Pastoraler Prozeß
Eigentümliche Unschärfe
„Bereitschaft zur Bewegung“ ist sicher immer notwendig. Die Frage ist nur: Wohin sollen wir uns bewegen? Und: Wer geht voran? Von Hw. Hendrick Jolie.
Der Dom zu Limburg
Der Dom zu Limburg
(kreuz.net) „Bereitschaft zur Bewegung – Perspektiven für die Seelsorge im Bistum Limburg.“

Mit einem Hirtenbrief unter diesem Titel hat sich der neue Bischof von Limburg, Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst, zu Pfingsten 2008 an das Kirchenvolk gewendet.

Anlaß sind die aufgrund des Gläubigen- und Priestermangels sowie aufgrund der Finanzlage notwendig gewordenen Umstrukturierungsmaßnahmen, die der Bischof für seine Diözese ankündigt.

In dem Hirtenwort geht es ihm nach eigenem Bekunden sowohl um ein „geistliches Wort“ wie auch um „pastorale Perspektiven“.

Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst
Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst
Traurige Erinnerungen

Was fällt zunächst auf? Interessant ist, daß in den Medien – bis hin zur ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ – vor allem jenes bischöfliche Wort aufgegriffen wurde, wonach die herkömmlichen Pfarreien in der Vergangenheit „theologisch“ überbewertet worden seien.

Wer der Übeltäter dieser Überbewertung war, wird nicht gesagt.

Das Wort weckt traurige Erinnerungen an die mißglückten Aussagen des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, der den Zölibat des Priesters als „theologisch nicht notwendig“ klassifizierte.

Erzbischof Zollitsch meinte damals vermutlich, daß der Zölibat kein Dogma sei und den katholischen Glauben nicht im Kern betreffe. Eine umwerfende Erkenntnis, nicht wahr?

Die Wirkung der erzbischöflichen Worte war jedoch eine ganz andere:

Selbstverständlich hörte die Öffentlichkeit heraus, daß der Zölibat nach Auffassung von Mons. Zollitsch nicht notwendig sei.

Messerscharf titelte die ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ am kommenden Tag: „Zollitsch rückt vom Zölibat ab.“

Viele unbeantwortete Fragen

Ein ähnliches Schicksal könnte die obengenannten Worte des Limburger Bischofs ereilen.

Betrifft die angebliche Überbewertung der Pfarreien ihre konkrete territoriale Ausgestaltung oder gar ihre sakramentale Struktur?

Diese Frage wird in dem bischöflichen Schreiben unzureichend geklärt.

Denn der Bischof mag offenbar nicht von „Strukturen“ oder „Strukturdiskussionen“ reden. Mehrfach warnt er darum davor, Strukturdiskussionen in den Vordergrund zu rücken.

Noch einmal. Meint er eine Diskussion über die sakramentale Struktur oder geht es ihm um Diskussionen über veränderliche, weil zeitbedingte Strukturen?

Es bleibt der Eindruck einer eigentümlichen Unschärfe zurück.

Werden im Augenblick in Deutschland nicht gerade die kirchlichen Strukturen verändert? Und ist es unter diesen Umständen etwa verwunderlich, daß die Frage nach den Strukturen die Gläubigen besonders beschäftigt?

Bewegung ohne Umkehr?

Eine weitere Beobachtung: Die Wendungen „Herausforderung/herausgefordert“ kommen in den dreizehn Seiten des Schreibens insgesamt elfmal vor.

In der Tat stellt, wie wir alle wissen, jede Zeit besondere Herausforderungen an die Kirche.

Schade nur, daß dieser pfingstliche Hirtenbrief im Zusammenhang mit dem Wort „Herausforderung“ und dem Aufruf zu einer „Gewissenserforschung“ nur die „Besinnung auf die Prioritäten“ erwähnt.

Die Worte „Umkehr“, „Buße“ und „Vergebung“, die doch zentraler Inhalt der Pfingstpredigt des Petrus waren, kommen im gesamten Schreiben nicht vor – auch nicht das Bußsakrament, das der Herr am Abend des Ostertages durch die Spendung des Heiligen Geistes eingesetzt hat (Joh 20,22).

Weil die geforderte „Bereitschaft zur Bewegung“ – so der Titel des Hirtenwortes – offenbar ohne Metanoia auskommt, wird auch verschwiegen, daß es bei der Feier der Eucharistie – die der Bischof als das Zentrum der Pfarrei ausmacht – eben nicht nur um die „Kommunion mit dem Auferstandenen“ geht und um ein „Zusammenkommen“ oder um „Gemeinschaft im Glauben“, sondern um das Opfer Christi, das der Heiland ein für allemal dargebracht hat zur Sühne für unsere Sünden.

Da das Wort vom „Opfer“ im ganzen Hirtenwort nicht fällt und auch das Wort vom „Kreuz“ nicht vorkommt, ist es nicht verwunderlich, daß die bischöfliche Infragestellung von Kommunionfeiern eher zaghaft geschieht:

„Auf Dauer“, so der Bischof, dürfe man diese Feiern nicht als „Ersatz“ für die Eucharistie ansehen.

Wie bitte? Sind diese Feiern denn nicht ganz prinzipiell kein Ersatz für das Meßopfer?

Die Rolle des Priesters verschwimmt

Ein letztes: Die Priester, so der Bischof, seien nicht ersetzbar. Gleichzeitig vermeidet er es jedoch, im Zusammenhang mit den Pfarreien von deren Leitung durch den Priester als Hirten zu sprechen.

Sicher ist es richtig, daß die Priester beauftragt sind, „Christus in den Sakramenten der Kirche darzustellen.“

Sind sie aber nicht auch die autoritativen Lehrer des Glaubens und die eigentlichen Leiter der Gemeinden? Oder gehört diese Dimension priesterlichen Dienstes am Ende auch zur „theologischen Überbewertung der Gemeinden?“

Andrerseits: Im Bistum Limburg residierten unter Bischof Franz Kamphaus Pastoralreferenten als „Quasi-Gemeindeleiter“ in Pfarrhäusern.

Es wird für den Bischof nicht leicht sein, hier wieder ordnungsgemäße Zustände herbeizuführen. Vielleicht soll hier kein Öl ins Feuer gegossen werden.

Fazit: Der Bischof müht sich, seine Gläubigen für die vorgesehenen Änderungen gewogen zu stimmen.

Da die begriffliche Klarheit an entscheidenden Punkten vermieden wird, bleibt es weiterhin ungewiß, wohin die Reise geht.

„Bereitschaft zur Bewegung“ ist sicher immer notwendig. Die Frage ist nur: Wohin sollen wir uns bewegen? Und: Wer geht voran?

Exzellenz, wir flehen Sie an: Schenken Sie Ihren Priestern und Gläubigen die notwendige Klarheit, die alle brauchen, um sich in Bewegung zu setzen.

Zeigen Sie den Menschen in Ihrem Bistum, wo die Herausforderungen tatsächlich liegen.

Scheuen Sie sich nicht, die schwierigen Zustände im Bistum Limburg – man denke nur an die Homo-Gemeinde in Frankfurt – anzusprechen.

Das wäre eine echte Herausforderung. Die Gläubigen würden es Ihnen danken.
      
83 Lesermeinungen
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#84   Jörg Guttenberger, Köln   17:45:00 | Donnerstag, 29. Mai 2008
Landorganist: Vergleich
Natürlich verstehe ich nicht, was Sie meinen.
Sie behaupten, man könne beide Chöre nicht miteinander vergleichen. Wieso nicht? Sofern Sie Qualitäts- oder sonstige Unterschiede festgestellt haben, haben Sie doch vergleichen müssen, denn Vergleichen heißt nichts Anderes, als Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Wie wollen Sie die von Ihnen festgestellten Unterschiede ohne Vergleich feststellen?
Ich habe den Eindruck, Sie verwechseln vergleichen und gleichsetzen!
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#83   LandorganistII   15:45:06 | Donnerstag, 29. Mai 2008
@Herr Guttenberger,
ich bekenne, Ihnen gerade nicht ganz folgen zu können. Macht aber nix, sehen Sie es als Zeichen meiner Beschränktheit. Dennoch gehe ich davon aus, dass Sie verstehen, was ich meine.
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#82   Jörg Guttenberger, Köln   14:29:21 | Donnerstag, 29. Mai 2008
Landorganist: Vergleich
heißt nicht gleichsetzen, sondern herausarbeiten von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. So sind Sie doch durch den von Ihnen selbst beanstandeten Vergleich zu Ihrer Meinung gekommen!
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#81   Humilitas   14:13:58 | Donnerstag, 29. Mai 2008
Bewegung in Richtung schwierige Zustaende
Guter Beitrag. :-) Lasst uns hoffen, dass man sich im Bistum Limburg auch auf Probleme wie die Homo-Gemeinde in Frankfurt ‘hinbewegt’.
Dass das Wort des Opfers nicht faellt ist natuerlich bedauerlichHumilitas mailto:melanie.billingsley@yahoo.com, andererseits nicht sonderlich verwunderlich. Man braucht sich ja nur die Formulierungen in der neuen Messform anschauen, wo der Opfercharakter in den Hintergrund rueckt und total verwaessert wird…
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#80   LandorganistII   11:14:21 | Donnerstag, 29. Mai 2008
Den KCC
mit der Capella Sistina zu vergleichen ist eine Beleidigung der Engländer. Wenn ich im Vatikan was zu sagen hätte, wäre eine erste Maßnahme die völlige Neubesetzung des Chores und der für die Musik Verantwortlichen an St.-Peter, incl. des Organisten.
@Stromberg
Die feierlichste Liturgie, auch im alten Ritus, steht und fällt mit der Kirchenmusik. Ein Stümper an der Orgel vermag mehr Schaden anzurichten, als der dem Volke abgewandte Priester am Hochaltar. Von dessen Tun bekommt die Gemeinde eh nix mit.
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#79   Brandenburgis   08:10:54 | Donnerstag, 29. Mai 2008
ICh wollte ja nun keineswegs
den KCC disqualifizieren. Vieleicht hatte er ja auch sein us and downs? Waren gelegentlich schlecht präpariert? Passiert ja fast jedem einmal.
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#78   Jörg Guttenberger, Köln   23:55:58 | Mittwoch, 28. Mai 2008
Brandenburgis: Cambridge Kings-College-Chor
Ich habe – allerdings ältere – Aufnahmen von Byrd, Tallis und Palestrina. Alle drei Platten aus der Zeit vor 1971 haben eine ausgezeichnete Kritik, so auch die 40-stimmige Motette „spem in alienum“ von Tallis, die es inzwische auch auf CD gibt. Mir gefällt die ältere Aufnahme vom Klang her – nicht von der Technik! – allerdings besser. Nach meinem Geschmack ergibt die ältere Aufnahme ein geschlosseneres Klangbild mit besserem Nachhall.
Sie können selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen, daß Ihnen die von Ihnen genannten Aufnahmen nichts sagen. Ich selber kann ebenfalls Beispiele nennen, wo ich mit der offiziellen Kritik in keiner Weise einverstanden bin. Aber das ist eine subjektive und keine objektive Sache.
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#77   Brandenburgis   22:37:36 | Mittwoch, 28. Mai 2008
ICh lasse mich jederzeit
gern von der Qualität eines Chores überzeugen! Hat nicht auch Leonhard mit dem KCC BAchkantaten aufgenommen? Ich bleibe aber dabei, daß die Victoria-Aufnahmen, die ich besitze unerträglich sind, man kann sichs wirklich nicht anhören. Ist natürlich auch schwerer als Faure oder Durufle, womit ich nichts gegen letztere gesagt haben will, ich schötze beide Komponisten als katholische Klassiker!
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#76   SignumSalutis   22:02:45 | Mittwoch, 28. Mai 2008
KCC – 1. Sahne!
Wer den King’s College Choir abqualifiziert, hat wirklich keine Ahnung. Die Aufnahmen die ich kenne (doppelchörige Messe von Fr. Martin, die Requiems von Faur#e und Durufl’e usw.: erste Sahne!).
Da fällt es wohl jemandem schwer zuzugeben, dass Anglikaner auch singen können …!
SignSal
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#75   Jörg Guttenberger, Köln   14:54:55 | Mittwoch, 28. Mai 2008
Brandenburgis: Cambridge Kings-College-Chor
Ich meine den Musikwissenschaftler, auf den Sie sich beziehen.
Ich habe selbst eine Reihe von Aufnahmen mit dem genannten Chor, ausgezeichnet, auch von Fachleuten so gesehen. Neuere Aufnahmen von diesem Chor habe ich jedoch nicht, deswegen bin ich mit meiner Kritik zurückhaltend.
Im Gegensatz zu dem genannten Chor der Sixtina singt der Chor jedoch raumfüllend, den der Sixtina hat man im Hinteren Teil des Domes kaum noch wahrgenommen.
Leider schreiben Sie nicht, was Sie an dem Chor aus Cambridge auszusetzen haben. Ihre Kritik ist zu pauschal.
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#74   Benedikt   14:25:58 | Mittwoch, 28. Mai 2008
@ Regina
Letzteres: Es ist gar keine Kritik.
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#73   Regina 1961   13:59:07 | Mittwoch, 28. Mai 2008
@Benedict: Vorlegen
Vielleicht sollte der Verfasser dieses Schriftstückes erst einmal richtig und vor Ort recherchieren. Immer wieder peinlich, wenn Leute aus dem „Ausland“ sprich anderen Bistümern meinen, sie müßten uns hier in Limburg und Umgebung lehren, wie der wahre Katholizismus auszusehen hat. Erst wurde Bischof Kamphaus niedergemacht, jetzt ist Bischof Franz-Peter an der Reihe. So wie ich den aber einschätze, lacht der sich über eine solche Kritik halb tot. Wenn es denn noch wenigstens Kritik wäre.
Regina1961
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#72   Benedikt   13:38:57 | Mittwoch, 28. Mai 2008
King’s college
Ein neuer Name wäre aber passend.
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#71   Bernd Stromberg   11:53:20 | Mittwoch, 28. Mai 2008
Noch’n Video;-)
Nachdem der Tonfall ja wieder in die alte Aggressivität und erschreckende Primitivität zurückgefallen ist, als Gegengewicht noch ein schönes Video: Missa paschalis 1941 de.youtube.com/watch?v=R6AOvStZS64. Es ist keine gute bildliche Qualität, aber es ist trotzdem beeindruckend, und dass meine ich völlig unpolemisch. Wer einen Sensus für Ritus und Kult hat, den wird das Video berühren. Über musikalische Qualität und Stile kann man sich ja immer streiten, dem einen wird es gefallen, dem anderen nicht so sehr. Aber das ist nicht eigentlich der Punkt. Also, viel Freude oder liturgisch formuliert: Sursum corda. Denn dass ist das Ziel jeder wirklichen Liturgie, die Herzen zu Gott zu erheben, über alle Erdenschwere hinweg.
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#70   landorganist   11:16:51 | Mittwoch, 28. Mai 2008
@Brandenburgis
Sagen Sie mal, Sie Wicht, was maßen Sie sich hier eigentlich an? Sie können Fliegendreck nicht von Noten unterscheiden und meinen irgendwelche Weisheiten über engl. Chöre verbreiten zu müssen. Es ist allgemein bekannt, dass die engl. Chöre, gerade die der angl. Kirche, international auf höchstem Niveau musizieren. Und das tun sie an den Kathedralen des Landes täglich. Der Chor des Kings-Kollege gehört zu den Profiliertesten in der Szene! Also, schalten Sie Ihren Volksmusikkanal (falls der sie nicht auch überfordert) ein, und schweigen Sie!
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#69   LandorganistII   11:09:41 | Mittwoch, 28. Mai 2008
@Le trot
Mir war, als hörte ich ein Grunzen. Es kam von da unten.
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#68   Brandenburgis   11:08:39 | Mittwoch, 28. Mai 2008
@Guttenberger
Welchen Musikwissenschaftler meinen Sie mit der infilibilitas papalis?
Es kann doch nicht sein, daß ein Chor die Welt mit Schallplattenaufnahmen katholischer Musik überschwemmt, der so schlecht intoniert und der einen so unschönen Klang kultiviert.
Ich bedaure außerordentlich, daß ich mir eine Aufnahme mit Victorias Requiem und Responsorien anschaffen mußte, gesungen von diesem Chor. Gab leider keine andere. Es ist erschütternd. Und einen solchen Chor kann man wohl nicht „umerziehen“. Wenn man zusätzlich bedenkt, welche Mittel diesem „College“ zur Verfügung stehen und wie wenig man dort in der Lage ist, daraus zu gestalten …
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#67   Le Trot   10:52:44 | Mittwoch, 28. Mai 2008
@Landorganist
Sie haben ja wirklich eine blühende Phantasie, aber das scheint Tradis zu verbinden.
Nichts im Vergleich zu dem von Ihnen hier vorgetragenen Laiengrössenwahn, Sie falsche Schlange!
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#66   Bernd Stromberg   10:48:19 | Mittwoch, 28. Mai 2008
Liebe Clarissa
Latein ist nicht alles; vielleicht noch nicht einmal (da bin ich mir aber nicht ganz sicher!) der Anfang der Wissenschaft und Weisheit (heutigentags aber wahrscheinlich nicht mehr!).
Latein ist für viele geisteswissenschaftliche Disziplinen auch heute noch „der Anfang der Wissenschaft und Weisheit“. Das Problem ist, dass viele den Weg des geringsten Widerstandes gehen wollen und möglichst bequem studieren wollen. Natürlich ist Latein keine „bequeme“ Sprache und kostet schon recht viel Mühe und Fleiß. Aber das ist es auch wert, und wie kann sich jemand als Dr. phil. bezeichnen wollen ohne Lateinkenntnisse;-)
Denn dass man zB. Theologie, Geschichte, Sprachen (egal ob neue oder alte), Philosophie, aber auch Jura (wenn es keine bessere Fachholschulausbildung sein soll) ohne Lateinkenntnisse (von Griechisch wollen wir hier gar nicht erst reden) studieren kann, ist ein gewaltiger Fehlschluss. Latein gehört zur Bildung dazu. Ich kenne übrigens nicht wenige, die während eines geisteswissenschaftlichen Studiums aufseufzten: „Hätte ich mal besser Latein gelernt“. Wie will man etwa auf wissenschaftlichem Niveau Romanistik studieren, ohne Latein zu können? Wenn man dies will, sollte man besser einen Volkshochschulkurs besuchen, aber keine Universität.
Von daher hat sich an der Sache nicht viel geändert: Latein eröffnet einem vieles; beherrscht man es nicht, ist einem vieles verschlossen. Wie sehr dies für Theologen gilt, ich denke, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.
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#65   clarissa colonia   01:43:44 | Mittwoch, 28. Mai 2008
Ebenfalls gute Nacht, leber Liebelhuber,
obzwar ich mich auch am Inzens erfreue und an der (korrekten) Handhabung des Turibulum (für viele Priester ist ihre Beziehung zu diesem eine schmählich unerwiederte Liebe), ziehe ich doch eine Messe, in der ich etwas verstehe, gemurmeltem Hocestcorpusmeum vor.
Wissen Sie, ich war auf einen katholischen Mädchenschule und persolvierte die stundenplantechnisch erforderliche Gottesdienstanwesenheit, ohne der heiligen (vom Schulpfarrer mit Alkoholproblem, Mundgeruch, ekelerregenden Aftershafe und anzüglichen Zoten) zelebrierten (gemurmelten) Handlung auch nur irgendetwas abgewinnen zu können. Und dann war Konzil, wir bekamen einen jungen, attraktiv-schwarzhaarigen Kaplan als Ersatz, der glatt als Double für Stewart Granger hätte durchgehen können, der fast jeden Morgen auf der Aschenbahn seine Runden drehte, der drahtig, durchtrainiert, dynamisch danach (mit angenehmerem Aftershafe) die Messe zelebrierte, aber LAUT! Kein Gemurmel, kein Sch(r)ott-Geblätter, Latein konnten wir ja alle. Es war faszinierend; als hätte jemand die Messe neu erfunden, dabei wars die Alte. – Ich war nicht als einzige in ihn verschossen! Unser Frühspurt wurde der Weg zum Toilette-machen, denn plötzlich war Messe (nicht nur des Kaplans wegen) spannend, ein Ereignis!.
Einige Zeit später wurde es dann banal und peinlich: Es wurde auf deutsch gemeßt, was auch unmittelbar auf unseren Enthusiasmus Einfluß nahm.
Daher mein Votum: Wenn schon Latein, dann richtig! Und wenn schon richtig, dann auch vernehmlich!
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#64   Leblhuber   01:10:21 | Mittwoch, 28. Mai 2008
@clarissa:
Was mich aber fuchst wie wild, sind unkundige Lautsprecher, die uns den ritus maiorum als alleinseligmachende Liturgie, wahlweise als Heil der Welt wie saures Bier andienen wollen, ohne sprachlich je über das Niveau des „Ave Maira, gratia plena“ hinausgekommen zu sein;
Sie haben das Pater noster und das Tantum ergo vergessen zu erwähnen. Erst kürzlich wurde es als Nonplusultra des wahren Ritus vereinnahmt.
Aber der alte Ritus hat schon seine Bedeutung. Gerade als sorgfältig zelebriertes Hochamt ist er Balsam für die Seele, die den Wert der Tradition (ver)schwinden sieht. Und er kann Heimat sein.
Und erst der Weihrauch!
Gute Nacht!
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#63   Jörg Guttenberger, Köln   00:51:29 | Mittwoch, 28. Mai 2008
clarissa colonia, brandenburgis
Clarissa Colonia: Ich hatte Ihre Spitze natürlich mit meinem Musikbeitrag in Verbindung gebracht, daher das Unverständnis. Zu einem Beitrag zur besser mit dem Mantel des Schweigens umhüllten Geschichte des Verhältnisses von Naturwissenschaft und Glaube hatte ich einfach keine Lust.
Brandenburgis: was soll der Unfug? Der genannte Musikwissenschaftler besitzt sicher keine infilibilitas papalis!
Wenn Sie die hochgedrückten Stimmen meinen, können Sie eine ganze Reihe anderer englischer Chöre ebenfalls auflösen. Der Chor der Sixtina (Rom) hat zumindest bis zu einem der letzten Dirigentenwechsel genauso gesungen und hatte einen entsprechend schlechten Ruf. Die Kritik nach seinem damaligen Auftreten im Kölner Dom (Reihe „Europäische Kathedralchöre im Dom zu Köln“ Anfang der 80er Jahre) war vernichtend!
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#62   clarissa colonia   00:40:22 | Mittwoch, 28. Mai 2008
Leber Liebelhuber,
– „Und das aus Ihrem Munde!“, wird sich jetzt wohl so mancher empören, aber: Latein ist nicht alles; vielleicht noch nicht einmal (da bin ich mir aber nicht ganz sicher!) der Anfang der Wissenschaft und Weisheit (heutigentags aber wahrscheinlich nicht mehr!). Was mich aber fuchst wie wild, sind unkundige Lautsprecher, die uns den ritus maiorum als alleinseligmachende Liturgie, wahlweise als Heil der Welt wie saures Bier andienen wollen, ohne sprachlich je über das Niveau des „Ave Maira, gratia plena“ hinausgekommen zu sein; die mit aller Gewalt mehr scheinen als sein wollen, obwohl sie doch zur Würde der Kinder Gottes berufen sind.
Aber nämliche Attacke galt und gilt nicht Ihnen!
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#61   Leblhuber   00:22:14 | Mittwoch, 28. Mai 2008
@clarissa c.:
Quod scripsi, scripsi!
Das gefällt mir. Was Sie geschrieben haben, haben Sie geschrieben. Warum auch nicht? Ich verzeihe Ihnen alles!
Mein Wahlspruch: Sol lucet omnibus.
Ich muss mich nur immer selbst daran erinnern! Deshalb steht es auch über meinem PC!
Vielen Dank auch, dass Sie mich mit Latein nicht überfordern. Sehr freundlich! :&) :&) :&)
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#60   clarissa colonia   00:16:31 | Mittwoch, 28. Mai 2008
Gratias tibi ago, Vetus Rhenanus,
Collegio Oxoniensi certiorem feci, quod „aliquis homo brandenburgis nomine in retis pagina kreuz.net nuper Regis Collegii eiusque Chori suppressionem postulavit!“
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#59   alter Rheinländer   23:57:29 | Dienstag, 27. Mai 2008
@brandenburgis
das „„King’s“ College“ sollte samt seinem „Chor“ schleunigst aufgelöst werden!
Diesem Verlangen eines u.a. durch seine sachkundigen Beiträge in diesem Forum ausgewiesenen Musikkenners aus Brandenburg – seit Dezennien eines der Zentren abendländischer Musik -wird man sich dort sicher nicht verschließen können.
Bitte die diesbezügliche Anordnung unverzüglich übermitteln an:
info@kings.cam.ac.uk
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#58   clarissa colonia   23:48:46 | Dienstag, 27. Mai 2008
Leber Liebelhuber,
daß Spitzfindigkeiten, Kritikastereien und Beckmesserei aus meiner Feder Ihrer geflissentlichen Aufnerksamkeit teilhaftig wird, ehrt mich mehr als mir gebührt. Aber: Scripsi, ich kennte vielleicht den Autor und seine These, hätte keine Gelegenheit gehabt, seine Quellen zu prüfen, würde seine Schlußfolgerungen aber nicht ex ante zurückweisen, ohne sie indes ungeprüft übernehmen zu wollen.
Quod scripsi, scripsi!
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#57   Frollein Rottenmaier †   23:42:01 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Herr Stomberg
„wie er selbst einmal in einer nordafrikanischen Synagoge beim Gesang des Trishagion zutiefst im Innersten ergriffen worden ist.“
Ich finde es gut, dass Sie andere Religionen nicht ausschließen – wie eigentlich kreuz.net-üblich. Ich hatte auch einmal in einem anderen Land bei einer anderen Religion ein Gefühl der „Ergriffenheit“. Etwas, das sich richtig anfühlte, das Substanz hatte. Ich werde es hier allerdings nicht schildern, denn ich weiß genau, welche Leute hier anschließend drüber herfallen würden und es schlecht reden oder ins Lächerliche ziehen würden. Darauf habe ich keine Lust.
„vorkommen, der Weihrauch, die tiefen Verneigungen. Aber sie sind für die Menschen da, die in ihrer religiösen Sehnsucht nach dem Göttlichen streben.“
Und darauf kommt es ja auch an und nicht auf irgendwelche „technischen Details“ wie Liturgiedetails einer Messe oder diese unsäglichen Grabenkämpfe umd Hand- oder Mundkommunikation. Diese Leute verstehen nichts. Das erinnert mich immer an folgendes Gleichnis:
In einem bekannten Zen-Koan beobachten zwei Mönche eine Fahne, die auf dem Tempeldach im Wind flattert. Einer behauptet: „Die Fahne bewegt sich.“ Der andere widerspricht: „Nein, der Wind bewegt sich.“ Sie diskurieren hin und her und können sich nicht einigen, bis der sechste Patriarch des Weges kommt und sagt: „Weder die Fahne noch der Wind bewegt sich – es ist der Geist, der sich bewegt“! Die beiden Mönche sind daraufhin von tiefer Ehrfurcht ergriffen. :(3
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#56   Leblhuber   23:40:12 | Dienstag, 27. Mai 2008
@clarissa colonia:
Verehrte Clarissa!
Ich lese doch Ihre Spitzfindigkeiten immer zuerst, wenn ich einen Blick auf kreuz.net werfe.
Stammt dieser Kommentar tatsächlich von Ihnen?
Nur soviel: Der Autor ist sehr belesen, gebildet und mehrfacher laurea teilhaftig. Nicht, daß ich mich anschickte, ihm in seinen Thesen zu folgen; aber von der Hand würde ich sie nicht ohne weiteres weisen.
Sie enttäuschen mich. Sie verteilen Lorbeerkränze an vermeintlich belesene und gebildete Phantasten, die ihre Verschwörungsmanie mit www.luebeck-kunterbunt.de/ verlinken.
Mir scheint, in diesem Artikel der Leserzeitung hat eher die fromme Einfalt die Feder geführt, als der Hl. Geist. Und da darf etwas zum Judenanpatzen natürlich auch nicht fehlen.
Verehrteste Clarissa! Hatten Sie beim Lesen dieser Konkursmasse frömmlerischer Eschatologie überhaupt Ihre kath. Brille auf?
Trotzdem :(3 :(3 :(3
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#55   clarissa colonia   23:33:13 | Dienstag, 27. Mai 2008
Meine Spitze
sollte sich Ihrer naturwissenschftlichen Evidenz einbohren, lieber Jörg; nichts für Ungut!
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#54   Jörg Guttenberger, Köln   23:28:37 | Dienstag, 27. Mai 2008
clarissa colonia: v.O
Herzlichen Dank, diese Erklärung stimmt mit meiner Erinnerung überein. Es ist leider schon sehr lange her, daß ich mich – beruflich in der Betriebswirtschaft tätig – mit diesen Fragen befaßt habe.
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#53   clarissa colonia   23:22:44 | Dienstag, 27. Mai 2008
Aber sicher, werter Jörg, ich hoffe nur, mein Stehgreif-Extempore wird Ihrem Anspruch gerecht!
Unter Ockhams Rasiermesser versteht man die (auf William v. O. zurückgehende?) Theorie, daß bei zwei konkurrierenden Erklärungen des selben Phänomens der Einfacheren der Vorzug zu geben ist.
Ich hoffe, das stimmt so in dieser Kurzfassung!
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#52   Jörg Guttenberger, Köln   23:19:51 | Dienstag, 27. Mai 2008
clarissa colonia: Ockhams Rasiermesser
Mit diesem Begriff kann ich zumindest im Augenblick nichts anfangen. Darf ich höflich um Gedächtnishilfe bitten?
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#51   clarissa colonia   23:16:15 | Dienstag, 27. Mai 2008
Werter Jörg,
zunehmend muß ich mit zunehmendem Mißvergnügen feststellen, daß Ockhams „Rasiermesser“ viel Vergnügen „auf dem Gewissen“ hat!
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#50   Jörg Guttenberger, Köln   23:11:34 | Dienstag, 27. Mai 2008
Miserere von Allegri
Dem positiven Urteil zu diesem Link schließe ich mich hinsichtlich der Musik vollinhaltlich an!
Dieses Allegri-Vertonung durfte ursprünglich nur am Karfreitag in der Sixtina in Anwesenheit des Papstes gesungen werden, wie ich noch aus dem Musikuntgerricht weiß. Kein Geringer als Mozart hat diese Psalmvertonung dort gehört und in seiner Begeisterung aus dem Gedächtnis aufgezeichnet. So ist das Stück weltweit bekannt geworden.
Die Beurteiliung der naturwissenschaftlichen Zusammenhänge sind bekannt, so daß sich eine Stellungnahme erübrigt.
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#49   clarissa colonia   22:20:13 | Dienstag, 27. Mai 2008
Lieber Bernd,
diesen Artikel in der Leserzeitung kannte ich nicht und fand ihn auch erst nach gewissem Suchen, da ich in technischen Dingen eher unbegabt bin.
Ich bin mir sicher, daß der Autor, den ich kenne, diesen Artikel sehr ernst gemeint hat. Da ich jedoch keine Einsicht in die Quellen habe, kann ich die Schlußfolgerungen nicht auf ihre Stichhaltigkeit überprüfen und enthalte mich daher eines Urteils.
Nur soviel: Der Autor ist sehr belesen, gebildet und mehrfacher laurea teilhaftig. Nicht, daß ich mich anschickte, ihm in seinen Thesen zu folgen; aber von der Hand würde ich sie nicht ohne weiteres weisen.
Genügt dies als Stellungnahme?
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#48   Bernd Stromberg   22:07:03 | Dienstag, 27. Mai 2008
Liebe Clarissa,
Sie haben eine sehr humorvolle und liebenswürdige Art. Als kleine humoristische „Belohnung“ möchte ich Sie nach all den platonisierenden Reflexionen auf einen Artikel in der Leserzeitung in diesem Forum hinweisen, der den schönen und sich stringent logischen Titel trägt: „Warum Johannes Paul II. der Nachfolger von Benedikt XVI. ist“. Einfach herrlich! Harald Schmidt hätte es nicht besser hinkriegen können, wenngleich ich fürchte, dass der Verfasser des Artikels es sehr ernst meint. Aber das Wissen um eine Realsatire erhöht die Freude beim Lesen. Viel Vergnügen also bei diesem Artikel, der eine etwas andere Art zu denken offenbart. Die Verschwörungstheorien bei „Akte X“ sind dagegen sehr realistisch;-)
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#47   clarissa colonia   21:37:05 | Dienstag, 27. Mai 2008
Mein Lieber Bernd,
Sie haben ein überwältigendes Link gesetzt, denn Allegris Psalmvertonung kannte ich noch nicht.
Aber: Böse, böse, böse!
Das böse Video legt ja ein heliozentrisches Weltbild nahe, obwohl Tycho Brahe das widerlegt und weder Kopernikus noch Galilei dafür Beweise beigebracht haben!
Sie sind mir ja ein Schlehmil! Unter dem Deckmäntelchen der Musik Allegris wollten Sie den orthodoxen Lesern und Disputanten dieses erlauchten Forums nur das geozentrische Weltbild madig machen! Geben Sie es nur zu, die Beweise sprechen ohnehin gegen Sie! Dagegen heißt es im Kirchenlied (Wohl denen, die da wandeln):
Dein Wort, Herr, nicht vergehet;
es bleibet ewiglich,
so weit der Himmel gehet,
der stets beweget sich.
Dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit
gleichwie der Grund der Erde,
durch deine Hand bereit’t.
Könnte Irrtum so schön sein?
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#46   Brandenburgis   20:52:54 | Dienstag, 27. Mai 2008
Auch hier noch einmal:
Das „„King’s“ College“ sollte samt seinem „Chor“ schleunigst aufgelöst werden!
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#45   Papajewski   20:33:46 | Dienstag, 27. Mai 2008
Lieber Bernd Stromberg,
haben Sie ganz herzlichen Dank für die wunderschönen links, die Sie bisher hier gesetzt haben.
Wunderschön!!! Nochmal Danke.
Ährlich.
Ihren Karl-Heinz Papajewski
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#44   Bernd Stromberg   20:18:34 | Dienstag, 27. Mai 2008
Noch ein schönes Video…
Auch sehr schön ist dieses Video, diesmal ohne liturgischen Kontext: Miserere de.youtube.com/watch?v=15KThiSyBx0 Die Musik stammt von Gregorio Allegri.
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#43   RRR   20:14:45 | Dienstag, 27. Mai 2008
Theologischer Unsinn
Sind sie aber nicht auch die autoritativen Lehrer des Glaubens und die eigentlichen Leiter der Gemeinden?
Noch der hochgeschätzte Papst Pius X. hatte kein Problem damit, Pfarreien durch Nichtpriester leiten zu lassen: etwa Äbtissinnen, Adlige oder sonstiges widerwärtiges Laienpack.
Erst mit dem CIC von 1917 wurde das abgeschafft.
DAS HEISST: Die Tradition der Kirche kennt nur in einer winzigen Epoche die Pflicht, Pfarreien durch geweihte Priester leiten zu lassen. Alle übrigen (und zwar die älteren!) Jahrhunderte sehen diese Pflicht nicht.
Die Schlussfolgerung durch kreuz.net kann nur lauten: Jolie ist Gott! Pius IX. und Pius X. sind abscheuliches Untermenschenjudenhomopack!
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#41   miles immaculatae   17:08:27 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Bernd
Das hat Oumpf, wie der Amerikaner sagen würde.
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#40   Benedikt   17:01:29 | Dienstag, 27. Mai 2008
Peinlicher Artikel
Meint er eine Diskussion über die sakramentale Struktur oder geht es ihm um Diskussionen über veränderliche, weil zeitbedingte Strukturen?
Das geht schon aus dem Zusammenhang mit den aktuellen Strukturdebatten hervor. Muss man Ihnen eigentlich alles extra vorkauen?
Ein ähnliches Schicksal könnte die obengenannten Worte des Limburger Bischofs ereilen.
Zweieinhalb Wochen nach dem Brief ist davon nichts zu spüren.
Wie bitte? Sind diese Feiern denn nicht ganz prinzipiell kein Ersatz für das Meßopfer?
Es ist doch offensichtlich, dass es hier darum ging, dass in einigen Pfarreien aufgrund des Priestermangels ein Wortgottesdienst als Ersatz stattfand. Dass es kein Ersatz im sakramentalen Sinne ist, dürfte klar sein. Warum wecken Sie daran Zweifel?
Vielleicht soll hier kein Öl ins Feuer gegossen werden.
Im Bistum rechnet jeder mit der Abschaffung der Pfarrbeauftragten. Das können Sie als Fernanalytiker natürlich nicht wissen.
Fernanalyse ist auch das richtige Wort für Ihren ganzen Artikel. Und dann diese dämlichen Aufzählungen, welche Worte nicht vorkamen etc. Vielleicht sollte der Bischof zu Ihrer Beruhigung demnächst immer die ganze Hl. Schrift mit abdrucken. In Ihrem Artikel kommen übrigens die Worte „Gott“ und „Jesus“ nicht vor – muss man sich Sorgen um Ihre Rechtgläubigkeit machen?
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#39   iustus   16:54:14 | Dienstag, 27. Mai 2008
Müsste es nicht heißen
Lieber Clarissa,…
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#38   Bernd Stromberg   16:17:51 | Dienstag, 27. Mai 2008
Liebe Clarissa, liebes Fräulein Rottenmaier, lieber Miles
Rudolf Otto, ein großer Religionswissenschaftler, beschreibt, wie er selbst einmal in einer nordafrikanischen Synagoge beim Gesang des Trishagion zutiefst im Innersten ergriffen worden ist. Ich möchte Euch ein Video zeigen, das zumindest bei mir sehr tiefe Empfindungen auslöst. Es handelt sich um einen Ausschnitt einer Messe im „Use of Sarum“, der vorreformatorischen englischen Messliturgie: Sarum use de.youtube.com/watch?v=21pnAoiGnjs. Die herrliche Musik trägt die Seele gleichsam in eine andere Welt, sie hilft dem Menschen sich zu transzedieren. Manchen mögen diese Riten formalistisch vorkommen, der Weihrauch, die tiefen Verneigungen. Aber sie sind für die Menschen da, die in ihrer religiösen Sehnsucht nach dem Göttlichen streben. Fascinosum et tremdendum. Denn Gott ist ein Mysterium, dem wir uns demutsvoll und voll Ehrfurcht nahen dürfen. Für Rationalisten ist dies Mummenschanz; aber sie verkennen die Natur des Menschen, der nicht nur Ratio ist, der Symbole braucht.
Auf dieser Seite schlägt man sich viel Unflätiges um den Kopf, man beleidigt sich und verachtet den anderen. Man streitet ja für die einzig rechte Sache. Religion und Glaube ist soviel mehr als diese kleinlichen Strukturfragen und ärgerlichen Grabenkämpfe, welcher Usus denn nun der bessere ist. Glaube ist eine umfassende Weltsicht, in der auch mein kleines Ich in einen kosmosumspannenden Zusammenhang eingebunden sein darf. Das sollte man nie vergessen.
Liebe Clarissa, können Sie nun meine Abneigung gegenüber Sacropop etwas besser verstehen?
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#37   clarissa colonia   15:53:23 | Dienstag, 27. Mai 2008
Ein hübsches Scholion
wider die Laikallust?
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#36   thaumaturgos   15:47:39 | Dienstag, 27. Mai 2008
also … leuz, ihr schweift ab
es ist doch die scholie des jolie zu behandeln … und seine angst vor laikalen gelüsten
:-)
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#35   miles immaculatae   15:43:56 | Dienstag, 27. Mai 2008
@ Bernd
Gut gebrüllt, Löwe.
Womit wir beim Thema wären, auch die Struktur der una sancta ecclesia catholica et apostolica hat ihre überzeitliche und transzendente Bedeutung. Daß der Presbyter in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht die Rolle eines Teilzeitbeschäftigten haben konnte, sollte kirchengeschichtlich eigentlich bekannt sein. In Pfarreienverbünden, -verbänden und -kooperationen geht diese Struktur verloren. (Ganz abgesehen davon, daß aus der pilgernden Kirche mit der Vermehrung der Gremien eine sitzende wird (als PGR-Mitglied, weiß ich da ein Liedlein zu singen)) Zappt ein Hirte etwa von Herde zu Herde?
Wohl kaum, weil, wie jedes Landei weiß, dann der Wolf die Schäflein frißt.
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#34   clarissa colonia   15:37:06 | Dienstag, 27. Mai 2008
… eine durch und durch moderne Person …
Nun, werter Brandenburger, schon lange bin ich darüber unterrichtet, was eine Person ins, sei sie nun natürlichen oder juristischen Ursprungs. Auch von Mode, Modernität, sogar von Modernismus habe ich eine gewisse Vorstellung. Leider kenne ich Ihre Konnotationen dieses Attributs nicht, so daß ich Ihnen weder beizupflichten noch zu widersprechen vermag.
Erklären Sie sich doch bitte!
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#33   Frollein Rottenmaier †   15:28:54 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Herr Stromberg
Durch diese erfahren wir, dass das Heilige kein Gegenstand in Raum und Zeit ist, sondern etwas Überzeitliches. Die Riten sind eine Antwort des Menschen auf die Urerfahrung, dass diese materielle Welt nicht alles ist, sondern dass es ein umfassendes, transzendentes Sein gibt, das alles Seiende umfängt. Und das zieht sich durch alle Religionen, natürlich in je verschiedenen Ausdrucksformen.
Wow! Das nenne ich mal einen gelungenen Beitrag! :)3
Schade dass sowas bei kreuz.net selten ist und solche Beiträge in hunderten von fundamentalistischen Spam-Beiträgen untergehen. :-|
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#32   Brandenburgis   15:25:06 | Dienstag, 27. Mai 2008
Clarissa …
… ist eine durch und durch moderne Person.
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#31   clarissa colonia   15:09:27 | Dienstag, 27. Mai 2008
Werter Bernd,
iterum iterumque concedo: Wir bedürfen der saepta sacra, nicht das Heilige. g. t. a. & v.
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#30   Bernd Stromberg   15:02:55 | Dienstag, 27. Mai 2008
Liebe Clarissa,
Sie sind eine sehr aufmerksame Leserin;-) Man merkt Ihnen an, dass Sie auch Klass. Philologin sind. Natürlich bedarf das Heilige, das Göttliche keiner Sache, es ist absolut bedürfnislos. Aber wenn wir Menschen uns in den Bereich des Heiligen begeben, in Gebet und Kult, bedürfen wir bestimmter Riten, Verhaltensweisen und Zeremonien. Durch diese erfahren wir, dass das Heilige kein Gegenstand in Raum und Zeit ist, sondern etwas Überzeitliches. Die Riten sind eine Antwort des Menschen auf die Urerfahrung, dass diese materielle Welt nicht alles ist, sondern dass es ein umfassendes, transzendentes Sein gibt, das alles Seiende umfängt. Und das zieht sich durch alle Religionen, natürlich in je verschiedenen Ausdrucksformen.
Wir Menschen brauchen Symbole, Bilder, um die Erfahrung des Heiligen zu thematisieren. Wir sind keine reinen Geister, sondern in dieser Welt an einen Körper gebunden. Unsere Erkenntnisfähigkeit ist begrenzt. Die Hl. Riten helfen uns, das schlechterdings Unbegreifliche erfahren zu können, ahnungsweise, unvollkommen. Und das gilt für das Christentum genauso wie für andere Religionen.
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#29   LandorganistII   14:52:43 | Dienstag, 27. Mai 2008
Sacro-Pop
war doch nicht das Thema des allerhochwürdigsten Herrn Pfarrers. Sein Thema war wieder einmal seine Angst vor einem schleichendern Machtverlust.
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#28   Bernd Stromberg   14:27:01 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Miles
„Wenn das Brot, das wir teilen“ würde ich ja sogar noch konzedieren, natürlich mit Orgelbegleitung;-) Es ist so an der Grenze, ein Zugeständnis. Dass es nicht an die Erhabenheit des Gregorianischen Chorals herankommt, ist klar. Der Verweis auf andere Religionen ist aber wichtig. Denn es gibt so etwas wie religiöse Konstanten in der Menschheitsgeschichte.
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#27   clarissa colonia   14:16:34 | Dienstag, 27. Mai 2008
Werter Bernd,
braucht das Heilige die besondere Form, oder brauchen wir sie für das Heilige? Wenn ich mich recht entsinne habe ich da zu Studienzeiten ein damals heißdiskutiertes Buch von Bernhard Casper (oder Welte? – ich weiß es nicht mehr genau) gelesen. Sinngemäß führt Casper (Welte?) darin aus, daß das Heilige dem Menschen spontan zugänglich, erfahrbar und verständlich sei; nicht, weil es das Menschsein in sich trage, sondern, weil das Menschsein einen sensus innatus für das Heilige besitze. Das Herausheben des Heiligen aus dem Banalen (oder „Alltäglichen“), das sich in der Wurzelbedeutung des lat. templum genauso finde wie in der kirchlichen Praxis der Interritualexorzismen („exorzico te, creatura aquae … creatura salis“), geschehe nicht um des Heiligen willen, das dessen nicht bedürfe oder sich dies ggf. sogar selbst zu schaffen imstande wäre, sondern um des Menschen willen, der der Abgranzung bedürfe, um das Heilige vor seinem Zugriff zu schützen.
(Vielleicht habe ich diesen Gedanken gerade etwas wirr wiedergegeben …, sofern ich ihn damals richtig verstanden habe!)
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#26   miles immaculatae   14:14:12 | Dienstag, 27. Mai 2008
@clarissa et Bernd
Schauen wir mal in die Glotze: Buddhistische Mönche Sutren deklamierend, ein muslimischer Vorsänger eine Sure singend (hoffentlich eine frühe mekkanische), Benediktinische Mönche das Veni sancte spiritus intonierend. Welcher Filmemacher würde schon eine Durchschnittsgemeinde abfilmen, die – sagen wir mal – „Wenn das Brot, das wir essen, als Rose blüht“ trällert. (Ein hirnrissiger Text, unterlegt mit einer Melodie, mit der man auch einen Waschmittelspot komponieren könnte)
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#25   Bernd Stromberg   14:00:22 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Optime, carissima Clarissa
P.S.: Dass das Heilige besondere Formen braucht, um in der Welt leuchten zu können, ist ein Gedanke, der gar nicht spezifisch christlich ist. Wenn man die verschiedensten Religionen studiert, wird man zu ganz ähnlichen Strukturen gelangen, mögen sich diese in ihrer inhaltlichen Füllung auch unterscheiden.
Und hierhin gehört auch die Musica sacra.
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#24   clarissa colonia   13:56:57 | Dienstag, 27. Mai 2008
Concedo, werter Bernd,
deshlb immer kritisch (aber auch selbstkritisch) bleiben, sonst kommen wir nicht zwischen der banalen Skylla und der ideologischen Charybdis durch!
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#23   Bernd Stromberg   13:52:44 | Dienstag, 27. Mai 2008
Ist es nur Geschmack?
Liebe Clarissa,
ich stehe auf dem Standpunkt: „Leute, macht Euren Sacropop, solange ich nicht dabei sein muss“;-) Wenn es Leute gibt, die darin ihre Erfüllung finden, nun gut. Nur drängt mir diese Dinge nicht auf. Ich kann es nicht ernst nehmen und auf mich wirkt es zu tiefst albern. Ich erinnere mich an ein Musikstück bei der Vesper am Weltjugendtag, das erinnerte mich an Titelmusik zu amerik. Krimis der 70er Jahre. Nichts gegen diese Krimis und deren Titelmusiken, die am rechten Ort sehr gut passen. Aber in der Liturgie?
Ich bin nicht gegen „neue“ Musik in der Liturgie an sich. Aber es sollte musikalisch und sprachlich der Liturgie angemessen sein und nicht den EIndruck von Zeltlagern (bestenfalls) oder Bahnhofskneipen (schlimmstenfalls) machen.
Alles hat im Leben seinen Platz, seine Zeit. Auch moderne Unterhaltungsmusik! Auf einer Geburtstagsparty würde wohl kaum jemand Greg. Choral präsentieren. Warum denn in der Liturgie Popmusik?
Ob man eher Palestrina, Bach, Mozart oder Langlais bevorzugt, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Aber darüber hinaus ist doch nicht jede Form von Musik für die Liturgie geeignet. Das anzunehmen, wäre recht naiv.
Eine große Gefahr der Liturgie ist ihre Banalisierung. Und hierzu trägt Sacropop in meinen Augen genauso bei wie zB. eine zwanglose Sprache in der Liturgie, die sich in Plattitüden wie „Schönen guten Morgen zusammen“ gefällt. Das Heilige braucht besondere Formen, sonst wird seine Erfahrung sehr erschwert.
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#22   Frollein Rottenmaier †   13:50:53 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Freimaurerin: Einen Gruß an Schrödingers Tradikatze
in der Tat, in der Tat. Das ist ein interessantes Forschungsfeld. Sobald ich mehr Zeit habe, werde ich mich mal mit den Themen Einsteins „Spukhafte Fernwirkung“ auf das Tradihirn übertragen oder aber nachweisen, dass deren Hirnsubstanz durch die Einstein-/Rosenbrücke (auch genannt Wurmloch) unwiederbringbar ins Nirvana abgesaugt wird. Aber müssen wir hier überhaupt die komplexe Quantenphysik zu Rate ziehen? Vielleicht ist das Ganze ja auch auf simpelsten Magnetismus zurückzuführen. Vielleicht zieht ja das simpel gestrickte gyno- und homophobe Tradihirn einfach den kompletten Schwachsinn dieser Welt an. Oder ist vielleicht das kosmische Gesetz der Resonanz im Spiel?
Freimaurerin, ich sag es Ihnen: Noch ein Jahr auf kreuz.net und ich werde Nobelpreisträgerin. O:)
PS: Geben Sie der süßen Schrödingers Tradimietze ein Leckerli von mir! :-]
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#21   miles immaculatae   13:46:39 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Bernd:sacropop
Ganz recht. Sakropop (in der offiziellen Sprachregelung „Neues geistliches Lied“) ist textlich meist an den Erweckungspredigten der Zeltmissionen der 50er Jahre orientiert (meine Frau hat da missioniert, ich kenn mich da aus), stilistisch an der unsäglichen „Bibel in heutiger Sprache“, musikalisch am Schlager der Dieter-Thomas-Heck-Szene.
Mal „o filii et filiae“ von Sinead O’Connor gehört? Das ist es! Oder die Schole der Benediktinerinnen von St. Hildegard? Oder natürlich die Mönche Heiligenkreuz (derzeit Nummer 1 der Klassikcharts in Great Britain).
Das Problem ist doch, daß die „modernen“ kulturell in den sechziger (den frühen, wohlgemerkt) stecken geblieben sind. Dieter Thomas Heck statt Sinead O’Connor. Scheußlich Sache das.
Leider mag die gute Sinead, die noch so manches andere schöne alte lateinische Lied vertont hat, keiner mehr hören. Was man den guten Katholiken ja nicht verdenken kann.
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#20   clarissa colonia   13:40:52 | Dienstag, 27. Mai 2008
Werter Bernd,
nicht daß ich den Anschein erwecken wollte, meinem Hobby (andere zu korrigieren) untreu geworden zu sein (!), aber Danke für die Blumen.
Vorab: Ich selbst stehe auch auf dem etwas snobistischen Standpunkt, daß Musik über Melodie, Harmonie, Rhytmus und Kontrapunkt verfügen muß; alles andere ist Geräuschabfall.
Aber: Geraten wir über geschmackliche Fragen (im weitesten Sinne) nicht zu leicht in die Gefahr, unsere eigenen Vorlieben zu „kanonisieren“?
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#19   Bernd Stromberg   13:35:27 | Dienstag, 27. Mai 2008
Liebe Clarissa
Danke schön! Es war einfach aus dem Kopf zitiert. Ihre korrekte Wiedergabe verschärft meine Argumentation noch. Denn das Sacropop zum „Besten“ der Kirchenmusik gehört, dürften höchstens einige wenige Ewiggestrige behaupten, die einfach über den 68er Geist nie hinausgekommen sind;-)
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#18   EvaHermanFan akaFreimaurerin   13:35:14 | Dienstag, 27. Mai 2008
@frl. rottenmaier
Nachtrag: Ich fang sogar an, diverse Liebhaber des glorreichen Tausendjährigen Reichs zu kapieren! Das sind alles kreuz.net-Katzen, gleichzeitig tot und lebendig! Meinen Sie nicht?
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#17   LandorganistII   13:33:44 | Dienstag, 27. Mai 2008
@le trot
Sie haben ja wirklich eine blühende Phantasie, aber das scheint Tradis zu verbinden.
@Thauma…
Walking Sacraments :-D :-D :-D
Das ist einfach Klasse!!!!! :(3
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#16   thaumaturgos   13:30:27 | Dienstag, 27. Mai 2008
eine frage an den miles
ihr habt in der pfarre schullesbische[n] leute?
sehr interessant
:-) :-)
ad c.c.:
der vergleich mit midas rex ist gut! danke
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#15   clarissa colonia   13:27:09 | Dienstag, 27. Mai 2008
Wenn es das Zitat aus 1Thess 5,21 sein soll,
müßte es dann nicht heißen:
„Prüfet alles und behaltet das Beste!“
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#14   Brandenburgis   13:26:58 | Dienstag, 27. Mai 2008
Dem Ist vollständig
beizupflichten. Sacropop hat in der Kirche nichts zu suchen, auch nicht in Familien- und Kindermessen.
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#13   Bernd Stromberg   13:23:17 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Miles
Sie haben mein volles Mitgefühl;-) Diese Sacropop-Berieselung ist wirklich ein Ärgernis. Wenn es irgend geht, sollte man dieser aus dem Weg gehen. Aber manche Kleriker meinen einfach, es ginge nicht ohne Sacropop. Warum? Man will zeigen, wie modern man doch ist. Umd läuft im Grunde der Zeit meilenweit hinterher, denn was heute meist unter dem Begriff Sacropop firmiert, ist von den aktuellen Charts weit entfernt. Abgesehen von der Frage, was Popmusik überhaupt in der kath. Messe zu suchen hat. In früheren Jahrhunderten haben schließlich auch nicht die fahrenden Leute vom Jahrmarkt Musik in der Kirche gemacht, und auch in unserem Jahrhundert sang man in den 30er Jahren keine Kirchenlieder im Stil von Zarah Leander in der Kirche.
„Aber die Kirche und ihre Liturgie muss sich doch weiterentwickeln, sie muss sich verändern“. Liturgie und Kirchenmusik haben sich immer schon verändert, aber nicht jede Veränderung gereicht zu ihrem Vorteil. Man muss immer mit Fehlentwicklungen rechnen. Das ist genau das Problem vieler sich modern dünkender Kleriker: Man fragt nicht nach der Angemessenheit solcher Dinge, sondern versucht krampfhaft, modern zu sein. Und das ist genauso albern und wenig authentisch wie wenn auf der anderen Seite jede Veränderung gleich beargwöhnt und verschrien wird.
„Prüfet alles und das gute behaltet“ – Sacropop gehört da bestimmt nicht dazu.
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#12   EvaHermanFan akaFreimaurerin   13:18:34 | Dienstag, 27. Mai 2008
@thauma, frl. rottenmaier
Thauma: walking sacrament :-D :-D :-D !
Frl. Rottenmaier: Quantenphysik liefert so viele Erklärungen für ganz alltägliche Phänomene! Toll, oder? Auf diese war ich allerdings noch nicht gekommen.
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#11   clarissa colonia   13:12:46 | Dienstag, 27. Mai 2008
Werter Wundertäter,
ist das, wenn ich ie richtig verstanden habe, wie bei König Midas? Wird alles, was wandelnde Sakramente berühren, selbst zum Sakrament?
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#10   thaumaturgos   13:08:46 | Dienstag, 27. Mai 2008
nein sie haben nichts verpasst
bei einem tradi … also einem walking sacrament – ist alles, was sie sich einbilden vom lb. gott persönlich eingesetzt, vo,m spitzenrochet bis zur pfarrstruktur und den piusschismaten
das vergeht, wie so vieles in der kirchengeschichte
es gibt heute auch keine synesakten mehr, auch damals war gross geschrei …
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#9   clarissa colonia   12:46:24 | Dienstag, 27. Mai 2008
Interessierte Nachfrage:
Mir war bekannt, daß Pfarrgemeinden kirchliche Gebietskörperschaften darstellen, ggf. auch in der rechtlichen Verfaßtheit der Kirche integriert sind.
Daß konkrete Pfarrgemeinden, oder eine konktrete Bistumsunterteilung mittels einer bestimmten pfarrgemeindlichen Struktur aber sakramtentalen Charakter besitzen soll, ist mir durchaus neu! Habe ich da theologisch etwas verpaßt?
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#8   miles immaculatae   12:43:14 | Dienstag, 27. Mai 2008
Priesterliches Dementi
Das wirklich absolut nervendste an der real existierenden Kirche ist die allgegenwärtige die eigene Existenz und Lebensweise in Frage stellende Selbstaufgabe. So hörte ich am Sonntag bei der Predigt eines allgemein als „modern“ gerühmten Priesters, Jesus haben „in der Naherwartung gelebt“ (klassisches Theorem der liberalen Theologie) wie auch Paulus, der ja vor allem vor dem Hintergrund dieser Naherwartung die Ehelosigkeit gelebt und gepredigt habe.
Ganz zu schweigen davon, daß in diesem Gottesdienst vorwiegend Sakropop zu singen war, den mein geliebtes Eheweib – eine ehemalige Baptistin – nahezu ausschließlich als Repertoire ihrer früheren baptistisch-missionarischen Gesangsgruppe identifizieren konnte.
Es gibt kein Entrinnen – vor der liberalen Theologie, vor der katholischen Selbstkasteiung vor allem vor der grauenvollen Langeweile, die so ein allgemeinchristlichstandardmäßigjanichtausderevangelischkatholischendurchschnittsnormfallendergottesdienst verbreitet.
Die Strukturen sind da wirklich nur ein Randproblem, die nervenden schullesbischen Aktionsgruppen sowieso.
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#7   Le Trot   12:17:50 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Landorganist
Oder fürchten Sie sich vor den Laien, die möglicherweise an Ihrer priesterlichen Allmacht knabbern?
Ach so, bei Ihnen spenden bereits die Laien die Sakramente.
Nein, Sie laden sich bestimmt nur noch zum gemeinsamen Händchenhalten und Tanz um den Mahltisch ein, wo der Ältestenclub seinen selbst gebackenen Kuchen serviert und der Liturgierat Schallplatten auflegt.
Da kann man ja nur gratulieren, wenn sich Gemeinden „knabbernd“ an der Allmacht des Priesters versuchen und schon so weit fortgeschritten sind, dass sie mit einem Bein in der eigenen geistigen Scheisse stehen und dann durch ihre Gemeindeverteter hier dumm fragend solchen Müll absabbeln.
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#6   Bernd-Jupp   11:57:38 | Dienstag, 27. Mai 2008
Lasst ihn schreiben…
Ich bin nur froh, dass die lange und positive Prägung des Bistums Limburg durch Bischof Franz Kamphaus anscheinend eine Fortsetzung erfährt. Zumindest lese ich das mal aus den Äußerungen seines Nachfolgers heraus. Er ist ja noch am Einarbeiten, aber bislang macht er seine Sache sehr gut. Daran ändert auch ein gewisser Hw. Jolie nichts – der immer meint, mit seinen Äußerungen die Mehrheit des Christenvolkes einer Diözese widerzugeben. Mitnichten!!!
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#5   Frollein Rottenmaier †   11:41:36 | Dienstag, 27. Mai 2008
Unschärfe: Die heisenbergsche … äh… kreuz.nettlersche Unschärferealtion
Ort und Impuls eines Teilchens bzw. Tradis können prinzipiell nicht gleichzeitig genau bestimmt werden. Eine gleichzeitige Bestimmung von Ort und Impuls der Nattern ist nur möglich, wenn für beide Größen eine Unschärfe in Kauf genommen wird.
Die Natter sitzt im Arbeitszimmer vor dem PC, aber der Impuls weilt sporadisch in der Hose, dann aber wieder weit entfernt vom Individuum in der Darkrooms der Metropolen, in den Schlafzimmern der unindoktrinierten Bevölkerung, in den Logen der pösen Weltverschwörer und ab und zu gibts sogar ne Zeitreise in die Verganenheit, in der der Impuls/Gedanke im dunkelbraunen Idyll des Dritten Reiches weilt. Nostalgie pur!
Physik ist einfach geil!
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#4   pneumat   11:28:32 | Dienstag, 27. Mai 2008
Wozu braucht man
noch DIESE Priester heute? Was können sie den Schäfchen beibringen, wenn sie selber – viele von ihnen – keine Ahnung vom Computer haben? Die Gemeindemitglieder sind heute genug gebildet und unabhängig. Natürlich könnten die Priester als ein geistiges Vorbild – was nahe liegt – für Gläubige dienen. Sie könnten die Wahrhaftigkeit des christlichen Glaubens durch ihre eigenen geistigen Gaben – geistige Heilung, inspiriertes Wort, strenge Askese etc. – bestätigen. Aber so langweilen sich die guten Hirten an den Pornoseiten und in Weinstuben, schreiben ihre leeren geistlosen Predigte und tönen widerlich heuchlerisch süßlich, durch Mikrofon verstärkt ihren und den römischen Untergang ab.
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#3   HarroMeyer †   11:25:41 | Dienstag, 27. Mai 2008
Gott, der Allmächtige wird das schon regeln
auch das unnatürliche Verhalten seiner selbsternannten Vertreter auf Erden. :-)
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#2   LandorganistII   10:57:44 | Dienstag, 27. Mai 2008
Sagen Sie mal, „Hochwürden“
haben Sie nichts besseres zu tun, als bischöfliche Hirtenworte auf diesem Portal zu zerpflücken? Sie sollten Ihre knappe Zeit nutzen, um sich um die Ihnen anvertrauten Schäfchen zu kümmern. Oder fürchten Sie sich vor den Laien, die möglicherweise an Ihrer priesterlichen Allmacht knabbern?
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#1   thaumaturgos   10:45:46 | Dienstag, 27. Mai 2008
ja wenn unsere Jolie
wieder mal zu einer scholie ansetzt, dann erzitter der deutschsprachige, nicht nur der deutsche episkopat
ob des großen, hiobschen jammers unserer jollie
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