Fragen über Fragen
Warum berief unser Herr Jesus Christus jüdische Männer zu seinen Aposteln, wenn diese dem Alten Bund hätten treu bleiben sollen? Von Uwe Lipowski.
(kreuz.net) Als mündiger Christ habe ich mir Gedanken zur sechsten Karfreitagsfürbitte des Neuen Ritus
gemacht, in welcher die Kirche für die Juden betet.
Diese Fürbitte ist seit knapp vierzig Jahren gebräuchlich und wurde von Papst Paul VI. († 1978) eingeführt. Sie lautet:
Laßt uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluß sie führen will.
(Beuget die Knie. – Stille – Erhebet euch.)
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast Abraham und seinen Kindern
deine Verheißung gegeben.
Erhöre das Gebet deiner Kirche für das Volk,
das du als erstes zu deinem Eigentum erwählt hast:
Gib, daß es zur Fülle der Erlösung gelangt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
In dieser Anrufung bittet der Neue Ritus unter anderem, daß Gott die Juden in der Treue zu seinem zuerst gesprochenen Bund bewahren möge.
Damit ist die ursprüngliche Bitte der Kirche, daß die Juden unseren Herrn Jesus Christus erkennen mögen, aufgegeben worden.
Je häufiger ich diese Formulierung durchlese und den angedeuteten Kontext betrachte, desto mehr Fragen stellen sich mir.
Ich habe diese Fragen im Folgenden zusammengestellt und so formuliert, daß fast immer eine zeitsparende Beantwortung mit Ja oder Nein möglich ist.
Ich hoffe, daß diese Fragen ohne die oft gebrauchten dialektischen Verrenkungen beantwortet werden können:
• Ist die Aussage Christi „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6) so zu verstehen, daß die Juden, sofern sie zum Vater gelangen, nicht durch ihn, sondern durch jemand anderen dorthin kommen?
• Ist die Aussage Christi „Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16,16) so zu verstehen, daß es für bestimmte Menschen einen Sonderweg mit bewußter Ablehnung von Taufe und Glauben gibt, um gerettet statt verdammt zu werden?
• Meinte der Heiland bei seinem Missionsauftrag „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19) in Wirklichkeit doch nicht alle Menschen?
• Wollte er die Juden von der Taufe und der Jüngerschaft ausgenommen wissen?
• Handelte der Apostel Petrus, der selber jüdischer Abstammung war, irrig, als er am Pfingsttag zahlreiche Juden taufte (Apg 2)?
• Warum berief Christus jüdische Männer zu seinen Aposteln, wenn diese doch dem Alten Bund hätten treu bleiben sollen?
• Ist die Aussage Christi „Niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will“ (Mt 11,27) so zu verstehen, daß der Vater den Juden anders als durch Jesus Christus geoffenbart wird?
• Warum wurden die der Erlösung harrenden Heiligen des Alten Testamentes genau dann auferweckt, als Christus sein Erlösungswerk des Neuen und Ewigen Bundes vollendet hatte (Mt 27,52f), wo doch der Neue Bund für die Juden nicht heilsnotwendig ist?
• Ist die Feststellung „Da riß der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei“ (Mt 27,51) direkt im Anschluß an den Bericht über den Kreuzestod Jesu darum im Evangelium vermerkt, weil es sich dabei um einen bedeutsamen Vorgang für den Bundesschluß Gottes mit uns Menschen handelt?
• Ist das Zerreißen des Vorhanges im Tempel ein bildhafter Hinweis auf die Erfüllung und das Ende des Alten Bundes?
• Muß der allmächtige Gott noch irgendeinen Punkt seiner im Alten Testament gegebenen Bundesversprechen einlösen? Wenn ja, welchen?
• Irrten die Kirchenlehrer der letzten zwanzig Jahrhunderte, als sie sagten, daß der Alte Bund erfüllt sei?
• Muß man einem Bund treu sein, der nicht mehr besteht, weil er erfüllt ist?
• Ist es angesichts des Kreuzesopfers Christi und seiner Auferstehung eine gegenüber dem allmächtigen Gott angemessene Haltung, in einer Fürbitte so zu tun, als ob Gott seinen aus freien Stücken gegebenen alten Bundeseid noch nicht eingelöst hätte?
Eine ausführlichere Fassung des Textes wurde am 14. Mai 2008 als Offener Brief an die deutschen Bischöfe publiziert.
© Titelbild: diluvi.com, CC
Diese Fürbitte ist seit knapp vierzig Jahren gebräuchlich und wurde von Papst Paul VI. († 1978) eingeführt. Sie lautet:
Laßt uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluß sie führen will.
(Beuget die Knie. – Stille – Erhebet euch.)
Allmächtiger, ewiger Gott,
du hast Abraham und seinen Kindern
deine Verheißung gegeben.
Erhöre das Gebet deiner Kirche für das Volk,
das du als erstes zu deinem Eigentum erwählt hast:
Gib, daß es zur Fülle der Erlösung gelangt.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
In dieser Anrufung bittet der Neue Ritus unter anderem, daß Gott die Juden in der Treue zu seinem zuerst gesprochenen Bund bewahren möge.
Damit ist die ursprüngliche Bitte der Kirche, daß die Juden unseren Herrn Jesus Christus erkennen mögen, aufgegeben worden.
Je häufiger ich diese Formulierung durchlese und den angedeuteten Kontext betrachte, desto mehr Fragen stellen sich mir.
Ich habe diese Fragen im Folgenden zusammengestellt und so formuliert, daß fast immer eine zeitsparende Beantwortung mit Ja oder Nein möglich ist.
Ich hoffe, daß diese Fragen ohne die oft gebrauchten dialektischen Verrenkungen beantwortet werden können:
• Ist die Aussage Christi „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater außer durch mich“ (Joh 14,6) so zu verstehen, daß die Juden, sofern sie zum Vater gelangen, nicht durch ihn, sondern durch jemand anderen dorthin kommen?
• Ist die Aussage Christi „Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16,16) so zu verstehen, daß es für bestimmte Menschen einen Sonderweg mit bewußter Ablehnung von Taufe und Glauben gibt, um gerettet statt verdammt zu werden?
• Meinte der Heiland bei seinem Missionsauftrag „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28,19) in Wirklichkeit doch nicht alle Menschen?
• Wollte er die Juden von der Taufe und der Jüngerschaft ausgenommen wissen?
• Handelte der Apostel Petrus, der selber jüdischer Abstammung war, irrig, als er am Pfingsttag zahlreiche Juden taufte (Apg 2)?
• Warum berief Christus jüdische Männer zu seinen Aposteln, wenn diese doch dem Alten Bund hätten treu bleiben sollen?
• Ist die Aussage Christi „Niemand kennt den Vater, nur der Sohn und der, dem es der Sohn offenbaren will“ (Mt 11,27) so zu verstehen, daß der Vater den Juden anders als durch Jesus Christus geoffenbart wird?
• Warum wurden die der Erlösung harrenden Heiligen des Alten Testamentes genau dann auferweckt, als Christus sein Erlösungswerk des Neuen und Ewigen Bundes vollendet hatte (Mt 27,52f), wo doch der Neue Bund für die Juden nicht heilsnotwendig ist?
• Ist die Feststellung „Da riß der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei“ (Mt 27,51) direkt im Anschluß an den Bericht über den Kreuzestod Jesu darum im Evangelium vermerkt, weil es sich dabei um einen bedeutsamen Vorgang für den Bundesschluß Gottes mit uns Menschen handelt?
• Ist das Zerreißen des Vorhanges im Tempel ein bildhafter Hinweis auf die Erfüllung und das Ende des Alten Bundes?
• Muß der allmächtige Gott noch irgendeinen Punkt seiner im Alten Testament gegebenen Bundesversprechen einlösen? Wenn ja, welchen?
• Irrten die Kirchenlehrer der letzten zwanzig Jahrhunderte, als sie sagten, daß der Alte Bund erfüllt sei?
• Muß man einem Bund treu sein, der nicht mehr besteht, weil er erfüllt ist?
• Ist es angesichts des Kreuzesopfers Christi und seiner Auferstehung eine gegenüber dem allmächtigen Gott angemessene Haltung, in einer Fürbitte so zu tun, als ob Gott seinen aus freien Stücken gegebenen alten Bundeseid noch nicht eingelöst hätte?
Eine ausführlichere Fassung des Textes wurde am 14. Mai 2008 als Offener Brief an die deutschen Bischöfe publiziert.
© Titelbild: diluvi.com, CC
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Montag, 19. Mai 2008 16:44
Hódmezövásárhelykutasipuszta: Erstens: im heiligen Germanien bestimmt immer noch die Duden-Kommission und verstöhrte Verkürzungen
Mal langsam, was ein Wort bedeutet bestimmt a) eine entsprechende Kommission, die meist aber auf b) den
Sprachsinn der Sprecher angewiesen ist. Und mit ihrer Ansage, was Wahrheit in der Religion ist, bestimmt
das Lehramt der RKK, haben sie entweder ihre Tarnung als Linkstheologe, der Fundis parodiert, auffliegen
lassen, oder sie sind einfach …
Was die Erfahrung betrifft, bekenne ich mich der Verkürzung schuldig, denn ich habe die verlässlichen und vertrauenswürdigen Glaubenszeugen weggelassen, was man natürlich nicht tun dürfte. Die Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit der Glaubenszeugen nährt sich aus deren natürlicher (!) Autorität – Kompetenz und Empathie! Wer es nötig hat, sich auf anderem Wege Autorität zu verschaffen, kommt dafür nicht in Frage.
A propos Kompetenz: Ich habe eine Diskussion über diesen Artikel gesichtet, in der ein Diskutant sehr sachkompetent den gesamten Artikel ziemlich zerlegt. Für sachlich Interessierte (könnte ja sein, dass sich jemand hierher verirrt hat) sicherlich interessant nachzulesen!
Was die Erfahrung betrifft, bekenne ich mich der Verkürzung schuldig, denn ich habe die verlässlichen und vertrauenswürdigen Glaubenszeugen weggelassen, was man natürlich nicht tun dürfte. Die Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit der Glaubenszeugen nährt sich aus deren natürlicher (!) Autorität – Kompetenz und Empathie! Wer es nötig hat, sich auf anderem Wege Autorität zu verschaffen, kommt dafür nicht in Frage.
A propos Kompetenz: Ich habe eine Diskussion über diesen Artikel gesichtet, in der ein Diskutant sehr sachkompetent den gesamten Artikel ziemlich zerlegt. Für sachlich Interessierte (könnte ja sein, dass sich jemand hierher verirrt hat) sicherlich interessant nachzulesen!
Montag, 19. Mai 2008 10:37
Nachtlaterne: aus dem petrusbrief
6 Denn es heißt in der Schrift: Seht her, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein,
den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde.
7 Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden,
8 zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt.
9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.
10 Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden.
11 Liebe Brüder, da ihr Fremde und Gäste seid in dieser Welt, ermahne ich euch: Gebt den irdischen Begierden nicht nach, die gegen die Seele kämpfen.
12 Führt unter den Heiden ein rechtschaffenes Leben, damit sie, die euch jetzt als Übeltäter verleumden, durch eure guten Taten zur Einsicht kommen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung.
13 Unterwerft euch um des Herrn willen jeder menschlichen Ordnung: dem Kaiser, weil er über allen steht,
14 den Statthaltern, weil sie von ihm entsandt sind, um die zu bestrafen, die Böses tun, und die auszuzeichnen, die Gutes tun.
15 Denn es ist der Wille Gottes, daß i…
7 Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden,
8 zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt.
9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.
10 Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es für euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden.
11 Liebe Brüder, da ihr Fremde und Gäste seid in dieser Welt, ermahne ich euch: Gebt den irdischen Begierden nicht nach, die gegen die Seele kämpfen.
12 Führt unter den Heiden ein rechtschaffenes Leben, damit sie, die euch jetzt als Übeltäter verleumden, durch eure guten Taten zur Einsicht kommen und Gott preisen am Tag der Heimsuchung.
13 Unterwerft euch um des Herrn willen jeder menschlichen Ordnung: dem Kaiser, weil er über allen steht,
14 den Statthaltern, weil sie von ihm entsandt sind, um die zu bestrafen, die Böses tun, und die auszuzeichnen, die Gutes tun.
15 Denn es ist der Wille Gottes, daß i…
Sonntag, 18. Mai 2008 20:37
Daniel Stöhr: „Für wahr halten…
…eines Sachverhalts“ ist also angeblich „abergläubisch“, aber sich aus einer „Erfahrung“ einen Glauben
herzuleiten ist es nicht. Ja klar, und wenn die Erfahrung der Maßstab für den Glauben ist, dann haben
alle Religionen legitimerweise irgendwie die Wahrheit. Denn auch da macht jeder so seine Erfahrungen.
Das ist der sog. Modernismus.
Das ist der sog. Modernismus.
Sonntag, 18. Mai 2008 20:30
Marcelus: @Pro Germania sancta: Alle vier Evangelien bezeugen Jesus klar als den Christus (hebräisch: Messias…
des Volkes Israel,
und sicherlich ist in allen Evangelien auch von Christi Gottessohnschaft die Rede!
Die Schriftgelehrten der christlichen Konfessionen sind sich bis heute keineswegs einig darüber, ob der historische Jesus sich mehr als Prophet (Erneuerer der mosaischen Religion), als Lehrer (Rabbi), als der von Israel erhoffte Messias oder gar als Sohn Gottes, „eines Wesens mit dem Vater“, verstanden hat.
Ein Anspruch im Sinne eines „ich bin Gottes Sohn und ihr müsst alle an mich glauben“
und sicherlich ist in allen Evangelien auch von Christi Gottessohnschaft die Rede!
Die Schriftgelehrten der christlichen Konfessionen sind sich bis heute keineswegs einig darüber, ob der historische Jesus sich mehr als Prophet (Erneuerer der mosaischen Religion), als Lehrer (Rabbi), als der von Israel erhoffte Messias oder gar als Sohn Gottes, „eines Wesens mit dem Vater“, verstanden hat.
Ein Anspruch im Sinne eines „ich bin Gottes Sohn und ihr müsst alle an mich glauben“
Sonntag, 18. Mai 2008 20:16
Pro Germania sancta †: @Hodme…: Was Wahrheit ist, bestimmt in religiösen Dingen einzig und allein das Lehramt der
einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche Jesu Christi!
Damit sind auch Ihre anderen Fragen beantwortet!
Damit sind auch Ihre anderen Fragen beantwortet!
Sonntag, 18. Mai 2008 19:27
Protopsaltis †: Von der Redaktion entfernt
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