Willkommen im Klub
Die Pfingstpredigt des Juden und Heiligen Apostels Petrus an die zum Pfingstfest versammelten Juden in Jerusalem war nach ‘Spiegel-Online’ ein Mißverständnis. Ein Kommentar.
(kreuz.net) „Es müssen verschiedene Teufel gewesen sein, die den Papst geritten haben.“ Das erklärte
Alexander Schwabe gestern auf ‘Spiegel-Online’ mit Bezug auf die neue Karfreitags-Fürbitte des Alten
Ritus.
Auf dem Osnabrücker Katholikentag habe es eine gemeinsame Front mit deutschen Rabbinern gegen diese Fürbitte gegeben.
‘Spiegel-Online’ stört in der Fürbitte vor allem der Satz: „Lasset uns beten für die Juden, daß unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Heiland aller Menschen erkennen“?
Das beinhalte jene „alte Vorstellung“, daß der jüdische Glaube defizitär sei, und impliziere eine Geringschätzung des jüdischen Selbstverständnisses.
Die Gewißheit der Kirche, daß das Judentum nur zu Gott kommt, wenn es an Jesus Christus glaubt, bezeichnet Schwabe als „Obsession“.
Dann beschwört er schon fast obligatorisch jene „bösen Schatten der Vergangenheit, in der Juden am Karfreitag im Namen Gottes verjagt und getötet wurden“ – Beispiele nennt er keine, schon gar nicht aus der neueren Zeit.
Rabbiner Henry Brandt hörte nach Angaben von ‘Spiegel-Online’ die Alarmglocken schrillen.
Am Donnerstag abend habe er mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, demonstriert, daß der angeblich schwer in Mitleidenschaft gezogene Dialog nicht ganz verstummen dürfe.
Es gehe nicht um Marginalien und Wortklauberei – beschwört ‘Spiegel-Online’, sondern um das Ewige Leben nach dem Tod: „Und der Papst sagt indirekt: Nein, ihr Juden werdet es nicht haben.“
‘Spiegel-Online’ sagt nicht, wo der Papst erklärt hat, daß Juden grundsätzlich in die Hölle kommen.
Sogar die „Erkenntnis seines Vorgängers“ und „vieler anderer“ – wer? – wird dem Papst entgegengehalten, wonach Juden keiner Mission durch Christen bedürften: „Denn sie sind längst bei Gott.“
Womit ‘Spiegel-Online’ definiert hat, daß Juden grundsätzlich in den Himmel kommen. Somit wäre jeder Katholik ein Tor, der nicht sofort zum Judentum konvertieren würde.
Die Pfingstpredigt des Juden und Heiligen Apostels Petrus an die zum Pfingstfest versammelten Juden in Jerusalem war nach ‘Spiegel-Online’ offenbar ein Mißverständnis.
Der während seiner Amtszeit vom ‘Spiegel’ vielgeschmähte Johannes Paul II. wird plötzlich zum Propheten einer neuen Religion hochstilisiert – gar in einem Atemzug mit Johannes XXIII. erwähnt.
Auch das Konzilsdokument ‘Nostra Aetate’ wird zitiert, wonach die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt sind – als ob Benedikt XVI. das jemals abgestritten hätte.
Der Regensburger Pastoraltheologe Heinz-Günther Schöttler rief der frommen Menge in Osnabrück zu, daß Benedikt XVI. die „substantielle Fortentwicklung der Israeltheologie“ durch Johannes Paul II. nicht mitgegangen sei.
Nach Quellenangaben sucht man bei Schöttler vergebens.
Rabbiner Brandt bezeichnete es als gewaltigen Rückschritt, daß „nun wieder“ für die Erleuchtung der Juden gebetet werden könne.
Daß in der Alten Liturgie schon immer und bis zum heutigen Tag für die Bekehrung der Juden gebetet wurde und wird, unterschlägt er – auch die Tatsache, daß Johannes Paul II. vor zwanzig Jahren mit dem Motu Proprio ‘Ecclesia Dei’ die Alte Liturgie wieder ermöglichte, ohne daß sich jüdische Stimmen gemeldet hätten.
Erzbischof Zollitsch bemühte sich zu beschwichtigen, so gut es ging: „Der Weg geht nach vorne, und dafür stehe ich hier!“ – gab er Durchhalteparolen von sich.
Gott sein dank kann ‘Spiegel-Online’ melden, daß sich Mons. Zollitsch nicht von der „Annahme“ distanziert habe, daß die Juden Jesus als Heiland bräuchten.
Damit habe sich Erzbischof Zollitsch mit dem Mann auf dem Stuhl Petri solidarisch gezeigt – so ‘Spiegel-Online’. Oder hat er sich nur an die Stelle im Evangelium erinnert, wo es heißt: „Ihr seid nicht Herren über den Glauben“?
In der Tat: Auch ein Bischof hat nicht das Recht, den katholischen Glauben neu zu erfinden.
Der Papst hatte nach Angaben von ‘Spiegel-Online’ keinen Fürsprecher auf dem Podium: „Der Veranstalter – das Zentralkomitee der deutschen Katholiken – wollte oder konnte in Deutschland keinen finden, der in dieser Frage papsttreu argumentiert hätte.“
Kurienkardinal Walter Kasper habe aus Termingründen abgesagt.
Und der Papst? Der sitzt nach ‘Spiegel-Online’ im Elfenbeinturm und treibe abgehobene Theologie. Als Dogmatiker sei er einem gewissen Starrsinn verfallen.
Im übrigen sei er ein Traditionalist.
Willkommen im Klub.
Auf dem Osnabrücker Katholikentag habe es eine gemeinsame Front mit deutschen Rabbinern gegen diese Fürbitte gegeben.
‘Spiegel-Online’ stört in der Fürbitte vor allem der Satz: „Lasset uns beten für die Juden, daß unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus als den Heiland aller Menschen erkennen“?
Das beinhalte jene „alte Vorstellung“, daß der jüdische Glaube defizitär sei, und impliziere eine Geringschätzung des jüdischen Selbstverständnisses.
Die Gewißheit der Kirche, daß das Judentum nur zu Gott kommt, wenn es an Jesus Christus glaubt, bezeichnet Schwabe als „Obsession“.
Dann beschwört er schon fast obligatorisch jene „bösen Schatten der Vergangenheit, in der Juden am Karfreitag im Namen Gottes verjagt und getötet wurden“ – Beispiele nennt er keine, schon gar nicht aus der neueren Zeit.
Rabbiner Henry Brandt hörte nach Angaben von ‘Spiegel-Online’ die Alarmglocken schrillen.
Am Donnerstag abend habe er mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, demonstriert, daß der angeblich schwer in Mitleidenschaft gezogene Dialog nicht ganz verstummen dürfe.
Es gehe nicht um Marginalien und Wortklauberei – beschwört ‘Spiegel-Online’, sondern um das Ewige Leben nach dem Tod: „Und der Papst sagt indirekt: Nein, ihr Juden werdet es nicht haben.“
‘Spiegel-Online’ sagt nicht, wo der Papst erklärt hat, daß Juden grundsätzlich in die Hölle kommen.
Sogar die „Erkenntnis seines Vorgängers“ und „vieler anderer“ – wer? – wird dem Papst entgegengehalten, wonach Juden keiner Mission durch Christen bedürften: „Denn sie sind längst bei Gott.“
Womit ‘Spiegel-Online’ definiert hat, daß Juden grundsätzlich in den Himmel kommen. Somit wäre jeder Katholik ein Tor, der nicht sofort zum Judentum konvertieren würde.
Die Pfingstpredigt des Juden und Heiligen Apostels Petrus an die zum Pfingstfest versammelten Juden in Jerusalem war nach ‘Spiegel-Online’ offenbar ein Mißverständnis.
Der während seiner Amtszeit vom ‘Spiegel’ vielgeschmähte Johannes Paul II. wird plötzlich zum Propheten einer neuen Religion hochstilisiert – gar in einem Atemzug mit Johannes XXIII. erwähnt.
Auch das Konzilsdokument ‘Nostra Aetate’ wird zitiert, wonach die Juden nach dem Zeugnis der Apostel immer noch von Gott geliebt sind – als ob Benedikt XVI. das jemals abgestritten hätte.
Der Regensburger Pastoraltheologe Heinz-Günther Schöttler rief der frommen Menge in Osnabrück zu, daß Benedikt XVI. die „substantielle Fortentwicklung der Israeltheologie“ durch Johannes Paul II. nicht mitgegangen sei.
Nach Quellenangaben sucht man bei Schöttler vergebens.
Rabbiner Brandt bezeichnete es als gewaltigen Rückschritt, daß „nun wieder“ für die Erleuchtung der Juden gebetet werden könne.
Daß in der Alten Liturgie schon immer und bis zum heutigen Tag für die Bekehrung der Juden gebetet wurde und wird, unterschlägt er – auch die Tatsache, daß Johannes Paul II. vor zwanzig Jahren mit dem Motu Proprio ‘Ecclesia Dei’ die Alte Liturgie wieder ermöglichte, ohne daß sich jüdische Stimmen gemeldet hätten.
Erzbischof Zollitsch bemühte sich zu beschwichtigen, so gut es ging: „Der Weg geht nach vorne, und dafür stehe ich hier!“ – gab er Durchhalteparolen von sich.
Gott sein dank kann ‘Spiegel-Online’ melden, daß sich Mons. Zollitsch nicht von der „Annahme“ distanziert habe, daß die Juden Jesus als Heiland bräuchten.
Damit habe sich Erzbischof Zollitsch mit dem Mann auf dem Stuhl Petri solidarisch gezeigt – so ‘Spiegel-Online’. Oder hat er sich nur an die Stelle im Evangelium erinnert, wo es heißt: „Ihr seid nicht Herren über den Glauben“?
In der Tat: Auch ein Bischof hat nicht das Recht, den katholischen Glauben neu zu erfinden.
Der Papst hatte nach Angaben von ‘Spiegel-Online’ keinen Fürsprecher auf dem Podium: „Der Veranstalter – das Zentralkomitee der deutschen Katholiken – wollte oder konnte in Deutschland keinen finden, der in dieser Frage papsttreu argumentiert hätte.“
Kurienkardinal Walter Kasper habe aus Termingründen abgesagt.
Und der Papst? Der sitzt nach ‘Spiegel-Online’ im Elfenbeinturm und treibe abgehobene Theologie. Als Dogmatiker sei er einem gewissen Starrsinn verfallen.
Im übrigen sei er ein Traditionalist.
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Mittwoch, 28. Mai 2008 00:33
EvaHermanFan akaFreimaurerin: Florian
Na, wenn ich z.B., sagen wir, über irgendeine größere Demo einmal in der taz und einmal in der Bildzeitung
nachlese, hab ich das Gefühl, da geht’s um zwei verschiedene Veranstaltungen, und falls ich selbst dabei
war (nicht dass ich JEMALS bei solchen Veranstaltungen wäre), hab ich vielleicht das Gefühl, das war
noch eine andere Veranstaltung. Hat natürlich mit der jeweiligen Blattlinie zu tun. (Was diese beiden
Blätter zur EU sagen, weiß ich allerdings nicht.)
Und wie ist das mit den internationalen Zeitungen, die Sie erwähnten? Gefallen Ihnen die besser, was Vielfalt etc. betrifft? Ich kann’s nicht beurteilen.
Und wie ist das mit den internationalen Zeitungen, die Sie erwähnten? Gefallen Ihnen die besser, was Vielfalt etc. betrifft? Ich kann’s nicht beurteilen.
Mittwoch, 28. Mai 2008 00:25
Frollein Rottenmaier: @Florian
Dass es eine Blattlinie gibt, streite ich nicht ab. In jedem Unternehmen der Welt gibt es auch eine Firmenphilosophie –
und damit auch eine Linie. Wer nicht „auf Linie“ ist, ist immer das Enfant Terrible. Der Interpretationsspielraum
ist jedoch deutlich größer als 4 mm, wenn auch (noch) nicht groß genug.
So schnell feuert der ChR seine Mitarbeiter nicht. Eher freut er sich über unverbrauchte Themen. Medien machen auf keinen Fall immer nur EU-Politik. Ebenso reden Journalisten nicht nur der öffentlichen Meinung nach dem Mund. Zudem existiert tatsächlich noch investigativer Journalismus, auch wenn er leider nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Wie erklären Sie sich sonst sowas:
http://www.tagesschau.de/…d/abhoeraktion2.html
http://www.spiegel.de/…,1518,416309,00.html
Verdi und Journalistenverbände laufen Sturm gegen solche Aktionen. Warum wohl?
Aber wie auch immer. Gute N8 für heute…
So schnell feuert der ChR seine Mitarbeiter nicht. Eher freut er sich über unverbrauchte Themen. Medien machen auf keinen Fall immer nur EU-Politik. Ebenso reden Journalisten nicht nur der öffentlichen Meinung nach dem Mund. Zudem existiert tatsächlich noch investigativer Journalismus, auch wenn er leider nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Wie erklären Sie sich sonst sowas:
http://www.tagesschau.de/…d/abhoeraktion2.html
http://www.spiegel.de/…,1518,416309,00.html
Verdi und Journalistenverbände laufen Sturm gegen solche Aktionen. Warum wohl?
Aber wie auch immer. Gute N8 für heute…
Mittwoch, 28. Mai 2008 00:23
Florian Geyer: Freischärlerin
So:
Dann müsste es doch mindestens ein Blatt im Blätterwald geben das zb für einen EU Austritt wäre wenn alles so frei ist (nicht dass ich dafür wäre)
Ich finde keines, helfen sie mir.
Ich vergleiche gerne die EU Zeitungen mit den Russischen, den arabischen, den chinesischen und den Lateinamerikanischen, dank Internet ja möglich.
Wirkliche Unterschiede und Vielfalt kann ich in den EU zeitungen nicht finden.
Dann müsste es doch mindestens ein Blatt im Blätterwald geben das zb für einen EU Austritt wäre wenn alles so frei ist (nicht dass ich dafür wäre)
Ich finde keines, helfen sie mir.
Ich vergleiche gerne die EU Zeitungen mit den Russischen, den arabischen, den chinesischen und den Lateinamerikanischen, dank Internet ja möglich.
Wirkliche Unterschiede und Vielfalt kann ich in den EU zeitungen nicht finden.
Mittwoch, 28. Mai 2008 00:19
EvaHermanFan akaFreimaurerin: In der teuflischen
Demokratie (die WIR uns sowieso bald unter den Nagel reißen, hr hr hr) gibts wenigstens viele Blätter mit unterschiedlichen Linien, so dass man durchaus einen Eindruck davon bekommen kann, dass real life nicht nur schwarz oder weiß ist (in echt steuern WIR das natürlich von A bis Z, hr hr hr). Also, wenn man sich die Mühe machen will. Wenn nicht, liest man halt nur die Artikel bei kreuz.net. Darf man auch, ist ja ein freies Land (noch, hr hr hr).
Mittwoch, 28. Mai 2008 00:10
Florian Geyer: F.R…
derr herr Chefredakteur gibt die Linie vor und wer nicht pariert wird gefeuert. So ist das im wirklichen
Leben ohne romantischer Verbrämung Rotti. Es gibt keine Eigenständigkeit der journalistischen Meinung.
Medien haben den Auftrag die Machtverhältnisse zu konservieren deshalb ist auch kein Platz für dissidentorische
Meinungen, ob das nun EU, Familienpolitik oder Gesellschaftspolitik ist. Es gibt nur innerhalb der vorgegebenen
Meinung einen Interpretationsspielrauch von 4 Millimeter den dann die Journalisten nutzen dürfen zur
persönlichen Sicht. das nennt sich dann Blattlinie und wird als sozialistisch oder bürgerlich verkauft.
Welcome in real life…
Welcome in real life…
Mittwoch, 28. Mai 2008 00:00
Frollein Rottenmaier: @F.G.
Jetzt enttäuschen Sie mich aber. Mit der 08/15 Antwort haben Sie es sich wirklich verdammt einfach gemacht.
Keine wirklichen Argumente am Start?
Es gibt massenweise Schrott in den Medien, keine Frage. Es interessiert Sie nicht, mit wem Britney Spears gestern Abend im Pool geknutscht hat, oder ob Jennifer Lopez Orangenhaut hat? Mich auch nicht, da dürften wir zur Abwechslung mal was gemeinsam haben. Lassen wir daher mal die albernen Gazetten außen vor.
Darüber hinaus gibt es aber noch echte Perlen, in denen journalistisches Herzblut steckt.
Keine wirklichen Argumente am Start?
Es gibt massenweise Schrott in den Medien, keine Frage. Es interessiert Sie nicht, mit wem Britney Spears gestern Abend im Pool geknutscht hat, oder ob Jennifer Lopez Orangenhaut hat? Mich auch nicht, da dürften wir zur Abwechslung mal was gemeinsam haben. Lassen wir daher mal die albernen Gazetten außen vor.
Darüber hinaus gibt es aber noch echte Perlen, in denen journalistisches Herzblut steckt.
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