Monsignore Giussani gründete die in Italien politisch und wirtschaftlich sehr mächtige katholische Laienbewegung ‘Gemeinschaft und Befreiung’. Der Priester starb heute Nacht um 3:10 Uhr in seiner Wohnung in Mailand an Kreislauf- und Nierenversagen. Vor einigen Tagen war er an einer schweren Lungenentzündung erkrankt. Monsignore Giussani wurde 82 Jahre alt.
(kreuz.net, Mailand) Monsignore Luigi Giussani war eine der wichtigsten Persönlichkeiten des zeitgenössischen
italienischen Katholizismus.
Er wurde am 15. Oktober 1922 in Desio bei Mailand geboren. Die von ihm gegründete
Bewegung ‘Gemeinschaft und Befreiung’ ist in gewisser Weise das italienische Gegenstück zum spanischen
Opus Dei.
Sie besitzt ihr Zentrum im norditalienischen Mailand.
Viele Mitglieder der Bewegung sind in
der politischen Partei des gegenwärtigen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi tätig.
Rocco Buttiglione, der von Linksfundamentalisten im EU-Parlament aus dem Amt gedrängte designierte EU-Justizkommissar,
steht der Bewegung nahe.
Mitglieder von ‘Comunione e Liberazione’ sind auch stark im italienischen Wirtschaftsleben
engagiert. Es gibt einen eigenen Zusammenschluß von Industriebetrieben, die der Bewegung nahestehen.
Von Anfang an war ‘Gemeinschaft und Befreiung’ auch an den italienischen Universitäten aktiv.
Luigi
Giussani trat zehnjährig in das Kleine Priesterseminar der Erzdiözese Mailand ein. Dort fand er nach
eigenen Angaben auch Gelegenheit, die Romane von Jules Verne zu lesen.
Seine theologischen Studien absolvierte
er in Venegono, dem Priesterseminar der Erzdiözese Mailand. Dort war er anschließend als Theologieprofessor
tätig.
Seine erste bekannte theologische Publikation war eine Schrift mit dem Titel „Die Haltung der
Protestanten und Orthodoxen gegenüber dem Dogma der Aufnahme Mariens in den Himmel“. Sie wurde 1951 publiziert.
Sechs Jahre später wechselte Don Giussani als Religionslehrer an das Gymnasium „Giovanni Berchet“ in
Mailand.
Dort schreibt er sein Werk „Der religiöse Sinn“. Es sollte zum Kultbuch der von ihm später
gegründeten Laienbewegung werden.
In dieser Zeit begann Giussani, Jugendliche um sich zu sammeln. Die
Gruppe nannte sich zunächst „Studentische Jugend“. Daraus ging die kirchlich anerkannte Laienbewegung
‘Comunione e Liberazione’ – Gemeinschaft und Befreiung – hervor.
In der Zeit von Papst Paul VI. wurde
Don Giussani von seinen kirchlichen Oberen eher an den Rand gedrängt.
Sein Erzbischof und ehemaliger
Professor verordnete ihm sogar eine zweijährige Sabbatzeit in den Vereinigten Staaten. Doch Don Giussani
blieb nur sechs Monate dort.
Am Ende des unruhigen Jahres 1968 begann er in der Katholischen Universität
Mailand die Bewegung ‘Gemeinschaft und Befreiung’.
Einer der theologischen Ziehväter der Gruppe war
der nicht unumstrittene Schweizer Theologe Hans Urs von Balthasar.
‘Communione e Liberazione’ wurde schnell
ein wichtiger religiöser und politischer Faktor in Italien.
Die Bewegung gründete ihr eigenes Verlagshaus,
das sich „Jaca Book“ nennt.
Mit dem inzwischen eingestellten „Movimento popolare“ stiegen die Jünger
Giussanis auch in die politische Arena, nicht ohne sich durch Bündnisse mit zweifelhaften katholischen
Politikern zu kompromittieren.
Von landesweiter Bedeutung ist ein jährlich im Sommer im italienischen
Badeort Rimini stattfindender kultureller Großanlaß, der sich „Meeting der Völker“ nennt.
Auf Deutsch
publizieren Mitglieder der Bewegung von Don Giussani die Monatszeitschrift ‘30 Tage’.
Die Bewegung von
Don Giussani fand innerkirchlich nicht nur Freunde.
Vor allem die politisch eher linksorientierte ‘Katholische
Aktion’ stellte sich ihr als ein mächtiger Feind entgegen. Sie unterhielt beste Kontakte zu Papst Paul
VI.
Das färbte sich auf die Beziehungen der neokonservativen Bewegung von Don Giussani zum Heiligen
Stuhl ab.
Erst 1977 – ein Jahr vor seinem Tod – empfing Papst Paul VI. zum ersten Mal eine Delegation
von Comunione e Liberazione. Papst Paul VI. kannte als früherer Erzbischof von Mailand, seinen damaligen
Priester Don Giussani gut.
Zum Besseren wandten sich die Dinge für Gemeinschaft und Befreiung teilweise
während des Pontifikates von Papst Johannes Paul II. Über einen Priesterfreund hatte ihn Don Giussani
schon als Kardinal von Krakau kennengelernt.
Unter dem gegenwärtigen Papst wurde die von Don Giussani
gegründete Bewegung im Jahre 1982 vom Päpstlichen Laienrat kirchlich anerkannt.
Doch gleichzeitig ernannte
Johannes Paul II. im Jahr 1979 den Jesuiten Carlo Maria Kardinal Martini SJ zum Erzbischof von Mailand.
Während seiner Amtszeit herrschte ein angespanntes Verhältnis zwischen der Gemeinschaft und der erzbischöflichen
Kurie in Mailand.
Gegenwärtig ist ‘Gemeinschaft und Befreiung’ in 75 Ländern tätig.
Zur ihr gehört
auch die Vereinigung „Memores Domini“. Es handelt sich dabei um unverheiratete Laien, die ein gemeinschaftliches
Leben führen und in der Welt arbeiten.
Don Giussani unterrichtete bis 1990 an der Katholischen Universität
von Mailand das Fach „Methode der Katholischen Theologie“.
Das Begräbnis von Monsignore Luigi Giussani
wird am Donnerstag den 24. Februar im Mailänder Dom stattfinden.
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14 Lesermeinungen
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Die Grenzlinie zwischen Kirche und Politik, kreuz.net beweist es täglich, ist so leicht nicht zu ziehen.
In jedem europ. Land „leidet“ der nachkonzilare Katholizismus an Folgen der vorkonziliaren Positionierung
inmitten der lokalen Politik; in Dtld. der Inferioritätskomplex, in Österr. der Austrofaschismus, Franco,
Mussolini, Vichy. Aber diese Belastungen nehmen ab, sie sind historisch, unds bewahrheiten wird sich,
dass die größere Distanz, die das Konzil zwischen Vatikan und Quirinal angeordnet hat (bildlich gesprochen:
für die ganze Kirche) der erste Schritt zum Umsetzung von „Quas primas“ sein wird. Aber anders als damals
für möglich gehalten, nämlich auf den Wegen des Geistes, nicht der Gewalt.
Stimme aus dem Tradiland!!! Liebe Stimme aus dem Tradiland! Trotz meiner letzten Meldung bin ich an deiner
Meinung und an deiner Erfahrung stark interessiert. Wo bist Du denn verschwunden? Frodo: ich habe erfahren,
daß zwei von den 3 Bändern vom Giussani „Grundkurs der christlichen Erfahrung“ sind vom Bonifatius Verlag
schon herausgegeben worden. Es handelt sich um „Der Relgiöse Sinn“ und um „Am Ursprung des christlichen
Anspruchs“. Den Zweiten habe ich z.B. bei der Wiener Dombuchandlung gefunden, falls Du Interesse hast,
oder bei Kuppitsch am Schottentor. In den zwei Büchern kann man wahrscheinlich Informationen zu deinem
Thema finden!
frodo Anbei etwas von Ratzinger über den Verstorbenen. „Kardinal Ratzinger würdigt Don Luigi Giussani
Großer Trauergottesdienst für den verstorbenen Gründer der kirchlichen Erneuerungsbewegung „Comunione
e Liberazione“ im Mailänder Dom – „ Christentum ist kein intellektuelles System, kein Moralismus und
kein Paket von Dogmen“, sondern „eine Begegnung mit Gott, ein Ereignis „“ Wo kann man mehr Informationen
darüber finden?
#11 bagradian 14:57:09 | Donnerstag, 24. Februar 2005
Der entscheidende Mangel an C&L Liebe Stimme aus dem Tradiland, ich finde Dich vielleicht etwas zu konservativ.
Du verurteilst ideologisch alles, was der strengsten Lefebvrianischen Doktrin nicht entspricht. Aber das
ist leider nicht die katholische Kirche, die Kirche unter JP II hat schon die Bewegung „CL“ im Jahre 1982
anerkannt, hat offiziell ausgesagt, daß die Erfahrung von CL vom Heiligen Geist kommt. Wie kannst du
dich gegen solche Aussagen aussprechen. Du sagst, du wollest die Orthodoxie der Kirche verteidigen, aber
der Papst selbst, mit vielen Bischöfen und Kardinälen, hat sich schon öfters für die Güte dieser
Erfahrung ausgedrückt. Die Erfahrung… das finde ich als Mangel in dir… Du redest sehr gut über die
„Doktrine“ des Christentums, über die Gesetze und die Rythen, die das Christentum hat – und die ich für
wahr und wertvoll halte. Aber ich habe diese Menschen kennengelernt, und sie leben das Christentum – wie
es immer gewesen ist, auch am Anfang, eine Gemeinschaft, wo die Jünger mit Jesus zusammngelebt haben –
im Alltag. Das finde ich wesentlich in dem, was uns Giussani gelehrt hat, was uns der jetztige Papst lehrt:
daß Christus mit allem und mit allen zu tun hat, und daß Christus schon gewonnen hat. Die Art und Wiese,
wie CL das Christentum in ihrem Charisma vorstellt und lebt, versucht in dessen Tiefe, in dessen Ursprung
zu gehen, wo man wirklich auf Christus geschaut hat, wie er alles lebte, betrachtete, behandelte. Deshalb
bin ich von ihnen faszieniert, und ich werde zu diesen Exerzitien gehen. Ich glaube, was wir jetzt brauchen
ist nicht nur Messen, Messen und dann Rosenkränze zu beten (das tun wir mehr oder weniger schon), sondern
besser zu verstehen, daß Christus in jedem Augenblick, jedem Bereich und jedem Menschen gegenwärtig
ist, und daß das Christentum das ganze Leben des Menschen verändert. Das lehrt und Giussani auf eine
sehr konkrete und faszinierende Art und Weise: mit seinem Leben und seiner Erfahrung. Dann gibt es Fehler,
Betrüge und Unfähigkeiten, wie überall, aber das Ideal und der Weg sind klar gezeichnet
Der entscheidende Mangel bei C&L Ich bin eben von diesen Menschen faszieniert, und möchte jetzt unterscheiden
können, was Gutes und was Schlechtes in Ihnen ist. Ich war in Österreich bei C&L. Es gab damals nur
eine sehr kleine Gruppe in Wien, die ständig in ihrem Bestand gefährdet war, weil immer wieder welche
weggezogen, ausgeschieden sind etc. Damaliger Höchststand würde ich schätzen: 5- 6 Leute. Die Gruppierung
ist jetzt sicher anders, weil später – nach meiner Zeit – eine Reihe von C&L Mitgliedern zum Studieren
nach Wien gekommen ist. Was ist der grundsätzliche Mangel von C&L? Dass es voll und ganz Bestandteil
der Konzilsgedächtniskirche ist, das heißt V2 und NOM in allen Facetten. Dann ist es ziemlich subjektivistisch:
Wie fühlst Du Dich dabei? Was fällt Dir zu der Stelle ein, die Du von Don Giussani gerade gehört hast?
Hoffentlich fällt jemandem etwas ein, denn sonst kommt peinliches Schweigen. Die subjektivistischen Stellungnahmen
führen dann allenfalls weiter zu theologischen Fragen, zu deren Lösung praktisch immer den Leitern der
Gruppen das nötige Rüstzeug fehlt. Vielleicht ist bei bestimmten Anlässen ein Priester dabei, dann
ist es besser, aber doch immer in den Grenzen von V2, Novus Ordo etc. In den häufigen Fällen, in denen
C&L Leiter mit Fragen überfordert sind, versuchen Sie meist zum Giussani-Text zurückzukehren, der häufig
furchtbar langweilig ist. Allenfalls ist dann auch Ende der Debatte. Was man in solcher Runde wirklich
machen sollte, nämlich Katechismusunterricht, Lesung von Heiligenvitae, Bibeltexte der nächsten Sonntagsmesse
vorweg zu studieren, Rosenkranzgebet, fehlt völlig, auch bei mehrtägigen Treffen, die wahrscheinlich
eine Art Jugendlager sein sollen, jedenfalls keine Exerzitien sind. Die einzigen Gebete, an die ich mich
erinnern kann, sind der Engel des Herren und das Tischgebet (immerhin). Letzlich führt das alles nicht
zum prächtigen Schatz der katholischen Tradition, zur wahren Katholizität der Hl. Kirche. Immer nur
Giussani, Giussani, Giussani, bis zum „Abwinken“, man kann auch sagen: Bis zum „Erbrechen“. Dazu noch:
Was fällt Dir dazu ein (nichts besonderes natürlich, weil es an der Vorbildung fehlt, aber es kommen
Fragen auf, die nicht beantwortet werden können, vielleicht manchmal sogar: sollen)? Dass auch zwischen
Gruppierungen wie C&L und der Welt noch ein ausreichender Unterschied ist, um den Unterschied als angenehm
zu empfinden, ist klar. Meine Gattin ist durch die moraltheologischen Stellungnahmen des Hl. Vaters zum
Katholizismus gekommen und hat vor ihrer Konversion die V2-Texte, die ihr gegeben wurden, als besonders
katholisch empfunden. Allerdings konnte sie das besondere der Hl. Messe im NOM nicht nachvollziehen. Erst,
als sie die alte Messe kennenlernte, verstand sie den besonderen Charakter (Opfer usw.) der Hl. Messe.
Die Hl. Messe im NOM empfand sie, die seinerzeit sogar evangelikal gewesen, als ziemlich protestantisch…
#9 bagradian 10:42:07 | Mittwoch, 23. Februar 2005
Athanasius & Stimme aus dem Tradiland OK, Athanasisu: welche sind diese Faktoren? Stimme aus dem Tradiland:
sind Ihre Bemerkungen vielleicht etwas, das der Vergangenheit gehört, das den britschen, polnischen,
italienischen Umgebungen gehört, oder haben Sie schlechte Erfahrungen in Österreich auch? Ich bin eben
von diesen Menschen faszieniert, und möchte jetzt unterscheiden können, was Gutes und was Schlechtes
in Ihnen ist. Es scheint mir eben nicht schlecht auf, daß einer seine Geborgenheit in CL findet, oder
daß die Jugendlichen aus Polen nach Italien fahren durften, oder daß Mädchen und Burschen aufgrund
einer missionarischen Initiative ins Ausland ziehen. Was ist der eigentliche Punkt?
#8 Athanasius 10:00:00 | Mittwoch, 23. Februar 2005
@Bagradian Ich bin selber nie wirklich in C&L gewesen und kann ihnen deshalb keine Insider Infos geben.
Tatsache bleibt, C&L hat bestimmte Faktoren die mir im Gewissen einen Eintritt verhindern würde. Ich
bin auch mal schon fürs „Opus Dei“ gefragt worden. Auch das habe ich auf verschiedensten Gründen abgelehnt,
u.a. wegen des Ökumenismus. Man soll sich kein katholisches Substitut wünschen sondern vor allem das
katholische Leben von immer: die überlieferte hl. Messe, die überlieferte LEhre, der alte Katechismus.
Ich habe auch immer meine Bedenken dabei, dass diese Bewegungen (C&L, und OD) sich auf Studenten und die
Höhere Finanzielle Schicht richten. Ich glaube Christus hat die Apostel zu allen geschickt. Nicht in
die Palaste, sondern in die Dörfer und Städte, wo ALLE sie hören konnten. Anscheinend hat Stimme aus
dem Tradiland mehr Kenntnisse über praktische Sachen der C&L
Frodos Nachricht an mich lautete: das mit der hand war nicht zwang, sondern empfehlung, damit die kommunionverteilung
nicht zu lange dauert. ich glaubte, dass die heiligenverehrung etwas katholisches war…. Auch die Empfehlung
zur Handkommunion ist dumm genug. Heiligenverehrung ist durchaus etwas Katholisches, allerdings nicht
zu Lebzeiten. Warum der Erfolg von C&L: Einfach eine Art gruppendynamischer Effekt. Man trifft sich, es
wird gekocht und getratscht, dann gibt es den Angelus, dann die „Schriftlesung“ aus Giussani, darüber
„Diskussion“ (der Halbgebildeten), schließlich Ausklang bei Wein, Bier, Keksen etc. Der Leiter meiner
Gruppe war z.B. Student in Oxford und katholischer Sohn von Einwanderern nach Großbritannien. Wenn man
in Oxford nicht zur typisch britischen Oberschicht (Adel, etc.) gehört, hat man auch keinen Zugang zu
den entsprechenden Clubs und Logen und ist entsprechend isoliert. Nur C&L hat ihn freundlich aufgenommen
und bildete in seinen Oxfordjahren seine Heimat und auch seither. Er spricht bis heute in großer Dankbarkeit
von seiner Geborgenheit bei C&L in dieser Zeit. Ähnlich ist das System auch bei den Hochschulen und Universitäten
in anderen Ländern, besonders natürlich in Italien, aber auch in Polen usw. Bei der heutigen Individualisierung
auf den Hochschulen ist C&L eine willkommene Möglichkeit, Kontakt zu finden. Wir hatten auch einen Japaner,
der weder ausreichend Deutsch sprach noch Christ war, aber eben in der Gruppe. Neue Gruppen beginnen,
indem C&L junge Leute zum Studieren ins Ausland schickt – z.B. nach Bratislava/Preßburg – und dort Kontakte
aufbauen läßt (das Studieren ist selbst nicht so wichtig). Besonders in den ehemaligen Ostblockstaaten
war es höchst attraktiv, billig und von C&L unterstützt nach Italien und anderswo hinzukommen. C&L fördert
es, wenn ausländische Studenten nach Italien kommen, dort Italienisch lernen und selbst später beim
Aufbau von Gruppen in ihrer Heimat helfen. Da der Akademikeranteil entsprechend hoch ist, ist ein gewisser
Einfluß nicht von der Hand zu weisen, auch wenn keine politischen Aktivitäten vorgenommen werden. Ich
würde niemanden dorthin schicken, weil es Schmalspurkost gegenüber dem wirkliche katholischen Glauben
darstellt.
#6 bagradian 23:05:59 | Dienstag, 22. Februar 2005
Tsjas Beitrag Lieber Tsjas, Ihren Beitrag finde ich sehr wichtig. Ich bin eben auch auf die Menschen von
CL zugestoßen (ein Studienkollege von mir gehört zu dieser Bewegung, und ich habe viele Freunde von
ihm an der Universität Wien kennengelernt, wo sie sich täglich treffen und den „Angelus“ beten). Ich
bin dann zu den geistlichen Exerzitien eingeladen worden, die demnächst in Wien stattfinden werden. Etwas
überzeugt mich abre nicht. Könnten Sie mir etwas mehr davon erzählen, was Sie bei ihnen gesehen und
gemerkt haben? Was sind die Eigenschaften, die Schwerpunkte dieser Bewegung? Welche sind die Tugenden,
welche die Tadel und die Schwächen? Zu welchem Anlass waren Sie bei ihnen?
zur Sache, bitte Giussani ist nicht berühmt wegen seiner Meinung über von Balthasar. Der echte Athanasius
hätte nie aus Ignoranz über den Gründer von Gemeinschaft und Befreiung einen Freund von ihm attackiert.
Die Heiligen zu verheren ist ja eine katholische Sache. Wo liegt die Besonderheit Giussanis? Warum gibt
es so viele normalen Menschen in der Welt, die Christus und der Kirche folgen, indem sie ihm folgen, auch
wenn das heute gegen Strom ist?
#4 Athanasius 18:54:18 | Dienstag, 22. Februar 2005
Tsja… Abgesehen von den liturgischen Missbräuchen dieser Gemeinschaft nahe stehenden Priester usw folgendes:
1. Inspiriert von Von Balthasar. Von Balthasar aber leugnete aber die Existenz der Hölle als ein Ort
und sagte zudem: „Ich kann mir kaum vorstellen, einer wär’ wirkliche drinne gestürtz von Gott!“ Das
ist alles menschliche ‘Sinngebung’ und nicht katholisch. Verbindung zu VB macht die Bewegung schon zweifelhaft!
2. Die Politiker die ihnen nahe stehen sagen alle, dass sie im politischen Bereich die Spaltung zwischen
Kirche und Staat respektieren (während die Liberalen des 19. JH so klug waren, die Pfarrernennungen von
Priestern mit Vetos stoppen zu können, un diesen Pfarrern zu zahlen). Obwohl er in der Tat von einer
linken Welle Opfer wurde, ist auch Rocco Buttiglione hiervon infiziert, wenn er sagt, sein Glaube komme
in der Politik nicht vor den gerichtlich und politisch genommenen Entscheidungen. Also Homo-Ehe werde
er respektieren in diesem Bereich. Abtreibung also auch??? Aber solches ist absolut nicht katholisch.
Niemals wurde das in der hl. Religion so verstanden. Man braucht nur „Quanta Cura“ vom sel. Pius IX. zu
lesen und „Quadragesimos Annos“. Der katholische Glaube soll vom Staate gefördert werden und im publiken
Bereich in den Gesetzen auch ihren Platz finden. (Das ist keinesfalls die Verfolgung andersdenkender,
das nicht, nur das Leben der Religion.) 3. Leider muss ich immer wieder, immer wieder bei diesen angeblich
„Konservativen“ Bewegungen diese Manquements feststellen und theologische Irrtümer konstatieren. Tut
mir immer leid.
päpstlicher als der Papst Der Papst hat vor 23 Jahren diesen Weg des Glaubens, den Giussani begonnen
hat, anerkannt und gesegnet. Die Schriften von Giussani sind voll von Hinweisen auf die Bibel, die Lehre
der Kirche, die Kircheväter, die katholische und die nicht katholische Literatur. Treffen sie sich die
Franziskaner, Benediktiner (täglich)…, um die Schriften von ihren Gründern regelmäsig zu lesen? Die
Frage wäre viel mehr: wo liegt die Neuigkeit dieses Apostels unserer Zeit?
Erinnerungen an C&L Die Informationen des Artikels (@ Frodo) erfordern keine besonderen Kenntnisse über
Communione e Liberazione. Es ist klar, dass C&L zu den Stützen des halbkonservativen Establishments gehören,
für welches der Hl. Vater persönlich, Cardinal Ratzinger und die Cardinäle des Opus Dei stehen (z.B.
Cardinal Trujilo). Für die Tradition haben sie nichts übrig. Ich erinnere mich an eine Messe im Novus
Ordo, bei welcher zwei Vertreter von C&L links und rechts von der Kommunionausgabe standen und die Hände
so vor sich hielten, dass man sehen konnte, dass man die Handkommunion nehmen sollte. C&L-Leute nehmen
fast ausschließlich die Handkommunion, sie wünschen sie auch dort, wo sie nicht üblich ist, z.B. früher
in den Ländern des früheren Ostblocks gleich nach der Wende. Bei den wöchentlichen regelmäßigen Treffen
der Ortsgruppen wird ausschließlich aus den Schriften von Don Giussani gelesen. Es wäre zwar maßlos
übertrieben und beleidigend, deswegen von „sektenartigem Verhalten“ zu sprechen, doch merkwürdig ist
dies zweifellos und vor allem nicht wirklich katholisch, da die Schriften Don Giussanis nicht auf besondere
Weise durch die Hl. Kirche hervorgehoben sind. Als ich den Leiter meiner Gruppe einmal fragte, warum nicht
wenigstens auch die Schriften von Kirchenvätern und Heiligen der Kirche gelesen würden, antwortete mir
dieser „Das ist halt einfach so“ (dass nur die Schriften Don Giusannis gelesen werden). Auch finde ich
die überschießende Verehrung zu Lebzeiten, die Don Giussani entgegengebracht wurde, nicht angebracht.
Das unterscheidet sich nach meiner Beobachtung um Dimensionen von der Verehrung, die z.B. die Priesterbruderschaft
St. Pius X. ihrem Gründer, Erzbischof Marcel Lefebvre entgegenbringt. Es ist auch unzulässig, C&L unbesehen
als „rechtsstehend“ oder auch nur „eher rechtsstehend“ einzustufen, sie sind durch die bei ihnen noch
gegebene Katholizität nicht so einfach durch die Linken manipulierbar. Natürlich sind sie mehr und entschiedener
als der typische CDU/CSU/ÖVPetc. – Vertreter z.B. gegen Abtreibung, Ehescheidung, Pornographie usw.,
das sind aber bei ihnen Glaubensfragen. Politisches Engagement ist mir zu meiner Zeit bei C&L nicht aufgefallen.