15:18:35 | Freitag, 30. Mai 2008
Eine antikirchliche Wiener Tageszeitung unterstellt einem österreichischen Bischof eine inkompetente Personalführung und sogar eine „private Beziehung“ zu einer Frau.

Bischof Alois Schwarz von Gurk-Klagenfurt
© Pressefoto der Diözese Gurk-Klagenfurt(kreuz.net, Klagenfurt) „Es wäre nicht angemessen gewesen, wenn man in dieser Stunde so tun würde, als
hätte es keine Probleme gegeben“ – erklärte der Sekretär des Bischofs von Gurk-Klagenfurt, Franz Zlanabitnig,
bei seiner kürzlich verfolgten Verabschiedung.
Davon berichtete die Journalistin Elisabeth Steiner am
27. Mai in der kirchenfeindlichen Wiener Tageszeitung ‘Standard’.
Die Diözese Gurk-Klagenfurt befindet
sich im österreichischen Bundesland Kärnten. Sie wird von Bischof Alois Schwarz (55) geleitet.
Zlanabitnig
war seit 26 Jahren Bischofssekretär. Er begann seine Tätigkeit unter dem Vorgängerbischof, Mons. Egon
Kapellari, der inzwischen die Diözese Graz leitet.
Anfang Mai ist Hw. Zlanabitnig freiwillig von seinem
langjährigen Posten zurückgetreten.
Der ‘Standard’-Artikel findet alle Schuld bei Bischof Schwarz.
Dafür beschreibt er den Bischofssekretär als angeblich „grundloyal“.
Nach den Angaben von Frau Steiner
bestand Bischof Schwarz bei seinem Sekretär nicht auf die Kündigungsfrist, sondern ließ ihn bei vollem
Gehalt sogleich ziehen.
Zuvor war bereits Erwin Vauce – bischöfliche Zeremonienmeister und Chauffeur –
nach 18 Dienstjahren zurückgetreten. Als Gründe hatte er ganz allgemein mangelnde Kommunikation und
zu viel Neben- statt Miteinander angeführt.
Kurz nach der Kündigung des Sekretärs ernannte Bischof
Schwarz am 19. Mai den gegenwärtigen Generalvikar von Gurk, Hw. Gerhard Kalidz, zum Stiftspfarrer von
Gurk.
Ein neuer Generalvikar wurde bisher nicht bestimmt.
„Ich bin im Gehorsam gegenüber meinem Bischof
Generalvikar geworden, ich werde auch im Gehorsam Pfarrer von Gurk“ – zitiert Frau Steiner den scheidenden
Generalvikar.
Hw. Kalidz soll sich mehrmals kritisch über das engere Umfeld des Bischofs geäußert
haben. Mons. Schwarz hat diese Kritik – nach Angaben von Frau Steiner – offenbar nicht gut ertragen.
Frau Steiner spricht in ihrem Artikel von „Leidensdruck“ unter den engsten Mitarbeitern von Bischof Schwarz.
Sie unterstellt ein „Klima der Angst und des Mißtrauens“, einen „Führungsstil in Gutsherrenart“ und
„mangelnde Kommunikation“.
Im letzten Teil des Artikels erklärt die Journalistin, daß der Bischof einem
„Küchenkabinett“ hörig sei.
Frau Steiner streut sogar „Gerüchte über eine private Beziehung“ zu „einer
der Frauen“.
Der Bischof werde bei öffentlichen Anlässen immer wieder mit ihr gesehen. Sie genieße
die Position „einer Vertrauten“ des Bischofs.
Die ungenannte Vertraute habe ein hohes Amt in der Diözese
bekleidet und dabei den Zorn des Diözesanklerus erregt
Frau Steiner unterstreicht, daß sich auch der
Wiener Nuntius mit „der Causa“ befaßt habe.
Anfang des Jahres sei die bischöfliche Vertraute aus dem
Amt, das sie bis zu diesem Zeitpunkt innehielt, ausgeschieden.
Frau Steiner läßt auch kurz den Bischof
zu Wort kommen. Mons. Schwarz erklärte, daß er gemäß der kirchlichen Ordnung in der Bestellung und
Abberufung seines Generalvikars völlig frei ist.
In einem zweiten Artikel vom 28. Mai doppelte Frau
Steiner nach. Sie präzisierte, daß der Bischof „nicht nur von einer Vertrauten, sondern gleich von einem
Frauenduo »ferngesteuert«“ werde.
Die beiden Frauen würden „obendrein miteinander um die Gunst des
Kärntner Oberhirten rivalisieren, wobei es sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen sei“.
Am gestrigen
29. Mai wartete Frau Steiner mit neuesten Informationen aus der Bistumsleitung in Gurk auf.
Demnach sind
die gegenwärtigen Personalrochaden beim Bischöflichen Konsistoriums vom Mittwoch nachmittag besprochen
worden.
Die Diskussion sei ohne Tabus geführt worden.
Zu dem Konsistorium gehören 17 Mitglieder unter
der Leitung des Bischofs.
„Es ist dem Bischof ein Anliegen, einen offenen Dialog über die Situation
in der Diözese einzuleiten“ – erklärte Diözesanpressesprecher Matthias Kapeller vor Frau Steiner.
Auf bischöflichen Wunsch wird es am 4. Juni eine weitere Sitzung des Bischöflichen Konsistoriums geben.
Heute Freitag kritisierte Kanonikus Josef Klaus Donko seinen Bischof vor ‘Radio Kärnten’ ganz offen:
Der Kanonikus sprach davon, daß es im „Umkreis des Herrn Bischofs Menschen gibt, die einen großen Einfluß
auf ihn haben, das Verhältnis des Herrn Bischof zu den Priestern und anderen Mitarbeitern der Kirche
im Vertrauen aber nicht fördern, sondern eher das Vertrauen erschweren“.
Der Kanonikus erklärte ferner,
daß „die private persönliche Situation des Bischofs Anlaß zu Gerüchten gebe, auch in seinem Verhältnis
zu Frauen und daß diese Gerüchte ein Klima schafften, daß der Diözese, dem Herrn Bischof selber Schaden
zufüge und seine Glaubwürdigkeit untergrabe“.
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