13:17:03 | Donnerstag, 29. Mai 2008
Journalisten lieben es, der Kirche Heuchelei vorzuwerfen. Ein Kommentator hat bewiesen, daß er in Sachen Heuchelei auch kein Waisenknabe ist. Ein Kommentar.
(kreuz.net) Kardinal Christoph Schönborn von Wien läßt ein Ferkel am Span servieren, wenn er Medienvertreter
einlädt.
Das berichtete der Journalist Günter Traxler (68) am 26. Mai in der antikirchlichen Wiener
Tageszeitung ‘Der Standard’.
Traxler war offenbar beim Ferkel-Schmaus dabei.
„In Gleichnissen sich auszudrücken,
war schon immer eine Spezialität seiner Organisation“ – kommentiert er den erzbischöflichen Speiseplan.
Dann weist Traxler auf das hin, was Kardinal Schönborn letzte Woche zum Thema „Ethische Selbstkontrolle“
im Journalismus gesagt hat.
Diese sei dem Kardinal als unterentwickelt erschienen.
„Ein schöner Born,
dem hier Beherzigenswertes entströmte“ – flötet Traxler:
„Aber auch wieder keine Kunst, weiß der Oberhirte
doch wovon er spricht – als sonntäglicher Kolumnist eines Blattes, das Empfehlungen, wie sie nicht erst
der Papst den Journalisten, sondern schon Paulus den Ephesern ans Herz legte, lieber ignoriert als sich
davon stören zu lassen.“
Traxler bezieht sich auf die Kolumnen des Kardinals in dem österreichischen
Revolverblatt ‘Krone-Zeitung’.
Das Mißverständnis: Traxler unterstellt, daß die ‘Krone-Zeitung’ weniger
seriös sei als sein angeblich „seriöseres“ Hausblatt.
Aus reinem Herzen zitiert er darum den Heiligen
Paulus: Unzucht aber und jede Art von Unlauterkeit werde unter euch nicht einmal genannt.
Anschließend
nimmt sich der schweißtriefende Moralapostel den Wiener Kardinal vor und zitiert dessen letzten Zuspruch
in der ‘Kronen Zeitung’: „Wer Gott vertraut, wird nie enttäuscht“.
Soweit die Kulisse. Das Ferkel ist
zum Abschuß bereit. Der Moment ist gekommen, wo Traxler seinen Trumpf zückt.
Mit dem hochroten Kopf
des Moralisten hält er dem Kardinal die altbekannten Sex-Anzeigen in der ‘Kronen Zeitung’ vor:
„Lotusblüten
verwöhnen Dich! Asiatraumgirls! Kirschblütengirls! Jungbäuerin, vollbusig. Ausländerinnen. Polenlady.
Koreaschönheit! Schmutzige Girls. Rent-a-Woman. Fremdgehen mit Wunschdame. Flotter 3er. Schneller Quickie.
Hose runter. Reife, lustvolle Oma sucht Sexkontakt. Hausfrauenporno. Pack ihn aus! extrem geil.“
Seit
wann empört sich ‘Der Standard’ über Pornographie? Seit wann sorgt sich diese Tageszeitung um das sittliche
Wohlergehen der Menschheit?
Glaubt das Kinderabtreibungs-Revolverblatt ‘Standard’ von sich, in Sachen
Moral der ‘Kronen Zeitung’ überlegen zu sein?
Traxel will sich ereifern? Er ereifere sich über die
blutige Abtreibungsgewalt, die seine Haus- und Hofzeitung erbittert und skrupellos verteidigt.
Traxel
zitiert in seinem Artikel gegen Kardinal Schönborn ausgiebig aus den Briefen des Heiligen Paulus. Kennt
er auch die Stelle im Matthäusevangelium Kapitel 7, Vers 4 und 5?
Und zum Schluß: Was hätte Kardinal
Schönborn vom ‘Standard’ für ein Feedback erhalten, wenn er sich im gleichen Stil wie Traxler über
die Kirschblütengirls der Spiel- und Spaßgesellschaft echauffiert hätte?
Eines beweist Traxel auf
eindrückliche Weise: Heuchelei ist kein Privileg der Kirche.
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#5
raindance1 † 17:53:25 | Donnerstag, 29. Mai 2008
#4
Gerard 17:02:15 | Donnerstag, 29. Mai 2008
#3
Pünktchen 14:11:33 | Donnerstag, 29. Mai 2008
#2
ExBochumer † 13:38:03 | Donnerstag, 29. Mai 2008
#1
Ydefix 13:27:34 | Donnerstag, 29. Mai 2008