„Bereitschaft zur Bewegung“ ist sicher immer notwendig. Die Frage ist nur: Wohin sollen wir uns bewegen? Und: Wer geht voran? Von Hw. Hendrick Jolie.
Der Dom zu Limburg
(kreuz.net) „Bereitschaft zur Bewegung – Perspektiven für die Seelsorge im Bistum Limburg.“
Mit einem
Hirtenbrief unter diesem Titel hat sich der neue Bischof von Limburg, Mons. Franz-Peter Tebartz-van Elst,
zu Pfingsten 2008 an das Kirchenvolk gewendet.
Anlaß sind die aufgrund des Gläubigen- und Priestermangels
sowie aufgrund der Finanzlage notwendig gewordenen Umstrukturierungsmaßnahmen, die der Bischof für seine
Diözese ankündigt.
In dem Hirtenwort geht es ihm nach eigenem Bekunden sowohl um ein „geistliches Wort“
wie auch um „pastorale Perspektiven“.
Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst
Traurige Erinnerungen
Was fällt zunächst auf? Interessant ist,
daß in den Medien – bis hin zur ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ – vor allem jenes bischöfliche Wort
aufgegriffen wurde, wonach die herkömmlichen Pfarreien in der Vergangenheit „theologisch“ überbewertet
worden seien.
Wer der Übeltäter dieser Überbewertung war, wird nicht gesagt.
Das Wort weckt traurige
Erinnerungen an die mißglückten Aussagen des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof
Robert Zollitsch, der den Zölibat des Priesters als „theologisch nicht notwendig“ klassifizierte.
Erzbischof
Zollitsch meinte damals vermutlich, daß der Zölibat kein Dogma sei und den katholischen Glauben nicht
im Kern betreffe. Eine umwerfende Erkenntnis, nicht wahr?
Die Wirkung der erzbischöflichen Worte war
jedoch eine ganz andere:
Selbstverständlich hörte die Öffentlichkeit heraus, daß der Zölibat nach
Auffassung von Mons. Zollitsch nicht notwendig sei.
Messerscharf titelte die ‘Frankfurter Allgemeine
Zeitung’ am kommenden Tag: „Zollitsch rückt vom Zölibat ab.“
Viele unbeantwortete Fragen
Ein ähnliches
Schicksal könnte die obengenannten Worte des Limburger Bischofs ereilen.
Betrifft die angebliche Überbewertung
der Pfarreien ihre konkrete territoriale Ausgestaltung oder gar ihre sakramentale Struktur?
Diese Frage
wird in dem bischöflichen Schreiben unzureichend geklärt.
Denn der Bischof mag offenbar nicht von „Strukturen“
oder „Strukturdiskussionen“ reden. Mehrfach warnt er darum davor, Strukturdiskussionen in den Vordergrund
zu rücken.
Noch einmal. Meint er eine Diskussion über die sakramentale Struktur oder geht es ihm um
Diskussionen über veränderliche, weil zeitbedingte Strukturen?
Es bleibt der Eindruck einer eigentümlichen
Unschärfe zurück.
Werden im Augenblick in Deutschland nicht gerade die kirchlichen Strukturen verändert?
Und ist es unter diesen Umständen etwa verwunderlich, daß die Frage nach den Strukturen die Gläubigen
besonders beschäftigt?
Bewegung ohne Umkehr?
Eine weitere Beobachtung: Die Wendungen „Herausforderung/herausgefordert“
kommen in den dreizehn Seiten des Schreibens insgesamt elfmal vor.
In der Tat stellt, wie wir alle wissen,
jede Zeit besondere Herausforderungen an die Kirche.
Schade nur, daß dieser pfingstliche Hirtenbrief
im Zusammenhang mit dem Wort „Herausforderung“ und dem Aufruf zu einer „Gewissenserforschung“ nur die
„Besinnung auf die Prioritäten“ erwähnt.
Die Worte „Umkehr“, „Buße“ und „Vergebung“, die doch zentraler
Inhalt der Pfingstpredigt des Petrus waren, kommen im gesamten Schreiben nicht vor – auch nicht das Bußsakrament,
das der Herr am Abend des Ostertages durch die Spendung des Heiligen Geistes eingesetzt hat (Joh 20,22).
Weil die geforderte „Bereitschaft zur Bewegung“ – so der Titel des Hirtenwortes – offenbar ohne Metanoia
auskommt, wird auch verschwiegen, daß es bei der Feier der Eucharistie – die der Bischof als das Zentrum
der Pfarrei ausmacht – eben nicht nur um die „Kommunion mit dem Auferstandenen“ geht und um ein „Zusammenkommen“
oder um „Gemeinschaft im Glauben“, sondern um das Opfer Christi, das der Heiland ein für allemal dargebracht
hat zur Sühne für unsere Sünden.
Da das Wort vom „Opfer“ im ganzen Hirtenwort nicht fällt und auch
das Wort vom „Kreuz“ nicht vorkommt, ist es nicht verwunderlich, daß die bischöfliche Infragestellung
von Kommunionfeiern eher zaghaft geschieht:
„Auf Dauer“, so der Bischof, dürfe man diese Feiern nicht
als „Ersatz“ für die Eucharistie ansehen.
Wie bitte? Sind diese Feiern denn nicht ganz prinzipiell kein
Ersatz für das Meßopfer?
Die Rolle des Priesters verschwimmt
Ein letztes: Die Priester, so der Bischof,
seien nicht ersetzbar. Gleichzeitig vermeidet er es jedoch, im Zusammenhang mit den Pfarreien von deren
Leitung durch den Priester als Hirten zu sprechen.
Sicher ist es richtig, daß die Priester beauftragt
sind, „Christus in den Sakramenten der Kirche darzustellen.“
Sind sie aber nicht auch die autoritativen
Lehrer des Glaubens und die eigentlichen Leiter der Gemeinden? Oder gehört diese Dimension priesterlichen
Dienstes am Ende auch zur „theologischen Überbewertung der Gemeinden?“
Andrerseits: Im Bistum Limburg
residierten unter Bischof Franz Kamphaus Pastoralreferenten als „Quasi-Gemeindeleiter“ in Pfarrhäusern.
Es wird für den Bischof nicht leicht sein, hier wieder ordnungsgemäße Zustände herbeizuführen. Vielleicht
soll hier kein Öl ins Feuer gegossen werden.
Fazit: Der Bischof müht sich, seine Gläubigen für die
vorgesehenen Änderungen gewogen zu stimmen.
Da die begriffliche Klarheit an entscheidenden Punkten vermieden
wird, bleibt es weiterhin ungewiß, wohin die Reise geht.
„Bereitschaft zur Bewegung“ ist sicher immer
notwendig. Die Frage ist nur: Wohin sollen wir uns bewegen? Und: Wer geht voran?
Exzellenz, wir flehen
Sie an: Schenken Sie Ihren Priestern und Gläubigen die notwendige Klarheit, die alle brauchen, um sich
in Bewegung zu setzen.
Zeigen Sie den Menschen in Ihrem Bistum, wo die Herausforderungen tatsächlich
liegen.
Scheuen Sie sich nicht, die schwierigen Zustände im Bistum Limburg – man denke nur an die Homo-Gemeinde
in Frankfurt – anzusprechen.
Das wäre eine echte Herausforderung. Die Gläubigen würden es Ihnen danken.
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83 Lesermeinungen
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Landorganist: Vergleich Natürlich verstehe ich nicht, was Sie meinen. Sie behaupten, man könne beide
Chöre nicht miteinander vergleichen. Wieso nicht? Sofern Sie Qualitäts- oder sonstige Unterschiede festgestellt
haben, haben Sie doch vergleichen müssen, denn Vergleichen heißt nichts Anderes, als Herausarbeitung
von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Wie wollen Sie die von Ihnen festgestellten Unterschiede ohne Vergleich
feststellen? Ich habe den Eindruck, Sie verwechseln vergleichen und gleichsetzen!
@Herr Guttenberger, ich bekenne, Ihnen gerade nicht ganz folgen zu können. Macht aber nix, sehen Sie
es als Zeichen meiner Beschränktheit. Dennoch gehe ich davon aus, dass Sie verstehen, was ich meine.
Landorganist: Vergleich heißt nicht gleichsetzen, sondern herausarbeiten von Gemeinsamkeiten und Unterschieden.
So sind Sie doch durch den von Ihnen selbst beanstandeten Vergleich zu Ihrer Meinung gekommen!
Bewegung in Richtung schwierige Zustaende Guter Beitrag. Lasst uns hoffen, dass man sich im Bistum Limburg
auch auf Probleme wie die Homo-Gemeinde in Frankfurt ‘hinbewegt’. Dass das Wort des Opfers nicht faellt
ist natuerlich bedauerlichHumilitas mailto:melanie.billingsley@yahoo.com, andererseits nicht sonderlich
verwunderlich. Man braucht sich ja nur die Formulierungen in der neuen Messform anschauen, wo der Opfercharakter
in den Hintergrund rueckt und total verwaessert wird…
Den KCC mit der Capella Sistina zu vergleichen ist eine Beleidigung der Engländer. Wenn ich im Vatikan
was zu sagen hätte, wäre eine erste Maßnahme die völlige Neubesetzung des Chores und der für die
Musik Verantwortlichen an St.-Peter, incl. des Organisten. @Stromberg Die feierlichste Liturgie, auch
im alten Ritus, steht und fällt mit der Kirchenmusik. Ein Stümper an der Orgel vermag mehr Schaden anzurichten,
als der dem Volke abgewandte Priester am Hochaltar. Von dessen Tun bekommt die Gemeinde eh nix mit.
#79 Brandenburgis 08:10:54 | Donnerstag, 29. Mai 2008
ICh wollte ja nun keineswegs den KCC disqualifizieren. Vieleicht hatte er ja auch sein us and downs? Waren
gelegentlich schlecht präpariert? Passiert ja fast jedem einmal.
Brandenburgis: Cambridge Kings-College-Chor Ich habe – allerdings ältere – Aufnahmen von Byrd, Tallis
und Palestrina. Alle drei Platten aus der Zeit vor 1971 haben eine ausgezeichnete Kritik, so auch die
40-stimmige Motette „spem in alienum“ von Tallis, die es inzwische auch auf CD gibt. Mir gefällt die
ältere Aufnahme vom Klang her – nicht von der Technik! – allerdings besser. Nach meinem Geschmack ergibt
die ältere Aufnahme ein geschlosseneres Klangbild mit besserem Nachhall. Sie können selbstverständlich
für sich in Anspruch nehmen, daß Ihnen die von Ihnen genannten Aufnahmen nichts sagen. Ich selber kann
ebenfalls Beispiele nennen, wo ich mit der offiziellen Kritik in keiner Weise einverstanden bin. Aber
das ist eine subjektive und keine objektive Sache.
ICh lasse mich jederzeit gern von der Qualität eines Chores überzeugen! Hat nicht auch Leonhard mit
dem KCC BAchkantaten aufgenommen? Ich bleibe aber dabei, daß die Victoria-Aufnahmen, die ich besitze
unerträglich sind, man kann sichs wirklich nicht anhören. Ist natürlich auch schwerer als Faure oder
Durufle, womit ich nichts gegen letztere gesagt haben will, ich schötze beide Komponisten als katholische
Klassiker!
KCC – 1. Sahne! Wer den King’s College Choir abqualifiziert, hat wirklich keine Ahnung. Die Aufnahmen
die ich kenne (doppelchörige Messe von Fr. Martin, die Requiems von Faur#e und Durufl’e usw.: erste Sahne!).
Da fällt es wohl jemandem schwer zuzugeben, dass Anglikaner auch singen können …! SignSal
Brandenburgis: Cambridge Kings-College-Chor Ich meine den Musikwissenschaftler, auf den Sie sich beziehen.
Ich habe selbst eine Reihe von Aufnahmen mit dem genannten Chor, ausgezeichnet, auch von Fachleuten so
gesehen. Neuere Aufnahmen von diesem Chor habe ich jedoch nicht, deswegen bin ich mit meiner Kritik zurückhaltend.
Im Gegensatz zu dem genannten Chor der Sixtina singt der Chor jedoch raumfüllend, den der Sixtina hat
man im Hinteren Teil des Domes kaum noch wahrgenommen. Leider schreiben Sie nicht, was Sie an dem Chor
aus Cambridge auszusetzen haben. Ihre Kritik ist zu pauschal.
@Benedict: Vorlegen Vielleicht sollte der Verfasser dieses Schriftstückes erst einmal richtig und vor
Ort recherchieren. Immer wieder peinlich, wenn Leute aus dem „Ausland“ sprich anderen Bistümern meinen,
sie müßten uns hier in Limburg und Umgebung lehren, wie der wahre Katholizismus auszusehen hat. Erst
wurde Bischof Kamphaus niedergemacht, jetzt ist Bischof Franz-Peter an der Reihe. So wie ich den aber
einschätze, lacht der sich über eine solche Kritik halb tot. Wenn es denn noch wenigstens Kritik wäre.
Regina1961
Noch’n Video Nachdem der Tonfall ja wieder in die alte Aggressivität und erschreckende Primitivität
zurückgefallen ist, als Gegengewicht noch ein schönes Video: Missa paschalis 1941 de.youtube.com/watch?v=R6AOvStZS64.
Es ist keine gute bildliche Qualität, aber es ist trotzdem beeindruckend, und dass meine ich völlig
unpolemisch. Wer einen Sensus für Ritus und Kult hat, den wird das Video berühren. Über musikalische
Qualität und Stile kann man sich ja immer streiten, dem einen wird es gefallen, dem anderen nicht so
sehr. Aber das ist nicht eigentlich der Punkt. Also, viel Freude oder liturgisch formuliert: Sursum corda.
Denn dass ist das Ziel jeder wirklichen Liturgie, die Herzen zu Gott zu erheben, über alle Erdenschwere
hinweg.
#70 landorganist 11:16:51 | Mittwoch, 28. Mai 2008
@Brandenburgis Sagen Sie mal, Sie Wicht, was maßen Sie sich hier eigentlich an? Sie können Fliegendreck
nicht von Noten unterscheiden und meinen irgendwelche Weisheiten über engl. Chöre verbreiten zu müssen.
Es ist allgemein bekannt, dass die engl. Chöre, gerade die der angl. Kirche, international auf höchstem
Niveau musizieren. Und das tun sie an den Kathedralen des Landes täglich. Der Chor des Kings-Kollege
gehört zu den Profiliertesten in der Szene! Also, schalten Sie Ihren Volksmusikkanal (falls der sie nicht
auch überfordert) ein, und schweigen Sie!
@Guttenberger Welchen Musikwissenschaftler meinen Sie mit der infilibilitas papalis? Es kann doch nicht
sein, daß ein Chor die Welt mit Schallplattenaufnahmen katholischer Musik überschwemmt, der so schlecht
intoniert und der einen so unschönen Klang kultiviert. Ich bedaure außerordentlich, daß ich mir eine
Aufnahme mit Victorias Requiem und Responsorien anschaffen mußte, gesungen von diesem Chor. Gab leider
keine andere. Es ist erschütternd. Und einen solchen Chor kann man wohl nicht „umerziehen“. Wenn man
zusätzlich bedenkt, welche Mittel diesem „College“ zur Verfügung stehen und wie wenig man dort in der
Lage ist, daraus zu gestalten …
@Landorganist Sie haben ja wirklich eine blühende Phantasie, aber das scheint Tradis zu verbinden. Nichts
im Vergleich zu dem von Ihnen hier vorgetragenen Laiengrössenwahn, Sie falsche Schlange!
Liebe Clarissa Latein ist nicht alles; vielleicht noch nicht einmal (da bin ich mir aber nicht ganz sicher!)
der Anfang der Wissenschaft und Weisheit (heutigentags aber wahrscheinlich nicht mehr!). Latein ist für
viele geisteswissenschaftliche Disziplinen auch heute noch „der Anfang der Wissenschaft und Weisheit“.
Das Problem ist, dass viele den Weg des geringsten Widerstandes gehen wollen und möglichst bequem studieren
wollen. Natürlich ist Latein keine „bequeme“ Sprache und kostet schon recht viel Mühe und Fleiß. Aber
das ist es auch wert, und wie kann sich jemand als Dr. phil. bezeichnen wollen ohne Lateinkenntnisse Denn
dass man zB. Theologie, Geschichte, Sprachen (egal ob neue oder alte), Philosophie, aber auch Jura (wenn
es keine bessere Fachholschulausbildung sein soll) ohne Lateinkenntnisse (von Griechisch wollen wir hier
gar nicht erst reden) studieren kann, ist ein gewaltiger Fehlschluss. Latein gehört zur Bildung dazu.
Ich kenne übrigens nicht wenige, die während eines geisteswissenschaftlichen Studiums aufseufzten: „Hätte
ich mal besser Latein gelernt“. Wie will man etwa auf wissenschaftlichem Niveau Romanistik studieren,
ohne Latein zu können? Wenn man dies will, sollte man besser einen Volkshochschulkurs besuchen, aber
keine Universität. Von daher hat sich an der Sache nicht viel geändert: Latein eröffnet einem vieles;
beherrscht man es nicht, ist einem vieles verschlossen. Wie sehr dies für Theologen gilt, ich denke,
darüber brauchen wir nicht zu diskutieren.
Ebenfalls gute Nacht, leber Liebelhuber, obzwar ich mich auch am Inzens erfreue und an der (korrekten)
Handhabung des Turibulum (für viele Priester ist ihre Beziehung zu diesem eine schmählich unerwiederte
Liebe), ziehe ich doch eine Messe, in der ich etwas verstehe, gemurmeltem Hocestcorpusmeum vor. Wissen
Sie, ich war auf einen katholischen Mädchenschule und persolvierte die stundenplantechnisch erforderliche
Gottesdienstanwesenheit, ohne der heiligen (vom Schulpfarrer mit Alkoholproblem, Mundgeruch, ekelerregenden
Aftershafe und anzüglichen Zoten) zelebrierten (gemurmelten) Handlung auch nur irgendetwas abgewinnen
zu können. Und dann war Konzil, wir bekamen einen jungen, attraktiv-schwarzhaarigen Kaplan als Ersatz,
der glatt als Double für Stewart Granger hätte durchgehen können, der fast jeden Morgen auf der Aschenbahn
seine Runden drehte, der drahtig, durchtrainiert, dynamisch danach (mit angenehmerem Aftershafe) die Messe
zelebrierte, aber LAUT! Kein Gemurmel, kein Sch(r)ott-Geblätter, Latein konnten wir ja alle. Es war faszinierend;
als hätte jemand die Messe neu erfunden, dabei wars die Alte. – Ich war nicht als einzige in ihn verschossen!
Unser Frühspurt wurde der Weg zum Toilette-machen, denn plötzlich war Messe (nicht nur des Kaplans wegen)
spannend, ein Ereignis!. Einige Zeit später wurde es dann banal und peinlich: Es wurde auf deutsch gemeßt,
was auch unmittelbar auf unseren Enthusiasmus Einfluß nahm. Daher mein Votum: Wenn schon Latein, dann
richtig! Und wenn schon richtig, dann auch vernehmlich!
@clarissa: Was mich aber fuchst wie wild, sind unkundige Lautsprecher, die uns den ritus maiorum als alleinseligmachende
Liturgie, wahlweise als Heil der Welt wie saures Bier andienen wollen, ohne sprachlich je über das Niveau
des „Ave Maira, gratia plena“ hinausgekommen zu sein; Sie haben das Pater noster und das Tantum ergo vergessen
zu erwähnen. Erst kürzlich wurde es als Nonplusultra des wahren Ritus vereinnahmt. Aber der alte Ritus
hat schon seine Bedeutung. Gerade als sorgfältig zelebriertes Hochamt ist er Balsam für die Seele, die
den Wert der Tradition (ver)schwinden sieht. Und er kann Heimat sein. Und erst der Weihrauch! Gute Nacht!
clarissa colonia, brandenburgis Clarissa Colonia: Ich hatte Ihre Spitze natürlich mit meinem Musikbeitrag
in Verbindung gebracht, daher das Unverständnis. Zu einem Beitrag zur besser mit dem Mantel des Schweigens
umhüllten Geschichte des Verhältnisses von Naturwissenschaft und Glaube hatte ich einfach keine Lust.
Brandenburgis: was soll der Unfug? Der genannte Musikwissenschaftler besitzt sicher keine infilibilitas
papalis! Wenn Sie die hochgedrückten Stimmen meinen, können Sie eine ganze Reihe anderer englischer
Chöre ebenfalls auflösen. Der Chor der Sixtina (Rom) hat zumindest bis zu einem der letzten Dirigentenwechsel
genauso gesungen und hatte einen entsprechend schlechten Ruf. Die Kritik nach seinem damaligen Auftreten
im Kölner Dom (Reihe „Europäische Kathedralchöre im Dom zu Köln“ Anfang der 80er Jahre) war vernichtend!
Leber Liebelhuber, – „Und das aus Ihrem Munde!“, wird sich jetzt wohl so mancher empören, aber: Latein
ist nicht alles; vielleicht noch nicht einmal (da bin ich mir aber nicht ganz sicher!) der Anfang der
Wissenschaft und Weisheit (heutigentags aber wahrscheinlich nicht mehr!). Was mich aber fuchst wie wild,
sind unkundige Lautsprecher, die uns den ritus maiorum als alleinseligmachende Liturgie, wahlweise als
Heil der Welt wie saures Bier andienen wollen, ohne sprachlich je über das Niveau des „Ave Maira, gratia
plena“ hinausgekommen zu sein; die mit aller Gewalt mehr scheinen als sein wollen, obwohl sie doch zur
Würde der Kinder Gottes berufen sind. Aber nämliche Attacke galt und gilt nicht Ihnen!
@clarissa c.: Quod scripsi, scripsi! Das gefällt mir. Was Sie geschrieben haben, haben Sie geschrieben.
Warum auch nicht? Ich verzeihe Ihnen alles! Mein Wahlspruch: Sol lucet omnibus. Ich muss mich nur immer
selbst daran erinnern! Deshalb steht es auch über meinem PC! Vielen Dank auch, dass Sie mich mit Latein
nicht überfordern. Sehr freundlich! :&) :&) :&)
Gratias tibi ago, Vetus Rhenanus, Collegio Oxoniensi certiorem feci, quod „aliquis homo brandenburgis
nomine in retis pagina kreuz.net nuper Regis Collegii eiusque Chori suppressionem postulavit!“
@brandenburgis das „„King’s“ College“ sollte samt seinem „Chor“ schleunigst aufgelöst werden! Diesem
Verlangen eines u.a. durch seine sachkundigen Beiträge in diesem Forum ausgewiesenen Musikkenners aus
Brandenburg – seit Dezennien eines der Zentren abendländischer Musik -wird man sich dort sicher nicht
verschließen können. Bitte die diesbezügliche Anordnung unverzüglich übermitteln an: info@kings.cam.ac.uk
Leber Liebelhuber, daß Spitzfindigkeiten, Kritikastereien und Beckmesserei aus meiner Feder Ihrer geflissentlichen
Aufnerksamkeit teilhaftig wird, ehrt mich mehr als mir gebührt. Aber: Scripsi, ich kennte vielleicht
den Autor und seine These, hätte keine Gelegenheit gehabt, seine Quellen zu prüfen, würde seine Schlußfolgerungen
aber nicht ex ante zurückweisen, ohne sie indes ungeprüft übernehmen zu wollen. Quod scripsi, scripsi!
@Herr Stomberg „wie er selbst einmal in einer nordafrikanischen Synagoge beim Gesang des Trishagion zutiefst
im Innersten ergriffen worden ist.“ Ich finde es gut, dass Sie andere Religionen nicht ausschließen –
wie eigentlich kreuz.net-üblich. Ich hatte auch einmal in einem anderen Land bei einer anderen Religion
ein Gefühl der „Ergriffenheit“. Etwas, das sich richtig anfühlte, das Substanz hatte. Ich werde es hier
allerdings nicht schildern, denn ich weiß genau, welche Leute hier anschließend drüber herfallen würden
und es schlecht reden oder ins Lächerliche ziehen würden. Darauf habe ich keine Lust. „vorkommen, der
Weihrauch, die tiefen Verneigungen. Aber sie sind für die Menschen da, die in ihrer religiösen Sehnsucht
nach dem Göttlichen streben.“ Und darauf kommt es ja auch an und nicht auf irgendwelche „technischen
Details“ wie Liturgiedetails einer Messe oder diese unsäglichen Grabenkämpfe umd Hand- oder Mundkommunikation.
Diese Leute verstehen nichts. Das erinnert mich immer an folgendes Gleichnis: In einem bekannten Zen-Koan
beobachten zwei Mönche eine Fahne, die auf dem Tempeldach im Wind flattert. Einer behauptet: „Die Fahne
bewegt sich.“ Der andere widerspricht: „Nein, der Wind bewegt sich.“ Sie diskurieren hin und her und können
sich nicht einigen, bis der sechste Patriarch des Weges kommt und sagt: „Weder die Fahne noch der Wind
bewegt sich – es ist der Geist, der sich bewegt“! Die beiden Mönche sind daraufhin von tiefer Ehrfurcht
ergriffen. :(3
@clarissa colonia: Verehrte Clarissa! Ich lese doch Ihre Spitzfindigkeiten immer zuerst, wenn ich einen
Blick auf kreuz.net werfe. Stammt dieser Kommentar tatsächlich von Ihnen? Nur soviel: Der Autor ist sehr
belesen, gebildet und mehrfacher laurea teilhaftig. Nicht, daß ich mich anschickte, ihm in seinen Thesen
zu folgen; aber von der Hand würde ich sie nicht ohne weiteres weisen. Sie enttäuschen mich. Sie verteilen
Lorbeerkränze an vermeintlich belesene und gebildete Phantasten, die ihre Verschwörungsmanie mit www.luebeck-kunterbunt.de/
verlinken. Mir scheint, in diesem Artikel der Leserzeitung hat eher die fromme Einfalt die Feder geführt,
als der Hl. Geist. Und da darf etwas zum Judenanpatzen natürlich auch nicht fehlen. Verehrteste Clarissa!
Hatten Sie beim Lesen dieser Konkursmasse frömmlerischer Eschatologie überhaupt Ihre kath. Brille auf?
Trotzdem :(3 :(3 :(3
clarissa colonia: v.O Herzlichen Dank, diese Erklärung stimmt mit meiner Erinnerung überein. Es ist
leider schon sehr lange her, daß ich mich – beruflich in der Betriebswirtschaft tätig – mit diesen Fragen
befaßt habe.
Aber sicher, werter Jörg, ich hoffe nur, mein Stehgreif-Extempore wird Ihrem Anspruch gerecht! Unter
Ockhams Rasiermesser versteht man die (auf William v. O. zurückgehende?) Theorie, daß bei zwei konkurrierenden
Erklärungen des selben Phänomens der Einfacheren der Vorzug zu geben ist. Ich hoffe, das stimmt so in
dieser Kurzfassung!
clarissa colonia: Ockhams Rasiermesser Mit diesem Begriff kann ich zumindest im Augenblick nichts anfangen.
Darf ich höflich um Gedächtnishilfe bitten?
Miserere von Allegri Dem positiven Urteil zu diesem Link schließe ich mich hinsichtlich der Musik vollinhaltlich
an! Dieses Allegri-Vertonung durfte ursprünglich nur am Karfreitag in der Sixtina in Anwesenheit des
Papstes gesungen werden, wie ich noch aus dem Musikuntgerricht weiß. Kein Geringer als Mozart hat diese
Psalmvertonung dort gehört und in seiner Begeisterung aus dem Gedächtnis aufgezeichnet. So ist das Stück
weltweit bekannt geworden. Die Beurteiliung der naturwissenschaftlichen Zusammenhänge sind bekannt, so
daß sich eine Stellungnahme erübrigt.
Lieber Bernd, diesen Artikel in der Leserzeitung kannte ich nicht und fand ihn auch erst nach gewissem
Suchen, da ich in technischen Dingen eher unbegabt bin. Ich bin mir sicher, daß der Autor, den ich kenne,
diesen Artikel sehr ernst gemeint hat. Da ich jedoch keine Einsicht in die Quellen habe, kann ich die
Schlußfolgerungen nicht auf ihre Stichhaltigkeit überprüfen und enthalte mich daher eines Urteils.
Nur soviel: Der Autor ist sehr belesen, gebildet und mehrfacher laurea teilhaftig. Nicht, daß ich mich
anschickte, ihm in seinen Thesen zu folgen; aber von der Hand würde ich sie nicht ohne weiteres weisen.
Genügt dies als Stellungnahme?
Liebe Clarissa, Sie haben eine sehr humorvolle und liebenswürdige Art. Als kleine humoristische „Belohnung“
möchte ich Sie nach all den platonisierenden Reflexionen auf einen Artikel in der Leserzeitung in diesem
Forum hinweisen, der den schönen und sich stringent logischen Titel trägt: „Warum Johannes Paul II.
der Nachfolger von Benedikt XVI. ist“. Einfach herrlich! Harald Schmidt hätte es nicht besser hinkriegen
können, wenngleich ich fürchte, dass der Verfasser des Artikels es sehr ernst meint. Aber das Wissen
um eine Realsatire erhöht die Freude beim Lesen. Viel Vergnügen also bei diesem Artikel, der eine etwas
andere Art zu denken offenbart. Die Verschwörungstheorien bei „Akte X“ sind dagegen sehr realistisch
Mein Lieber Bernd, Sie haben ein überwältigendes Link gesetzt, denn Allegris Psalmvertonung kannte ich
noch nicht. Aber: Böse, böse, böse! Das böse Video legt ja ein heliozentrisches Weltbild nahe, obwohl
Tycho Brahe das widerlegt und weder Kopernikus noch Galilei dafür Beweise beigebracht haben! Sie sind
mir ja ein Schlehmil! Unter dem Deckmäntelchen der Musik Allegris wollten Sie den orthodoxen Lesern und
Disputanten dieses erlauchten Forums nur das geozentrische Weltbild madig machen! Geben Sie es nur zu,
die Beweise sprechen ohnehin gegen Sie! Dagegen heißt es im Kirchenlied (Wohl denen, die da wandeln):
Dein Wort, Herr, nicht vergehet; es bleibet ewiglich, so weit der Himmel gehet, der stets beweget sich.
Dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit gleichwie der Grund der Erde, durch deine Hand bereit’t. Könnte Irrtum
so schön sein?
Lieber Bernd Stromberg, haben Sie ganz herzlichen Dank für die wunderschönen links, die Sie bisher hier
gesetzt haben. Wunderschön!!! Nochmal Danke. Ährlich. Ihren Karl-Heinz Papajewski
Noch ein schönes Video… Auch sehr schön ist dieses Video, diesmal ohne liturgischen Kontext: Miserere
de.youtube.com/watch?v=15KThiSyBx0 Die Musik stammt von Gregorio Allegri.
Theologischer Unsinn Sind sie aber nicht auch die autoritativen Lehrer des Glaubens und die eigentlichen
Leiter der Gemeinden? Noch der hochgeschätzte Papst Pius X. hatte kein Problem damit, Pfarreien durch
Nichtpriester leiten zu lassen: etwa Äbtissinnen, Adlige oder sonstiges widerwärtiges Laienpack. Erst
mit dem CIC von 1917 wurde das abgeschafft. DAS HEISST: Die Tradition der Kirche kennt nur in einer winzigen
Epoche die Pflicht, Pfarreien durch geweihte Priester leiten zu lassen. Alle übrigen (und zwar die älteren!)
Jahrhunderte sehen diese Pflicht nicht. Die Schlussfolgerung durch kreuz.net kann nur lauten: Jolie ist
Gott! Pius IX. und Pius X. sind abscheuliches Untermenschenjudenhomopack!
Peinlicher Artikel Meint er eine Diskussion über die sakramentale Struktur oder geht es ihm um Diskussionen
über veränderliche, weil zeitbedingte Strukturen? Das geht schon aus dem Zusammenhang mit den aktuellen
Strukturdebatten hervor. Muss man Ihnen eigentlich alles extra vorkauen? Ein ähnliches Schicksal könnte
die obengenannten Worte des Limburger Bischofs ereilen. Zweieinhalb Wochen nach dem Brief ist davon nichts
zu spüren. Wie bitte? Sind diese Feiern denn nicht ganz prinzipiell kein Ersatz für das Meßopfer? Es
ist doch offensichtlich, dass es hier darum ging, dass in einigen Pfarreien aufgrund des Priestermangels
ein Wortgottesdienst als Ersatz stattfand. Dass es kein Ersatz im sakramentalen Sinne ist, dürfte klar
sein. Warum wecken Sie daran Zweifel? Vielleicht soll hier kein Öl ins Feuer gegossen werden. Im Bistum
rechnet jeder mit der Abschaffung der Pfarrbeauftragten. Das können Sie als Fernanalytiker natürlich
nicht wissen. Fernanalyse ist auch das richtige Wort für Ihren ganzen Artikel. Und dann diese dämlichen
Aufzählungen, welche Worte nicht vorkamen etc. Vielleicht sollte der Bischof zu Ihrer Beruhigung demnächst
immer die ganze Hl. Schrift mit abdrucken. In Ihrem Artikel kommen übrigens die Worte „Gott“ und „Jesus“
nicht vor – muss man sich Sorgen um Ihre Rechtgläubigkeit machen?
Liebe Clarissa, liebes Fräulein Rottenmaier, lieber Miles Rudolf Otto, ein großer Religionswissenschaftler,
beschreibt, wie er selbst einmal in einer nordafrikanischen Synagoge beim Gesang des Trishagion zutiefst
im Innersten ergriffen worden ist. Ich möchte Euch ein Video zeigen, das zumindest bei mir sehr tiefe
Empfindungen auslöst. Es handelt sich um einen Ausschnitt einer Messe im „Use of Sarum“, der vorreformatorischen
englischen Messliturgie: Sarum use de.youtube.com/watch?v=21pnAoiGnjs. Die herrliche Musik trägt die
Seele gleichsam in eine andere Welt, sie hilft dem Menschen sich zu transzedieren. Manchen mögen diese
Riten formalistisch vorkommen, der Weihrauch, die tiefen Verneigungen. Aber sie sind für die Menschen
da, die in ihrer religiösen Sehnsucht nach dem Göttlichen streben. Fascinosum et tremdendum. Denn Gott
ist ein Mysterium, dem wir uns demutsvoll und voll Ehrfurcht nahen dürfen. Für Rationalisten ist dies
Mummenschanz; aber sie verkennen die Natur des Menschen, der nicht nur Ratio ist, der Symbole braucht.
Auf dieser Seite schlägt man sich viel Unflätiges um den Kopf, man beleidigt sich und verachtet den
anderen. Man streitet ja für die einzig rechte Sache. Religion und Glaube ist soviel mehr als diese kleinlichen
Strukturfragen und ärgerlichen Grabenkämpfe, welcher Usus denn nun der bessere ist. Glaube ist eine
umfassende Weltsicht, in der auch mein kleines Ich in einen kosmosumspannenden Zusammenhang eingebunden
sein darf. Das sollte man nie vergessen. Liebe Clarissa, können Sie nun meine Abneigung gegenüber Sacropop
etwas besser verstehen?
@ Bernd Gut gebrüllt, Löwe. Womit wir beim Thema wären, auch die Struktur der una sancta ecclesia catholica
et apostolica hat ihre überzeitliche und transzendente Bedeutung. Daß der Presbyter in seiner ursprünglichen
Bedeutung nicht die Rolle eines Teilzeitbeschäftigten haben konnte, sollte kirchengeschichtlich eigentlich
bekannt sein. In Pfarreienverbünden, -verbänden und -kooperationen geht diese Struktur verloren. (Ganz
abgesehen davon, daß aus der pilgernden Kirche mit der Vermehrung der Gremien eine sitzende wird (als
PGR-Mitglied, weiß ich da ein Liedlein zu singen)) Zappt ein Hirte etwa von Herde zu Herde? Wohl kaum,
weil, wie jedes Landei weiß, dann der Wolf die Schäflein frißt.
… eine durch und durch moderne Person … Nun, werter Brandenburger, schon lange bin ich darüber unterrichtet,
was eine Person ins, sei sie nun natürlichen oder juristischen Ursprungs. Auch von Mode, Modernität,
sogar von Modernismus habe ich eine gewisse Vorstellung. Leider kenne ich Ihre Konnotationen dieses Attributs
nicht, so daß ich Ihnen weder beizupflichten noch zu widersprechen vermag. Erklären Sie sich doch bitte!
@Herr Stromberg Durch diese erfahren wir, dass das Heilige kein Gegenstand in Raum und Zeit ist, sondern
etwas Überzeitliches. Die Riten sind eine Antwort des Menschen auf die Urerfahrung, dass diese materielle
Welt nicht alles ist, sondern dass es ein umfassendes, transzendentes Sein gibt, das alles Seiende umfängt.
Und das zieht sich durch alle Religionen, natürlich in je verschiedenen Ausdrucksformen. Wow! Das nenne
ich mal einen gelungenen Beitrag! :)3 Schade dass sowas bei kreuz.net selten ist und solche Beiträge
in hunderten von fundamentalistischen Spam-Beiträgen untergehen.
Liebe Clarissa, Sie sind eine sehr aufmerksame Leserin Man merkt Ihnen an, dass Sie auch Klass. Philologin
sind. Natürlich bedarf das Heilige, das Göttliche keiner Sache, es ist absolut bedürfnislos. Aber wenn
wir Menschen uns in den Bereich des Heiligen begeben, in Gebet und Kult, bedürfen wir bestimmter Riten,
Verhaltensweisen und Zeremonien. Durch diese erfahren wir, dass das Heilige kein Gegenstand in Raum und
Zeit ist, sondern etwas Überzeitliches. Die Riten sind eine Antwort des Menschen auf die Urerfahrung,
dass diese materielle Welt nicht alles ist, sondern dass es ein umfassendes, transzendentes Sein gibt,
das alles Seiende umfängt. Und das zieht sich durch alle Religionen, natürlich in je verschiedenen Ausdrucksformen.
Wir Menschen brauchen Symbole, Bilder, um die Erfahrung des Heiligen zu thematisieren. Wir sind keine
reinen Geister, sondern in dieser Welt an einen Körper gebunden. Unsere Erkenntnisfähigkeit ist begrenzt.
Die Hl. Riten helfen uns, das schlechterdings Unbegreifliche erfahren zu können, ahnungsweise, unvollkommen.
Und das gilt für das Christentum genauso wie für andere Religionen.
Sacro-Pop war doch nicht das Thema des allerhochwürdigsten Herrn Pfarrers. Sein Thema war wieder einmal
seine Angst vor einem schleichendern Machtverlust.
@Miles „Wenn das Brot, das wir teilen“ würde ich ja sogar noch konzedieren, natürlich mit Orgelbegleitung
Es ist so an der Grenze, ein Zugeständnis. Dass es nicht an die Erhabenheit des Gregorianischen Chorals
herankommt, ist klar. Der Verweis auf andere Religionen ist aber wichtig. Denn es gibt so etwas wie religiöse
Konstanten in der Menschheitsgeschichte.
Werter Bernd, braucht das Heilige die besondere Form, oder brauchen wir sie für das Heilige? Wenn ich
mich recht entsinne habe ich da zu Studienzeiten ein damals heißdiskutiertes Buch von Bernhard Casper
(oder Welte? – ich weiß es nicht mehr genau) gelesen. Sinngemäß führt Casper (Welte?) darin aus, daß
das Heilige dem Menschen spontan zugänglich, erfahrbar und verständlich sei; nicht, weil es das Menschsein
in sich trage, sondern, weil das Menschsein einen sensus innatus für das Heilige besitze. Das Herausheben
des Heiligen aus dem Banalen (oder „Alltäglichen“), das sich in der Wurzelbedeutung des lat. templum
genauso finde wie in der kirchlichen Praxis der Interritualexorzismen („exorzico te, creatura aquae …
creatura salis“), geschehe nicht um des Heiligen willen, das dessen nicht bedürfe oder sich dies ggf.
sogar selbst zu schaffen imstande wäre, sondern um des Menschen willen, der der Abgranzung bedürfe,
um das Heilige vor seinem Zugriff zu schützen. (Vielleicht habe ich diesen Gedanken gerade etwas wirr
wiedergegeben …, sofern ich ihn damals richtig verstanden habe!)
@clarissa et Bernd Schauen wir mal in die Glotze: Buddhistische Mönche Sutren deklamierend, ein muslimischer
Vorsänger eine Sure singend (hoffentlich eine frühe mekkanische), Benediktinische Mönche das Veni sancte
spiritus intonierend. Welcher Filmemacher würde schon eine Durchschnittsgemeinde abfilmen, die – sagen
wir mal – „Wenn das Brot, das wir essen, als Rose blüht“ trällert. (Ein hirnrissiger Text, unterlegt
mit einer Melodie, mit der man auch einen Waschmittelspot komponieren könnte)
@Optime, carissima Clarissa P.S.: Dass das Heilige besondere Formen braucht, um in der Welt leuchten zu
können, ist ein Gedanke, der gar nicht spezifisch christlich ist. Wenn man die verschiedensten Religionen
studiert, wird man zu ganz ähnlichen Strukturen gelangen, mögen sich diese in ihrer inhaltlichen Füllung
auch unterscheiden. Und hierhin gehört auch die Musica sacra.
Concedo, werter Bernd, deshlb immer kritisch (aber auch selbstkritisch) bleiben, sonst kommen wir nicht
zwischen der banalen Skylla und der ideologischen Charybdis durch!
Ist es nur Geschmack? Liebe Clarissa, ich stehe auf dem Standpunkt: „Leute, macht Euren Sacropop, solange
ich nicht dabei sein muss“ Wenn es Leute gibt, die darin ihre Erfüllung finden, nun gut. Nur drängt
mir diese Dinge nicht auf. Ich kann es nicht ernst nehmen und auf mich wirkt es zu tiefst albern. Ich
erinnere mich an ein Musikstück bei der Vesper am Weltjugendtag, das erinnerte mich an Titelmusik zu
amerik. Krimis der 70er Jahre. Nichts gegen diese Krimis und deren Titelmusiken, die am rechten Ort sehr
gut passen. Aber in der Liturgie? Ich bin nicht gegen „neue“ Musik in der Liturgie an sich. Aber es sollte
musikalisch und sprachlich der Liturgie angemessen sein und nicht den EIndruck von Zeltlagern (bestenfalls)
oder Bahnhofskneipen (schlimmstenfalls) machen. Alles hat im Leben seinen Platz, seine Zeit. Auch moderne
Unterhaltungsmusik! Auf einer Geburtstagsparty würde wohl kaum jemand Greg. Choral präsentieren. Warum
denn in der Liturgie Popmusik? Ob man eher Palestrina, Bach, Mozart oder Langlais bevorzugt, ist eine
Frage des persönlichen Geschmacks. Aber darüber hinaus ist doch nicht jede Form von Musik für die Liturgie
geeignet. Das anzunehmen, wäre recht naiv. Eine große Gefahr der Liturgie ist ihre Banalisierung. Und
hierzu trägt Sacropop in meinen Augen genauso bei wie zB. eine zwanglose Sprache in der Liturgie, die
sich in Plattitüden wie „Schönen guten Morgen zusammen“ gefällt. Das Heilige braucht besondere Formen,
sonst wird seine Erfahrung sehr erschwert.
@Freimaurerin: Einen Gruß an Schrödingers Tradikatze in der Tat, in der Tat. Das ist ein interessantes
Forschungsfeld. Sobald ich mehr Zeit habe, werde ich mich mal mit den Themen Einsteins „Spukhafte Fernwirkung“
auf das Tradihirn übertragen oder aber nachweisen, dass deren Hirnsubstanz durch die Einstein-/Rosenbrücke
(auch genannt Wurmloch) unwiederbringbar ins Nirvana abgesaugt wird. Aber müssen wir hier überhaupt
die komplexe Quantenphysik zu Rate ziehen? Vielleicht ist das Ganze ja auch auf simpelsten Magnetismus
zurückzuführen. Vielleicht zieht ja das simpel gestrickte gyno- und homophobe Tradihirn einfach den
kompletten Schwachsinn dieser Welt an. Oder ist vielleicht das kosmische Gesetz der Resonanz im Spiel?
Freimaurerin, ich sag es Ihnen: Noch ein Jahr auf kreuz.net und ich werde Nobelpreisträgerin. PS: Geben
Sie der süßen Schrödingers Tradimietze ein Leckerli von mir!
@Bernd:sacropop Ganz recht. Sakropop (in der offiziellen Sprachregelung „Neues geistliches Lied“) ist
textlich meist an den Erweckungspredigten der Zeltmissionen der 50er Jahre orientiert (meine Frau hat
da missioniert, ich kenn mich da aus), stilistisch an der unsäglichen „Bibel in heutiger Sprache“, musikalisch
am Schlager der Dieter-Thomas-Heck-Szene. Mal „o filii et filiae“ von Sinead O’Connor gehört? Das ist
es! Oder die Schole der Benediktinerinnen von St. Hildegard? Oder natürlich die Mönche Heiligenkreuz
(derzeit Nummer 1 der Klassikcharts in Great Britain). Das Problem ist doch, daß die „modernen“ kulturell
in den sechziger (den frühen, wohlgemerkt) stecken geblieben sind. Dieter Thomas Heck statt Sinead O’Connor.
Scheußlich Sache das. Leider mag die gute Sinead, die noch so manches andere schöne alte lateinische
Lied vertont hat, keiner mehr hören. Was man den guten Katholiken ja nicht verdenken kann.
Werter Bernd, nicht daß ich den Anschein erwecken wollte, meinem Hobby (andere zu korrigieren) untreu
geworden zu sein (!), aber Danke für die Blumen. Vorab: Ich selbst stehe auch auf dem etwas snobistischen
Standpunkt, daß Musik über Melodie, Harmonie, Rhytmus und Kontrapunkt verfügen muß; alles andere ist
Geräuschabfall. Aber: Geraten wir über geschmackliche Fragen (im weitesten Sinne) nicht zu leicht in
die Gefahr, unsere eigenen Vorlieben zu „kanonisieren“?
Liebe Clarissa Danke schön! Es war einfach aus dem Kopf zitiert. Ihre korrekte Wiedergabe verschärft
meine Argumentation noch. Denn das Sacropop zum „Besten“ der Kirchenmusik gehört, dürften höchstens
einige wenige Ewiggestrige behaupten, die einfach über den 68er Geist nie hinausgekommen sind
@frl. rottenmaier Nachtrag: Ich fang sogar an, diverse Liebhaber des glorreichen Tausendjährigen Reichs
zu kapieren! Das sind alles kreuz.net-Katzen, gleichzeitig tot und lebendig! Meinen Sie nicht?
@le trot Sie haben ja wirklich eine blühende Phantasie, aber das scheint Tradis zu verbinden. @Thauma…
Walking Sacraments Das ist einfach Klasse!!!!! :(3
@Miles Sie haben mein volles Mitgefühl Diese Sacropop-Berieselung ist wirklich ein Ärgernis. Wenn es
irgend geht, sollte man dieser aus dem Weg gehen. Aber manche Kleriker meinen einfach, es ginge nicht
ohne Sacropop. Warum? Man will zeigen, wie modern man doch ist. Umd läuft im Grunde der Zeit meilenweit
hinterher, denn was heute meist unter dem Begriff Sacropop firmiert, ist von den aktuellen Charts weit
entfernt. Abgesehen von der Frage, was Popmusik überhaupt in der kath. Messe zu suchen hat. In früheren
Jahrhunderten haben schließlich auch nicht die fahrenden Leute vom Jahrmarkt Musik in der Kirche gemacht,
und auch in unserem Jahrhundert sang man in den 30er Jahren keine Kirchenlieder im Stil von Zarah Leander
in der Kirche. „Aber die Kirche und ihre Liturgie muss sich doch weiterentwickeln, sie muss sich verändern“.
Liturgie und Kirchenmusik haben sich immer schon verändert, aber nicht jede Veränderung gereicht zu
ihrem Vorteil. Man muss immer mit Fehlentwicklungen rechnen. Das ist genau das Problem vieler sich modern
dünkender Kleriker: Man fragt nicht nach der Angemessenheit solcher Dinge, sondern versucht krampfhaft,
modern zu sein. Und das ist genauso albern und wenig authentisch wie wenn auf der anderen Seite jede Veränderung
gleich beargwöhnt und verschrien wird. „Prüfet alles und das gute behaltet“ – Sacropop gehört da bestimmt
nicht dazu.
@thauma, frl. rottenmaier Thauma: walking sacrament ! Frl. Rottenmaier: Quantenphysik liefert so viele
Erklärungen für ganz alltägliche Phänomene! Toll, oder? Auf diese war ich allerdings noch nicht gekommen.
Werter Wundertäter, ist das, wenn ich ie richtig verstanden habe, wie bei König Midas? Wird alles, was
wandelnde Sakramente berühren, selbst zum Sakrament?
#10 thaumaturgos 13:08:46 | Dienstag, 27. Mai 2008
nein sie haben nichts verpasst bei einem tradi … also einem walking sacrament – ist alles, was sie sich
einbilden vom lb. gott persönlich eingesetzt, vo,m spitzenrochet bis zur pfarrstruktur und den piusschismaten
das vergeht, wie so vieles in der kirchengeschichte es gibt heute auch keine synesakten mehr, auch damals
war gross geschrei …
Interessierte Nachfrage: Mir war bekannt, daß Pfarrgemeinden kirchliche Gebietskörperschaften darstellen,
ggf. auch in der rechtlichen Verfaßtheit der Kirche integriert sind. Daß konkrete Pfarrgemeinden, oder
eine konktrete Bistumsunterteilung mittels einer bestimmten pfarrgemeindlichen Struktur aber sakramtentalen
Charakter besitzen soll, ist mir durchaus neu! Habe ich da theologisch etwas verpaßt?
Priesterliches Dementi Das wirklich absolut nervendste an der real existierenden Kirche ist die allgegenwärtige
die eigene Existenz und Lebensweise in Frage stellende Selbstaufgabe. So hörte ich am Sonntag bei der
Predigt eines allgemein als „modern“ gerühmten Priesters, Jesus haben „in der Naherwartung gelebt“ (klassisches
Theorem der liberalen Theologie) wie auch Paulus, der ja vor allem vor dem Hintergrund dieser Naherwartung
die Ehelosigkeit gelebt und gepredigt habe. Ganz zu schweigen davon, daß in diesem Gottesdienst vorwiegend
Sakropop zu singen war, den mein geliebtes Eheweib – eine ehemalige Baptistin – nahezu ausschließlich
als Repertoire ihrer früheren baptistisch-missionarischen Gesangsgruppe identifizieren konnte. Es gibt
kein Entrinnen – vor der liberalen Theologie, vor der katholischen Selbstkasteiung vor allem vor der grauenvollen
Langeweile, die so ein allgemeinchristlichstandardmäßigjanichtausderevangelischkatholischendurchschnittsnormfallendergottesdienst
verbreitet. Die Strukturen sind da wirklich nur ein Randproblem, die nervenden schullesbischen Aktionsgruppen
sowieso.
@Landorganist Oder fürchten Sie sich vor den Laien, die möglicherweise an Ihrer priesterlichen Allmacht
knabbern? Ach so, bei Ihnen spenden bereits die Laien die Sakramente. Nein, Sie laden sich bestimmt nur
noch zum gemeinsamen Händchenhalten und Tanz um den Mahltisch ein, wo der Ältestenclub seinen selbst
gebackenen Kuchen serviert und der Liturgierat Schallplatten auflegt. Da kann man ja nur gratulieren,
wenn sich Gemeinden „knabbernd“ an der Allmacht des Priesters versuchen und schon so weit fortgeschritten
sind, dass sie mit einem Bein in der eigenen geistigen Scheisse stehen und dann durch ihre Gemeindeverteter
hier dumm fragend solchen Müll absabbeln.
Lasst ihn schreiben… Ich bin nur froh, dass die lange und positive Prägung des Bistums Limburg durch
Bischof Franz Kamphaus anscheinend eine Fortsetzung erfährt. Zumindest lese ich das mal aus den Äußerungen
seines Nachfolgers heraus. Er ist ja noch am Einarbeiten, aber bislang macht er seine Sache sehr gut.
Daran ändert auch ein gewisser Hw. Jolie nichts – der immer meint, mit seinen Äußerungen die Mehrheit
des Christenvolkes einer Diözese widerzugeben. Mitnichten!!!
Unschärfe: Die heisenbergsche … äh… kreuz.nettlersche Unschärferealtion Ort und Impuls eines Teilchens
bzw. Tradis können prinzipiell nicht gleichzeitig genau bestimmt werden. Eine gleichzeitige Bestimmung
von Ort und Impuls der Nattern ist nur möglich, wenn für beide Größen eine Unschärfe in Kauf genommen
wird. Die Natter sitzt im Arbeitszimmer vor dem PC, aber der Impuls weilt sporadisch in der Hose, dann
aber wieder weit entfernt vom Individuum in der Darkrooms der Metropolen, in den Schlafzimmern der unindoktrinierten
Bevölkerung, in den Logen der pösen Weltverschwörer und ab und zu gibts sogar ne Zeitreise in die Verganenheit,
in der der Impuls/Gedanke im dunkelbraunen Idyll des Dritten Reiches weilt. Nostalgie pur! Physik ist
einfach geil!
Wozu braucht man noch DIESE Priester heute? Was können sie den Schäfchen beibringen, wenn sie selber –
viele von ihnen – keine Ahnung vom Computer haben? Die Gemeindemitglieder sind heute genug gebildet und
unabhängig. Natürlich könnten die Priester als ein geistiges Vorbild – was nahe liegt – für Gläubige
dienen. Sie könnten die Wahrhaftigkeit des christlichen Glaubens durch ihre eigenen geistigen Gaben –
geistige Heilung, inspiriertes Wort, strenge Askese etc. – bestätigen. Aber so langweilen sich die guten
Hirten an den Pornoseiten und in Weinstuben, schreiben ihre leeren geistlosen Predigte und tönen widerlich
heuchlerisch süßlich, durch Mikrofon verstärkt ihren und den römischen Untergang ab.
Sagen Sie mal, „Hochwürden“ haben Sie nichts besseres zu tun, als bischöfliche Hirtenworte auf diesem
Portal zu zerpflücken? Sie sollten Ihre knappe Zeit nutzen, um sich um die Ihnen anvertrauten Schäfchen
zu kümmern. Oder fürchten Sie sich vor den Laien, die möglicherweise an Ihrer priesterlichen Allmacht
knabbern?
ja wenn unsere Jolie wieder mal zu einer scholie ansetzt, dann erzitter der deutschsprachige, nicht nur
der deutsche episkopat ob des großen, hiobschen jammers unserer jollie