses geändert.
Warum messen Sie der Lateinischen Messe einen solchen Stellenwert bei im Gegensatz zur Messe in der Muttersprache, wie sie vom Zweiten Vatikanischen Konzil genehmigt wurde?
Zuerst einmal: Die Frage nach der Lateinischen Messe ist unter gewissen Umständen eine sekundäre Frage. Aber unter einem anderen Aspekt ist sie eine sehr wichtige Frage. Sie ist wichtig, weil die Lateinische Messe ein Weg ist, um das Wort unseres Glaubens sowie der katholischen Dogmen und Lehren festzumachen.
Es ist ein Weg, unseren Glauben unverändert zu lassen, weil man bei einer Übersetzung der lateinischen Worte die Wahrheit unseres Glaubens nicht exakt ausdrücken kann – wie das im Lateinischen der Fall ist.
Übersetzungen sind tatsächlich sehr gefährlich, weil man nach und nach den Glauben selber verlieren kann. Die neuen Übersetzungen drücken nicht die genauen Wandlungsworte aus. Diese Worte wurden in der Muttersprache geändert.
Könnten Sie mir ein Beispiel geben?
Ja. Zum Beispiel heißt es in der Übersetzung, daß das „kostbare Blut für alle“ vergossen wird. Dagegen sagt der lateinische Text – sogar im letzten, überarbeiteten Text: „das kostbare Blut für viele“ und nicht für alle.
„Alle“ ist etwas anderes als „viele“. Das ist nur ein kleines Beispiel, das die Ungenauigkeiten der gegenwärtigen Übersetzungen illustriert.
Nächstes Mal: Die Neue Messe ist eine zweideutige, fragwürdige Messe
© Titelbild: traditionalcatholic.org.uk
Warum messen Sie den Ritualen der Tridentinischen Messe eine solche Bedeutung zu?
Wir bestehen natürlich nicht auf Ritualen um der Rituale willen, sondern als Symbole unseres Glaubens. Wir glauben, daß sie in diesem Kontext wichtig sind. Doch es ist die Substanz und nicht die Rituale der tridentinischen Messe, die weggenommen wurde.
Könnten Sie das genauer erklären?
Die neuen Opferungsgebete bringen nicht das katholische Verständnis des Opfers zum Ausdruck. Sie drücken nur die Vorstellung einer bloßen Teilhabe an Brot und Wein aus.
In der tridentinischen Messe wird beispielsweise folgendes Gebet an Gott gerichtet: „Nimm an o Heiliger Vater, himmlischer, ewiger Gott, dieses makellose Opfer, das Dir Dein unwürdiger Diener darbringt, mein lebendiger und wahrer Gott, zur Sühne für meine zahllosen Sünden, Vergehen und Nachlässigkeiten.“
In der Neuen Messe heißt es: „Wir bringen dieses Brot als Brot des Lebens dar.“ Es gibt keine Erwähnung des Opfers oder der Opfergabe.
Dieser Text ist vage, unpräzise und zweideutig. Er war dafür gedacht, daß ihn auch Protestanten annehmen. Er ist für den wahren katholischen Glauben inakzeptabel. Die Substanz wurde zum Zweck des Entgegenkommens und des Kompromisses geändert.
Warum messen Sie der Lateinischen Messe einen solchen Stellenwert bei im Gegensatz zur Messe in der Muttersprache, wie sie vom Zweiten Vatikanischen Konzil genehmigt wurde?
Zuerst einmal: Die Frage nach der Lateinischen Messe ist unter gewissen Umständen eine sekundäre Frage. Aber unter einem anderen Aspekt ist sie eine sehr wichtige Frage. Sie ist wichtig, weil die Lateinische Messe ein Weg ist, um das Wort unseres Glaubens sowie der katholischen Dogmen und Lehren festzumachen.
Es ist ein Weg, unseren Glauben unverändert zu lassen, weil man bei einer Übersetzung der lateinischen Worte die Wahrheit unseres Glaubens nicht exakt ausdrücken kann – wie das im Lateinischen der Fall ist.
Übersetzungen sind tatsächlich sehr gefährlich, weil man nach und nach den Glauben selber verlieren kann. Die neuen Übersetzungen drücken nicht die genauen Wandlungsworte aus. Diese Worte wurden in der Muttersprache geändert.
Könnten Sie mir ein Beispiel geben?
Ja. Zum Beispiel heißt es in der Übersetzung, daß das „kostbare Blut für alle“ vergossen wird. Dagegen sagt der lateinische Text – sogar im letzten, überarbeiteten Text: „das kostbare Blut für viele“ und nicht für alle.
„Alle“ ist etwas anderes als „viele“. Das ist nur ein kleines Beispiel, das die Ungenauigkeiten der gegenwärtigen Übersetzungen illustriert.
Nächstes Mal: Die Neue Messe ist eine zweideutige, fragwürdige Messe
© Titelbild: traditionalcatholic.org.uk
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
3. Wir bestehen nicht auf Ritualen um der Rituale willen
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Donnerstag, 8. Mai 2008 14:47
Tridentinus: @Dr. Otterbeck
Informieren Sie sich mal über das inkarnatorische Prinzip in der Kirche und in der Liturgie, dann erahnen Sie vielleicht, dass die intentio externa, also der korrekte rituelle Vollzug der sakrifikal-sakramentalen Handlung, nicht Widerspruch zu Pascha-Mysterium und Mysteriengegenwart ist, sondern instrumentalursächlich deren Voraussetzung und Bedingung – gerade auf dem Hintergrund des Ansatzes der Liturgiekonstitution des II. Vaticanums!
Donnerstag, 8. Mai 2008 09:03
Dr. Otterbeck: pro multis
Wenn Monseigneur sagen „für viele“, dann meint er „für wenige“ (oder nur: pro nobis?). Erschreckend aber ist der flache, nominalistisch-naturalistische Opferbegriff. Als ob das wirkliche Opfer Christi von der korrekten priesterlichen Zauberformel abhinge! Lefebvre ist der Erfinder eines anti-ökumenischen Ritualismus, der unbewusst die Position der Gegenseite integriert hat: Katholisch ist aber nicht die symbolische Vergegenwärtigung der Tat Christi, sondern die sakramentale Realpräsenz, das meint „Gedächtnis“.
Mittwoch, 7. Mai 2008 12:18
Aleph: clarissa colonia
denn die Ästhetik ist eine der Liturgie inhärente und von ihr nicht zu lösende Dimension, weil die
sichtbare Schönheit der Liturgie auf die Schönheit und Gutheit des sie inspirierenden Gottes verweist
Werthe Clarissa,
es scheint Ihrer Aufmerksamkeit entgangen zu sein, dass ich mich in meinem Beitrag gegen die kaum nachvollziebaren ästhetizistischen Tendenzen gewandt habe.
Die sind es nämlich, mit die in einer leeren Künstlichkeit enden.
Das ein Ritual oder das Ritual immer auch ästhetisch zu sein hat, habe ich nie in Abrede gestellt.
Ich habe ja auch nicht verlangt, dass anstastt eines vergoldeten Abendmahlskelchs eine verrostete Konservendose verwendet werden.
Der unliturgische Ästhetizismus, der von manchen Verfechtern der alten Messfeier wie eine Monstranz hergetragen wird, hat etwas krankhaftes Künstliches.
Schönheit und Ästhetik lassen sich in der Feier der Liturgie ohne Verrenkungen und Verbiegungen und ohne atemberaubende Tüllschleier präsentieren.
Werthe Clarissa,
es scheint Ihrer Aufmerksamkeit entgangen zu sein, dass ich mich in meinem Beitrag gegen die kaum nachvollziebaren ästhetizistischen Tendenzen gewandt habe.
Die sind es nämlich, mit die in einer leeren Künstlichkeit enden.
Das ein Ritual oder das Ritual immer auch ästhetisch zu sein hat, habe ich nie in Abrede gestellt.
Ich habe ja auch nicht verlangt, dass anstastt eines vergoldeten Abendmahlskelchs eine verrostete Konservendose verwendet werden.
Der unliturgische Ästhetizismus, der von manchen Verfechtern der alten Messfeier wie eine Monstranz hergetragen wird, hat etwas krankhaftes Künstliches.
Schönheit und Ästhetik lassen sich in der Feier der Liturgie ohne Verrenkungen und Verbiegungen und ohne atemberaubende Tüllschleier präsentieren.
Mittwoch, 7. Mai 2008 11:03
Sozialkatholisch: @ Knalleph
Mach den Kopp zu du pappnase,
aber bitte erst wenn du deine Medikamente genommen hast.
aber bitte erst wenn du deine Medikamente genommen hast.
Mittwoch, 7. Mai 2008 10:48
Aleph: Sozkot-
Kackfrech, das olle Güllemaul!
Mittwoch, 7. Mai 2008 09:31
Pünktchen: Alephs möchte-gern auftrumpfendes Auftreten
steht in einer so krassen Disproportionalität zu seinen intellektuellen Möglichkeiten, daß er als Vulgär-Modernist alle Kritik auf sich zieht: feinsinnige und weniger feinsinnige. Eigentlich ist er für kreuz.net das, was der „Hau den Lukas“ für den Jahrmarkt ist! Eine Belustigung und Kräfteerprobung!
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