17:17:27 | Sonntag, 1. Juni 2008
Der Bischof von Graz hat dem Lebensschutz einen Hirtenbrief gewidmet. Über die Ursache des Übels, die Fristenendlösung, hat er allerdings nichts zu sagen.
(kreuz.net, Graz) Der Bischof von Graz-Seckau, Mons. Egon Kapellari, hat zum heutigen 1. Juni, dem Tag
des Lebens, einen Hirtenbrief verfaßt. Darin erklärt er das laufende Jahr für seine Diözese zum „Lebensjahr“.
Bischof Kapellari steht seit Monaten unter
Beschuß der Lebensrechtler seiner Diözese, weil er sich
kaum ernsthaft für den Schutz ungeborener Menschen vor der Abtreibungsgewalt einsetzt.
Soziale oder
tödliche Wunde?In dem Hirtenbrief betont der Bischof, daß für den Schutz des menschlichen Lebens
auch Allianzen mit nichtkirchlichen Institutionen gesucht werden müßten.
Der Hirtenbrief zeigt zwei
einander widersprechende gesellschaftliche Entwicklungen auf.
Einerseits werde im reichen Westen viel
für die Bewahrung des Lebens getan. Der Bischof erinnert an den Fortschritt in der Medizin und in anderen
Wissenschaften:
„Im Dienst eines biologisch starken Lebens wird das schwache Leben der Ungeborenen, der
Menschen mit Behinderung und der Menschen an der Todesschwelle vielfach aufs Spiel gesetzt oder zur Seite
geschoben“.
Der Bischof wiederholt das vielzitierte Wort des umstrittenen Wiener Erzbischof Franz Kardinal
König († 2004), daß die Kinderabtreibung als „tiefe soziale Wunde“ bezeichnet.
Der Papst habe in seiner
Ansprache in der Wiener Hofburg im September 2007 dieses Wort vertieft – so Mons. Kapellari.
Wenn der
Damm brichtZur Euthanasierung zitiert der Bischof ebenfalls ein Wort von Kardinal König: „Der Mensch
soll nicht durch die Hand eines Menschen sterben, sondern an der Hand eines Menschen“.
Mons. Kapellari
erinnert an das gebotene Mitleid mit dem tragischen Geschick unheilbar Kranker.
Doch das dürfe den Damm
nicht unterminieren, der Menschen vor dem Druck ihrer Umgebung schützt, sich selber den Tod zu geben
oder von anderen geben zu lassen.
Antihumaner FrevelIn der Forschung mit den Zellen geschlachteter
Kleinstkindern sieht der Bischof eine „Gestalt von Egoismus im Dienst eines technischen Fortschritts,
der zugleich ein schwerwiegender antihumaner Frevel ist“.
Er kritisiert auch den Versuch, menschliche
und tierische Organismen zu kreuzen.
Diese Grenzüberschreitung werde nicht nur von bewußten Christen,
sondern auch von vielen nicht religiösen Humanisten bekämpft – tröstet sich der Bischof.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#15
Nachtlaterne 13:25:10 | Dienstag, 3. Juni 2008
#14
franziskus 14:20:34 | Montag, 2. Juni 2008
#13
Nachtlaterne 12:43:37 | Montag, 2. Juni 2008
#12
Bernd-Jupp 11:02:25 | Montag, 2. Juni 2008
#11
Nachtlaterne 09:27:50 | Montag, 2. Juni 2008
#10
Rodolfo Panetta 08:29:26 | Montag, 2. Juni 2008
#9
Nachtlaterne 05:56:25 | Montag, 2. Juni 2008
#8
Biene Maja 23:09:15 | Sonntag, 1. Juni 2008
#7
Jörg Guttenberger, Köln 22:38:48 | Sonntag, 1. Juni 2008
#6
Nachtlaterne 21:19:53 | Sonntag, 1. Juni 2008
#5
Bernd-Jupp 21:09:46 | Sonntag, 1. Juni 2008
#4
Nachtlaterne 21:00:29 | Sonntag, 1. Juni 2008
#3
Biene Maja 20:10:34 | Sonntag, 1. Juni 2008
#2
Nachtlaterne 18:52:02 | Sonntag, 1. Juni 2008
#1
HBR 17:49:30 | Sonntag, 1. Juni 2008