Kinderschlachtung
Eine bischöfliche Wortspende
Der Bischof von Graz hat dem Lebensschutz einen Hirtenbrief gewidmet. Über die Ursache des Übels, die Fristenendlösung, hat er allerdings nichts zu sagen.
Die ungeborenen Kinder haben noch keine Stimme.
Die ungeborenen Kinder haben noch keine Stimme.
© Flickr-Benützer „kkelly2007“, CC
(kreuz.net, Graz) Der Bischof von Graz-Seckau, Mons. Egon Kapellari, hat zum heutigen 1. Juni, dem Tag des Lebens, einen Hirtenbrief verfaßt. Darin erklärt er das laufende Jahr für seine Diözese zum „Lebensjahr“.

Bischof Kapellari steht seit Monaten unter Beschuß der Lebensrechtler seiner Diözese, weil er sich kaum ernsthaft für den Schutz ungeborener Menschen vor der Abtreibungsgewalt einsetzt.

Soziale oder tödliche Wunde?

In dem Hirtenbrief betont der Bischof, daß für den Schutz des menschlichen Lebens auch Allianzen mit nichtkirchlichen Institutionen gesucht werden müßten.

Der Hirtenbrief zeigt zwei einander widersprechende gesellschaftliche Entwicklungen auf.

Einerseits werde im reichen Westen viel für die Bewahrung des Lebens getan. Der Bischof erinnert an den Fortschritt in der Medizin und in anderen Wissenschaften:

„Im Dienst eines biologisch starken Lebens wird das schwache Leben der Ungeborenen, der Menschen mit Behinderung und der Menschen an der Todesschwelle vielfach aufs Spiel gesetzt oder zur Seite geschoben“.

Der Bischof wiederholt das vielzitierte Wort des umstrittenen Wiener Erzbischof Franz Kardinal König († 2004), daß die Kinderabtreibung als „tiefe soziale Wunde“ bezeichnet.

Der Papst habe in seiner Ansprache in der Wiener Hofburg im September 2007 dieses Wort vertieft – so Mons. Kapellari.

Wenn der Damm bricht

Zur Euthanasierung zitiert der Bischof ebenfalls ein Wort von Kardinal König: „Der Mensch soll nicht durch die Hand eines Menschen sterben, sondern an der Hand eines Menschen“.

Mons. Kapellari erinnert an das gebotene Mitleid mit dem tragischen Geschick unheilbar Kranker.

Doch das dürfe den Damm nicht unterminieren, der Menschen vor dem Druck ihrer Umgebung schützt, sich selber den Tod zu geben oder von anderen geben zu lassen.

Antihumaner Frevel

In der Forschung mit den Zellen geschlachteter Kleinstkindern sieht der Bischof eine „Gestalt von Egoismus im Dienst eines technischen Fortschritts, der zugleich ein schwerwiegender antihumaner Frevel ist“.

Er kritisiert auch den Versuch, menschliche und tierische Organismen zu kreuzen.

Diese Grenzüberschreitung werde nicht nur von bewußten Christen, sondern auch von vielen nicht religiösen Humanisten bekämpft – tröstet sich der Bischof.
      
15 Lesermeinungen
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#15   Nachtlaterne   13:25:10 | Dienstag, 3. Juni 2008
vergabe der „goldenen klospülung“!
Nachtlaterne: man sollte endlich…eine neue stiftung ins leben rufen. die zeitgeistarchkriecherstiftungund jedes jahr die 100 größten zeitgeistarchriecher mit dem goldenen lenkrad prämieren. der zeitgeistarchriecher des tages, der woche , des monats und des jahres wäre auch hier im forum gar nicht schlecht.
was zeichnet einen zeitgeistarschkriecher aus: die totale toleranz gegenüber abtreibungen und sonstigen perversionen. die totale liberalität und eine pervertierte humanität. mithin wünscht ein zeitgeistarchkriecher die DIKTATUR DER PERVERSEN und macht sich dafür stark.
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#14   franziskus   14:20:34 | Montag, 2. Juni 2008
Besser nie geboren?
Bischof Kapellaris Hirtenbriefe sind meist wohlüberlegt und ausgewogen. Zum Beispiel hat er in einer zweiten Fassung nur die Anrede geändert: Liebe Katholiken statt katholische Christen unserer Diözese!
Wer weiß warum?
Eine tiefe soziale Wunde war Abtreibung immer schon, weil man wegen der Schande oder aus wirtschaftlichen Gründen abtrieb und viele (kath.) Frauen dabei starben.
Die indirekte Abtreibung war übrigens immer schon von der Kirche geduldet bei einer lebensrettenden Operation der Mutter.
Das Moment der Schande oder Hilflosigkeit sollte man nicht unterschätzen.
Auch schwerwiegende Entäuschung über den Charakter des Erzeugers kann im Spiel sein.
Motive der Familienschande haben sich leider schon auf andere Dinge verlagert.
Um seiner Familie, inklusive geliebter Tochter, eine Zukunft in Schande zu ersparen, hat unlängst der grausame Hackenmörder alle 5 Verwandten mit einer Hacke getötet.
Könnte für ihn, der 300.000 EUR verzockt hat. nicht auch das überlieferte Wort Jesu gelten:
„Er wäre besser nie geboren worden!“ (Mk14,21; Mt26,24)
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#13   Nachtlaterne   12:43:37 | Montag, 2. Juni 2008
was sagt gott:
25 Sie vertauschten die Wahrheit Gottes mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers – gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen.
26 Darum lieferte Gott sie entehrenden Leidenschaften aus: Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen;
27 ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer trieben mit Männern Unzucht und erhielten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung.
28 Und da sie sich weigerten, Gott anzuerkennen, lieferte Gott sie einem verworfenen Denken aus, so daß sie tun, was sich nicht gehört:
29 Sie sind voll Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habgier und Bosheit, voll Neid, Mord, Streit, List und Tücke, sie verleumden
30 und treiben üble Nachrede, sie hassen Gott, sind überheblich, hochmütig und prahlerisch, erfinderisch im Bösen und ungehorsam gegen die Eltern,
31 sie sind unverständig und haltlos, ohne Liebe und Erbarmen.
32 Sie erkennen, daß Gottes Rechtsordnung bestimmt: Wer so handelt, verdient den Tod. Trotzdem tun sie es nicht nur selber, sondern stimmen bereitwillig auch denen zu, die so handeln.
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#12   Bernd-Jupp   11:02:25 | Montag, 2. Juni 2008
Nachtlaterne
Vielen Dank für die Belehrung. Nur fällt mir bei Ihnen nichts anderes dazu ein, als dass Ihre Laterne wohl zu wenig Licht wirft; denn sonst würden Sie nicht immer im Dunkeln tappen oder im Trüben fischen.
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#11   Nachtlaterne   09:27:50 | Montag, 2. Juni 2008
rudolf paneta,
in der tat, bei abtreibungens chweigen die bischöfe und müssten doch so besorgt sein als ginge es ihnen selber ans leben.
aber um es mit wilhelm bushc zu sagen:
doch der brave bauersmann
denkt sich:
wat geit meck dat an!
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#10   Rodolfo Panetta   08:29:26 | Montag, 2. Juni 2008
Abtreibung und Euthanasie
Einem Kind, welches aus „sozialen“ Gründen abgetrieben wird, werden vielleicht 90 gesunde Jahre als Mensch geraubt. Einem Todkranken, dem der Übergang zum Tod erleichtert wird, werden vielleicht vier Wochen schwerste Leiden erspart, sein Leben wird geringfügig verkürzt.
Ohne dem Lehramt der Kirche widersprechen zu wollen, sei darauf hingewiesen, daß moderne Bischöfe auf Abtreibung meist viel zu lax reagieren, während sie bei der Euthanasie dann plötzlich die Moral entdecken.
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#9   Nachtlaterne   05:56:25 | Montag, 2. Juni 2008
biene maja,
christus sagt: nur wer sich richten läßt ist schon gerichtet.
wenn wir „fröhlich“ bzw. scheintot unsere eigenen wege gehen, dann haben wir gott ausgeklammert und mit ihm das leben.
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#8   Biene Maja   23:09:15 | Sonntag, 1. Juni 2008
Nachtladerne
danke, daß Sie es auch erkennen,ich trage mein Leiden dafür. Es ist mir ein Herzensanliegen.Ich habe 2 Kindern das Leben geschenkt, habe die Veranwortung übernommen, es war nicht immer leicht
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#7   Jörg Guttenberger, Köln   22:38:48 | Sonntag, 1. Juni 2008
Lebensschutz
Das Problem zumimndest in Deutscland – die österreichischen Verhältnisse kennne ich nicht – ist doch, daß die Laiengremien dem Episkopat regelmäßig in den Rücken fallen, wenn er „auftritt, sei es gelegen oder ungelegen“. Wie haben doch erlebt, wie sich Herr Meier (der sächsische Minister) gegenüber Erzbischof Dyba aufgespielt hat. Jetzt hat er laut Kölner Kirchenzeitung dem Episkopat empfohlen, die Fristenverlängerung in Sachen Stammzellen als Kompromiß anzunehmen. Der Mann ist doch untragbar. Wir wissen ihm aufrichtigen Dank, daß er endlich ncht mehr kandidiert.
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#6   Nachtlaterne   21:19:53 | Sonntag, 1. Juni 2008
bernd und jupp,
jesus war ein „hartliner“ denn er ging den weg bis ans kreuz. da das wort „hartliner“ bei ihnen negativ belegt ist, ist auch christus bei ihnen negativ belegt, ohne das sie es merken, versteht sich.
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#5   Bernd-Jupp   21:09:46 | Sonntag, 1. Juni 2008
Umstrittener Erzbischof König
Also umstritten ist der große Konzilstheologe und Kardinal König doch nur bei den Machern und Hardlinern von +net. Was bitte schön hätte den Bischof Kapellari noch mehr sagen sollen? Er hat den Lebensschutz für alle eindeutig gefordert – wo ist denn da Euer Problem???? Wird etwas Wahrer und Wahrhaftiger nur weil es öfters gesagt wird oder mit weiteren Platitüden umschrieben wird??? Euch passt dieser Bischof nicht -aus welchen Gründen auch immer -das wird ja schon bei der Einleitung mit roter Farbe deutlich. Also immer schön ehrlich bleiben. Nicht den Lebenschutz für das ungeborene Leben stärker einfordern wollen, wenn dahinter doch nur der Impuls steht, einen unliebsamen Bischof mal wieder an den Pranger zu stellen.
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#4   Nachtlaterne   21:00:29 | Sonntag, 1. Juni 2008
hallo biene maja,
ich las mal an einem wegespruch, dass allen, die das kreuz christi ablehnen, ein weit schwerers kreuz automatisch folgen muss. wir sehen sehr schweren zeiten entgegen. denn die pauenlose betäubung, berieselung und verblendung wird uns genommen und die nackte wahrheit gegenübertreten.
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#3   Biene Maja   20:10:34 | Sonntag, 1. Juni 2008
Eine bischöfliche Wortspende
Wer schweigt wird MITSCHULDIG ich schweige nicht.
Die schlafen doch alle aber es gibt eines Tages ein böses ERWACHEN für uns alle, wenn wir einer fremden Macht gehorchen müssen.
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#2   Nachtlaterne   18:52:02 | Sonntag, 1. Juni 2008
die geistlichen werden…
…zum lebensschutz schweigen wenn die gläubigen zum lebensschutz schweigen.
schweigst du in der öffentlichkeit??
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#1   HBR   17:49:30 | Sonntag, 1. Juni 2008
Schade…
Ich hätte mir in Sachen Kindergenozid noch wesentlich härtere Worte des Bischofs gewünscht
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