Zölibat
Das Fazit eines Mißbrauchten
Die reißenden Wölfe sind schon längst in die katholische Kirche eingedrungen. Nicht wenige von ihnen tragen Priesterkragen. Von einem Ex-Priester.
Risse im Priesterbild.
Risse im Priesterbild.
© Miguel Olaya,CC
(kreuz.net/ ‘Vatican Magazin’) Wenn ich nach all den Leiden und in Liebe etwas sagen darf, so meine ich:

1. Das Falscheste, was die Kirche heute tun könnte, wäre am Priesteramt in der klassischen Gestalt zu zweifeln und den grundsätzlichen Link zwischen Zölibat und Priestertum zu schwächen. Im Kern sind die Zusammenhänge von stupender Einfachheit, wie übrigens bei allen großen Dingen: Der Priester repräsentiert Jesus. Punkt. Gewiß, Jesus mochte Frauen. Er schätzte die Ehe.

Dennoch lebte er das große mystische, Welt überwindende Zeichen eheloser Liebe zu Gott. Wer Jesus für die Gemeinde darstellt und in seinem Auftrag und an seiner Stelle agiert, soll seine Form der Liebe leben. Er soll allen gehören können, weil er nur dem Einen gehört.

2. Wir haben nicht zu wenige Priester, wir haben zu viele. Wahrscheinlich haben wir zu wenig Gläubige. Wir haben jedenfalls genau so viele echte Priester (und Ordensleute), wie wir echte Gläubige haben. Das ist ein mystisches Gesetz in der Kirche.

Gott läßt seine Kinder nicht alleine, niemals! Mit überreicher Hand sät er Berufungen über uns aus. Sie sind da, in ausreichender Menge. Er berührt die Herzen von Menschen, die auf einem ganz anderen Trip sind. Er zieht an sich. Er ruft.

Wir meinen bloß, wir müßten mehr Priester haben, weil wir an der Fiktion einer machtvollen Kirche festhalten, die es längst nicht mehr gibt.

Es ist so viel Kirche in der Welt, so viel Kirche in den Herzen ist. Wir irren, wenn wir das, was die Kirche ist, zuerst an einer Jahrtausende alten Geschichte, an der Menge ihres Grundbesitzes, an den riesigen Bauten, an den Kristallisationen der Kunst, am mächtigen Kirchensteueraufkommen und den weit reichenden Verbindungen festmachen.

Novemberausgabe des 'Vatican-Magazin'
Novemberausgabe des ‘Vatican-Magazin’
In Wahrheit sind wir ganz klein. Wir sind ein paar Leute, die sich für das Evangelium frikassieren lassen. Das genügt. Wir sind ganz und gar nicht ohne Hoffnung. Im lebendigen Glauben an Gott ist man niemals ohne Hoffnung. Venceremos! Wir werden siegen! Nicht, weil wir so gut sind.

Wenn uns etwas gelingt gegen den mainstream der Gottesvergessenheit, so ist es Gott selbst, der durch uns seine Sache betreibt.

Wenn wir nur leer genug sind, daß er sein Leben in uns führen kann, wenn wir nur fein genug sind, daß er uns als seine Werkzeuge gebrauchen kann.

3. Wo die Priester der Zukunft herkommen? Sie kommen aus kollektiver Hingabe. Wo sich die ereignet, dort wachsen Berufungen wie Maiglöckchen im Januar. Wo Gruppen von Christen – Männer und Frauen, Kinder und alte Menschen – den Glauben verbindlich leben und tendenziell bereit sind, überall hinzugehen, alles zu machen, unbegrenzt bereit zu sein – dort geschehen die herrlichsten aller Wunder, die der Nachfolge. Berufungen (übrigens auch solche zur Familie oder zu bestimmten Charismen) werden dort entdeckt, wo Feuer ist. Dort gibt es durchbetete Nächte. Dort wird gefastet. Dort wird geteilt. Dort ist Hingabe. Dort ist Erleuchtung. Dort ereignen sich Wunder.

Lieber Heiliger Vater, gestatten Sie, daß ich mich danach direkt an Sie wende. In aller Demut möchte ich Sie hier an jene Stelle aus der Apostelgeschichte erinnern, von der ich weiß, wie kostbar sie Ihnen ist, denn Sie haben sie am Beginn Ihres Pontifikates verlesen lassen:

„Gebt acht auf euch und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Bischöfen bestellt hat, damit ihr als Hirten für die Kirche Gottes sorgt, die er sich durch das Blut seines eigenen Sohnes erworben hat. Ich weiß: Nach meinem Weggang werden reißende Wölfe bei euch eindringen und die Herde nicht schonen“ (Apg 20,28-29).

„Betet für mich, daß ich nicht furchtsam vor den Wölfen fliehe!“ haben Sie uns danach in Ihrer ersten Predigt am 24.April 2005 zugerufen. Das tun wir: Wir beten für Sie!

Die reißenden Wölfe sind aber dennoch schon längst in die katholische Kirche eingedrungen. Nicht wenige von ihnen tragen Priesterkragen. Das Zeugnis für unseren Herrn, welches das Angesicht der Erde verändern soll, wird überall in der Welt beschmutzt von kinderschänderischen Priestern und verkommenen Klerikern und denen, die ihr schändliches Tun noch decken.

Führen Sie die überfällige Scheidung der Geister herbei! Jagen Sie die Mißbraucher aus dem Amt – und diejenigen, die ihre Taten schönreden, gleich hinterher. Gewiß gibt es eine notwendige Solidarität des Hirten zu den Mithirten.

Doch um wie vieles wichtiger ist die Solidarität des Hirten zu Schafen, zu den Kleinen, den Wehrlosen, den Opfern, von den es bei Matthäus heißt: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.“ (Mt 9,42).

Im Namen dieser Kleinen bitte ich Sie: Räumen Sie auf! Haben Sie keine Angst vor dem Skandal. Er wird nur größer durch falsches Schweigen. Nicht die Wahrheit erschüttert die Kirche, sondern die Lüge. Die Wahrheit wird uns frei machen.

Ich bitte Sie auch im Namen der vielen Priester, Seminaristen und Ordensleute, die in Mithaftung genommen werden für die Schandtaten der Frevler. Lassen Sie deren Ehre nicht zuschanden werden und ihre Arbeit mit Füßen treten. Zuletzt bitte ich Sie für die nächste Generation Christen, die zu Ihnen aufschaut.

Unter ihnen sind viele, die ihr Leben geben möchten für die Neuevangelisierung Europas. Sie brauchen Priester, die sie lieben können: Menschen, für die sie durchs Feuer gehen, weil sie ihnen die Gegenwart Christi verkörpern.
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Der Beruf des Priesters stinkt 2. Der Zölibat ist kompletter Irrsinn 3. Du sitzt am Joystick der Gemeinde 4. Der Zölibat ist Freiheit und Liebe oder er ist widerlicher Dreck 5. Meine Mutter gab mich an den Pforten des Pfarrhauses ab 6. Eines Sommerabends geschah es 7. Im Grunde wollte ich nur Sex, Sex, Sex 8. Die Verwüstungen meiner Seele waren tiefgreifend
9. Das Fazit eines Mißbrauchten
      
19 Lesermeinungen
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#19   raindance1 †   21:57:36 | Montag, 26. Mai 2008
@nachtlaterne
Und sie fingen an, alle nacheinander, sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: Ich habe einen Acker gekauft und muß hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der andere sprach: Ich habe fünf Joch Ochsen gekauft, und ich gehe jetzt hin, sie zu besehen; ich bitte dich, entschuldige mich. Und der dritte sprach: Ich habe ein Weib genommen, darum kann ich nicht kommen. {1 Korinther.7,33} 7,33
wer aber freit, der sorgt, was der Welt angehört, wie er dem Weibe gefalle. Es ist ein Unterschied zwischen einem Weibe und einer Jungfrau: Und der Knecht kam und sagte das seinem Herrn wieder. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Lahmen und Blinden herein. Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, was du befohlen hast; es ist aber noch Raum da. Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, auf das mein Haus voll werde. Ich sage euch aber, daß der Männer keiner, die geladen waren mein Abendmahl schmecken wird.
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#18   EvaHermanFan akaFreimaurerin   21:56:37 | Montag, 26. Mai 2008
Liebe Nachtlaterne,
Sie wissen ja: Maurerarbeiten werden prompt erledigt! (Ich sags nicht jedes Mal extra, melden Sie sich einfach. Bin immer für Sie da!)
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#17   HeinrichvonOfterdingen   21:54:32 | Montag, 26. Mai 2008
Liebe Nachtlaterne,
nix gegen Ihre Postings. Aber lesen tut die eh keiner. Nehmen Sie – modulo Ihrer Fähigkeiten -lieber an der Diskussion teil!
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#16   Nachtlaterne   21:52:29 | Montag, 26. Mai 2008
„Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter …
„Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund, wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf wußte der Mann nichts zu sagen. Da befahl der König seinen dienern: Bindet ihm Hände und Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.“ Matthäus 22
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#15   clarissa colonia   20:09:48 | Montag, 26. Mai 2008
Die „Heiligen der letzten Tage“,
firmieren unter diesem Namen nicht die Mormonen? Soll als Sinnspitze dieser Zuschrift die mormonische Mission erkannt werden?
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#14   Alligatorechse   17:22:00 | Montag, 26. Mai 2008
@ verlogene Frömmler und Pharisäer
…willkommen im Club der Pharisäer!!!!!!!!!!!!!!!!
:-D :-[ >:) :-!
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#13   Master   23:40:19 | Sonntag, 25. Mai 2008
Gut geschrieben,
alles teuflische wird aufgedeckt und dann wehe ihnen! Noch ist Zeit sich zu bekehren. Beten wir für die Gottlosen und Gotteslästerer.
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#12   HeinrichvonOfterdingen   22:36:54 | Sonntag, 25. Mai 2008
Lieber Paranoia,
Sie haben den Bocksfuß vergessen, der aus Ihrer Hose ragt. Tja, Sie sparen an der Kleidung! Mit Prada wär’Ihnen da nicht passiert, da weiß man gleich wie man dran ist!
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#11   paranoia †   22:31:58 | Sonntag, 25. Mai 2008
Ach du gute Güte!
Jetzt habe ich mich doch gewaschen, geschminkt und die große Sonnenbrille auf… ^-^
und Sie sehen das Kainsmal immer noch??
Sie haben aber auch einen scharfen Blick!! :-O
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#10   Florian Geyer   22:18:29 | Sonntag, 25. Mai 2008
Paranoia
dass sie sich abgestossen fühlen ist ein gutes Zeichen…
Das Heilige hält een die Kainsmalträger fern.
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#9   paranoia †   22:04:21 | Sonntag, 25. Mai 2008
So wird es sein!
Die Heiligen Priester und „Laien“ der letzten Tage beten und fasten und ändern die Welt.
Solange, bis noch der letzte christlich denkende und fühlende Mensch endgültig genug hat von diesem absurden „Heiligen Rest“ (Was immer daran auch heilig sein soll???) :-! :-! :-!
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#8   Florian Geyer   21:44:45 | Sonntag, 25. Mai 2008
die Neo
theologen unter den Priestern mögen diskutieren, Gremien einberufen, Clubs beitreten, in den Gazetten erscheinen und in Talkshows Quark absondern und sich um Frauenquoten und „gerechte Sprache“ kümmern.
Die Heiligen Priester und „Laien“ der letzten Tage beten und fasten und ändern die Welt.
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#7   möchtegern-kathole   20:52:04 | Samstag, 24. Mai 2008
@Gotthard
Merken Sie nicht, dass Sie durch Ihren eigenen Beitrag sich selbst widerlegen?
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#6   Gotthard   20:44:18 | Samstag, 24. Mai 2008
@möchtegern-k
Wenn der z.B. die Alte Messe erlaubt merken sie, dass sie nichts entgegensetzen können.
niemand merkt es, bis auf einige wenige „Kreise“… ist auch völlig uninteressant – außer für einige „Kreise“… ist auch nix Bewegendes… vielleicht für Dich allein.
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#5   möchtegern-kathole   20:20:50 | Samstag, 24. Mai 2008
@Bernd Stromberg
Nicht an ein Einzelereignis, sondern daran, dass in dem Maße, in dem das Christentum wuchs, die Macht des heidnischen (West-)Roms schmolz – allen Christenverfolgungen zum Trotz.
„Ostrom“ (Konstantinopel) war schlauer: auch hier knickte das Heidentum ein, aber intelligenter: die wurden christlich und überlebten das weströmische Reich um ein Jahrtausend.
So verherrlicht jeder Christus: die einen freiwillig und erfolgreich (Ostrom), die anderen unfreiwillig und dem Niedergang geweiht (Westrom) – dieser Dualismus des römischen Reichs ist ein Menetekel für das Heidentum und ein doppelter Wegweiser: entweder Untergang oder Christus.
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#4   Bernd Stromberg   19:43:00 | Samstag, 24. Mai 2008
Frage
Sind nicht z.B. die antiken heidnisch-römischen Heere – damals eine Monopol-Weltmacht – vor ihm eingeknickt?
An welches Ereignis denken Sie?
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#3   möchtegern-kathole   17:08:53 | Samstag, 24. Mai 2008
@Romulus
menschlich gesprochen haben Sie recht. Aber der Glaube kann nicht nur Berge versetzen. Im Glauben ist der Stellvertreter des Weltenschöpfers mächtiger als alles, was das Erdenrund sonst zu bieten hat. Sind nicht z.B. die antiken heidnisch-römischen Heere – damals eine Monopol-Weltmacht – vor ihm eingeknickt? Ein 50-kugeliger Rosenkranz vermag mehr als 50 schwer bewaffnete Kriegsschiffe.
Das ist der Spott Gottes für seine Feinde: dass er einen alten Greis mit mehr Macht ausstattet als sie alle zusammen haben. Wenn der z.B. die Alte Messe erlaubt merken sie, dass sie nichts entgegensetzen können. Ihr Widerstand ist stümperhaft, ihr Gerede leer.
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#2   Romulus   16:32:09 | Samstag, 24. Mai 2008
Dieses Lamentieren nützt doch nichts
Das sind schöne Worte, doch vergebene Liebesmüh. Die „Macht“ des Hl. Vaters reicht von seinem Schreibtisch gerade mal bis zur Tür seines Arbeitszimmers. So sieht’s leider aus. Außerdem flieht Benedikt XVI. jedem Konflikt, hat er schon als Prof. Ratzinger so gemacht. Ein Umdenken setzt bei den Gläubigen frühestens ein, wenn der Bagger zum Abriß der Kirche angerollt kommt. Vorher tut sich da gar nichts.
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#1   Rodolfo Panetta   16:30:59 | Samstag, 24. Mai 2008
Wölfe im Priesterkragen
Um das Jahr 1970 konnte man in der Regel am Hemdkragen erkennen, welcher Priester von rechtgläubiger Gesinnung war. Heute kann man das nicht mehr. Zuviele Gegner wahrer römischer Gesinnung tarnen sich heute mit dem Priesterkragen.
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