Ich wollte nie in eine Schublade
„Es ist denkbar, daß es mit der Katholikenzahl wieder aufwärts geht. Warum nicht?“ Der neue Wiener Weihbischof im Interview.
(kreuz.net) Er sei mit 43 Jahren sehr jung für das Bischofsamt: „Aber ich bin nicht der jüngste Bischof
in Österreich. Das ist Anton Leichtfried (40), der Weihbischof von Sankt Pölten.“
Das erklärte Mons. Stephan Turnovszky, der am Pfingstmontag in Wien zum Bischof geweiht und anschließend als Weihbischof tätig sein wird, am 8. Mai vor der Wiener Tageszeitung ‘Die Presse’.
Er sei sieben Jahre Pfarrer gewesen. Das sei keine schlechte Vorbereitung auf das Bischofsamt.
Die Frage, ob er ein Job-Hopper sei, verneint er: „Ein wichtiges Prinzip war – das unterscheidet mich vom Job-Hopper – daß ich meine Jobs nicht gesucht habe, sondern gefragt wurde.“
Auf den Vorwurf, daß der Wiener Kardinal sich mit jungen Ja-Sagern ohne viel Erfahrung umgebe, meint Mons. Turnovszky:
„Ich habe zur Ernennung zum Weihbischof ja gesagt. Es gab manche Dinge, wo ich dem Herrn Kardinal signalisiert habe, daß das nicht das Meine ist.“
Keine Angst vor Mohammed
Mit dem Baum von Moscheen – „Minaretten“ in der Diktion von ‘Die Presse’ – hat der Weihbischof keine Probleme: „Die freie Religionsausübung ist ein Grundprinzip unserer Demokratie und Gesellschaft ist.“
Auf einen öffentlichen Streit mit Bischof Elmar Fischer von Feldkirch, der Moscheen als Provokation bezeichnet hatte, läßt sich Mons. Turnovszky nicht ein:
„Ich möchte Einheit wahren unter den Bischofskollegen und ihm persönlich sagen, was ich denke.“
Gleichzeitig hält es Mons. Turnovszky für gut, darauf hinzuweisen, daß es Christen nicht auf der ganzen Welt möglich ist, ihre Religion frei auszuüben.
An die Adresse der österreichischen Muslime wünscht er sich aber klare Stellungnahmen zur Unterdrückung von Christen in anderen Teilen der Welt:
„Es ist selbstverständlich, daß wir aufschreien, wenn Muslimen wegen ihres Glaubens Unrecht getan wird.“
Man dürfe auch erwarten, daß Moslems im Westen aufschreien, wenn Christen Unrecht getan wird: „Ich erinnere an die Ermordung des Erzbischofs von Mossul im Irak.“
Der Massenabfall der Wiener Katholiken
Der Weihbischof wird auch mit der Tatsache konfrontiert, daß die Zahl der Katholiken in Wien unter fünfzig Prozent gefallen ist.
Eine „Offensive“ – Diktion von ‘Die Presse’ – will er aber deshalb nicht: „Das klingt nach Zwang, Gewalt.“
Es gehe der Kirche um das Gegenteil: „Wir wollen die Freiheit des anderen Menschen hochhalten, aber ihm aus Liebe und Interesse das Beste geben und zeigen, was wir haben. Und das Beste, das wir haben, ist Christus.“
Mons. Turnovszky hält den gegenwärtigen Trend nicht für unumkehrbar. Er sei aber gegenwärtig zu akzeptieren: „Es ist denkbar, daß es mit der Katholikenzahl wieder aufwärts geht. Warum nicht?“
Daß die Kirche so wenig Gehör findet, führt der designierte Weihbischof auf einen „Trend hin zu mehr Individualisierung“ zurück:
„Mitgliederschwund trifft ja die evangelische Kirche genauso wie den Tennisverein.“
Von Kardinal Groër unberührt
Mons. Turnovszky wird auch auf den ehemaligen Erzbischof von Wien, Hans Hermann Kardinal Groër († 2003), in deren Zeit er Seminarist war, angesprochen.
„Persönlich habe ich Kardinal Groër als Seminarist immer sehr aufmerksam empfunden.“
Er könne über ihn „nichts Schlechtes“ sagen: „Ich weiß natürlich, was in den Medien gestanden ist und hätte mir auch mehr Klarheit von ihm gewünscht.“
Für ihn sei die damalige Situation um den Kardinal „spirituell gesehen“ aber nicht von großer Bedeutung gewesen:
„Die spirituelle Verwurzelung ist viel tiefer als die Wellen an der Oberfläche. Zweifel an meiner Berufung hatte ich nie. Ich wollte nie in eine Schublade: Ist der konservativ, ist der progressiv?“
Genuin theologisch?
Auf den Hinweis, daß es heute innerkirchlich sehr ruhig geworden sei, winkt Mons. Turnovszky ab:
„Man spricht genuin theologische Themen an. Unser Papst macht das bewußt und wiederholt: das Thema Vernunft und Glaube ist viel stärker da.“
Den Einwand, daß der Schwung des Papst-Besuches in Österreich verpufft sei, will Mons. Turnovszky nicht gelten lassen:
„Der Papst-Besuch war ein wunderbares Ereignis. Das ist, so wie wenn man Weihnachten feiert: Das feiert man auch nicht das ganze Jahr. Nachher kommt der Alltag. Und das ist gut so.“
Das erklärte Mons. Stephan Turnovszky, der am Pfingstmontag in Wien zum Bischof geweiht und anschließend als Weihbischof tätig sein wird, am 8. Mai vor der Wiener Tageszeitung ‘Die Presse’.
Er sei sieben Jahre Pfarrer gewesen. Das sei keine schlechte Vorbereitung auf das Bischofsamt.
Die Frage, ob er ein Job-Hopper sei, verneint er: „Ein wichtiges Prinzip war – das unterscheidet mich vom Job-Hopper – daß ich meine Jobs nicht gesucht habe, sondern gefragt wurde.“
Auf den Vorwurf, daß der Wiener Kardinal sich mit jungen Ja-Sagern ohne viel Erfahrung umgebe, meint Mons. Turnovszky:
„Ich habe zur Ernennung zum Weihbischof ja gesagt. Es gab manche Dinge, wo ich dem Herrn Kardinal signalisiert habe, daß das nicht das Meine ist.“
Keine Angst vor Mohammed
Mit dem Baum von Moscheen – „Minaretten“ in der Diktion von ‘Die Presse’ – hat der Weihbischof keine Probleme: „Die freie Religionsausübung ist ein Grundprinzip unserer Demokratie und Gesellschaft ist.“
Auf einen öffentlichen Streit mit Bischof Elmar Fischer von Feldkirch, der Moscheen als Provokation bezeichnet hatte, läßt sich Mons. Turnovszky nicht ein:
„Ich möchte Einheit wahren unter den Bischofskollegen und ihm persönlich sagen, was ich denke.“
Gleichzeitig hält es Mons. Turnovszky für gut, darauf hinzuweisen, daß es Christen nicht auf der ganzen Welt möglich ist, ihre Religion frei auszuüben.
An die Adresse der österreichischen Muslime wünscht er sich aber klare Stellungnahmen zur Unterdrückung von Christen in anderen Teilen der Welt:
„Es ist selbstverständlich, daß wir aufschreien, wenn Muslimen wegen ihres Glaubens Unrecht getan wird.“
Man dürfe auch erwarten, daß Moslems im Westen aufschreien, wenn Christen Unrecht getan wird: „Ich erinnere an die Ermordung des Erzbischofs von Mossul im Irak.“
Der Massenabfall der Wiener Katholiken
Der Weihbischof wird auch mit der Tatsache konfrontiert, daß die Zahl der Katholiken in Wien unter fünfzig Prozent gefallen ist.
Eine „Offensive“ – Diktion von ‘Die Presse’ – will er aber deshalb nicht: „Das klingt nach Zwang, Gewalt.“
Es gehe der Kirche um das Gegenteil: „Wir wollen die Freiheit des anderen Menschen hochhalten, aber ihm aus Liebe und Interesse das Beste geben und zeigen, was wir haben. Und das Beste, das wir haben, ist Christus.“
Mons. Turnovszky hält den gegenwärtigen Trend nicht für unumkehrbar. Er sei aber gegenwärtig zu akzeptieren: „Es ist denkbar, daß es mit der Katholikenzahl wieder aufwärts geht. Warum nicht?“
Daß die Kirche so wenig Gehör findet, führt der designierte Weihbischof auf einen „Trend hin zu mehr Individualisierung“ zurück:
„Mitgliederschwund trifft ja die evangelische Kirche genauso wie den Tennisverein.“
Von Kardinal Groër unberührt
Mons. Turnovszky wird auch auf den ehemaligen Erzbischof von Wien, Hans Hermann Kardinal Groër († 2003), in deren Zeit er Seminarist war, angesprochen.
„Persönlich habe ich Kardinal Groër als Seminarist immer sehr aufmerksam empfunden.“
Er könne über ihn „nichts Schlechtes“ sagen: „Ich weiß natürlich, was in den Medien gestanden ist und hätte mir auch mehr Klarheit von ihm gewünscht.“
Für ihn sei die damalige Situation um den Kardinal „spirituell gesehen“ aber nicht von großer Bedeutung gewesen:
„Die spirituelle Verwurzelung ist viel tiefer als die Wellen an der Oberfläche. Zweifel an meiner Berufung hatte ich nie. Ich wollte nie in eine Schublade: Ist der konservativ, ist der progressiv?“
Genuin theologisch?
Auf den Hinweis, daß es heute innerkirchlich sehr ruhig geworden sei, winkt Mons. Turnovszky ab:
„Man spricht genuin theologische Themen an. Unser Papst macht das bewußt und wiederholt: das Thema Vernunft und Glaube ist viel stärker da.“
Den Einwand, daß der Schwung des Papst-Besuches in Österreich verpufft sei, will Mons. Turnovszky nicht gelten lassen:
„Der Papst-Besuch war ein wunderbares Ereignis. Das ist, so wie wenn man Weihnachten feiert: Das feiert man auch nicht das ganze Jahr. Nachher kommt der Alltag. Und das ist gut so.“
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Dienstag, 13. Mai 2008 17:01
Hugo: Mons. Turnovsky
Sie sind gut beraten, sich für Groer nicht zu genieren. Ich war auch Student bei ihm und weiß daher
seine Güte und vor allem Ehrlichkeit zu schätzen. Die Hysterie gegen ihn kam aus den eigenen Reihen.
Einer konnte die Zeit nicht erwarten. Wird sicher in nächster Zeit noch ein Thema werden. Die Kadinalsintrige
ging von Wien( Partisanen ) aus und hat sich nach St. Pölten bewegt.
Der Kirchenabfall ist nicht von ungefähr bei diesen Bischöfen wie Schönborn und Küng muß das ja so sein.
Der Kirchenabfall ist nicht von ungefähr bei diesen Bischöfen wie Schönborn und Küng muß das ja so sein.
Dienstag, 13. Mai 2008 15:58
Giuseppecittadina: Alles Gute
…lieber Herr Bischof! Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Ideen und auch ein Umfeld in der Diözese, das diese Ideen auch fruchtbar werden lässt. An Sympathie für Sie mangelt es ja nicht.
Montag, 12. Mai 2008 16:25
Pünktchen: Achtjähriger Iraner
Montag, 12. Mai 2008 13:43
Marcelus: @matt2: Im Alten Testament gibt es auch
den Wasserdrachen Leviathan.
Montag, 12. Mai 2008 13:36
matt2: der Drache ansich ist ja eine mystische Kreatur
In der Bibel eher mit dem Bösen in Zusammenhang gebracht, aber vielleicht auch als eine Art zwiespältiges
Wesen zu sehen, was auch mal dem Guten dienen kann, oder es sogar verkörpern… wer weiß.
Ich fand als Kind diese Grisu-Trickfilme lustig. Da ist ein kleiner Drache, der soll auch ein Böser werden und die Welt verwüsten wie sein Alter, aber stattdessen will er Feuerwehrmann werden und wird so zum Gegenspieler seines Vaters. Also wenn immer der Alte was anzündet versucht es der Junge auszulöschen. Das hat doch was niedliches an sich. Ein modernes Märchen.
In der Bibel speit der Drache ja witzigerweise Wasser aus gegen die Frau anstatt Feuer und die Erde verschlingt dann das Wasser. Das habe ich noch nicht so ganz begriffen.
Aber grundsätzlich ist es schon so, dass der Drache ja seit Anbeginn der Gegenspieler der Frau und ihrer Nachkommenschaft ist. Aber ich würde diese Gegensätze nicht immer als zutiefst unüberwindlich ansehen. Denn im Wesen des Drachen wohnt vielleicht auch etwas edles und göttliches was durchaus kompatibel ist mit dem Wesen der Frau, sodass auch ihre Feindschaft überwunden werden kann und eine umso größere Liebe zur Geltung bringt.
Man kennt ja auch so Pop-Art Drawings, wo freizügige Frau und Drache in einer sinnlichen Pose zusammen abgebildet sind. Ich fand das schon immer recht reizvoll.
Ich fand als Kind diese Grisu-Trickfilme lustig. Da ist ein kleiner Drache, der soll auch ein Böser werden und die Welt verwüsten wie sein Alter, aber stattdessen will er Feuerwehrmann werden und wird so zum Gegenspieler seines Vaters. Also wenn immer der Alte was anzündet versucht es der Junge auszulöschen. Das hat doch was niedliches an sich. Ein modernes Märchen.
In der Bibel speit der Drache ja witzigerweise Wasser aus gegen die Frau anstatt Feuer und die Erde verschlingt dann das Wasser. Das habe ich noch nicht so ganz begriffen.
Aber grundsätzlich ist es schon so, dass der Drache ja seit Anbeginn der Gegenspieler der Frau und ihrer Nachkommenschaft ist. Aber ich würde diese Gegensätze nicht immer als zutiefst unüberwindlich ansehen. Denn im Wesen des Drachen wohnt vielleicht auch etwas edles und göttliches was durchaus kompatibel ist mit dem Wesen der Frau, sodass auch ihre Feindschaft überwunden werden kann und eine umso größere Liebe zur Geltung bringt.
Man kennt ja auch so Pop-Art Drawings, wo freizügige Frau und Drache in einer sinnlichen Pose zusammen abgebildet sind. Ich fand das schon immer recht reizvoll.
Montag, 12. Mai 2008 12:58
Marcelus: @matt2: Die Buddha- und Drachenstatuen in chinesischen Restaurants könnten stilmäßig
auch katholische Figuren darstellen.
Mir persönlich gefallen die sorgfältig geschnitzten und gemeißelten Statuen in den chinesischen Restaurants.
Mir persönlich gefallen die sorgfältig geschnitzten und gemeißelten Statuen in den chinesischen Restaurants.
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