Österreich
Turbulenzen in der Diözese Gurk-Klagenfurt
Eine antikirchliche Wiener Tageszeitung unterstellt einem österreichischen Bischof eine inkompetente Personalführung und sogar eine „private Beziehung“ zu einer Frau.
Bischof Alois Schwarz von Gurk-Klagenfurt
Bischof Alois Schwarz von Gurk-Klagenfurt
© Pressefoto der Diözese Gurk-Klagenfurt
(kreuz.net, Klagenfurt) „Es wäre nicht angemessen gewesen, wenn man in dieser Stunde so tun würde, als hätte es keine Probleme gegeben“ – erklärte der Sekretär des Bischofs von Gurk-Klagenfurt, Franz Zlanabitnig, bei seiner kürzlich verfolgten Verabschiedung.

Davon berichtete die Journalistin Elisabeth Steiner am 27. Mai in der kirchenfeindlichen Wiener Tageszeitung ‘Standard’.

Die Diözese Gurk-Klagenfurt befindet sich im österreichischen Bundesland Kärnten. Sie wird von Bischof Alois Schwarz (55) geleitet.

Zlanabitnig war seit 26 Jahren Bischofssekretär. Er begann seine Tätigkeit unter dem Vorgängerbischof, Mons. Egon Kapellari, der inzwischen die Diözese Graz leitet.

Anfang Mai ist Hw. Zlanabitnig freiwillig von seinem langjährigen Posten zurückgetreten.

Der ‘Standard’-Artikel findet alle Schuld bei Bischof Schwarz. Dafür beschreibt er den Bischofssekretär als angeblich „grundloyal“.

Nach den Angaben von Frau Steiner bestand Bischof Schwarz bei seinem Sekretär nicht auf die Kündigungsfrist, sondern ließ ihn bei vollem Gehalt sogleich ziehen.

Zuvor war bereits Erwin Vauce – bischöfliche Zeremonienmeister und Chauffeur – nach 18 Dienstjahren zurückgetreten. Als Gründe hatte er ganz allgemein mangelnde Kommunikation und zu viel Neben- statt Miteinander angeführt.

Kurz nach der Kündigung des Sekretärs ernannte Bischof Schwarz am 19. Mai den gegenwärtigen Generalvikar von Gurk, Hw. Gerhard Kalidz, zum Stiftspfarrer von Gurk.

Ein neuer Generalvikar wurde bisher nicht bestimmt.

„Ich bin im Gehorsam gegenüber meinem Bischof Generalvikar geworden, ich werde auch im Gehorsam Pfarrer von Gurk“ – zitiert Frau Steiner den scheidenden Generalvikar.

Hw. Kalidz soll sich mehrmals kritisch über das engere Umfeld des Bischofs geäußert haben. Mons. Schwarz hat diese Kritik – nach Angaben von Frau Steiner – offenbar nicht gut ertragen.

Frau Steiner spricht in ihrem Artikel von „Leidensdruck“ unter den engsten Mitarbeitern von Bischof Schwarz. Sie unterstellt ein „Klima der Angst und des Mißtrauens“, einen „Führungsstil in Gutsherrenart“ und „mangelnde Kommunikation“.

Im letzten Teil des Artikels erklärt die Journalistin, daß der Bischof einem „Küchenkabinett“ hörig sei.

Frau Steiner streut sogar „Gerüchte über eine private Beziehung“ zu „einer der Frauen“.

Der Bischof werde bei öffentlichen Anlässen immer wieder mit ihr gesehen. Sie genieße die Position „einer Vertrauten“ des Bischofs.

Die ungenannte Vertraute habe ein hohes Amt in der Diözese bekleidet und dabei den Zorn des Diözesanklerus erregt

Frau Steiner unterstreicht, daß sich auch der Wiener Nuntius mit „der Causa“ befaßt habe.

Anfang des Jahres sei die bischöfliche Vertraute aus dem Amt, das sie bis zu diesem Zeitpunkt innehielt, ausgeschieden.

Frau Steiner läßt auch kurz den Bischof zu Wort kommen. Mons. Schwarz erklärte, daß er gemäß der kirchlichen Ordnung in der Bestellung und Abberufung seines Generalvikars völlig frei ist.

In einem zweiten Artikel vom 28. Mai doppelte Frau Steiner nach. Sie präzisierte, daß der Bischof „nicht nur von einer Vertrauten, sondern gleich von einem Frauenduo »ferngesteuert«“ werde.

Die beiden Frauen würden „obendrein miteinander um die Gunst des Kärntner Oberhirten rivalisieren, wobei es sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen sei“.

Am gestrigen 29. Mai wartete Frau Steiner mit neuesten Informationen aus der Bistumsleitung in Gurk auf.

Demnach sind die gegenwärtigen Personalrochaden beim Bischöflichen Konsistoriums vom Mittwoch nachmittag besprochen worden.

Die Diskussion sei ohne Tabus geführt worden.

Zu dem Konsistorium gehören 17 Mitglieder unter der Leitung des Bischofs.

„Es ist dem Bischof ein Anliegen, einen offenen Dialog über die Situation in der Diözese einzuleiten“ – erklärte Diözesanpressesprecher Matthias Kapeller vor Frau Steiner.

Auf bischöflichen Wunsch wird es am 4. Juni eine weitere Sitzung des Bischöflichen Konsistoriums geben.

Heute Freitag kritisierte Kanonikus Josef Klaus Donko seinen Bischof vor ‘Radio Kärnten’ ganz offen:

Der Kanonikus sprach davon, daß es im „Umkreis des Herrn Bischofs Menschen gibt, die einen großen Einfluß auf ihn haben, das Verhältnis des Herrn Bischof zu den Priestern und anderen Mitarbeitern der Kirche im Vertrauen aber nicht fördern, sondern eher das Vertrauen erschweren“.

Der Kanonikus erklärte ferner, daß „die private persönliche Situation des Bischofs Anlaß zu Gerüchten gebe, auch in seinem Verhältnis zu Frauen und daß diese Gerüchte ein Klima schafften, daß der Diözese, dem Herrn Bischof selber Schaden zufüge und seine Glaubwürdigkeit untergrabe“.
      
20 Lesermeinungen
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#20   Hódmezövásárhelykutasipuszta   17:59:54 | Donnerstag, 5. Juni 2008
bei seiner kürzlich verfolgten Verabschiedung.
wieso? Ist er auf der Flucht? Vor der Polizei?
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#19   Marcelus   17:51:48 | Montag, 2. Juni 2008
@Brandenburgis: Sie wissen aber hoffentlich auch, daß das Verhältnis Sloweniens und mancher
lautstarker Kärntenslowenenvertreter zu Kärnten alles andere als ungetrübt ist.
Die Republik Slowenien war sich nicht zu dumm, anläßlich der Einführung des €-Geldes in Slowenien, Symbole des einstigen slawischen Kärntens auf seine €-Münzen prägen zu lassen, vergleichbar mit den Vor-1945-Gebietsansprüchen Polens an das ehemalig slawisch besiedelte, und seit 1945 polnisch-slawisch besiedelte Ostdeutschland.
Soll die BRD vielleicht auch elsäßisch-lothringische Symbole auf BRD-€-Münzen prägen lassen,
oder am besten alle Symbole des 1945 vernichteten Ostdeutschlands?
Aber allen außer den Deutschen ist anscheinend alles erlaubt.
Sie war durchaus slowenischen Stammes, doch bereits ihre Eltern waren zu 100% deutsch assimiliert, was ich bedaure, da durch eine derartige Assimilation ja der Brückencharakter dieses Grenzlandes zumindest gemindert wird.
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#18   Brandenburgis   12:51:06 | Samstag, 31. Mai 2008
@Ttoni
Ja, tatsächlich, ich war viele Jahre mit einer Kärntnerin befreundet. Damals habe ich Kärnten kennen und lieben gelernt. Sie war durchaus slowenischen Stammes, doch bereits ihre Eltern waren zu 100% deutsch assimiliert, was ich bedaure, da durch eine derartige Assimilation ja der Brückencharakter dieses Grenzlandes zumindest gemindert wird.
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#17   ttoni   11:06:48 | Samstag, 31. Mai 2008
franziskus
bischof schwarz fuehrt die dioezese nicht ohne generalvikar: zur zeit ist es noch kalidz. mit 1.9. tritt dieser seine neue aufgabe an.
der neue generalvikar wird ende juni bekanntgegeben. so war es auch 2003, als der bischof am ende der priesterweihe den namen seines neuen „alter ego“ verkuendete.
brandenburgis: ja, kaernten hat viele heilige. und zum wunderschoenen dieser dioezese gehoert, dass diese in mindestens zwei sprachen angerufen werden koennen.
haben sie irgend eine affinitaet zu meinem heimatbistum?
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#16   Brandenburgis   09:12:30 | Samstag, 31. Mai 2008
@Ttoni
Kärnten hat gottlob viele Heilige. Sie alle bitten für Kärnten, für Krain und ganz Österreich.
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#15   franziskus   08:52:13 | Samstag, 31. Mai 2008
Bischof Schwarz
Ein Blick ins „Standard-Archiv zeigt, dass Elisabeth Steiner am 27.5.08. in ihrem Artikel nichts über private Beziehungen zu einer Frau geschrieben hat.
Dass der bischöfliche Exsekretar „hw.“ Zlanabitnig 5facher Familienvater ist, wurde hier schon erwähnt.
Bischof Schwarz traut sich wahrscheinlich zu, die kleine Diözese ohne Generalvikar zu führen, bis er sein passendes „zweites Ich“ gefunden hat.
Nicht zuletzt, weil er selbst zwar Dozent für Homiletik in Wien war, aber gleichzeitig doch sehr intensiv 10 Jahre lang eine anspruchsvolle Landpfarre in seiner niederösterreichischen Heimat geleitet hat.
Die Kärntner haben eine andere Mentalität, an die man sich erst gewöhnen muss.
Viel einfacher wäre es ja, wenn jede Diözese, jede Pfarre ihre Hirten selber wählen könnten wie es ursprünglich einmal war.
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#14   ttoni   23:17:01 | Freitag, 30. Mai 2008
anrufen aber, lieber brandenburgis,
will ich doch die hl. hemma: sie ist ja die Landesmutter und Schutzfrau Kärntens!
o^/
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#13   adlimina   23:05:24 | Freitag, 30. Mai 2008
Erzwungener Wandel zur Transparenz und Umkehr
Dieselbe Handlungsabfolge läßt sich demnächst für Fulda und vielleicht noch andere Bistümer dokumentieren, wo ähnliche Verhältnisse herrsch(t)en. Wir dürfen gespannt sein, ob genauso viel Einsicht und Wandlung eintreten.
o.O
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#12   ttoni   21:56:07 | Freitag, 30. Mai 2008
danke, brandenburgis,
das war mir wirklich neu
:(3
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#11   Gotthard   21:55:48 | Freitag, 30. Mai 2008
@Brandenburgis
hl. Maria von Kärnten, bittet für Kärnten,
und noch lange für den heutigen Bischof!
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#10   Brandenburgis   21:37:09 | Freitag, 30. Mai 2008
Die hl. Maria von Kärnten
war die Gemahlin des sl. Domitian, des legendären ersten Herzogs von Kärnten. Domitian klingt lateinisch, ist aber eine Latinisierung etwa von Dieter o. ä. Sie war die Tochter eines Herzogs von Meran und hat eines der ersten Klöster Kärntens gestiftet. Das war in der späten karolingischen Zeit. Der Gedenktag von Domitian und Maria von Kärnten ist der 5. Februar. Deo gratias.
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#9   ttoni   21:31:15 | Freitag, 30. Mai 2008
brandenburgis
wer ist denn die hl. maria von kaernten???
jetzt habe ich so lange dort gelebt, aber nie diese anrufng gehoert.
bitet klaeren sie mich auf
:-)
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#8   Bernd-Jupp   18:57:42 | Freitag, 30. Mai 2008
Keine Interna
Lieber Pascal123 – zunächst einmal ein Dankeschön für so manchen Bericht hier; lässt aufatmen, dass es hier auch noch andere Meinungen und Denkweisen gibt. Zu KarlJosef muss ich leider sagen, dass es alles andere als Interna sind, die hier preisgegeben werden. Es ist im Grunde die Veröffentlichung des Artikels, der im Standard zu lesen war. Also nichts Neues. Ich frage mich nur, was die Redaktion von +net bewegt hat, ihn hier wiederzugeben ohne dabei den Bischof durch den sprichwörtlichen Kakao oder gar Dreck zu ziehen.
Wohlgesonnen sind sie ihm nämlich nicht. Oder wird ein der +net-Redaktion nahestehender Bischof nur mit Mons. betitelt? NEIN – das sind dann EMINENZEN und was weiß ich alles … :-$ o^/
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#7   Brandenburgis   18:56:30 | Freitag, 30. Mai 2008
Hl. Hemma,
hl. Maria von Kärnten, bittet für Kärnten, bittet für Österreich!
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#6   ttoni   18:15:01 | Freitag, 30. Mai 2008
die frage ist,
was treibt manche priester dazu,
die oeffentlichkeit zu suchen???
dann: der titel des artikels ist nicht wirklich zu gustieren!!!
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#5   karljosef   18:09:03 | Freitag, 30. Mai 2008
Indiskret
Ich finde es komisch solche interna lesen zu können
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#4   ttoni   17:50:36 | Freitag, 30. Mai 2008
bei allem bedauern,
dass es so ist,
hier lesen wir leider (inhaltlich gesehen) eine der wenigen redlichkeiten der – wie mir scheint –
ungeliebten seite.
:-S
hl hemma, bitte fuer deine dioezese!!!
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#3   ExBochumer †   17:34:09 | Freitag, 30. Mai 2008
Was ist von derartigen Meldungen zu halten?
ERSTMAL NICHTS …
Nichts – bevor nichht eindeutige Quellen vorliegen bzw. bekanntgemacht werden.
Ich empfehle „Redlichkeit“.
Hier im kreuz.net und anderswo.
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#2   Pascal123   16:20:02 | Freitag, 30. Mai 2008
Unterstellung
einem österreichischen Bischof eine inkompetente Personalführung
Man könnte auch so sagen
„ Das Anti-katholische und anti-kirchliche Internet-Portal Kreuz.net unterstellt in vielfacherweise dem Papst, Kardinälen und Bischöfen Inkompetenz und schlechte Kirchen und Peronalführung, weil Sie nicht mit Pius oder Petrus- Sektieren paktieren, oder Handlanger dieser sind.“
Also bitte liebe Redaktion was macht den unterschied zwischen den Unterstellungen der Zeitung und Ihren eigenen aus?
Geht es etwa um einen Ihnen ausnahmsweise mal genehmen Hochwürden?
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#1   ttoni   15:56:46 | Freitag, 30. Mai 2008
ja schau, ein kaertner mitarbeiter …
abgesehen davon: der exsekretaer ist kein hw. – seine frau und die kinder wuerden sich schoen bschweren!
^-^
sonst ueberrascht dieser bericht, weil er den artikel ziemlich so nacherzaehlt, wie er war …
traurig, traurig: in beiden dioezesen, in denen ich taetig war, steht bischof schwarz unter druck.
meine bitte und mein gebet: dass sowohl in linz als auch klagenfurt ein „weg heraus“ gefunden wird; ohne zu viel verbrannte erde und verwundete menschen!
o^/
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