11:19:32 | Montag, 2. Juni 2008
Johannes Paul II.
Vor der Wahl eines neuen Papstes legen die Kardinäle einen Eid ab, der sie zur Geheimhaltung verpflichtet. Aber das bedeutet offenbar nicht viel. Von Christoph Denker.

Buchcover „Mein Leben mit dem Papst – Johannes Paul II. wie er wirklich war“
(kreuz.net) Stanislaw Kardinal Dziwisz (69) von Krakau amtete bis zum Tode von Papst Johannes Paul II.
im April 2005 als dessen Privatsekretär.
Im Jahr 1957 war der jetzige Kardinal dem damaligen Theologieprofessor
Karol Wojtyla im Priesterseminar zum ersten Mal begegnet. Im Jahr 1966 wurde er dessen Privatsekretär
in Krakau und verbrachte danach vierzig Jahre an seiner Seite.
Über diese Zeit an der Seite des Papstes
entstand im Gespräch mit dem italienischen Publizisten Gian Franco Svidercoschi ein Buch, das inzwischen
in mehrere Sprachen übersetzt wurde.
Auf Deutsch ist es unter dem Titel „Mein Leben mit dem Papst –
Johannes Paul II. wie er wirklich war“ im Leipziger ‘St. Benno-Verlag’ erschienen.
Das italienische Original
publizierte die Libreria Editrice Vaticana im Jahr 2007.
Auf den Seiten 64 bis 65 der deutschen Ausgabe
findet sich eine Darstellung des Ablaufes der Papstwahl im Oktober 1978.
Kardinal Dziwisz leitet ein:
„Einverstanden. Niemand will hier Vermutungen anstellen und schon gar nicht Spekulationen. Dennoch kann
man mit der gebotenen Vorsicht und unter Berufung auf einige namhafte Stimmen versuchen, die Vorgänge
wenigstens ein klein wenig zu rekonstruieren“.
Anschließend beschreibt der Kardinal den Wahlablauf.
Er endet mit der Feststellung, daß Johannes Paul II. wohl mit 99 Stimmen gewählt worden sei.
Es stimmt,
daß der jetzige Kardinal von Krakau damals nicht im Konklave anwesend war. Dennoch stellt sich die Frage,
woher er die von ihm ausgebreiteten Informationen besitzt.
Ist es seriös, wenn ein Kardinal Informationen,
die auf einem Bruch der öffentlich beeideten Geheimhaltungspflicht beruhen, in einem Buch verbreitet,
das zudem noch im offiziellen Vatikanverlag veröffentlicht wird?
Handelt es sich hier nicht um eine
Art von Hehlerei? Wieso berührt so etwas nicht die innerkirchliche Öffentlichkeit?
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#8
Marcelus 19:21:51 | Dienstag, 3. Juni 2008
#7
ExBochumer † 15:34:30 | Montag, 2. Juni 2008
#6
Sirilo 14:55:28 | Montag, 2. Juni 2008
#5
the_atheist † 14:16:29 | Montag, 2. Juni 2008
#4
Marcelus 13:49:52 | Montag, 2. Juni 2008
#3
clarissa colonia 13:47:46 | Montag, 2. Juni 2008
#2
Marcelus 13:37:44 | Montag, 2. Juni 2008
#1
ExBochumer † 12:52:57 | Montag, 2. Juni 2008