11:09:17 | Dienstag, 22. Februar 2005
Jüngst publizierte eine griechische Tageszeitung Fotos von einem 91-jährigen Bischof: Der rüstige Greis im Adamskostüm vergnügt sich im Bett mit einer jungen Dame im heiratsfähigen Alter.
(kreuz.net, Athen) Gegenwärtig erschüttert eine Serie von Skandalen die orthodoxe Gemeinschaft Griechenlands.
Letzten Freitag
trafen sich die Bischöfe deswegen zu einer Krisensitzung. Es handelt sich wohl um die
schlimmste öffentliche Krise der Kirche in der modernen Geschichte des Landes.
Verschiedene griechische
Gottesmänner sehen sich gegenwärtig mit Anklagen konfrontiert. Sie reichen von fleischlicher Unzucht,
Homosexualität und Bestechung bis zu illegalem Antiquitätenhandel.
„Viel muß getan werden, um unser
Haus wieder in Ordnung zu bringen,“ meinte Christodoulos, der Erzbischof von Athen und oberste Bischof
der Orthodoxen in Griechenland.
Erst letzte Woche gab es Gerüchte, daß Theoklitos, der Erzbischof-Metropolit
von Thessalien (Mittelgriechenland) von der Polizei in einem Athener Nachtklub unter dem Verdacht von
Drogenhandel verhaftet worden sei.
Der Bischof war in Begleitung eines anderen Klerikers, Seraphim Koulousousas,
dem ehemaligen Privatsekretär des Erzbischofs von Athen. Koulousousas ist außerdem wegen einer homosexuellen
Affäre mit einem Bischof ins Gerede gekommen. Letzte Woche erklärte er, daß er die Kirche verlassen
wolle, um in Paris eine Karriere als Modeschöpfer zu beginnen.
Anfang des Monats wurde bereits Panteleimon,
der Metropolitanbischof der Diözese Attika bei Athen, seines Amtes enthoben. Attika gilt als das reichste
Bistum Griechenlands. Dem abgesetzten Oberhirten wird Unzucht mit jungen Männern vorgeworfen. Außerdem
soll er 4,4 Millionen Euro für seine Altersvorsorge auf die Seite gebracht haben.
Als dem Bischof der
Rücktritt nahegelegt wurde, gab er sich zunächst kämpferisch: „Wenn ich den Mund aufmache, wird es
ein Erdbeben geben. Ich werde viele mit mir ins Grab reißen.“
Unter dem Druck der Presse untersucht
die orthodoxe Gemeinschaft drei weitere Kleriker. Unter ihnen befindet sich auch ein 91-jähriger Metropolitanbischof.
Von ihm gibt es Aufnahmen, wie er im Bett nackt mit einer jungen Frau herumhüpft. Das Bild wurde auf
der ersten Seite der griechischen Boulevardzeitung Avriani publiziert.
In Schwierigkeiten ist auch der
Erzbischof von Athen selber. Es wird im vorgeworfen, mit einem kürzlich verhafteten Drogenschmuggler
zusammengespannt zu haben, um im Jahre 2001 die Wahl des neuen griechisch-orthodoxen Patriarchen von Jerusalem
zu beeinflussen.
„Es naht eine Flutwelle“ – wird der liberale Erzbischof Chrysostomos von Sákynthos
zitiert – „und diese Flutwelle wird den Erzbischof selber treffen.“ Sákynthos ist eine Insel im Südwesten
Griechenlands, auf derselben Höhe wie Nordsizilien.
Beobachter erklärten, daß das eigentliche Problem
nicht in den Skandalen läge, die schon lange offensichtlich gewesen seien. Viel schlimmer sei die Tatsache,
daß die Kirchenleitung keine Anstrengungen unternommen habe, diese Probleme zu lösen.
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Athanasius 19:14:05 | Dienstag, 22. Februar 2005
#3
GerdEric 18:41:16 | Dienstag, 22. Februar 2005
#2
bonifatius 18:19:23 | Dienstag, 22. Februar 2005
#1
Sulpicius 13:50:23 | Dienstag, 22. Februar 2005