Das ist genau das Bild unserer Tage
Nach der Publikation von ‘Summorum Pontificum’ wiederholte sich das Trauerspiel, das wir schon bei der Veröffentlichung der prophetischen Enzyklika ‘Humanae Vitae’ durch Papst Paul VI. im Juli 1968 erleben mußten. Interview mit Hw. Siegfried Lochner.
(kreuz.net) Kürzlich beantwortete der Militärdekan an der Theresianischen Militärakademie in Wiener
Neustadt, Hw. Siegfried Lochner, die Fragen der Vaduzer Bistumszeitung ‘vobiscum’.
In dem Gespräch ging es um das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ von Papst Benedikt XVI.
Waren Sie vom Erscheinen des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ überrascht?
Eigentlich nicht. Der Heilige Vater hat ja schon als Kardinal immer wieder die dringende Notwendigkeit der Beendigung jener illegitimen Ächtung des römischen Ritus gefordert, die so wesentlich an der postkonziliaren Kirchenkrise mitschuldig ist, die nach der Meinung des Papstes zuvörderst eine liturgische Krise ist.
Wie beurteilen Sie die Reaktionen auf das Motu Proprio?
Aus den Reaktionen wird schlaglichtartig der gegenwärtige Zustand der Kirche erhellt. Die wahrhaft romtreuen Kreise sind dem Heiligen Vater zutiefst für seinen mutigen Schritt dankbar.
Und die Gegenseite?
Es fällt auf, daß jene modernistischen Kräfte, die in den vergangenen 38 Jahren stets auf dem Kadavergehorsam gegenüber dem modernen Rom pochten, wenn es darum ging, die durch das Motu Proprio eindeutig als rechtswidrig eingestuften Verfolgungen der traditionstreuen Priester und Gläubigen zu begründen, nunmehr dreist dem Heiligen Vater den geschuldeten Gehorsam verweigern.
Sind sie darüber überrascht?
Nein. Es wiederholt sich das Trauerspiel, das wir schon bei der Veröffentlichung der prophetischen Enzyklika ‘Humanae Vitae’ durch Paul VI. († 1978) im Juli 1968 erleben mußten – offene Rebellion ganzer Bischofskonferenzen oder schlecht kaschierte Obstruktion, um den eindeutig geäußerten Willen des Heiligen Vaters zu konterkarieren.
Eine Ironie der Geschichte?
Jene Oberhirten und ihre Nachfolger, die einst Erzbischof Lefebvre als angeblichen Rebellenbischof schmähten, weil er aus guten Gründen am niemals verbotenen römischen Ritus unverbrüchlich festhielt, scheuen sich heute nicht davor, offen und versteckt gegen diese Maßnahme des Heiligen Vaters zu rebellieren.
Gilt das auch für Ihr Land?
Unsere österreichischen Oberhirten haben das Motu Proprio in einer ersten Reaktion als „Bereicherung“ für das liturgische Leben begrüßt, und bis dato in ihrem Bereich keine illegitimen Beschneidungen dieses universalkirchlichen päpstlichen Gesetzes vorgenommen. Das freut mich natürlich. Freilich läßt mich das nicht von heute auf morgen vergessen, wie man uns Priester, die dem Alten Ritus verbunden sind, in den letzten Jahren behandelt hat.
Können Sie Beispiele nennen?
Noch vor zwei Jahren untersagte mir Erzbischof Alois Kothgasser von Salzburg die private Zelebration der überlieferten Messe mit meiner inzwischen verstorbenen Mutter in einer Salzburger Klosterkirche, weil dadurch angeblich die liturgische Einheit seiner Erzdiözese gefährdet gewesen wäre.
Es hat sich in Österreich durch das Motu Proprio also etwas geändert?
Wenn der nämliche Kirchenfürst und seine Mitbrüder mittlerweile tatsächlich zur Einsicht gekommen sein sollten, daß die tridentinische Opfermesse uns reicher macht, dann wäre das tatsächlich ein Silberstreif am ansonsten ziemlich verhangenen Kirchenhimmel der Gegenwart.
In Wien, hört man, habe Kardinal Franz König († 2004) das liturgische Latein gerettet?
Viele meiner Wiener Freunde mokierten sich über die im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Motu Proprio durch Kardinal Christoph Schönborn von Wien in der ‘Kronenzeitung’ – einem österreichischen Boulevardmassenblatt – gemachte Äußerung, wir hätten in Wien ausgerechnet Kardinal Franz König die „Rettung“ des liturgischen Lateins zu verdanken.
Stimmt das nicht?
Mit Verlaub – aber man kann noch ein paar alte Priester fragen oder es in den Memoiren von Kanonikus Rudolf Brock bestens dokumentiert nachlesen, was unter dessen Amtszeit mit Priestern geschah, die sich den Neuerungen nicht bedingungslos unterwarfen.
Sieht ‘Summorum Pontificum’ bischöfliche Ausführungsbestimmungen vor?
Natürlich nicht. Es handelt sich ja um ein von der höchsten Autorität erlassenes Gesetz für die Universalkirche, das keinerlei einschränkende Ausführungsbestimmungen durch untergeordnete Autoritäten zuläßt, schon gar nicht, wenn dadurch der erklärte Wille des Gesetzgebers mißachtet würde.
Solche Ausführungsbestimmungen wurden trotzdem erlassen.
Solche Ausführungsbestimmungen sind per se null und nichtig. Im übrigen erinnert die auch vom Sekretär der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Albert Malcolm Ranjith, angesprochene Rebellion von Theologen, Liturgiewissenschaftlern, Bischöfen und sogar Kardinälen gegen ‘Summorum Pontificum’ sehr stark an die Kirchenvisionen der vor vier Jahren von Johannes Paul II. seliggesprochenen Anna Katharina Emmerick.
Nämlich?
Anna Katharina Emmerick sah beschurzte kirchliche Würdenträger aller Ränge beim Abbruch der Peterskirche und wenige Getreue, die mit dem Heiligen Vater am Wiederaufbau des Allerheiligsten beschäftigt waren. Wenn Sie mich fragen, dann ist das genau das Bild unserer Tage.
Nächstes Mal: In der Liturgie hat in den letzten vierzig Jahren die modernistische Abrißbirne gewütet
© Titelbild: traditionalcatholic.org.uk
© Comic: catholiccartoonblog.blogspot.com
In dem Gespräch ging es um das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ von Papst Benedikt XVI.
Waren Sie vom Erscheinen des Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ überrascht?
Eigentlich nicht. Der Heilige Vater hat ja schon als Kardinal immer wieder die dringende Notwendigkeit der Beendigung jener illegitimen Ächtung des römischen Ritus gefordert, die so wesentlich an der postkonziliaren Kirchenkrise mitschuldig ist, die nach der Meinung des Papstes zuvörderst eine liturgische Krise ist.
Wie beurteilen Sie die Reaktionen auf das Motu Proprio?
Aus den Reaktionen wird schlaglichtartig der gegenwärtige Zustand der Kirche erhellt. Die wahrhaft romtreuen Kreise sind dem Heiligen Vater zutiefst für seinen mutigen Schritt dankbar.
Und die Gegenseite?
Es fällt auf, daß jene modernistischen Kräfte, die in den vergangenen 38 Jahren stets auf dem Kadavergehorsam gegenüber dem modernen Rom pochten, wenn es darum ging, die durch das Motu Proprio eindeutig als rechtswidrig eingestuften Verfolgungen der traditionstreuen Priester und Gläubigen zu begründen, nunmehr dreist dem Heiligen Vater den geschuldeten Gehorsam verweigern.
Sind sie darüber überrascht?
Nein. Es wiederholt sich das Trauerspiel, das wir schon bei der Veröffentlichung der prophetischen Enzyklika ‘Humanae Vitae’ durch Paul VI. († 1978) im Juli 1968 erleben mußten – offene Rebellion ganzer Bischofskonferenzen oder schlecht kaschierte Obstruktion, um den eindeutig geäußerten Willen des Heiligen Vaters zu konterkarieren.
Eine Ironie der Geschichte?
Jene Oberhirten und ihre Nachfolger, die einst Erzbischof Lefebvre als angeblichen Rebellenbischof schmähten, weil er aus guten Gründen am niemals verbotenen römischen Ritus unverbrüchlich festhielt, scheuen sich heute nicht davor, offen und versteckt gegen diese Maßnahme des Heiligen Vaters zu rebellieren.
Gilt das auch für Ihr Land?
Unsere österreichischen Oberhirten haben das Motu Proprio in einer ersten Reaktion als „Bereicherung“ für das liturgische Leben begrüßt, und bis dato in ihrem Bereich keine illegitimen Beschneidungen dieses universalkirchlichen päpstlichen Gesetzes vorgenommen. Das freut mich natürlich. Freilich läßt mich das nicht von heute auf morgen vergessen, wie man uns Priester, die dem Alten Ritus verbunden sind, in den letzten Jahren behandelt hat.
Können Sie Beispiele nennen?
Noch vor zwei Jahren untersagte mir Erzbischof Alois Kothgasser von Salzburg die private Zelebration der überlieferten Messe mit meiner inzwischen verstorbenen Mutter in einer Salzburger Klosterkirche, weil dadurch angeblich die liturgische Einheit seiner Erzdiözese gefährdet gewesen wäre.
Es hat sich in Österreich durch das Motu Proprio also etwas geändert?
Wenn der nämliche Kirchenfürst und seine Mitbrüder mittlerweile tatsächlich zur Einsicht gekommen sein sollten, daß die tridentinische Opfermesse uns reicher macht, dann wäre das tatsächlich ein Silberstreif am ansonsten ziemlich verhangenen Kirchenhimmel der Gegenwart.
In Wien, hört man, habe Kardinal Franz König († 2004) das liturgische Latein gerettet?
Viele meiner Wiener Freunde mokierten sich über die im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Motu Proprio durch Kardinal Christoph Schönborn von Wien in der ‘Kronenzeitung’ – einem österreichischen Boulevardmassenblatt – gemachte Äußerung, wir hätten in Wien ausgerechnet Kardinal Franz König die „Rettung“ des liturgischen Lateins zu verdanken.
Stimmt das nicht?
Mit Verlaub – aber man kann noch ein paar alte Priester fragen oder es in den Memoiren von Kanonikus Rudolf Brock bestens dokumentiert nachlesen, was unter dessen Amtszeit mit Priestern geschah, die sich den Neuerungen nicht bedingungslos unterwarfen.
Sieht ‘Summorum Pontificum’ bischöfliche Ausführungsbestimmungen vor?
Natürlich nicht. Es handelt sich ja um ein von der höchsten Autorität erlassenes Gesetz für die Universalkirche, das keinerlei einschränkende Ausführungsbestimmungen durch untergeordnete Autoritäten zuläßt, schon gar nicht, wenn dadurch der erklärte Wille des Gesetzgebers mißachtet würde.
Solche Ausführungsbestimmungen wurden trotzdem erlassen.
Solche Ausführungsbestimmungen sind per se null und nichtig. Im übrigen erinnert die auch vom Sekretär der Gottesdienstkongregation, Erzbischof Albert Malcolm Ranjith, angesprochene Rebellion von Theologen, Liturgiewissenschaftlern, Bischöfen und sogar Kardinälen gegen ‘Summorum Pontificum’ sehr stark an die Kirchenvisionen der vor vier Jahren von Johannes Paul II. seliggesprochenen Anna Katharina Emmerick.
Nämlich?
Anna Katharina Emmerick sah beschurzte kirchliche Würdenträger aller Ränge beim Abbruch der Peterskirche und wenige Getreue, die mit dem Heiligen Vater am Wiederaufbau des Allerheiligsten beschäftigt waren. Wenn Sie mich fragen, dann ist das genau das Bild unserer Tage.
Nächstes Mal: In der Liturgie hat in den letzten vierzig Jahren die modernistische Abrißbirne gewütet
© Titelbild: traditionalcatholic.org.uk
© Comic: catholiccartoonblog.blogspot.com
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Sonntag, 25. Mai 2008 20:34
HeinrichvonOfterdingen: Lieber Marcelus,
Es fällt auf, daß jene modernistischen Kräfte, die in den vergangenen 38 Jahren stets auf dem Kadavergehorsam
gegenüber dem modernen Rom pochten, wenn es darum ging, die durch das Motu Proprio eindeutig als rechtswidrig
eingestuften Verfolgungen der traditionstreuen Priester und Gläubigen zu begründen, nunmehr dreist dem
Heiligen Vater den geschuldeten Gehorsam verweigern.
… das haben die immer schon. Doch als das Pendel noch nach links lief (tut es das nicht mehr?) war das voreilender Gerhorsam und ein „Reform“-Motor (in Wirklichkeit freilich ein Deform-Motor).
… das haben die immer schon. Doch als das Pendel noch nach links lief (tut es das nicht mehr?) war das voreilender Gerhorsam und ein „Reform“-Motor (in Wirklichkeit freilich ein Deform-Motor).
Sonntag, 25. Mai 2008 17:46
Marcelus: Diese Aussage über die Situation der Kirche damals und heute,
seit der Klarstellung Papst Benedikts XVI. in Summorum Pontificum, ist nichts hinzuzufügen!
Es fällt auf, daß jene modernistischen Kräfte, die in den vergangenen 38 Jahren stets auf dem Kadavergehorsam gegenüber dem modernen Rom pochten, wenn es darum ging, die durch das Motu Proprio eindeutig als rechtswidrig eingestuften Verfolgungen der traditionstreuen Priester und Gläubigen zu begründen, nunmehr dreist dem Heiligen Vater den geschuldeten Gehorsam verweigern.
Es fällt auf, daß jene modernistischen Kräfte, die in den vergangenen 38 Jahren stets auf dem Kadavergehorsam gegenüber dem modernen Rom pochten, wenn es darum ging, die durch das Motu Proprio eindeutig als rechtswidrig eingestuften Verfolgungen der traditionstreuen Priester und Gläubigen zu begründen, nunmehr dreist dem Heiligen Vater den geschuldeten Gehorsam verweigern.
Freitag, 23. Mai 2008 17:39
Hódmezövásárhelykutasipuszta: die prophetische Enzyklika ‘Humanae Vitae’ … wahrlich, so ist es, so muss es sein!
Aber unter so vielen prophetischen Worten, die es in dieser Zeit gab, ist das wohl untergegangen …
„640 kB sollten eigentlich genug für jeden sein.“ (Bill Gates)
„Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus bräuchte.“ (Ken Olsen) … der muss wohl kreuz.net vorhergesehen haben und wollte uns davor bewahren.
„Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt.“ (Thomas J. Watson)
„640 kB sollten eigentlich genug für jeden sein.“ (Bill Gates)
„Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus bräuchte.“ (Ken Olsen) … der muss wohl kreuz.net vorhergesehen haben und wollte uns davor bewahren.
„Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt.“ (Thomas J. Watson)
Freitag, 23. Mai 2008 13:40
Rodolfo Panetta: Das Elend der deutschen Kirche …
… zeigt sich in fanatisierten Modernisten und halbherzig Konservativen, die keine Scheidung der Geister herbeiführen.
Freitag, 23. Mai 2008 13:27
Krak des Chevaliers: beschurzte kirchliche Würdenträger
dabei habe ich mich sogleich an die Freimaurer erinnert gefühlt. Es wundert mich nicht, sind doch nicht wenige kirchliche Würdenträger Mitglied in Ablegergemeinschaften der Maurerei.
Freitag, 23. Mai 2008 11:40
Pünktchen: Der Militärgeistliche
ist schon des öfteren hier in kreuz.net zitiert worden. Sein Traditionsverständnis ist echt katholisch:
Das Konzil (Vat. II) kann nur von der Tradition her verbindlich gesehen und gedeutet werden und nicht umgekehrt!
Das Konzil (Vat. II) kann nur von der Tradition her verbindlich gesehen und gedeutet werden und nicht umgekehrt!
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