Protestantismus
Eleganter lutherischer Bischof stolpert über einen Ehebruch
In Finnland ist ein lutherischer Bischof zurückgetreten, der zugegeben hat, seine Frau seit langem mit einer ebenfalls verheirateten Pastorin betrogen zu haben.
(kreuz.net, Turku) Bischof Ilkka Kantola, der oberste lutherische Pfarrer von Turku ist letzte Woche von seinem Amte zurückgetreten. Turku liegt im Südwesten von Finnland, ungefähr 150 Kilometer westlich von Helsinki.

Der Titel „Bischof“ bezeichnet bei den Lutheranern einen ordinierten Pfarrer, der in einem bestimmten Teil eines Landes besondere Verwaltungs- und Koordinationsaufgaben übernimmt. Die lutherischen Bischöfe sind auf Zeit gewählt.

In einem Brief an die Konferenz der lutherischen Bischöfe seines Landes erklärte Bischof Kantola, daß er seine Glaubwürdigkeit verspielt habe, die für die Ausübung des bischöflichen Amtes erforderlich sei. Das berichtete die internationale Ausgabe der finnischen Tageszeitung „Helsingin Sanomat“.

Letzte Woche hatte Bischof Kantola verkündet, daß er und seine Frau entschieden hätten, sich scheiden zu lassen. Zugleich gab es in der finnischen Boulevardpresse Geschichten über eine seit Längerem anhaltende Beziehung des lutherischen Bischofs von Turku zu einer ebenfalls verheirateten lutherischen Pastorin.

Der kirchliche Obere von Bischof Kantola erklärte, daß er mit dessen Entscheidung einverstanden sei. Er glaube, daß der bedrängte Bischof in diesem Fall die richtige Entscheidung getroffen habe.

Letzten Dienstag hatte die finnische Boulevardzeitung „Ilta-Sanomat“ die Geschichte von der außerehelichen Beziehung des lutherischen Bischofs mit einer Pastorin bekanntgegeben. Noch am gleichen Tag erklärte Bischof Kantola seinen Rücktritt.

Schon die Ankündigung seiner Scheidung hatte bei den finnischen Lutheranern die Frage aufgeworfen, ob Bischof Kantola im Bischofsamt weitermachen könne.

Unter normalen Gläubigen toleriert die Lutherische Kirche die Ehescheidung. Über die Frage, ob man Mitglieder des Klerus einer strengeren Disziplin unterwerfen sollte, sind die Geister gespalten.

Konservative Lutheraner sind der Auffassung, daß die Pastoren als moralische Wächter über jeden Verdacht erhaben sein sollten. Liberale Kräfte sind dagegen der Meinung, daß die Kirche zu leicht als „Wächterin des Moralismus“ gesehen würde und daß darüber ihre erste Rolle, die Verkündigung des Evangeliums, in Vergessenheit gerate.

Der Rücktritt des evangelischen Bischofs ist der erste solche Fall seit der Unabhängigkeit Finnlands.
      
6 Lesermeinungen
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#6   1+1=7   09:16:37 | Mittwoch, 23. Februar 2005
Schützen oder Nützen?
Die Ehelos zu sein ist auch keine Hindernis Pilot zuwerden.
Ein Zaun hält niemanden ab, darüberzuspringen und sich einen Apfel zu holen.
Aber die Prinzipielle Einstellung ist wie ein Zaun.
Und Menschen sind faul.
Regeln, Gelübde und dgl. bedeuten nichts, aber sie sind gute Stützen.
Man kann nach Santiago zu Fuss gehen, oder fliegen.
Das Ziel ist gleich.
Die Beschwerniss auch?
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#5   sttn   19:39:17 | Dienstag, 22. Februar 2005
@Athanasius
Die Realität zeigt: Das Zölibat bringt da nichts, im Gegenteil.
Das belegen die vielen Freunde/Freundinnen und Kinder von Männern die eigentlich im Zölibat leben sollten.
Denn der Mensch soll nicht alleine sein, das ist nicht die Bestimmung und auch wider der Natur.
Deshalb wird es hier immer welche geben die gegen das Zölibat verstoßen.
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#4   GerdEric   19:37:46 | Dienstag, 22. Februar 2005
Athanasius: Der Zölibat lernt sich zumindest zu beherrschen auf sexueller Ebene.
Aber,
das schützt auch nicht.
Wie ich schon woanders sagte:
es lässt sich gut herziehen,
wenn man mal nicht grade selbst über gefallene Engel stolpert…
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#3   Athanasius   19:16:08 | Dienstag, 22. Februar 2005
Zölibat
Der Zölibat lernt sich zumindest zu beherrschen auf sexueller Ebene.
Aber anscheinend weiss GerdEric als Apostel unserer Neuen Universellen Liebeszeit des Wassermanns es besser als apostolische Tradition und Sankt Paulus: „Es ist besser zu bleiben, wie ich.“
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#2   GerdEric   18:36:55 | Dienstag, 22. Februar 2005
und der Zölibat
schützt auch nicht vor Ehebruch…
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#1   bonifatius   18:07:04 | Dienstag, 22. Februar 2005
Was soll man dazu sagen?
Vorschlag: Einführung des Zölibats!
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