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Freitag, 30. Mai 2008 12:31
In der Liturgie hat in den letzten vierzig Jahre die modernistische Abrißbirne gewütet
Der Neue Ritus leidet an zwei Hauptkrankheiten: Er will nicht primär Gott durch die Darbringung des unbefleckten Sühneopfers von Kalvaria die Ehre erweisen. Damit verfehlt er auch das pastorale Ziel der menschlichen Heiligung. Interview mit Hw. Siegfried Lochner.
Alte Messe
Alte Messe
(kreuz.net) Im Februar äußerte sich der Militärdekan an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt, Hw. Siegfried Lochner, vor dem Diözesanblatt des Erzbistums Vaduz über das Motu Proprio, die Alte Messe und den liturgischen Niedergang.

Herr Militärdekan, wurde die Alte Messe jemals verboten?

‘Summorum Pontificum’ und das Begleitschreiben zum Motu Proprio sprechen ganz klar davon, daß das von Johannes XXIII. letztmalig herausgegebene tridentinische Missale niemals rechtsgültig aufgehoben worden ist.

Gilt das auch für die Bulle ‘Quo primum’, mit welcher der Heilige Papst Pius V. im Jahr 1570 das Römische Meßbuch kirchenweit einführte?

Jeder Ausgabe des Missale Romanum, auch das von 1962, wurde als unantastbare Grundnorm die Bulle ‘Quo primum’ des Heiligen Pius V. vorangestellt, sodaß dieselbe selbstverständlich durch ‘Summorum Pontificum’ als rechtsgültig wiederverlautbart anzusehen ist.

Wird der Alte Ritus auch im konkreten Leben der Kirche eine Rolle spielen?

Davon gehe ich aus. Natürlich wird das nicht von heute auf morgen geschehen. Die liturgische Aufbauarbeit im ehedem christlichen Abendland wird sehr mühevoll werden, nachdem man in diesem Bereich vierzig Jahre lang mit der modernistischen Abrißbirne gewütet hat.

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Und außerhalb Europas?

Es gibt außerhalb Europas in Asien und Afrika sehr viele positive Anzeichen einer segensbringenden Umsetzung des päpstlichen Willens durch einen wahrhaft romtreuen Episkopat.

Warum hat die Rehabilitierung des Alten Ritus fast vierzig Jahre gedauert?

Vierzig ist eine in der Heiligen Schrift öfters genannte Zahl, die für Buße, Wüste und Vorbereitung steht. Diese Symbolik paßt auch auf die Kirchengeschichte der letzten Jahrzehnte. Der Greuel der Verwüstung an heiliger Stätte war und ist doch unübersehbar geworden.

Strenggenommen sind es „nur“ 38 Jahre gewesen, die seit der Auferlegung der Neuen Messe vergangen sind.

Genau. 38 Jahre war jener Gelähmte am Teich Siloe alt, dem der Heiland durch ein Wunder die Gesundheit schenkte. Der Heilige Augustinus sagt in seiner Erklärung zu dieser Stelle, daß damit zum Ausdruck gebracht werde, daß es dem Kranken hauptsächlich an zwei Dingen gebrach: der Gottes- und Nächstenliebe.

Wie paßt das auf den Neuen Ritus?

Das könnte bedeuten, daß der Neue Ritus an zwei Hauptkrankheiten leidet: Er will nicht mehr primär Gott durch die Darbringung des unbefleckten Sühneopfers von Kalvaria die Ehre erweisen und verfehlt damit auch das pastorale Ziel der menschlichen Heiligung.

Sind Ihnen in diese Richtung noch weitere Dinge aufgefallen?

Ja. Es ist weiters zu bemerken, daß der Heilige Vater sein Motu Proprio am Herz -Maria Samstag des Monats vom kostbaren Blute publizierte, und es am Fest Kreuzerhöhung in Kraft treten ließ. Das sind mit Sicherheit keine bloßen Zufälle.

Wie deuten Sie das?

Das gläubige Empfinden sieht den Zusammenhang zwischen dem von der Gottesmutter in Fatima vorausgesagten Triumph ihres unbefleckten Herzens und der unblutigen Erneuerung des Kreuzesopfers in der Heiligen Messe, von welcher der Kirche alle notwendigen Heilsgnaden zufließen.

Also ein göttlicher Hinweis?

Vielleicht mußten diese vierzig Jahre vergehen, weil Gott uns in aller Deutlichkeit daran erinnern wollte, daß wir getrennt von ihm nichts tun können, und uns daher an die Offenbarung halten müssen und nicht an selbstgebastelte Wunschbilder.

Wie meinen Sie das?

Das gilt in besonderem Maße für die göttliche Liturgie, die man ja bis in ihren heiligsten Offenbarungskern hinein umgemodelt hat, wenn ich etwa an die bewußt manipulierten Wandlungsworte denke.

Nicht zuletzt wird unser mangelhaftes Gebet in diesen Anliegen ein Grund sein, daß wir solange auf diesen für die Kirche so vielverheißenden neuen Anfang warten mußten.

Nächstes Mal: Ministrantinnen und Handkommunion im Alten Ritus?

© Titelbild: Lawrence OP, CC
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 13 Lesermeinungen:
Samstag, 31. Mai 2008 19:27
Andrauos: @LandorganistII
Danke! Sie sprechen mir aus der Seele!
Samstag, 31. Mai 2008 13:06
monti: @Ministrant
Dann solltet sie als Pfarrgemeinderatsvorsitzender diese Seite lieber meiden…hier tümmeln sich viele Kranke, Sektierer, Schismatiker und Kirchenhetzer…

Mindestens 2 dieser Bezeichnungen treffen auf Sie zu !
Freitag, 30. Mai 2008 20:08
Bernd Stromberg: @Bernd-Jupp
Die Menschen sind verschieden, und so auch eine Spiritualität. Von daher sollte es Wahlmöglichkeiten und eine legitime Pluralität geben. Ich persönlich bin kein exklusiver Anhänger des außerordentlichen Usus, schätze diesen aber sehr. Ebenso schätze ich den ordentlichen Usus, wenn er getreu den liturgischen Büchern und ohne bewußte oder unbewußte Entsakralisierungen gefeiert wird.

Eine Messe mit „Neuen Geistlichen Liedern“ und „erfrischender Geschwisterlichkeit“ wäre für mich persönlich sicher nichts, ich würde sie tunlichst meiden. Aber wenn Ihnen das gefällt, sollen Sie hingehen. Und so denke ich auch, dass all diejenigen, die sich der Liturgie in ihrer älteren Form verbunden fühlen, die Gelegenheit haben sollten, es auch zu tun. Keine der beiden usus kann für sich beanspruchen, die allein wahre Liturgie zu sein. Beide sind in sich wertvoll und gut. Es wäre wichtig, wenn sich die Anhänger beider Usus endlich nicht mehr befehden würden.

Die Zahl der am „Usus atiquior“ Interessierten ist von Region zu Region unterschiedlich. Es ist sicher keine Massenbewegung, aber dennoch hat er viel Potential, gerade auch unter jungen Leuten. Lassen Sie sich nicht von kreuz-net und der unsäglichen Art, hier darüber zu sprechen, ein falsches Bild vermitteln. Schauen Sie sich einfach mal diese Seite an: The New Liturgical Movement. Diese Seite ist nicht fanatisch, sondern informativ. Bei weitem nicht alle Freunde lat. Liturgie (alt wie neu) sind geifernde Hardcoretradis!
Freitag, 30. Mai 2008 15:40
Robert Ketelhohn: Makelloses Opfer
Richtig, Solideo. Googelt einfach nach „makelloses Opfer“. Oder lest Hbr 9,14 (mit substantivischem „Opfer“ allerdings nur auf deutsch, auf Latein wird das verbal ausgedrückt: qui per Spiritum Sanctum semet ipsum obtulit inmaculatum Deo – ος δια πνευματος αιωνιου εαυτον προσηνεγκεν αμωμον τω θεω).
Freitag, 30. Mai 2008 14:06
Ministrant: @ Cebreio
Dann solltet sie als Pfarrgemeinderatsvorsitzender diese Seite lieber meiden…hier tümmeln sich viele Kranke, Sektierer, Schismatiker und Kirchenhetzer…
Freitag, 30. Mai 2008 14:05
solideo: unbeflecktes Sühneopfer
unbefleckt -makellos
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