Ökumene bis der Notarzt kommt
Luther rutschte in Rom auf den Knien die Heilige Treppe hoch, auf der angeblich Jesus zum Palast des Pilatus geschritten sein soll, um einen Ablaß für seinen verstorbenen Großvater zu erwerben.
(kreuz.net) Die evangelische Pfarrerin Antje Müller hat im Rahmen eines dreimonatigen Studienurlaubs
in Rom die Situation der protestantischen Minderheit in Italien zu ergründen versucht.
Dabei machte sie nach eigenen Angaben auch Bekanntschaft mit „extremen Formen des Glaubens“. Das berichtete die ‘Wetterauer Zeitung’. Das Blatt erscheint als Tageszeitung in der Region zwischen Gießen und Frankfurt am Main.
Frau Müller arbeitet in der Stadt Reichelsheim – dreißig Kilometer nördlich von Frankfurt am Main.
Vor der ‘Wetterauer Zeitung’ bietet die lutherische Pfarrerin zwei Zitate ihres Religionsgründers, des abgefallenen Augustinermönchs Martin Luther († 1546).
Das erste: „Sei gegrüßt Du heiliges Rom, wahrhaft heilig von den heiligen Märtyrern, von deren Blut es trieft.“
Diesen Satz sprach Luther im Jahr 1510, als er als regulärer Augustinermönch zu Fuß über die Alpen nach Rom reiste und sich beim Eintritt in die Stadt auf die Knie warf.
Luther sei zu diesem Zeitpunkt noch ganz den „damaligen katholischen Praktiken“ verhaftet gewesen – entschuldigt Frau Müller.
So sei er die Heilige Treppe bei der Lateranbasilika auf den Knien hochgerutscht, „auf der angeblich Jesus zum Palast des Pilatus geschritten sein soll, um einen Ablaß für seinen verstorbenen Großvater zu erwerben“ – so die ‘Wetterauer Zeitung’ wörtlich.
Später habe er „das“ selbstironisch kritisiert: „Auch ich war zu Rom ein toller Heiliger, lief durch alle Kirchen und Kluften und glaubte alles, was dasselbst erstunken und erlogen ist.“
Für Frau Müller unfaßbar
Die Pastorin stellte zu ihrem Schrecken in Rom fest, daß sich fast 500 Jahre später in manchen Punkten in Rom immer noch nicht viel geändert habe: „Noch immer rutschen kniende Menschen betend die Scala Santa hoch, um Ablässe zu erwerben.“
Auch beim Besuch der vier römischen Hauptbasiliken sowie beim Vollbringen anderer verdienstlicher Werke wie Gebete und Meßbesuche werde ein Ablaß in Aussicht gestellt.
Der Ablaß ist eine Vergebung der genugtuenden Buße, die für Sünden geleistet werden müssen, die bereits in der Beichte nachgelassen wurden.
Die lutherische Pastorin muß immerhin zugeben, daß der Ablaß heute auch in Rom nicht mehr gegen Geld gewährt wird: „Aber die veräußerlichte, formalistische, ja abergläubische Frömmigkeit, die dahinter steht, ist die gleiche geblieben“ – verurteilt sie.
Es sei für Frau Müller unfaßbar, daß „die katholische Kirchenleitung“ bis heute am Ablaßwesen festhält: „Der ökumenische Konsens mit den Lutheranern, der 1999 in Augsburg verkündet wurde, wird durch solche Praktiken wieder zunichte gemacht“ – erklärt Frau Müller.
Die Lutheranerin dankt Gott dafür, daß der Ablaß heute für „deutsche Katholiken“ kaum noch eine Rolle spielt. Aber in den romanischen Ländern feiere er „fröhliche Urstände“.
Massenhysterie mit Billigung des Vatikans
Die Volksfrömmigkeit treibe dort überhaupt „seltsamsten Blüten“:
„So verehrt man weinende Madonnenstatuen, blutende Hostien, und seit März ist in Süditalien der Padre-Pio-Kult wieder hochgekocht.“
Padre Pio stellt Frau Müller als „ein umstrittener Kapuzinermönch aus Apulien“ vor, der „angeblich“ heilerisch und prophetisch tätig gewesen sei und die Wundmale Christi am Körper getragen habe:
„Zehntausende versammeln sich, um seine sterblichen Überreste zu verehren. Eine Art Massenhysterie mit Billigung des Vatikans“ – so das scharfe Urteil der Lutheranerin: „Dies alles betrübt mich etwas.“
Der Lichtblick
Dagegen war die Lutheranerin von den Mitarbeitern der auf tiefem journalistischem Niveau operierenden deutschen Sektion von Radio Vatikan erfreut. Sie seien „erfrischend offen und lebendig.“
Der Leiter dieser Sektion, Pater Eberhard von Gemmingen, fahre allmorgendlich mit seiner Vespa zur Arbeit und habe kürzlich vorgeschlagen, daß Frauen zu Kardinälen ernannt werden könnten.
Die „Truppe von Radio Vatikan“ sei echt ein munterer Haufen: „Man würde das gar nicht denken, sondern sie eher der Hofberichterstattung verdächtigen.“
Lob von der Protestantin bekommen auch die Gemeinschaft von St. Egidio und die Kleinen Schwestern von Charles de Foucauld.
Beide Gruppierungen sind in erster Linie sozial und politisch ausgerichtet.
Dabei machte sie nach eigenen Angaben auch Bekanntschaft mit „extremen Formen des Glaubens“. Das berichtete die ‘Wetterauer Zeitung’. Das Blatt erscheint als Tageszeitung in der Region zwischen Gießen und Frankfurt am Main.
Frau Müller arbeitet in der Stadt Reichelsheim – dreißig Kilometer nördlich von Frankfurt am Main.
Vor der ‘Wetterauer Zeitung’ bietet die lutherische Pfarrerin zwei Zitate ihres Religionsgründers, des abgefallenen Augustinermönchs Martin Luther († 1546).
Das erste: „Sei gegrüßt Du heiliges Rom, wahrhaft heilig von den heiligen Märtyrern, von deren Blut es trieft.“
Diesen Satz sprach Luther im Jahr 1510, als er als regulärer Augustinermönch zu Fuß über die Alpen nach Rom reiste und sich beim Eintritt in die Stadt auf die Knie warf.
Luther sei zu diesem Zeitpunkt noch ganz den „damaligen katholischen Praktiken“ verhaftet gewesen – entschuldigt Frau Müller.
So sei er die Heilige Treppe bei der Lateranbasilika auf den Knien hochgerutscht, „auf der angeblich Jesus zum Palast des Pilatus geschritten sein soll, um einen Ablaß für seinen verstorbenen Großvater zu erwerben“ – so die ‘Wetterauer Zeitung’ wörtlich.
Später habe er „das“ selbstironisch kritisiert: „Auch ich war zu Rom ein toller Heiliger, lief durch alle Kirchen und Kluften und glaubte alles, was dasselbst erstunken und erlogen ist.“
Für Frau Müller unfaßbar
Die Pastorin stellte zu ihrem Schrecken in Rom fest, daß sich fast 500 Jahre später in manchen Punkten in Rom immer noch nicht viel geändert habe: „Noch immer rutschen kniende Menschen betend die Scala Santa hoch, um Ablässe zu erwerben.“
Auch beim Besuch der vier römischen Hauptbasiliken sowie beim Vollbringen anderer verdienstlicher Werke wie Gebete und Meßbesuche werde ein Ablaß in Aussicht gestellt.
Der Ablaß ist eine Vergebung der genugtuenden Buße, die für Sünden geleistet werden müssen, die bereits in der Beichte nachgelassen wurden.
Die lutherische Pastorin muß immerhin zugeben, daß der Ablaß heute auch in Rom nicht mehr gegen Geld gewährt wird: „Aber die veräußerlichte, formalistische, ja abergläubische Frömmigkeit, die dahinter steht, ist die gleiche geblieben“ – verurteilt sie.
Es sei für Frau Müller unfaßbar, daß „die katholische Kirchenleitung“ bis heute am Ablaßwesen festhält: „Der ökumenische Konsens mit den Lutheranern, der 1999 in Augsburg verkündet wurde, wird durch solche Praktiken wieder zunichte gemacht“ – erklärt Frau Müller.
Die Lutheranerin dankt Gott dafür, daß der Ablaß heute für „deutsche Katholiken“ kaum noch eine Rolle spielt. Aber in den romanischen Ländern feiere er „fröhliche Urstände“.
Massenhysterie mit Billigung des Vatikans
Die Volksfrömmigkeit treibe dort überhaupt „seltsamsten Blüten“:
„So verehrt man weinende Madonnenstatuen, blutende Hostien, und seit März ist in Süditalien der Padre-Pio-Kult wieder hochgekocht.“
Padre Pio stellt Frau Müller als „ein umstrittener Kapuzinermönch aus Apulien“ vor, der „angeblich“ heilerisch und prophetisch tätig gewesen sei und die Wundmale Christi am Körper getragen habe:
„Zehntausende versammeln sich, um seine sterblichen Überreste zu verehren. Eine Art Massenhysterie mit Billigung des Vatikans“ – so das scharfe Urteil der Lutheranerin: „Dies alles betrübt mich etwas.“
Der Lichtblick
Dagegen war die Lutheranerin von den Mitarbeitern der auf tiefem journalistischem Niveau operierenden deutschen Sektion von Radio Vatikan erfreut. Sie seien „erfrischend offen und lebendig.“
Der Leiter dieser Sektion, Pater Eberhard von Gemmingen, fahre allmorgendlich mit seiner Vespa zur Arbeit und habe kürzlich vorgeschlagen, daß Frauen zu Kardinälen ernannt werden könnten.
Die „Truppe von Radio Vatikan“ sei echt ein munterer Haufen: „Man würde das gar nicht denken, sondern sie eher der Hofberichterstattung verdächtigen.“
Lob von der Protestantin bekommen auch die Gemeinschaft von St. Egidio und die Kleinen Schwestern von Charles de Foucauld.
Beide Gruppierungen sind in erster Linie sozial und politisch ausgerichtet.
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Freitag, 16. Mai 2008 19:13
Nachtlaterne: unter ökumene…
…ist ein ko-tropfen kacktail zu verstehen, mithin eine religionslose religion, weil gott zugunsten der gleichschaltung aller religion leider draußen bleiben muss.
Freitag, 16. Mai 2008 00:05
Defensor Fidei: Korrektur
(vgl. W. Kasper, Ökumenischer Dialog als Gabe und Aufgabe: L’Osservatore Romano. Wochenausgabe in deutscher Sprache Nr. 4 vom 20. Januar 2001, S. 6)
Donnerstag, 15. Mai 2008 23:47
Fragender: sensation:
kreuz.net schreibt von „tiefem journalistischem Niveau“ und Pünktchen von „vulgär“
Experten ihres Fachgebietes unter sich
Experten ihres Fachgebietes unter sich
Donnerstag, 15. Mai 2008 23:39
Defensor Fidei: @ Gotthard: Selbst Card. Kaspar sieht das anders
es ist ein bindendes Lehrdokument…
Sie irren!
Dieses Konsenspapier ist & bleibt unverbindlich. Selbst Card. Kasper räumt ein, die Dialogdokumente „wollen & können nicht mit lehramtlicher Autorität sprechen, sondern nur mit der Autorität der jeweiligen Kommission“ Sie seien „ein Angebot, das auf einen Prozeß der Rezeption in den beteiligten Kirchen angewiesen ist.“ (vgl. W. Kaspar, Ökumenischer Dialog als Gabe und Aufgabe: L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache Nr. 6.)
Der damalige Card. Ratzinger bekräftigte im Juni 1999 in einem Interview in der Zeitschrift »30 giorni« die Rechtfertigungslehre des Trienter Konzils als die einzig verbindliche. Angesprochen auf den Wahrheitswert der Exkommunikationen durch die Anathemata antwortete er:„Wer der Lehre des Konzils von Trient widerspricht, widerspricht der Lehre, dem Glauben der Kirche.“
Hinzu kommt, daß auf protest. Seite keiner vermag, das eigene „Kirchenvolk“ auf die Ergebnisse zu verpflichten. Für die Protest. gibt es keine im Gewissen verpflichtende Verbindlichkeit von Glaubensaussagen, die von Menschen formuliert wurden. Es fehlt somit an einem Vertragspartner, der für seine Mitglieder sprechen könnte.
Schließlich scheitert der „Vertrag“ aber eben an jenem versteckten Dissens, der leicht nachweisbar ist. Die entscheidende Frage lautet: Können die Protestanten der Rechtfertigungslehre so wie sie auf dem Konzil v. Trient verbindlich vorgelegt worden ist zustimmen? Das können sie offensichtlich nicht.
Sie irren!
Dieses Konsenspapier ist & bleibt unverbindlich. Selbst Card. Kasper räumt ein, die Dialogdokumente „wollen & können nicht mit lehramtlicher Autorität sprechen, sondern nur mit der Autorität der jeweiligen Kommission“ Sie seien „ein Angebot, das auf einen Prozeß der Rezeption in den beteiligten Kirchen angewiesen ist.“ (vgl. W. Kaspar, Ökumenischer Dialog als Gabe und Aufgabe: L’Osservatore Romano, Wochenausgabe in deutscher Sprache Nr. 6.)
Der damalige Card. Ratzinger bekräftigte im Juni 1999 in einem Interview in der Zeitschrift »30 giorni« die Rechtfertigungslehre des Trienter Konzils als die einzig verbindliche. Angesprochen auf den Wahrheitswert der Exkommunikationen durch die Anathemata antwortete er:„Wer der Lehre des Konzils von Trient widerspricht, widerspricht der Lehre, dem Glauben der Kirche.“
Hinzu kommt, daß auf protest. Seite keiner vermag, das eigene „Kirchenvolk“ auf die Ergebnisse zu verpflichten. Für die Protest. gibt es keine im Gewissen verpflichtende Verbindlichkeit von Glaubensaussagen, die von Menschen formuliert wurden. Es fehlt somit an einem Vertragspartner, der für seine Mitglieder sprechen könnte.
Schließlich scheitert der „Vertrag“ aber eben an jenem versteckten Dissens, der leicht nachweisbar ist. Die entscheidende Frage lautet: Können die Protestanten der Rechtfertigungslehre so wie sie auf dem Konzil v. Trient verbindlich vorgelegt worden ist zustimmen? Das können sie offensichtlich nicht.
Donnerstag, 15. Mai 2008 23:28
Benedikt: Zum Gähnen.
Weltbewegende Infos von einer deutschen Protestantin. Und sooo überraschend.
Donnerstag, 15. Mai 2008 22:44
Brandenburgis: @Gotthard
Vielleicht mal nachdenken?
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