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Freitag, 9. Mai 2008 17:05
Haben bayerische Bischöfe gedroht?
Eine gemeinsame Pressekonferenz hätte das Eichstätter Pressedesaster verhindern können – sagt der abgelehnte Präsident der dortigen Universität.
Siesta vor der Mensa der Universität Eichstätt.
Siesta vor der Mensa der Universität Eichstätt.
(kreuz.net, Eichstätt) Er habe nach den Gründen für seine Ablehnung gefragt und keine Antwort bekommen  – bedauerte der gewählte, aber von Bischof Gregor Maria Hanke abgelehnte Präsident der katholischen Universität Eichstätt, Ulrich Hemel, im Gespräch mit der Webseite ‘Spiegel Online’.

Hemel beruft sich auf den „demokratischen Brauch“, daß man beim Streit um eine Sache sein Gegenüber und dessen Argumente kenne.

Bischof Hanke habe ihm nur allgemein ein fehlendes Vertrauen mitgeteilt.

Hemel erklärt, in Eichstätt gar keine Chance bekommen zu haben, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen: „Deshalb finde ich die Begründung des Bischofs sehr dürftig.“

Universität EichstättUniversität EichstättKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 4 Bildern zu starten.

Vor ‘Spiegel Online’ schloß er nicht aus, daß Bischöfe gedroht haben, im Falle einer Ernennung aus der gemeinsamen Finanzierung der Universität auszusteigen.

Am 9. April habe ihm Mons. Hanke mitgeteilt, daß in Rom Bedenken gegen ihn vorgetragen würden.

Anschließend hörte der designierte Präsident nichts mehr, bis ihn der Bischof diese Woche empfing.

Jetzt ärgert sich Hemel besonders über den langen Zeitraum, der bis zu seiner definitiven Nicht-Ernennung verstrichen ist.

Er glaubt, daß man das Presse-Desaster der vergangenen Tage durch eine gemeinsame Pressekonferenz hätte verhindern können.

Im Interview erwähnt Hemel auch Pläne, die er im Falle seiner Präsidentschaft in der Universität umgesetzt hätte.

Er hätte Studenten die Semesterbeiträge erlassen, wenn sie einige Stunden bei der Caritas gearbeitet hätten.

Ferner hätte er das Thema „Management der globalen Zivilgesellschaft“ besonders gefördert.

Schließlich wollte er einen Studiengang für Elementarpädagogik einrichten, um die Ausbildung im Vorschulbereich zu stärken.

Auf seine eigene Zukunft angesprochen weist Hemel auf seine Autorentätigkeit hin.

Derzeit schreibt er über den bekannten spanischen Schriftsteller, Hochschullehrer und Jesuiten Baltasar Gracián († 1658). Dieser verlor sein Lehramt, erhielt Publikationsverbot und sogar Hausarrest.

Hemels Buch wird „Gracián für Manager“ heißen:

Neben seiner Autorentätigkeit ist Hemel weiterhin unternehmerisch tätig.

© Bilder: Pressefotos Universität Eichstätt
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 26 Lesermeinungen:
Sonntag, 11. Mai 2008 10:24
Lieber ratibor, leider komme ich erst jetzt dazu, Ihre Einlassung zu mir lesen zu können. Also: Vorab einen pfingstlichen Gruß. Und ich bin ganz Ihrer geschätzten Meinung, Sie wackerer Verfechter der wahren Freiheit von Lehre und Forschung. Nie, aber auch nie würde ich bestreiten, dass 25 % eine gewaltige Summe ist, für die man sehr sehr viel Gutes tun kann – Sie mißverstehen mich völlig und lesen böse Dinge aus meiner Stellungnahme. Und, wie Abraham damals vor Sodom: wären es nur 20 ode 15 oder 10 usw. Immer kann es sehr sehr viel sein, die der demütige Kirchensteuerzahler seinen Hirten in die geweihten Hände legt, damit diese, unter mildem römischem Blick, dieses Geld so verwenden, dass es dem Wohle der Kirche dient und gewiss nur solche Männer (und manchmal auch Frauen) besoldet, die in Demut und aufrichtiger frommer Gesinnung geprägt sind. Soviel zum Grundsätzlichen. Seien wir, Sie und ich und viele dieses ehrenwerten Forums, froh darüber, dass Rom die Notbremse gezogen hat. Freuen wir uns auf neue Bewerber, die hoffentlich in wahrer Demut verharren und nicht zuerst durch möglicherweise zweifelhafte wissenschaftliche Leistungen zu überzeugen trachten. Und kämpfen wir dafür, dass Rom noch mehr Einfluss auf unsere ohnehin manchmal, sagen wir es doch ganz deutlich, in aller Freiheit geistig verlausten Hochschulen bekommt! Jawoll und frohe Pfingsten, viel Geist Ihnen allen hier, jawoll!
Samstag, 10. Mai 2008 09:58
Pünktchen: UNGLAUBLICH!
Samstag, 10. Mai 2008 09:54
Andreas Wingenfeld: Algermissen gut – Hanke böse?
iustus schrieb: Spricht Rom, wird gejammert. Schmeißt aber der Bischof von Fulda in SJM-Priester aus dem Bistum dann wird von den Kritikern verlangt, sich

a) dem sicherlich von tiefer Weisheit getragenen Ratschluss ohne Murren zu beugen und b) nicht schrecklich rumzujammern und aufzumucken.

Die kritischen Nachfrager mussten in Freude und in Dankbarkeit das bejahren, was Algermissen der SJM in seiner unendlichen Weisheit verkündet hat. Jawoll!


So ist es.

Leute wie Gotthard haben im Fall des SJM-Rauswurfs in Fulda genau andersherum argumentiert wie hier. Der Vatikan und Bischof Hanke sind aus ihrer Sicht eben die Bösen, Bischof Algermissen dagegen ist der unhinterfragbar Gute. Da kann schon mal gegen die Gesetze der Logik verstoßen werden.
Samstag, 10. Mai 2008 08:10
Gotthard schrieb:
„dieses römische „nihil obstat“ ist auch eine neuere Entwicklung zur Entmündigung der Ortsbischöfe.“

Seit dem 1. Clemensbrief an die Gemeinde von Korinth(um oder vor dem Jahr 100), in dem sich Papst Clemens durchaus in die Fragen der dortigen Gemeinde einmischt. Und schon Papst Viktor I. (vor dem Jahr 200) exkommuniziert Gemeinden in Kleinasien, beide wirken also als Päpste und nicht mehr als Bischöfe von Rom.

Das modern-modernistische Märchen, der Papst sei nur einer von vielen Bischöfen, ist zwar mit dem Vat. II und seiner Bischofs-„Kollegialität“ vereinbar, die im protestantischen Extremfall gar keinen Papst mehr kennt, aber nicht mit der kath. Lehre, die auf 2000 Jahren Papstum und dem Herrenwort basiert: „Du bist Petrus“ – der Fels.
Freitag, 9. Mai 2008 22:21
Parmenas: @Ratibor: Ihr Name erinert mich …
… an das schöne Städtchen Ratibor. Was die Ablehnung von Neurom nun aber mit Links- und Rechtsextremismus zu tun haben soll, das bleibt mir bislang verborgen.
Freitag, 9. Mai 2008 22:19
Ratibor: @Gotthard – knapp daneben
Ubi Petrus, ibi Ecclesia !
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