Mons. Vitus Huonder
Er hat die Formel des Alten Ritus wiederentdeckt
Ein Bischof wies während seiner Predigt am Fronleichnamsfest auf drei wichtige Regeln beim Empfang der Heiligen Kommunion hin.
Der Bischof von Chur, Mons. Vitus Huonder
Der Bischof von Chur, Mons. Vitus Huonder
© bistum-chur.ch
(kreuz.net, Chur) Am 23. Mai predigte der Bischof von Chur, Mons. Vitus Huonder, in seiner Kathedrale über das allerheiligste Altarsakrament.

Dabei wies er auf das Schicksal der Augustinerchorfrau Juliana von Lüttich († 1258) hin, auf welche die Einführung des Fronleichnams-Festes zurückgeht.

Als junge Schwester sah Juliana in einer Vision eine glänzende Mondkugel, die am Rande eine dunkle Stelle aufwies.

Der Heiland erklärte ihr den geschauten Mond als Sinnbild des Kirchenjahres. Dieses sei ein großes Licht. Allerdings würde sich darin noch eine dunkle Stelle befinden.

Es fehle im Kirchenjahr ein Fest zur Förderung der besonderen Verehrung des Altarsakramentes und zur Sühne für dessen Entweihung.

Als Oberin ihres Klosters setzte sich Juliana für dieses Fest ein. Es regte sich schnell Widerstand und Juliana wurde als Schwärmerin und Betschwester verschrien.

Schließlich verlor sie als Vorsteherin des Klosters ihre Autorität, mußte ihre Gemeinschaft verlassen und starb in bitterer Armut. Das von ihr gewünschte Fest wurde bereits im Jahr 1246 in Lüttich eingeführt.

Hochfest des Leibes und Blutes Christi
Die Heilige Juliana von Lüttich († 1258) hat ab 1209 Visionen, die 1246 zur diözesanen Einführung des Fronleichnamsfestes führen. Der Erzdiakon in Lüttich wird später als Papst Urban IV. das Fest gesamtkirchlich einführen.1263 feiert der ungläubige böhmische Priester Peter von Prag in Bolsena in Mittelitalien eine Messe. Plötzlich tropft Blut von der Hostie. Ein Jahr später führt Urban IV. das Fronleichnamsfest ein.Links der zelebrierende böhmische Priester mit der blutenden Hostie und ihm gegenüber Urban IV., der das Fronleichnamsfest 1264 gesamtkirchlich einführt.

Mons. Huonder erklärte in seiner Predigt, daß der Gläubige eine ständige Sehnsucht nach dem Herr im Tabernakel empfinden solle, „so daß wir nie an einer Kirche vorbeigehen, ohne Jesus im allerheiligsten Sakrament zu grüßen und anzubeten.“

Der Bischof wies auch auf das Fronleichnamsfestes als Sühnetag:

Gleichgültigkeit, schwere eucharistische Mißbräuche und die oft unverschuldete Unkenntnis vieler Gläubigen bezüglich des Altarsakramentes sollten „uns ständig zum sühnenden Bittegebet veranlassen.“

Damit müsse auch der Wille einhergehen, alles zu tun, um die Lehre der Kirche über das allerheiligste Sakrament zu verbreiten und jenen Menschen zur Kenntnis zu bringen, die öfter an der Eucharistiefeier teilnehmen.

Der Bischof ging in seiner Predigt mit dem guten Beispiel voran und erinnerte an drei wichtige Regeln der Kirche:

„Das allerheiligste Sakrament soll im Stande der Gnade, nach einstündiger Nüchternheit und ihn ehrfurchtsvoller Haltung empfangen werden.“

Mons. Huonder empfahl den Gläubigen auch, die Hostie mit den Worten „Der Leib unseres Herrn Jesus Christus bewahre meine Seele zum ewigen Leben“ zu empfangen.

Es handelt sich dabei um eine leicht abgeänderte Fassung der Formel, mit welcher der Priester die Heilige Kommunion im Alten Ritus spendet.

Der Bischof dazu: „Wer das Sakrament so empfängt, hat begriffen, worum es beim Kommunionempfang geht und wem er dabei begegnet.“
      
14 Lesermeinungen
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#14   Brandenburgis   11:05:13 | Dienstag, 27. Mai 2008
Sicherlich ist
der Mund keinesfalls unwürdiger als die Hände, doch das Sakrament gehört nun einmal in den Mund hinein, warum also dann erst in die Hände?
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#13   LandorganistII   11:01:31 | Dienstag, 27. Mai 2008
@Krak…
was macht den Mund eigentlich weniger unwürdig als die Hand? Wenn ich schon lese, was manche hier in diesem Forum alles in den Mund nehmen, oh je…
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#12   Nachtlaterne   21:45:22 | Montag, 26. Mai 2008
„Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Leben…
„Wer durstig ist, den werde ich umsonst aus der Quelle trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt. Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein. Aber die Feiglinge und Treulosen, die Befleckten, die Mörder und Unzüchtigen, die Zauberer, Götzendiener und alle Lügner – ihr Lost wird der See von brennendem Schwefel sein. Dies ist der zweite Tod.“
Offenbarung 21/6-8
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#11   Krak des Chevaliers   18:17:23 | Montag, 26. Mai 2008
Entweihungen werden zugelassen
Im Artikel ist von Entweihungen des Allerheiligsten Altarsakramentes die Rede. Hier muss gesagt werden, dass die kirchliche Zulassung der Handkommunion Sakrilegien gegen das Altarsakrament selber zulässt. Hier sollte schnellstens gehandelt werden. Vielen Gottesdienstbesuchern ist das Gespür für die Heiligkeit der Kommunion längst abhanden gekommen.
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#10   LandorganistII   15:05:52 | Montag, 26. Mai 2008
Herr Lingen
zelebriert doch die alte Messe an Mama’s noch älterem Couchtisch. Fragt sich, was das als Reliquie eingelassen ist.
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#9   Alkuin   14:48:58 | Montag, 26. Mai 2008
Was haltet ihr davon ?
Nicht besonders viel und ich stimme mit miles immaculatae überein: „Offenbar haben bei dieser Feier sowohl die Katholiken wie auch die Protestanten wesentliche Elemente ihres Glaubensbekenntnisses schlicht vergessen.“
Oder noch schlimmer; sie haben es auch nie gewusst.
Für mich gilt noch wie vor: lex orandi lex credendi !
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#8   ExBochumer †   14:44:40 | Montag, 26. Mai 2008
„Trockenübungen“ … und die Folgen
Und nun simulierst Du heilige Messen, was Lingen?
Und gar noch die „Messen im alten Ritus“?
Ich kann Deine Arroganz und Anmaßung gar nicht in Worte fassen, Rolfilein.
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#7   Bruder Theophil   13:40:51 | Montag, 26. Mai 2008
@ stimme…
…schreiben Sie doch einfach Ihrem Pfarrer einen Brief mit Ihren Beobachtungen. Fragen Sie ihn, ob er eine Messlatte für Relativismus und Beliebigkeit aufstellen wollte.
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#6   Pater Lingen   13:39:33 | Montag, 26. Mai 2008
Ja, der Huonder…
Bei dem hatte ich einen „Kurs Messzelebration“. Woche für Woche musste ich dort Trockenübungen im „Novus Ordo“ machen.
Der „Novus Ordo“ ist dabei nicht nur unerträglich niveaulos (von der Ungültigkeit mal ganz abgesehen), v.a. ist für ihn ja bereits vom „Messbuch“ Narrenfreiheit vorgeschrieben; s. z.B. die ganzen „oder“-Vorgaben. Am treffendsten hat es ein V2-„Liturgiker“ formuliert: „Das Messbuch ist ein Modell“.
Nun denn: Ich hatte den Holunder deshalb gefragt, ob nicht wenigstens einmal auch der „alte Ritus“ durchgesprochen werden könnte.
Antwort: ein klares *NEIN*!
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#5   miles immaculatae   13:38:03 | Montag, 26. Mai 2008
Stimme aus dem lutherland
Offenbar haben bei dieser Feier sowohl die Katholiken wie auch die Protestanten wesentliche Elemente ihres Glaubensbekenntnisses schlicht vergessen. Daß sich keine protestantische Abendmahlslehre mit der katholischen verträgt, daß die Protestanten insoweit eben Andersgläubige sind, weiß nicht nur ihr Landpfarrer und sein protestantischer Kollege nicht mehr. Wenn man heute unter einem beliebigen Gremium eine Umfrage zu wesentlichen Themen der Reformation machen würde, offenbarte sich auch unter Amtschristen eine gähnende Leere. In Frankfurt läuft der städtische protestantische Dekan mit aufgeklappter Bibel in der Prozession mit. Auf einen Katholiken oder Protestanten Mitte des vergangenen Jahrhunderts hätte dies wie eine Gegendemonstration gewirkt. Null Glauben, null Wissen, null Interesse. Das passt alles zusammen. Da lob ich mir doch die „ökumene der Profile“.
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#4   EvaHermanFan akaFreimaurerin   13:23:57 | Montag, 26. Mai 2008
@stimme
Ich sag mal frech was, bevor die Fachleute eintreffen: Versteh ich das richtig, dass diese Veranstaltung schon von den „Veranstaltern“, also den Katholiken, mehrheitlich nicht wirklich begeistert angenommen wurde? Das wär natürlich ungünstig für das Ganze.
Am Gemeinsam-Feiern von Evangelen und Katholen an sich seh ich sonst überhaupt nicht das Problem. Aber, s.o., ich bin auch keine Expertin für subtile religiöse Fragen. Davon gibts ja hier zum Glück genug andere.
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#3   stimme aus dem lutherland   13:16:05 | Montag, 26. Mai 2008
prozession zu den evangelischen ?
in meiner heimatstadt hat der neue katholische pfarrer durchgesetzt das die prozession zum fronleichnamsfest
von der katholischen zur evangelischen kirche führt und dort nach dem ev. Gottesdienst eine „Statio“ also ein gemeinsames gebet gehalten wird, danach sind die evangelischen eingeladen mit der prozession in die kath. kirche zu gehen einschließlich einladung zum gemeidefest mit bratwurstessen usw.
Was haltet ihr davon ?
Von der monstranz war in der statio kaum etwas zu merken… lediglich die reihenfolge von kreuz, ministrantinnen, pfarrer, kinder usw. wurde vorgeben
der ev. pfarrer schritt seite an seite dem kath. priester…
die ev. gemeinde hat auf eine eigene abendmahlsfeier an dem sonntag verzichtet ( man muss ja fertig sein wenn die katholen kommen ) und dafür eine katechismuspredigt zum abendmahls / eucharistie verständnis bekommen.
Die statio gebete ( die selben wie im vorjahr) scheinen
von jemand ziemlich depressivem formuliert…
von der verehrung christi im sakrament war kaum etwas zu spüren… Die bereitschaft der evangelischen christen der prozession zu folgen (schwatzend, warum
sollte man die gebete auch mitsprechen wenn das noch nicht mal die katholiken tun ? ) hielt sich in grenzen.
Mich interessiert eure meinung zu dieser feierform.
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#2   LandorganistII   12:58:51 | Montag, 26. Mai 2008
Was nützt einem dieser Kommunionempfang
wenn das „Drumherum“ doch nur der NOM ist?
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#1   ordo62   12:55:51 | Montag, 26. Mai 2008
Dignum et justum est
er sollte mit gutem Beispiel vorangehen und in allen Kirchen seines Bistums wieder Kommunionbänke aufstellen lassen.
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