Wir bestehen nicht auf Ritualen um der Rituale willen
„Die Frage nach der Lateinischen Messe ist unter gewissen Umständen eine sekundäre Frage. Aber unter einem anderen Aspekt ist sie eine sehr wichtige Frage.“ Erzbischof Marcel Lefebvre im verbotenen Interview.
(kreuz.net) Im Jahr 1978 machte ein US-Journalist ein Interview mit dem Gründer der Priesterbruderschaft
Sankt Pius X., Erzbischof Marcel Lefebvre († 1991). Das Gespräch durfte wegen einer Intervention hoher
kirchlicher Kreise nicht veröffentlicht werden. Hier der dritte Teil des Interviews.
Warum messen Sie
den Ritualen der Tridentinischen Messe eine solche Bedeutung zu?
Wir bestehen natürlich nicht auf Ritualen
um der Rituale willen, sondern als Symbole unseres Glaubens. Wir glauben, daß sie in diesem Kontext wichtig
sind. Doch es ist die Substanz und nicht die Rituale der tridentinischen Messe, die weggenommen wurde.
Könnten Sie das genauer erklären?
Die neuen Opferungsgebete bringen nicht das katholische Verständnis
des Opfers zum Ausdruck. Sie drücken nur die Vorstellung einer bloßen Teilhabe an Brot und Wein aus.
In der tridentinischen Messe wird beispielsweise folgendes Gebet an Gott gerichtet: „Nimm an o Heiliger
Vater, himmlischer, ewiger Gott, dieses makellose Opfer, das Dir Dein unwürdiger Diener darbringt, mein
lebendiger und wahrer Gott, zur Sühne für meine zahllosen Sünden, Vergehen und Nachlässigkeiten.“
In der Neuen Messe heißt es: „Wir bringen dieses Brot als Brot des Lebens dar.“ Es gibt keine Erwähnung
des Opfers oder der Opfergabe.
Dieser Text ist vage, unpräzise und zweideutig. Er war dafür gedacht,
daß ihn auch Protestanten annehmen. Er ist für den wahren katholischen Glauben inakzeptabel. Die Substanz
wurde zum Zweck des Entgegenkommens und des Kompromisses geändert.
Warum
messen Sie der Lateinischen Messe einen solchen Stellenwert bei im Gegensatz zur Messe in der Muttersprache,
wie sie vom Zweiten Vatikanischen Konzil genehmigt wurde?
Zuerst einmal: Die Frage nach der Lateinischen
Messe ist unter gewissen Umständen eine sekundäre Frage. Aber unter einem anderen Aspekt ist sie eine
sehr wichtige Frage. Sie ist wichtig, weil die Lateinische Messe ein Weg ist, um das Wort unseres Glaubens
sowie der katholischen Dogmen und Lehren festzumachen.
Es ist ein Weg, unseren Glauben unverändert zu
lassen, weil man bei einer Übersetzung der lateinischen Worte die Wahrheit unseres Glaubens nicht exakt
ausdrücken kann – wie das im Lateinischen der Fall ist.
Übersetzungen sind tatsächlich sehr gefährlich,
weil man nach und nach den Glauben selber verlieren kann. Die neuen Übersetzungen drücken nicht die
genauen Wandlungsworte aus. Diese Worte wurden in der Muttersprache geändert.
Könnten Sie mir ein Beispiel
geben?
Ja. Zum Beispiel heißt es in der Übersetzung, daß das „kostbare Blut für alle“ vergossen wird.
Dagegen sagt der lateinische Text – sogar im letzten, überarbeiteten Text: „das kostbare Blut für viele“
und nicht für alle.
„Alle“ ist etwas anderes als „viele“. Das ist nur ein kleines Beispiel, das die
Ungenauigkeiten der gegenwärtigen Übersetzungen illustriert.
Nächstes Mal: Die Neue Messe ist eine
zweideutige, fragwürdige Messe
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#50 Tridentinus 14:47:59 | Donnerstag, 8. Mai 2008
@Dr. Otterbeck Informieren Sie sich mal über das inkarnatorische Prinzip in der Kirche und in der Liturgie,
dann erahnen Sie vielleicht, dass die intentio externa, also der korrekte rituelle Vollzug der sakrifikal-sakramentalen
Handlung, nicht Widerspruch zu Pascha-Mysterium und Mysteriengegenwart ist, sondern instrumentalursächlich
deren Voraussetzung und Bedingung – gerade auf dem Hintergrund des Ansatzes der Liturgiekonstitution des
II. Vaticanums!
#49 Dr. Otterbeck 09:03:09 | Donnerstag, 8. Mai 2008
pro multis Wenn Monseigneur sagen „für viele“, dann meint er „für wenige“ (oder nur: pro nobis?). Erschreckend
aber ist der flache, nominalistisch-naturalistische Opferbegriff. Als ob das wirkliche Opfer Christi von
der korrekten priesterlichen Zauberformel abhinge! Lefebvre ist der Erfinder eines anti-ökumenischen
Ritualismus, der unbewusst die Position der Gegenseite integriert hat: Katholisch ist aber nicht die symbolische
Vergegenwärtigung der Tat Christi, sondern die sakramentale Realpräsenz, das meint „Gedächtnis“.
clarissa colonia denn die Ästhetik ist eine der Liturgie inhärente und von ihr nicht zu lösende Dimension,
weil die sichtbare Schönheit der Liturgie auf die Schönheit und Gutheit des sie inspirierenden Gottes
verweist Werthe Clarissa, es scheint Ihrer Aufmerksamkeit entgangen zu sein, dass ich mich in meinem Beitrag
gegen die kaum nachvollziebaren ästhetizistischen Tendenzen gewandt habe. Die sind es nämlich, mit die
in einer leeren Künstlichkeit enden. Das ein Ritual oder das Ritual immer auch ästhetisch zu sein hat,
habe ich nie in Abrede gestellt. Ich habe ja auch nicht verlangt, dass anstastt eines vergoldeten Abendmahlskelchs
eine verrostete Konservendose verwendet werden. Der unliturgische Ästhetizismus, der von manchen Verfechtern
der alten Messfeier wie eine Monstranz hergetragen wird, hat etwas krankhaftes Künstliches. Schönheit
und Ästhetik lassen sich in der Feier der Liturgie ohne Verrenkungen und Verbiegungen und ohne atemberaubende
Tüllschleier präsentieren.
Alephs möchte-gern auftrumpfendes Auftreten steht in einer so krassen Disproportionalität zu seinen
intellektuellen Möglichkeiten, daß er als Vulgär-Modernist alle Kritik auf sich zieht: feinsinnige
und weniger feinsinnige. Eigentlich ist er für kreuz.net das, was der „Hau den Lukas“ für den Jahrmarkt
ist! Eine Belustigung und Kräfteerprobung!
Toll, Knalleph ist wieder da Da gibt es wieder Grund zur wahren Freude, nicht das man sich über Knalleph
kaputlachen sollte, das wäre wahrlich unchristlich, aber daran, das man Knallephs dümmliche Kommentare
ablehnt, erkennt man doch das man nicht ganz auf dem Holzweg ist. Wenn das Ritual im Mittelpunkt steht
und für so wichtig erachtet wird, dass es Glaubensinhalte ersetzt und sogar ein Schisma wert ist, dann
beginnt der Götzendienst. Wer Glaubensinhalte ersetzt sind doch große Bereiche der Amtskirche, sie ersetzen
Glaubensinhalte nicht nur durch Egalität, sondern schweigen viele auch tot. Das Christentum ist nie und
nimmer eine ritualistische Religion. Natürlich ist es das, wenigstens die Christen die noch etwas apostolisches
an sich haben, aber apostolisches hat der Knalleph nicht, man könnte sich sogar fragen ob er überhaupt
noch was christliches hat. Der Glaube passt in diesen Ritualismus nicht hinein, weil es bei diesen Feiern
in erster Linie um die fragwürdige Schönheit des Rituals geht, das verehrt und als anbetungswürdig
erachtet wird. Knallephs Gott hat Hörner und den Leitsatz geprägt:“ Tu was du willst und du bist frei!“
Dieser Leitsatz ist leider des betrogenen Betrügers Knalleph Grundlebensregel geworden.
Na, werter Alef, werfen Sie mal (anders als hier ansonsten üblich) nicht so inflationär mit dem Häresievorwurf
um sich, denn die Ästhetik ist eine der Liturgie inhärente und von ihr nicht zu lösende Dimension,
weil die sichtbare Schönheit der Liturgie auf die Schönheit und Gutheit des sie inspirierenden Gottes
verweist (sinngem. nach Balthasar, Herrlichkeit). Wenn aber Dinge, und auch ein Ritus fiele darunter,
verabsolutiert oder vergötzt werden, sind wir mühelos im Fetischismus, das dem Christentum wesensmäßig
fremd ist, weil es darin kein „heiliges Ding“ (B. Welte) gibt.
@aleph – wieder mal nichts verstanden Lesen Sie doch wenigstens den Artikel samt Überschrift, bevor Sie
wieder mal lospöbeln: „WIR BESTEHEN NICHT AUF RITUALEN UM DER RITUALE WILLEN“ heißt es schon in der
Überschrift. Es geht eben gerade nicht um die Oberfläche, sondern um den Inhalt. Und das geht aus dem
Artikel auch klar hervor. Kein Grund für Sie nicht dumm – dreist glatt das Gegenteil zu behaupten. Die
Form des „Betens“ bestimmt eben gerade auch den „Glauben“: lex orandi, lex credendi“. Aber das werden
Sie in Ihrer Verstocktheit nie verstehen und leeren mit Ihren Mitstreitern lieber weiter die Kirchen mit
liturgischer Schmalkost.
Vom Ritual als Ritual des Rituals Wenn das Ritual im Mittelpunkt steht und für so wichtig erachtet wird,
dass es Glaubensinhalte ersetzt und sogar ein Schisma wert ist, dann beginnt der Götzendienst. Das Ritual
wird vorgeschoben und nach ästhetizistischen Aspekten ausgerichtet. Das Ritual hat aber nach christlichem
Verständnis keinen Wert an sich. Das Christentum ist nie und nimmer eine ritualistische Religion. Die
Gruppen, die stets rituelle Abläufe, besonders die tridentinische Form der Messfeier in den Vordergrund
schieben, um neuzeitliche liturgische Formen in Misskreidit zu bringen und zu verlästern, handeln unwahrhaftig,
weil sie das Ritual zum Ritualerheben und nur um des Rituals willen begehen. Der Glaube passt in diesen
Ritualismus nicht hinein, weil es bei diesen Feiern in erster Linie um die fragwürdige Schönheit des
Rituals geht, das verehrt und als anbetungswürdig erachtet wird. Das ist die Häresie, denn das Ritual
verdient keine Anbetung.
Übersetzungen und lingua franca Eines der größten Probleme der EU ist das babylonische Sprachengewirr.
Heute gibt es mehr als 20 Sprachen und die wichtigsten Dokumente werden nur in Englisch, Französisch
bzw. tw. auch in Deutsch ausformuliert. Die finnische Republik hat dies für sich erkannt und gibt die
wichtigsten Dokumente nunmehr in LATEIN als Urmeter heraus, an denen sich alle anerkannten Sprachen orientieren
müssen. Die Freigabe der Landessprache hatte auch einen Sinn: keiner, der diese nicht spricht, fühlt
sich mehr mit dem anderen in der Hl. Messe verbunden und meist geht er vor allem im Urlaub auch nicht
mehr dorthin.
Frage Jede Übersetzung verändert den Sinn eines Textes zumindest leicht, und keine zwei Wortschätze
zweier Sprachen haben für jedes Wort exakt eine Entsprechung. Beispiel: lat. sacrificium = deut. Opfer
lat. oblata = deut. Opfer lat. hostia = deut. Opfer Wobei das deut. Wort Opfer sowohl die Handlung als
auch die Opfergabe bedeuten kann. Im Latein ist das klarer: oblata und hostia bedeuten jeweils das, was
geopfert wird. Beide Wörter haben jedoch auch wieder kleine Unterschiede: hostia müsste man mit „Opfertier“
übersetzen, oblata ist allgemeiner. Allerdings ist die Übersetzung „Opfertier“ im Canon falsch, da Christus
im deutschen Sprachgebrauch nicht als „opfertier“ bezeichnet wird und dieses Wort wieder zu eng auf Tiere
bezogen ist. Das deutsche Wort „Hostie“ bezeichnet nun wieder was anderes, nämlich – natürlich durch
die Messe kam das Wort in die deut. Sprache – die sichtbare und fühlbare Brotscheibe. Das nur so als
Beispiel. Ein guter Lateiner könnte dieses Beispiel noch korriegieren, präzisieren, ausbauen. Im übrigen
ist es eine bekannte Binsenweisheit, dass Übersetzungen den Sinn eines Textes fast immer leicht verändern.
Eines leuchtet mir bei Deinem Lob auf Lateinische nicht ein. Um den Inhalt des Lateinischen zu erfassen
müssen doch alle, die es lernen, es … genau: übersetzen. Oder?????
@Gotthard dem kann ich nur beipflichten. Wir haben immerhin die Unterscheidung zwischen anabatischen und
katabatischen Dimensionen unserer Liturgie, das vermag sonst keine Religion!
Mangelnde Demut das kennzeichnet das Handeln des „Erz“bischof Lefebvre. Aus einer subjektiven Gewissensnot
heraus hat der das Schisma hingenommen. Er hat sich aber nie einer Prüfung seines Gewissens gestellt.
Das weißt auf eine mangelhafte Demut und sogar fehlende Gottesfurcht hin. Statt dessen sind hier durchaus
egoistische Gründe anzunehmen. Und bei der Gewissensentscheidung kann man die theologische Lehre des
irrenden Gewissens heranziehen.
@Gotthard ich mag mich irren, aber sind die von Dir als falsch dargestellten Aussagen nicht in Trient
dogmatisiert worden? Sollte dies der Fall sein, wäre es dann nicht zumindest angebracht, zu sagen, daß
die diese „falschen“ Aussagen lediglich nicht DEINEN Glauben ausdrücken?
Also bei Hippolyt von Rom findet sich zwar der Opferbegriff nicht ausdrücklich, geht aber aus dem Einsetzungsbericht
(Qui cum passióni voluntárie traderétur …) klar hervor. In den so bösen (weil „handgestrickten“)
preces III u. IV findet er sich sogar mehrfach ausdrücklich. III: oblátio munda offerátur … offérimus
tibi … hoc sacrifícium vivum et sanctum … réspice … in oblatiónem … agnóscens hóstiam, cuius
voluísti immolatióne placári … haec hóstia nostræ reconciliatiónis IV: offérimus tibi … sacrifícium
tibi acceptábile et toti mundo salutáre … réspice … in hóstiam … pro quibus tibi hanc oblatiónem
offérimus … et offeréntium
@möchtegern-k der Canon wurde entstellt – im sehr häufig gebrauchten 2. Hochgebet ist z.B. der Opfergedanke
komplett entfernt. die Hochgebete wurden nicht entstellt – sie wurden eher von ihrer einseitigen Sicht
befreit. Alle approbierten Hochgebete sind wirklicher Ausdruck unseres Glaubens. Die einseitige Opfertheologie
der Eucharistiefeier führte dann zu solch falschen Aussagen wie * unblutige Wiederholung des Kreuzesopfers
* Erneuerung des Kreuzesopfers
@clarissa colonia und @Gotthard Wenn Sie heute einen Canon machen würden, der in aktueller Sprache ist
(z.B. deutsch) und theologisch genau so gut wie der Alte Canon, dann wäre ich damit im wesentlichen einverstanden.
Es bestände die Gefahr, dass der Canon sinnentstellend verändert würde, aber solange gute Theologen
darüber wachen, liese sich auch diese Gefahr bannen. Genau da liegt ja das Problem: der Canon wurde entstellt –
im sehr häufig gebrauchten 2. Hochgebet ist z.B. der Opfergedanke komplett entfernt. Und solange das
so ist, ist der Messtext in der toten, fast unveränderlichen Sprache, in der „Vitrine“ besser aufgehoben,
als auf der Töpferscheibe von Leuten, die offensichtlich den Opfercharakter nicht begriffen haben. Das
ist wohl auch ein wesentlicher Unterschied zu den ersten Jahrhunderten: dort wurden diese Glaubensgeheimnisse
von den Kirchenvätern erkannt und in den Canon eingebaut – heute werden sie herausgerissen.
Also, werter möchtegern-kathole, gehr es nach Ihnen nicht um die Veränderung selbst, sondern um deren
Quantität; es besteht also eine Parallelität zwischen Sprache und Inhalt: Weil sich Latein weniger verändert
als eine (rezente) Sprache, ist es der Liturgie angemessener als diese, weil in der Liturgie weniger veränderliche
(sic!?) Glaubensinhalte ihren Ausdruck finden. Nun gut, ich bin keine Liturgiewissenschaftlerin und will
mich daher nicht (abschließend wie angreifbar) festlegen; aber, daß der Canon romanus eine sehr alte
Tradition besitzt, die bis in die Zeiten zurückreicht, in der seine sprache noch lingua recens war, darüber
dürfte wohl Einvernehmen herrschen, oder? Es wirt ja aus bestimmter Provenienz immer wieder betont, der
außerordentliche Ritus sei kein „Kunstprodukt“. Also wird kaum zu bestreiten sein, daß die „circumstantes“
des (laut rezitierten) Canon (die „Flüsterrubrik“ ist ja m. W. erst eine Zutat des XIII. Jhdt.) diesen
noch als in ihrer Muttersprache vorgetragenen verstanden haben dürften. Wenn dies zutrifft ist doch zu
fragen, weshalb die Alten den Canon und die Messe in ihrer Muttersprache hören durften, wir Heutigen
aber nicht? Wenn es jenen erlaubt war und Gnaden erwarb, kann desgleichen doch für uns kaum ein Sakrileg
sein! Resp. woraus sich dann die größere Angemessenheit der lateinischen Liturgiesprache herleiten sollte,
wenn nicht daraus, daß sie heute eben nicht mehr in gleicher Weise verstanden wird, obwohl das einstens
zweifelsfrei anders war?
@möchtegern-k Damals diente Latein der besseren Verbreitung – auch ein wichtiger Grund! Gebet, Liturgie,
Theologie … alles wurde in der gesprochenen Sprache ausgedrückt, worin denn sonst? Glaubensverbreitung
ist doch heute ein mindestens so großes Thema wie im 2. Jahrhundert. Verständlichkeit ist heute so wichtig
wie damals. Latein mag ja in Zentraleuropa bis vor einige Jahrzehnten noch gelehrt und gelernt worden
sein – doch war das in weiten Teilen der Welt nicht mehr der Fall – und ist heute auch in Zentraleuropa
nicht mehr der Fall. Ohne Latein könnte China heute christlich sein … die grundlegenden theologischen
Schriften sind in gesprochenen Sprachen verfasst worden … „old Marcel“ hat eine sehr merkwürdige Vorstellung
vom Glauben – scheint für ihn wie ein Museum zu sein, eine tote Sprach als „Vitrine“.
@clarissa colonia Die marginalen Änderungen im Latein, so es sie tatsächlich gibt, sind so gering, dass
sie nur für die theoretische Aussage taugen „es gibt Änderungen“. Dass es minimale Änderungen gibt,
gesehe ich Ihnen gerne zu, das ändert aber nichts am Grundsatz: Denn dass die Änderungen im Latein viel
viel kleiner sind als in einer Gebrauchsprache, müssen Sie zugeben – und sind ein Argument für Latein.
Klarheit der Gedankenführung? Niemals behauptete ich einen Einfluß des genannten Lexicon auf den Canon
der Messe; aber Sie selbst räumen ja ein, daß es sich dabei um eine Erweiterung (d. h. Veränderung)
des lateinischen Wortschatzes handelt. Darauf verweisend argumentierte ich, daß sich also im Bereich
des Wortschatzes wohl doch eine (gewiß geringe) Veränderung ergibt. Wenn es diese Veränderung also
überhaupt gibt, ist die wieder und wieder behauptete Unveränderlichkeit der Sprache im Bereich des Wortschatzes
als solche widerlegt. Dies trifft auch (obzwar kaum in gleicher Offensichtlichkeit) auf die Arbeit des
Oxford Latin Dictionary zu, dessen verändernde Wirkung an der Bedeutungstiefe und -fülle des bekannten
lateinischen Wortschatzes ansetzt; also auch hier Veränderung, obwohl doch immer wieder die Unveränderlichkeit
der Sprache und des Wortschatzes behauptet wird. Nun, werden Sie sagen, das verändert aber doch den Sinn
des Canons nicht. Aber, woher wissen Sie das denn? Sind Ihnen (kraft welcher Eingebung) die Gedanken derer
bekannt, die weiland am römischen Canon mitformuliert haben. Deren Gedanken sind uns weder mit Latinum,
noch mit philologischem Studium abschließend zugängig, so daß auch die Aussagen des Canon durch die
lexikographische Arbeit der oxonianischen Gelehrten sehrwohl eine Bedeutungsnuncierung erlangen können;
zumindest ist das nicht auszuschließen. Auch daraus folgt: Wenn es Veränderungen (und seien sie anscheinend
noch so gering) geben kann, widersprechen sie der Unveränderlichkeit.
@clarissa colonia Ihr Argument mit dem „Lexicon recentis latinitatis“ ist irrelevant, weil es sich nur
auf Begriffe bezieht, die im alten Latein nicht vorkommen, sondern nur auf das „recens“. D.h. es bezieht
sich nicht auf die im Messtext verwendeten Wörter, sondern nur auf neue Wörter. Darüber hinaus ist
es weitgehend bedeutungslos. Noch klarer: weil ein paar Lateiner für moderne Bedeutungen lateinische
Wörter erfinden, ändert sich noch lange nicht das im Messtext verwendete Kirchenlatein. Zum Argument,
die Messe sei ja in der Antike auch in einer sich ändernden Sprache gefeiert worden. Das ist natürlich
richtig. Wohl wurde sie ja auch in griechisch gefeiert, das ebenfalls damals Sprach im Alltagsgebrauch
war. Dass das so war, hat aber gute Gründe: in welcher toten Sprache (die jedoch soweit bekannt war !!!)
hätte man es denn damals sonst feiern sollen? Damals diente Latein der besseren Verbreitung – auch ein
wichtiger Grund!
Die Wiederholung eines Irrtums macht diesen nicht richtig! Sicher, die leteinische Sprache verändert
sich nicht mehr; zumindest für viele (pro multis) nicht mehr so sichtbar, gibt doch die LEV bis heute
das immer wieder aktualisierte „Lexicon recentis latinitatis“ heraus. Also kann niemand mehr behaupten,
der lateinische Wortschatz ändere sich nicht. Aber, wird jetzt sicher entgegnet, die Grammatik, die Grammatik;
ja, die ändert sich wegen der fehlenden Sprachgemeinschaft natürlich nicht mehr, sonst wäre die Funktion
des lateinischen Ablativs wahrscheinlich schon auf den Dativ übergegangen, wie dies bereits im (Alt-)
Griechischen der Fall war. Schön und gut; aber wenn die fehlende grammatikalische Veränderung die Liturgieeignung
einer Sprache ausmacht, weil diese nicht mehr von vielen gesprochen und verstanden wird, haben wir das
nächste Problem: Warum durften dann die alten (scil. christlichen) Römer in lateinischer Sprache feiern,
obwohl sich ihre Sprache noch verändert hat und vor einer (klaren) Bevölkerungsmehrheit gesprochen wurde?
Das nämliche Problem gäb es dann (für die Antike) auch mit dem Griechischen. Die Frage mangelnder Veränderlichkeit
einer (vermeintlich) toten Sprache taugt also nicht als Argument für oder gegen eine Liturgiesprache.
Außerdem: Wenn es so um die lateinische Kultsprache geht, wieso hört man von ihr dann im außerordentlichen
Ritus so wenig?
@ sexychrist: Wandlungsworte Es mag zwar eine falsche Übersetzung sein, doch es ist bei weitem sinnvoller.
Jesus ist für die Sünden ALLER Menschen gestorben und nicht nur für die von arroganten, selbstherrlichen
Tradis. Lieber sexychrist, wenn Sie von theologischen Fragen keine Ahnung haben, dann halten Sie doch
einfach mal den Mund. Ihr Einwand ist läppisch und unqualifiziert. Ihr Einwand ist so überflüssig wie
ein Kropf. Lesen Sie das Schreiben der Gottesdienstkongregation …w.pro-missa-tridentina.de/news/news_32.htm
und Sie wissen was ich meine. Das „für alle“ findet sich weder in den Einsetzungsberichten der Hl. Schrift
noch in den Wandlungsworten sämtlicher traditionellen Liturgien. Es ist zwar richtig, daß Christus sein
Blut für alle Menschen vergossen hat, insofern alle Menschen die Möglichkeit haben, das Heil zu erlangen.
Damit ist dann das Heilsangebot gemeint. In der Messe aber geht es um den Neuen Bund („Dies ist der Kelch
des neuen und ewigen Bundes, mein Blut …“), und zu diesem Bund gehören nun einmal nicht alle, sondern
nur viele, nämlich diejenigen, die das Heil annehmen. In der Messe geht es also nicht um das Heilsangebot,
sondern um die wirksame Heilsvermittlung. P.S.: Klarstellend möchte ich noch darauf hinweisen, daß ich
Sie nicht für Ihre Unwissenheit kritisiere, sondern dafür, daß Sie trotz offensichtlicher Unwissenheit
trotzdem meinen, Ihren Senf zum Thema geben zu müssen.
„Marcel“ hatte schon Recht Jede Übersetzung verändert den Sinn eines Textes zumindest leicht, und keine
zwei Wortschätze zweier Sprachen haben für jedes Wort exakt eine Entsprechung. Beispiel: lat. sacrificium =
deut. Opfer lat. oblata = deut. Opfer lat. hostia = deut. Opfer Wobei das deut. Wort Opfer sowohl die
Handlung als auch die Opfergabe bedeuten kann. Im Latein ist das klarer: oblata und hostia bedeuten jeweils
das, was geopfert wird. Beide Wörter haben jedoch auch wieder kleine Unterschiede: hostia müsste man
mit „Opfertier“ übersetzen, oblata ist allgemeiner. Allerdings ist die Übersetzung „Opfertier“ im Canon
falsch, da Christus im deutschen Sprachgebrauch nicht als „opfertier“ bezeichnet wird und dieses Wort
wieder zu eng auf Tiere bezogen ist. Das deutsche Wort „Hostie“ bezeichnet nun wieder was anderes, nämlich –
natürlich durch die Messe kam das Wort in die deut. Sprache – die sichtbare und fühlbare Brotscheibe.
Das nur so als Beispiel. Ein guter Lateiner könnte dieses Beispiel noch korriegieren, präzisieren, ausbauen.
Im übrigen ist es eine bekannte Binsenweisheit, dass Übersetzungen den Sinn eines Textes fast immer
leicht verändern. Dazu kommt etwas anderes: eine moderne sprache verändert sich im Lauf der Zeit. D.h.
dass die Worte langsam aber sicher ihre Bedeutung ändern. Grund sind Einflüsse anderer Sprachen, technische
Erfindungen, die mit bereits vorhandenen Worten belegt werden usw. Eine Übersetzung müsste also ständig
angepasst werden. Erzbischof Lefebvre hatte schon Recht
oh Marcel Es ist ein Weg, unseren Glauben unverändert zu lassen, weil man bei einer Übersetzung der
lateinischen Worte die Wahrheit unseres Glaubens nicht exakt ausdrücken kann – wie das im Lateinischen
der Fall ist. Was muss das für ein Glaube sein, der sich nur und ausschließlich in einer bestimmten
Sprache exakt ausdrücken läßt? Das Wort ist Fleisch geworden – aber nicht Latein!
So schwer ist es nicht Jesus ist für alle gestorben, aber auch für viele leider vergeblich. Jesus wollte,
dass alle durch sein Blut gerettet werden. So starb er subjektiv „für alle“. Leider aber lehnten und
lehnen viele dies ab. So starb er eben objektiv nur „für viele“ andere.
an sexychrist Gott sei Dank haben gute Theologen die Absicht Christi endlich nach soooo langer verlorener
Zeit verbessert.Danke!Danke!Danke!Warum nicht gleich so.
was soll daran falsch sein? Zum Beispiel heißt es in der Übersetzung, daß das „kostbare Blut für alle“
vergossen wird. Dagegen sagt der lateinische Text – sogar im letzten, überarbeiteten Text: „das kostbare
Blut für viele“ und nicht für alle. Es mag zwar eine falsche Übersetzung sein, doch es ist bei weitem
sinnvoller. Jesus ist für die Sünden ALLER Menschen gestorben und nicht nur für die von arroganten,
selbstherrlichen Tradis.
@Parmenas Ihr Tun ist somit eine reine Show und eine Beleidigung der Gottesmutter. Inwiefern ist eine
Messe eines ungültig Geweihten (= nicht Geweihten!?!) bitteschön eine Beleidigung der Gottesmutter?
Wo in der Messe beten Sie denn zur Gottesmutter? Oder ziehen Sie Wortkärtchen (eines aus dem Beutel mit
„Sakralem“, eines aus einem Beutel „Beschimpfungen und Schmähbegriffe“ und eines aus dem Beutel „Pseudo-Kirchenrechtliches“)
bevor Sie hier was schreiben und setzten die Ergebnisse der Ziehung nach den Regeln der dt. Standartgrammatik
zusammen? Das würde manches erklären. Ein Tip: Nehmen Sie mal die Karte „Gottesmutter“ aus dem Beutel
mit „Sakralem“ raus, die ist nämlich öfter unpassend als passend, wenn Sie dann Sätze bilden (s.o.!)
:)3 :)3
Wandlungsworte Ja. Zum Beispiel heißt es in der Übersetzung, daß das „kostbare Blut für alle“ vergossen
wird. Dagegen sagt der lateinische Text – sogar im letzten, überarbeiteten Text: „das kostbare Blut für
viele“ und nicht für alle. Bis ins Jahr 2006 haben einen die meisten Katholiken (vor allem die liberalen
Klugscheißer hier im Form) für rückständig, reaktionär, vorkonziliar oder ähnliches gehalten, wenn
man diese Forderung aufstellte. In jedem Falle hielt man eine Änderung für absolut überflüssig. Im
Oktober 2006 hat die Gottesdienstkongregation dann ein Schreiben veröffentlicht, in dem es u.a. heißt:
Die Bischofskonferenzen der Länder, in denen derzeit der Wortlaut „für alle“ oder ein Äquivalent dafür
im Gebrauch sind, werden daher gebeten, den Gläubigen in den nächsten ein bis zwei Jahren die notwendigen
Katechesen über dieses Thema zu halten, um sie für die Einführung einer genauen Übersetzung der Wendung
pro multis – zum Beispiel „for many“, „per molti“, etc. – in die Landessprache vorzubereiten. Mich würde
mal interessieren wie weit man in den anderen Diözesen mit der entsprechenden Katechese vorangeschritten
ist. In meiner Heimatdiözese habe ich jedenfalls den Eindruck, daß mit dem entsprechenden Schreiben
das gleiche geschieht, wie mit den meisten anderen Schreiben aus dem Vatikan auch: Ablage 17 senkrecht!
Die neue Messe … … vor allem fragwürdig, weil die meisten Prietser nicht mehr gültig geweiht sind
und somit überhaupt nicht über die Wandlungsvollmacht verfügen. Ihr Tun ist somit eine reine Show und
eine Beleidigung der Gottesmutter.
Jetzt mal keine Polemik, sondern eine Frage: Offensichtlich kritisiert der Erzbischof, dass bei der Gabenbereitung/Opferung
im NOM nicht ausdrücklich das Opfer vorkommt. Abgesehen vom „Suscipiat“, wo es ja doch vorkommt: Warum
soll man denn schon bei der Gabenbereitung von Opferung sprechen? Sollen wirklich die unverwandelten Gaben
von Brot und Wein ein Opfer sein? Ist das Opfer nicht vielmehr die Selbsthingabe Jesu in den Gestalten
von Brot und Wein?
Mahlopfer vs Opfermahl was ist es nun ? eine Wunderhandlung wo Gott herbsteigt und sich persönlich den
Menschen schenkt oder eine gemeinsame Feier des letzten Abendmahles wo man sich erinnert und (neotheologisch
formuliert) Christus unter uns ist weil man sich ihn vergegenwärtigt. es ist hier ein riesengrosser Glaubenunterschied
vorhanden der mit der deutschen Sprache gut verdeckt und umschrieben werden kann nicht jedoch in der exakten
lateinischen Terminologie.
@Soz.kath. Richtig, Mahl- UND Opfercharakter sind die Stichworte, und nicht nur bloß noch Mahl- und Gemeinschaftscharakter,
wie viele es in Ihrem grenzenlosen NOM-Hass behaupten. Einseitige (Über-)Betonungen des einen ist genauso
problematisch wie Überbetonung des anderen.
Ist doch offiziell dass zwar der Wortlaut „Opfer“ noch existiert, der eucharistische Teil im NOM aber
doch im Grunde nur noch als eine Gemeinschaftsveranstaltung und Mahlfeier verstanden wird, und in der
das Wesentliche fehlt. Der opfercharakter sollte zurückgestellt werden und das zurückgestellte mit Mahl
und Gemeinschaftselementen aufgefüllt werden. Was früher reines Opfer war soll heute alles drei haben:
Mahl, Gemeinschafts und Opfercharakter.
jetzt fahren sie ihr schwerstes Geschütz auf… diese Ängstlichkeit den Glauben einzubüßen, wenn man
nicht festhält an einem stoischen Ritual lässt mich vermuten, dass ihr bei all dem Gerede von Wandlung
eigentlich keine Ahnung habt von der Art wie die Liebe die Welt mitzureissen und zu verwandeln vermag.
Ihr seid vielmehr stehengeblieben mit einer bestimmten Art zu lieben, ihr habt es verkultet und einzementiert
und der Möglichkeit der Wandlung und des geistigen Fortschritts (in der Wahrheit wohlgemerkt) entzogen.
Euch ist es wahrscheinlich undenkbar, das eure Art zu lieben nur der Kokoon ist einer größeren Liebe
ist, die daraus hervorbricht und die Welt als ganze zu erfassen vermag, weil sie wahrhaft grenzenlos und
göttlich ist.
@ RJH Sie haben Recht. Aber garantiert werden Ihnen in Kürze einige Herrschaften ausführlichst erklären
können und sich über Ihre Ausführungen hinwegsetzen, dass zwar der Wortlaut „Opfer“ noch existiert,
der eucharistische Teil im NOM aber doch im Grunde nur noch als eine Gemeinschaftsveranstaltung und Mahlfeier
verstanden wird, und in der das Wesentliche fehlt.
Keine Erwähnung des Opfers im NOM? Nach der Gabenbereitung (zu der auch viele immer noch Opferung sagen)
wird doch regelmässig von allen gebetet: „Der Herr nehme das Opfer an…“ Außerdem werden im NOM zur
Gabenbereitung auch schöne Lieder gesungen in denen der Opfercharakter zum Ausdruck kommt „…empor wie
Weihrauch steiget das Opfer Herr zu Dir…“