Beim Letzten Abendmahl schaute Christus seinen Aposteln nicht ins Gesicht. Doch in der real existierenden Neuen Messe ist das nicht das einzige Problem.
Der Sekretär der Liturgiekongregation, Erzbischof Ranjith.
(kreuz.net) Am Mahltisch einer Kirche werde der Priester zum Darsteller der Messe.
Das kritisierte der
Sekretär der Liturgie- kongregation, Erzbischof Albert Malcolm Ranjith Patabendige Don (60), am 20. Mai
bei einer Gastvorlesung an der theologischen Universität Wien.
Die internationale Video-Webseite ‘gloria.tv’
hat dazu am Montag Auszüge des englischsprachigen Vortrags veröffentlicht.
Die Priester betrachteten
ihre liturgische Aufgabe als gut erfüllt, wenn diese dramatisch ausgeführt sei – erklärte der Erzbischof
weiter: „Wenn sie die Leute anschauen, dann fühlen sie sich mächtig.“
Der Erzbischof warnte, daß viele
Priester mit ihrem eigenen Ego nicht richtig umgehen könnten. Wenn der Priester statt der Leute das Kreuz
anschaue, sei er in einer demütigeren Position.
In dem Vortrag erwähnte Mons. Ranjith auch die Debatte
um die Körperhaltung Christi beim Letzten Abendmahl.
Er entkräftete das Gerücht, daß der Heiland
bei dieser Gelegenheit den Aposteln gegenübergesessen sei. Diese Auffassung beruhe auf einer falschen
Vorstellung, wie ein antikes Mahl ausgesehen habe.
In der Antike hätten sich der Vorsitzende eines Banketts
und seine Gesellschaft niemals angeschaut.
Gastgeber und Gäste saßen an einem hufeisenförmigen Tisch.
Die gegenüberliegende Seite blieb leer, um dem Tischdienst den Zugang zu ermöglichen.
Das Argument,
daß der Priester – wie Jesus beim Letzten Abendmahl – den Gläubigen ins Gesicht schauen solle, bezeichnete
Mons. Ranjith als „nicht wissenschaftlich“.
Ein weiterer großer Schaden in der Liturgie ist für den
Erzbischof die gegenwärtige Rollenkonfusion im Presbyterium. Priester würden Aufgaben der Laien und
umgekehrt erfüllen.
Ferner bedauerte Mons. Ranjith, daß die lateinische Liturgiesprache in kürzester
Zeit fast komplett verschwunden sei.
Dabei sei die Verwendung einer eigenen Sprache als Ausdruck des
Sakralen eine alte Praxis.
Als Beispiele nannte Mons. Ranjith die toten Sprachen Sanskrit im Hinduismus
und Pali im Buddhismus.
Der Islam benützt das Arabische des Koran. Dazu erzählte Ranjith eine Begebenheit
aus seiner Zeit als Nuntius in Indonesien.
Damals benützte ein Imam in der Moschee die Landessprache.
Er wurde deswegen verhaftet und für drei Jahre eingesperrt.
In dem Vortrag zählte Mons. Ranjith weitere
Veränderungen auf, die der Liturgie geschadet haben:
• die Änderung der Zelebrationsrichtung, • die
Handkommunion, • ein ironisches Verständnis des Konzepts der „Participatio actuosa“, • die Preisgabe
der Stille und Anbetung sowie der Gesten des Kniens und des Verbeugens.
Der Erzbischof kritisiert auch
ein Verständnis der Messe als großes Fest:
„Bringt eure Gitarren, bringt dies und das, bringt soviel
Lärm wie möglich.“
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Und wem wollen wir Kirche vermitteln? Es geht ja gar nicht um das Göttliche, sondern nur um Buhlschaft
der Wählerstimmen. Gott sprach am Sinai, dann Jesus zu seinen Juden, dann Paulus zur ganzen Welt, dann
kam Hieronymus der die erste Bibel entwarf, das Lexikon der christlichen Welt. Dann kamen gottesfürchtige,
ehrenwerte Päpste, aber auch Verbrecher, Brandschatzer, und Hurer, die zu Päpsten wurden. Wem können
wir Kirche erklären oder vermitteln? Bis jetzt im Jahre 2008 wird noch herum gestritten, was die richtige
Anbetungsform ist. In welcher Form man die Gläubigen wieder in die Kirchen holen kann? Blöder geht es
nicht mehr. Jesus, der die Worte des Vaters zusammen fasste, sagte einmal: Wenn ihr mit eurem Vater sprechen
wollt, geht in ein stilles Kämmerlein, aber macht es nicht wie die Theologen die vor der Kirche, (muss
es in diesem Zusammenhang heißen) stehen, die sich nur populistisch zeigen wollen. Jesus wusste warum
er die Worte des Vaters nach 1600 Jahren neu erklären musste, warum? Weil sie keiner mehr verstand, und
er hoffte auf eine Neubesinnung. Dies ist auch die Aufgabe der Kirche von heute. Wir haben einen anderen
Zeitgeist wie zu Zeiten des Trienter Konzils, somit andere Ergebnisse! Aber vor 350 Jahren waren ja auch
andere gesellschaftliche Strukturen vorhanden. Der Herr sei alle Zeit mit euch, Horst.
Macht soviel Lärm wie möglich… Vielleicht ein kleines Beispiel für den angesprochenen „Lärm“: Eröffnungsgesang
de.youtube.com/watch?v=oGWDIeIToRk&…. Die Musik ist nicht sehr laut, aber trotzdem alles andere als
schön. Ich höre die Stimmen, die rufen: „Das ist eine Ausdrucksform unserer Zeit“. Nun, das mag es sein,
aber sie gehört sicher nicht zu den besten, die für die Liturgie zu verwenden sind. Es wirkt primitiv
und schal. Und es spricht wirklich nicht für unsere Zeit, wenn wir Musik im Stile von „Kaufhausmusik“ –
dort hat sie sicher ihren Platz – in unsere Kirchen holen. Dies liegt überhaupt nicht am hier von vielen
so geschmähten „Novus ordo“. Es ist eine mißbräuchliche Praxis, die die Mehrzahl der Konzilsväter
mit Abscheu verurteilt hätte, und ich denke, dagegen wendet sich der Erzbischof. Er setzt sich für eine
authentische und angemessene Zelebration gerade des „ordentlichen Usus“ ein. Man sollte sich an den von
ihm getätigten Äußerungen, die zum Teil wirklich recht unglücklich sind, nicht zu lange aufhalten.
Denn die Tendenz ist durchaus richtig, und das werden auch die Verfechter des ordentlichen Usus sicher
zugeben. Wir brauchen eine Liturgiereform, eine liturgische Bewegung, die uns deutlich macht, dass Banalisierungen
und Simplifizierung von Liturgie der Tod derselben sind. Im Sinne des Zweiten Vatikanums sind sie sowieso
nicht!
Unfassbar In dem Vortrag zählte Mons. Ranjith weitere Veränderungen auf, die der Liturgie geschadet
haben: • die Änderung der Zelebrationsrichtung, • die Handkommunion, • ein ironisches Verständnis
des Konzepts der „Participatio actuosa“, • die Preisgabe der Stille und Anbetung sowie der Gesten des
Kniens und des Verbeugens. Ja, diese Dinge müssen wieder weg, sonst fangen die Menschen nacher noch an
zu beten und sehen sich selber noch in einer Verantwortung Gott gegenüber.
Ranjith wegbefördern Ich kann nur wiederholen, was ich schon früher geäußert habe: Ranjith wegbefördern,
dafür Marini I (nicht M. II mit den Reizwäsche-Chorhemden) zum Chef der Gottesdienstkongregation machen.
Ja Gotthard oft schon damals liturgischer Modernismus im deutschen Sprachraum das ist ohnehin bekannt
siehe das Gröber Memorandum gegen das schon in den 1940iger Jahren ein gewisser Karl Rahner ins Feld
geschickt wurde
Der Unliebsamkeit von Widerholungen eingedenk tue ich es trotzdem hartnäckig wieder: Danke, werter Gotthard,
wiewohl schon damals das Magnificat (lange vor dem bösen Pastoralkonzil) ein Versuch war, participatio
actuosa herbeizuführen, oder zumindest zu unterstützen. Dank für Ihre Zuschrift!
welche Welt kennt dieser Erzbischof? auf welche Erfahrungen hat dieser Erzbischof eigentlich zurückgegriffen?
Das Bild, das er zeichnet, entspricht in keiner Weise dem Leben in den Gemeinden, in denen ich in den
letzten Jahrzehnten gelebt habe… Der mainstream der Pfarrliturgien entspricht nicht diesem von ihm entworfenen
Zerrbild… Der mainstream der heutigen Pfarrliturgien unterscheidet sich kaum vom mainstream der Pfarrlitugien
in den 5oer Jahren: weder damals noch heute Gregorianik –--- damals wie heute Gesangbuch –--
Man muss zugeben, dass es durchaus bedenkenswerte Punkte in den Äußerungen des Erzbischofs gibt. Nur
werden halt – wie so oft – einzelne, zweifelsohne existierende Fehlentwicklungen, wieder einmal generalisiert
und das Lied vom bösen Neuen Ritus gesungen, der das alles erst ermöglicht habe. „Der Erzbischof warnte,
daß viele Priester mit ihrem eigenen Ego nicht richtig umgehen könnten.“ Das ist wohl wahr, hat aber
nichts mit dem Neuen Ritus zu tun, sondern ist ein persönliches Problem, an dem man aber arbeiten kann.
„Wenn der Priester statt der Leute das Kreuz anschaue, sei er in einer demütigeren Position.“ Kann er
ja, auf jedem Altar liegt normalerweise ein Altarkreuz. Wie die historische Sitzordnung beim Abendmahl
wirklich war, darüber sollte sich aber auch der Erzbischof mal lieber sehr vorsichtig äußern.
„Bringt eure Gitarren, bringt dies und das, bringt soviel Lärm wie möglich.“ Auch er zog das Oberkleid
aus und war vor Samuel verzückt. Den ganzen Tag und die ganze Nacht lag er entkleidet da. Deshalb pflegt
man zu sagen: „Ist Saul auch unter den Propheten?“ (1.Sam19,24) Skandal nackte Propheten Soviel zur liturgischen
mumifikation LG Fiore
Werter matt, ist es schon dunkel in Kakanien? Jasus hat seine Jünger zur Vorbereitung des Abendmals doch
nach Jerusalem geschickt und ihnen aufgetragen, sie sollten sich an einen Mann wenden, der einen Wasserkrug
trägt! Wenn da schon ein Mann als Wasserträger fungierten (ein Mann?), dann werden Frauen wohl kaum
Chance zum Aufwarten gehabt haben, oder?
@RRR … … Leute mit Verstand und Wissen würden wahrscheinlich von der theologischen Fakultät der
Universität Wien sprechen. Kann natürlich auf +.net nicht vorausgesetzt werden …
Rückendeckung Matt hat es erfasst. Die Zelebration des Opfers mit Blick zum Altar zu verstehen heisst,
die Schutz- und Ordnungsfunktion des Priesters zu verstehen. Ein unschuldiges Opfer würdig darzubringen
geht nur, wenn man es nicht demokratisiert. Deswegen das Latein, deswegen das Gemurmel, das die Gemeinde
kaum hört, deswegen der Rücken des Priesters zwischen Gemeinde und Sakrament. Die Demokratisierung pervertiert
den Kult ins Archaische. Sie ist ein Atavismus.
Im Evangelium steht aber nichts von der Anwesenheit von Frauen… beim letzten Abendmahl. Mag sein, dass
die zuvor aufgewartet haben, aber sich dann verziehen mussten .
Christus hat mit Sicherheit nicht ins Leere gestarrt Also nichts gegen den Herrn Erzbischof. Aber die
Argumentation, dass Christus beim letzten Abendmahl nicht seine Jünger angeschaut habe, da die Versammlung
in einer hufeisernen Form stattgefunden habe, das ist ja nun wirklich lächerlich. Wenn man die biblische
Überlieferung anschaut, dann ist Jesus den Menschen offen begegnet und er hat ihnen in die Augen geschaut –
oder glaubt der Herr Erzbischof, dass Jesus immer mit heruntergeklappten Augenlidern seine Heilungen vollzogen
und den Menschen Trost gespendet hat? Also diese Argumentation verstehe wer will!!!
mit dem Argument hat man sich selbst ein Ei gelegt… Ich dachte im übrigen, dass gerade der Abendmahlscharakter
den Tradis zuwider ist. Also besser diese Argumentationsschiene wieder vom Tisch fegen.
Werter Gotthard, wir müssen uns nicht streiten, ob auch römische Frauen an Abendmählern teilnahmen,
denn bereits zu republikanischer Zeit taten sie es ganz selbstverständlich; wiewohl dies anfänglich
vom Ruch des Lasterhaften umweht war, weil sich diese Frauen nicht auf die Rolle römischer Matronen zu
beschränken sich anschickten. Und längst vorher war man auch von der altrömischen Sitte abgekommen,
die Zahl seiner Teilnehmer auf 9 zu begrenzen. Aber, aus catoeskem Blickwinkel ist das alles dekadenter
Sittenverfall!
Nicht ganz unrecht! Mögen auch diese oder jene Formulierungen etwas unglücklich sein, so dürfte er
in der Tendenz nicht so falsch liegen. „Bringt Gitarren mit, macht so viel Lärm wie möglich“. Ist ja
nicht so ganz aus der Luft gegriffen, oder? Worum es dem Erzbischof geht, und da muss man auch andere
Aussagen hinzuziehen, ist ein angemessenes Verständnis der Liturgie, eine würdige Feier derselben und
ein Abrücken von der „Bastelliturgie“.
Verehrte Clarissa, aber mit Vergnügen! Zum Thema der Geschlechtsidentität möchte ich festhalten, dass
ich den Hut selbstredend als Mann ziehe (wie auch die Türen öffnen würde), meine Bewunderung aber durchaus
von Frau zu Frau zu verstehen ist ( der sogenannte „Zickenkrieg“ mag amüsant sein, aber wird hier anderweitig
ausgetragen), jedoch – bevor noch der Vorwurf des Transgender in den Raum tritt – stehen doch gerade Priester
im Range einer älteren Dame! Aber ich bleibe einfach bei der gesunden paranoia, welche freundlich grüßt!
@clarissa werte clarissa, you saved my day! selten habe ich mich beim lesen eines forum-eintrags hier
so amüsiert! kompliment! :)3 ja, die kompetenz des verehrten herrn erzbischof in liturgischen dingen
scheint doch arg begrenzt zu sein, wenn er vermeintliche positionen als „nicht wissenschaftlich“ (hm?
wie?) bezeichnet und – zitat – ein: „ironisches Verständnis des Konzepts der „Participatio actuosa““
beklagt… wie meinen? kafka? vielleicht wäre er wirklich besser im diplomatischen dienst aufgehoben…
@ Clarissa Auch mit dem Türen-aufhalten und Vortritt-lassen klappt es seit einiger Zeit nicht mehr so
wirklich; ob das nun dem Alter geschuldet ist, oder einer abnehmenden Anzahl wohlerzogener junger Männer?
Ich hoffe das dir der hl. Petrus später auch mal die Tür aufhält und nicht zumacht.
römische Gastmahle Man speiste im triclinium, das seinen Namen von dem griechischen „drei Klinen“ (Liegesofas)
hat, die sich um einen rechteckigen Tisch gruppierten. Auf jeder Kline fanden maximal drei Personen Platz.
Diese Ordnung schuf eine kommunikative Situation, in welcher direkte Blickkontakte möglich waren. Gespeist
wurde im Liegen. Im allgemeinen war das Gastmahl eine reine „Männerangelegenheit“; es kam nur selten
vor, dass Frauen zwischen den Gästen lagen.
Werte/r paranoia, haben Sie Dank für die Blumen, in meinem Alter erlebt man das nicht mehr so häufig!
Auch mit dem Türen-aufhalten und Vortritt-lassen klappt es seit einiger Zeit nicht mehr so wirklich;
ob das nun dem Alter geschuldet ist, oder einer abnehmenden Anzahl wohlerzogener junger Männer? Umso
größer der Dank, der Ihnen gebührt!
@ Clarissa Wenn ich gerade einen Hut tragen würde, würde ich ihn vor soviel Esprit ziehen wollen! Es
ist mir immer ein Vergnügen Ihre Worte zu lesen!!! :(3
wo bleiben die Konsequenzen? Der Erzbischof äußert in seinem Vortrag tiefe Einsichten. Es bleibt die
Frage: Wann wird man sich in Rom zu entsprechenden Konsequenzen durchringen? Oder muss man erst die deutschen
Bischöfe um Erlaubnis fragen?
Wenn wir schon beim antiken Vorbild sind: 1) Man lag auf hufeisenförmig um einen Tisch angeordneten Polstern.
2) Gastgeber und Ehrengast (-gäste) lagen am Scheitelpunkt der Polster, aber mit Blick zu den anderen
Gästen (denen wandte man nicht den Rücken zu!) 3) Die übrigen Gäste lagen zu beiden Seiten Tisches
mit Blick zum Gastgeber und dem Ehrengast. Wenn der Sekretär der Liturgiekongregation die antike Tischordnung
als maßstabsgebend für die Messe ansehen will, dann kann das „Sich-um-den-Altar-versammeln“, wie in
manchen Kirchen nach 1960 baulich umgesetzt, ja nicht so verkehrt sein. In älteren Kirchen müßte das
dann aber dringend zu baulichen Veränderungen Anlaß geben, denn es ist ja kaum nachvollziehbar, warum
man in einer klassizistischen Kirche immer noch die theologisch veraltete (weil mutwillig geneuerte) Liturgie
Richtung Osten feiern sollte, die ja mit der antiken cena so gar nichts mehr zu tun hat. Eine radikale
Veränderung der Gemeindegrößen (z. B. durch bischöfliche Strukturpläne etc.) wird man sich dafür,
sofern die Reformvorschlägen nicht allzu alert umgesetzt werden, sparen können, denn in absehbarer Zeit
werden die Gemeinden selbständig die Größe einer antiken Abendeinladung (mit 9-13 Gästen) erreicht
haben. Dann könnte man ja wahrscheinlich auf Polster (vielleicht sogar auf Sofas) hoffen, die in den
Jahrhunderten kirchlicher Askeseathletik ja schwer verpönt waren; es gar teilweise bis heute sind, denn
in ungepolsterten Bänken kann man wenigstens die Schmerzen aufopfern!