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Sonntag, 18. Mai 2008 17:46
Die Tragödien in manchen Pfarrhäusern
„Es sollte uns nachdenklich stimmen, daß die atheistischen und antikirchlichen Systeme den Zölibat immer bekämpft und diffamiert haben.“ Interessante Thesen eines lutherischen Pastors.
Der Zölibat bedeutet Freiheit für Gott.
Der Zölibat bedeutet Freiheit für Gott.
(kreuz.net) „Es sollte uns nachdenklich stimmen, daß die atheistischen und antikirchlichen Systeme den Zölibat immer bekämpft und diffamiert haben.“ Das erklärte der evangelische Pfarrer Jochen Härtwig Mitte Mai in einem Leserbrief in der ‘Franfurter Allgemeinen Zeitung’.

Härtwig ist seit 1967 evangelisch-lutherischer Pfarrer. Gegenwärtig arbeitet er in der sächsischen 6000-Seelen-Gemeinde-Zschorlau im Regierungsbezirk Chemnitz.

In seinem Leserbrief weißt er darauf hin, daß Leute, die es keineswegs gut mit dem christlichen Glauben meinen, ständig der katholischen Kirche empfehlen, die Ehelosigkeit der Priester abzuschaffen.

Das Fazit des Pastors: „Daß Ehe und Familie Energiequellen für den Dienst des Pfarrers sind, darf im Blick auf steigende Scheidungszahlen bezweifelt werden.“

Härtwig weist auf „die Tragödien in manchen Pfarrhäusern“ hin, „weil die Frau den Dienst des Mannes nicht mitträgt oder gar verachtet – »Ich höre mir doch die langweiligen Predigten nicht an«.“

Er erwähnt auch „viele Mitbrüder“, die enttäuscht in den vorzeitigen Ruhestand gehen:

„Fast alle [evangelischen] Kirchenleitungen bedauern, daß geeignete Pfarrer nicht dort eingesetzt werden können, wo sie gebraucht werden, weil die Berufstätigkeit der Frau, Schulen der Kinder und so weiter das verhindern.“

Die Zahl der katholischen Geistlichen, die unter dem Regime von Adolf Hitler († 1945) verfolgt wurden, übertreffe die Zahl der evangelischen Pfarrer um ein Mehrfaches.

Daß katholische Pfarrer bei der Wende nicht so auffielen, liege darin begründet, daß die Katholiken in der ehemaligen DDR eine Minderheit waren:

„Dort, wo sie in der Mehrheit waren – Lausitz, Eichsfeld – haben sie sich als gefestigter erwiesen als die evangelischen Gemeinden.“

Hier wäre ein Vergleich zwischen der „evangelischen“ DDR und dem „katholischen“ Polen passender gewesen – so der evangelische Pastor.

© Titelbild: Sébastien Faÿs, CC
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 85 Lesermeinungen:
Sonntag, 25. Mai 2008 18:26
Marcelus: @Arkanum/kreuts.net: Dann gibt es ja Doppelnamen durch Eheschließung im Deutschen Reich schon reich…
lich lange, auch wenn man damals nur in Ausnahmefällen davon Gebrauch gemacht wurde, im Gegensatz zu heute und bei Herrscherdynastien.
Donnerstag, 22. Mai 2008 14:22
Arkanum/kreuts.net: dem Artikel zufolge
gab es die Möglichkeit eines doppelten Ehenamens schon 1889. Eine Abschaffung durch die Nazis ist mir nicht bekannt; Hedwig Courths-Mahler konnte ihren Doppelnamen jedenfalls in der Nazizeit behalten.
Donnerstag, 22. Mai 2008 14:07
Marcelus: @Arkanum: kreuts.net: Und seit wann gibt es Doppelnamen im Deutschen Reich, die durch Eheschließung
entstehen?
Könnte aber auch durch die NSDAP wieder abgeschafft worden sein.
Donnerstag, 22. Mai 2008 14:05
Arkanum/kreuts.net: Doppelname
Bei Hedwig Courths-Mahler ist der Doppelname -vor Hitler- durch die Eheschließung entstanden.
Donnerstag, 22. Mai 2008 14:01
Marcelus: @Sirilo: Doppelnamen gibt es schon lange in Deutschland,
allerdings in welchem Zusammenhang,
z.B. ob die angetraute Frau auch ihren Geburtsnamen mit Bindestrich weiterführen darf,
oder ob der Doppelname einfach der überlieferte Familienname ist.
Donnerstag, 22. Mai 2008 13:54
Sirilo: @Marcelus: Doppelname
Die Möglichkeit zum Doppelnamen gab es schon vor Hitler. Denken Sie nur an Droste-Hülshoff, Handel-Mazzetti, Courths-Mahler!
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