Aber die Synagoge ward von Gott verlassen
„So bewunderte die Synagoge die neue Braut, die Kirche, weil sie einsah, daß sie selber nicht von gleichen Tugendkräften umschirmt ist.“ Von der Heiligen Hildegard von Bingen († 1179).
(kreuz.net) Danach sah ich eine weibliche Gestalt. Sie war vom Scheitel bis zur Leibesmitte schattenhaft,
von der Leibesmitte bis zu den Füßen schwarz, und an den Füßen blutrot.
Eine blendendweiße, ganz reine Wolke umschwebte ihre Füße. Aber sie war der Augen beraubt.
Die Hände hielt sie unter den Achseln. Sie stand neben dem Altare, der vor den Augen Gottes ist. Aber sie berührte ihn nicht.
In ihrem Herzen stand Abraham, in ihrer Brust Moses, in ihrem Schoße die übrigen Propheten. Alle wiesen ihre Kennzeichen auf und schauten mit Bewunderung auf die Schönheit der neuen Braut.
Das Weib war groß wie ein gewaltiger Stadtturm und trug auf seinem Haupte einen Stirnreif, der wie Morgenrot leuchtete.
Wiederum hörte ich die Stimme vom Himmel. Sie sprach zu mir:
Das Volk des Alten Bundes stellte Gott, da er von Abraham die Beschneidung verlangte, unter die Strenge des Gesetzes. Später verwandelte Er diese Strenge in die Milde der Gnade.
Durch seinen Sohn gab Er den Glaubenswilligen die Wahrheit des Evangeliums und salbte sie, die sich an dem Joch des Gesetzes wundgetragen hatten, mit dem Öle der Barmherzigkeit.
Du siehst daher eine weibliche Gestalt, schattenhaft vom Scheitel bis zur Leibesmitte.
Es ist die Synagoge, die Mutter der Inkarnation des Sohnes Gottes. Von ihrem Entstehen an – in ihren ersten Söhnen – bis zu ihrer vollen Entfaltung sah sie die geheimen Pläne Gottes in schattenhafter Erkenntnis voraus.
Aber sie konnte sie nicht vollkommen auftun.
Sie selber war ja nicht das leuchtende Morgenrot, das sie deutlich verkündete, sondern sie erschaute es staunend von ferne, wie es im Hohenlied von ihm heißt:
„Wer ist die, die dort heraufsteigt aus der Wüste, von Wonne überströmt und auf ihren Geliebten gestützt?“ (Hl 8,5).
Das heißt: Wer ist die Braut, die erfüllt von guten Werken, aus der Wüste der Heidenvölker heraufsteigt, der Völker, welche die Gesetzesvorschriften der göttlichen Weisheit verlassen und Götzen anbetet?
Wer ist die, die zu himmlischem Verlangen sich erhebt, überfließend von Wonne durch die Gaben des Heiligen Geistes, lechzend vor Eifer und sich stützend auf ihren Bräutigam, den Sohn Gottes?
Diese ist es – die Kirche –, die, vom Sohn des Allerhöchsten ausgestattet, in herrlichen Tugenden erblüht und überfließende Nahrung findet an den Bächen der Schrift.
Auf die Söhne der neuen Braut schaut die Synagoge mit Staunen voraus und fragt meinen Knecht Isaias: „Wer sind diese, die wie Wolken fliegen und wie Tauben zu ihren Taubenschlägen?“ (Is 60,8).
Das besagt: Wer sind diese, die sich geistesmächtig über die irdischen und fleischlichen Begierden erheben, voll Verlangen und Hingabe dem Himmlischen zufliegen, in Taubeneinfalt und ohne bittere Galle die Sinne ihres Körpers zügeln und der sicheren Zufluchtstätte auf dem festesten Felsen – dem Eingeborenen Gottes – mit brennendem Tugendeifer entgegeneilen?
Es sind die, die aus Liebe zum Göttlichen irdische Reiche mit Füßen treten und himmlische Reiche suchen.
So bewunderte die Synagoge die neue Braut, die Kirche, weil sie einsah, daß sie selber nicht von gleichen Tugendkräften umschirmt ist.
Denn Engelsschutz umgibt die Kirche, damit der Teufel sie nicht zerstöre und niederreiße. Aber die Synagoge ward von Gott verlassen und liegt darnieder in ihren Lastern.
Aus dem Buch: Hildegard von Bingen, Wisse die Wege, SCIVIAS, erstes Buch fünfte Schau, Titel: Die Synagoge.
Nächstes Mal: Die Synagoge sank zu Boden. Da stand die Kirche auf
© Titelbild: Scott Ableman, CC
Eine blendendweiße, ganz reine Wolke umschwebte ihre Füße. Aber sie war der Augen beraubt.
Die Hände hielt sie unter den Achseln. Sie stand neben dem Altare, der vor den Augen Gottes ist. Aber sie berührte ihn nicht.
In ihrem Herzen stand Abraham, in ihrer Brust Moses, in ihrem Schoße die übrigen Propheten. Alle wiesen ihre Kennzeichen auf und schauten mit Bewunderung auf die Schönheit der neuen Braut.
Das Weib war groß wie ein gewaltiger Stadtturm und trug auf seinem Haupte einen Stirnreif, der wie Morgenrot leuchtete.
Wiederum hörte ich die Stimme vom Himmel. Sie sprach zu mir:
Das Volk des Alten Bundes stellte Gott, da er von Abraham die Beschneidung verlangte, unter die Strenge des Gesetzes. Später verwandelte Er diese Strenge in die Milde der Gnade.
Durch seinen Sohn gab Er den Glaubenswilligen die Wahrheit des Evangeliums und salbte sie, die sich an dem Joch des Gesetzes wundgetragen hatten, mit dem Öle der Barmherzigkeit.
Du siehst daher eine weibliche Gestalt, schattenhaft vom Scheitel bis zur Leibesmitte.
Es ist die Synagoge, die Mutter der Inkarnation des Sohnes Gottes. Von ihrem Entstehen an – in ihren ersten Söhnen – bis zu ihrer vollen Entfaltung sah sie die geheimen Pläne Gottes in schattenhafter Erkenntnis voraus.
Aber sie konnte sie nicht vollkommen auftun.
Sie selber war ja nicht das leuchtende Morgenrot, das sie deutlich verkündete, sondern sie erschaute es staunend von ferne, wie es im Hohenlied von ihm heißt:
„Wer ist die, die dort heraufsteigt aus der Wüste, von Wonne überströmt und auf ihren Geliebten gestützt?“ (Hl 8,5).
Das heißt: Wer ist die Braut, die erfüllt von guten Werken, aus der Wüste der Heidenvölker heraufsteigt, der Völker, welche die Gesetzesvorschriften der göttlichen Weisheit verlassen und Götzen anbetet?
Wer ist die, die zu himmlischem Verlangen sich erhebt, überfließend von Wonne durch die Gaben des Heiligen Geistes, lechzend vor Eifer und sich stützend auf ihren Bräutigam, den Sohn Gottes?
Diese ist es – die Kirche –, die, vom Sohn des Allerhöchsten ausgestattet, in herrlichen Tugenden erblüht und überfließende Nahrung findet an den Bächen der Schrift.
Auf die Söhne der neuen Braut schaut die Synagoge mit Staunen voraus und fragt meinen Knecht Isaias: „Wer sind diese, die wie Wolken fliegen und wie Tauben zu ihren Taubenschlägen?“ (Is 60,8).
Das besagt: Wer sind diese, die sich geistesmächtig über die irdischen und fleischlichen Begierden erheben, voll Verlangen und Hingabe dem Himmlischen zufliegen, in Taubeneinfalt und ohne bittere Galle die Sinne ihres Körpers zügeln und der sicheren Zufluchtstätte auf dem festesten Felsen – dem Eingeborenen Gottes – mit brennendem Tugendeifer entgegeneilen?
Es sind die, die aus Liebe zum Göttlichen irdische Reiche mit Füßen treten und himmlische Reiche suchen.
So bewunderte die Synagoge die neue Braut, die Kirche, weil sie einsah, daß sie selber nicht von gleichen Tugendkräften umschirmt ist.
Denn Engelsschutz umgibt die Kirche, damit der Teufel sie nicht zerstöre und niederreiße. Aber die Synagoge ward von Gott verlassen und liegt darnieder in ihren Lastern.
Aus dem Buch: Hildegard von Bingen, Wisse die Wege, SCIVIAS, erstes Buch fünfte Schau, Titel: Die Synagoge.
Nächstes Mal: Die Synagoge sank zu Boden. Da stand die Kirche auf
© Titelbild: Scott Ableman, CC
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Freitag, 30. Mai 2008 13:42
landorganist: @Asi…
…was ebenfalls abzuwarten ist…
Freitag, 30. Mai 2008 11:45
Sozialkatholisch: @ Dorftröte
Ich ja, du aber wohl nich.
Freitag, 30. Mai 2008 11:42
LandorganistII: @Sozi
Das werden wir ja sehen.
Freitag, 30. Mai 2008 11:22
Alois Bischof: Christus hat das Alte Gesetz nicht abgeschafft
sonder erfüllt, und somit wurde es nicht abgeschoben, sondern ersetzt durch das Liebesgesetz Jesu Christi.
Der Alte Bund wurde vom Neuen und Ewigen Bunde erfüllt und abgelöst, und somit ist das Leben nach dem Alten Gesetz und im angeblichen „Alten Bund“ (wobei doch der Judaismus nach za. 70 bzw. 90 A.D. und sicherlich seit dem 7. Jh. nach Christus eine völlige andere, da rabbinische und talmudische, Religion ist als die Tempelreligion der treuen alten Juden Judäas) zum Leben ohne Gnaden und der Verurteilung geworden.
So deutlich, schreibt der hl. Papst Leo der Große, ward der Übergang von der Synagoge zur Kirche, daß der Vorhang im Tempel zerriß und von da an kein Opfer der Lämmer und Feuer dem Herrgott noch gefiel.
Betet für die Bekehrung der ungläubigen Juden zu ihrem Messias, der Heiland predigte doch dem Hause Israëls Seine Lehre, nicht unseren heidnischen Vorfahren!
Lauda Sion Salvatorem!
Pueri hebraeorum vestimenta prosternebant in via et clamabant dicentes: Hosanna filio David, benedictus qui venit in nomine Domini!
„Kadosch, Kadosch, Kadosch, Adonai, Elohim Zebaoth“
Der Alte Bund wurde vom Neuen und Ewigen Bunde erfüllt und abgelöst, und somit ist das Leben nach dem Alten Gesetz und im angeblichen „Alten Bund“ (wobei doch der Judaismus nach za. 70 bzw. 90 A.D. und sicherlich seit dem 7. Jh. nach Christus eine völlige andere, da rabbinische und talmudische, Religion ist als die Tempelreligion der treuen alten Juden Judäas) zum Leben ohne Gnaden und der Verurteilung geworden.
So deutlich, schreibt der hl. Papst Leo der Große, ward der Übergang von der Synagoge zur Kirche, daß der Vorhang im Tempel zerriß und von da an kein Opfer der Lämmer und Feuer dem Herrgott noch gefiel.
Betet für die Bekehrung der ungläubigen Juden zu ihrem Messias, der Heiland predigte doch dem Hause Israëls Seine Lehre, nicht unseren heidnischen Vorfahren!
Lauda Sion Salvatorem!
Pueri hebraeorum vestimenta prosternebant in via et clamabant dicentes: Hosanna filio David, benedictus qui venit in nomine Domini!
„Kadosch, Kadosch, Kadosch, Adonai, Elohim Zebaoth“
Freitag, 30. Mai 2008 10:36
thaumaturgos: zum ordensvater berni
unser geschätzer heiliger, hochzuzverehrender zweitbegründer des ocist, hat NIE theologie studiert und
er war – nicht nur was einige neue theologen petrifft – sehr gegen das studium scholastischer art.
dass er durchaus einiges gutes verfasste, dazu braucht er kein theologiestudium
aber, er hat auch erschreckenden blödsinn verzapft … sie die apologia im 2 de cons
und, abt wurde er mit 25 jahren, weil er dem vater stehpan harding in citeaux ziemlich auf die nerven gig und sich unser gründervater nicht gerne dauernd kritisieren lioes
auch heilige habe ihre fehler …
dass er durchaus einiges gutes verfasste, dazu braucht er kein theologiestudium
aber, er hat auch erschreckenden blödsinn verzapft … sie die apologia im 2 de cons
und, abt wurde er mit 25 jahren, weil er dem vater stehpan harding in citeaux ziemlich auf die nerven gig und sich unser gründervater nicht gerne dauernd kritisieren lioes
auch heilige habe ihre fehler …
Freitag, 30. Mai 2008 09:04
Sozialkatholisch: Die hl. Hildegard
wird das dumme dorfgetröte mit olle Hilde und so über sich bestimmt nicht gerne hören!
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