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Donnerstag, 5. Juni 2008 09:35
Keine bequemen Kompromisse
Verabscheuungswürdigen Verbrechern, die gegenwärtig ihr Unwesen treiben, muß das Handwerk gelegt werden. Eine einsame bischöfliche Stimme im großen Meer des Schweigens.
Der Bischof von Linz, Mons. Ludwig Schwarz.
Der Bischof von Linz, Mons. Ludwig Schwarz.
(kreuz.net) „Auch bei uns in Österreich muß immer neu gesagt werden, daß Abtreibung kein Anspruchsrecht und keine Errungenschaft ist, sondern gerade das Gegenteil.“ Das erklärte Bischof Ludwig Schwarz von Linz am 1. Juni zum Tag des Lebens in der Pöstlingberg-Basilika über Linz.

Niemand könne sich das Recht anmaßen, einem menschlichen Geschöpf direkt den Tod zuzufügen:

„Angesichts der verbreiteten Verharmlosung der Abtreibung dürfen wir nicht in lähmende Lethargie verfallen, sondern müssen Überzeugungsarbeit für diese neue Kultur des Lebens leisten.“

Mons. Schwarz erinnerte an die selige Mutter Teresa von Kalkutta, die den Schrei des unschuldigen ungeborenen als größten Zerstörer des Friedens bezeichnet hat.

Die Alternative zum christlichen Menschenbild sei eine Kultur des Todes. Die Christen seien dagegen Botschafter und Überbringer einer Kultur des Lebens und einer Kultur der Liebe.

Mons. Schwarz
Mons. Schwarz
Nach christlicher Überzeugung sei die Existenz jedes einzelnen Menschen vom Anfang an im Plane Gottes gegenwärtig:

„Beim Propheten Jeremia sagt Gott: Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt.“

Darum qualifiziere das Zweite Vatikanum die Abtreibung als ein verabscheuungswürdiges Verbrechen.

Die Folgerung des Bischofs: „Haben wir daher den Mut, Dinge beim Namen zu nennen, ohne bequemen Kompromissen nachzugehen.“

„Wir müssen uns aus Gewissensgründen jenen Gesetzen entgegenstellen, und ihnen Widerstand leisten, die Abtreibung und Euthanasie zulassen oder begünstigen.“

Es bedürfe aber auch konkreter Hilfen, damit das Recht, Leben zu dürfen, nicht bloß ein Privileg der Kinder ist, die von ihren Eltern gewollt sind.

Für Christen seien Kinder ein Geschenk Gottes: „Deshalb ist es eine unheimliche Anmaßung, bestimmen zu wollen, welches Leben lebenswert ist und welches nicht lebenswert ist.“

„Jedes Leben, auch das behinderte, ist lebenswert.“

© Bilder: Pressefotos Bistum Linz
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 46 Lesermeinungen:
Montag, 9. Juni 2008 21:47
myriam: Marcelus: Zur Gesellschaft gehören wir alle …
Eigentlich ist mir der Begriff „Gesellschaft“ etwas zu anonym. Da lässt es sich leicht dahinter verstecken. Nur – was heißt das wenn wir alle dazu gehören? Doch nichts anderes als dass sehr wohl jeder einzelne von uns an der Verantwortung mitträgt. Es gibt Möglichkeiten, sich in der „Gesellschaft“ zu äußern, z. B. div. Leserbriefe, oder Briefe an verantwortliche Politiker oder Medienverantwortliche.
Und wenn ich zehnmal nichts damit ausrichte oder auch öfter, dann tu ich es eben immer wieder. Und wenn nicht nur ich das tue, sondern viele andere auch, dann lässt sich mit der Zeit etwas ändern. Davon bin ich überzeugt.
Das kann natürlich mit Aufwand verbunden sein, es stellt sich dann allerdings die Frage wieviel mir die Sache wert ist.
Sonntag, 8. Juni 2008 21:53
HeinrichvonOfterdingen: Lieber Marcelus,
die Unterscheidung zwischen Gesellschaft und Staat war in den alten Staaten noch gegeben. Seit das französiche Königtum daran zugrundegegangen ist, ist die Unterscheidung aufgehoben. Die Gesellschaft und der Staat werden zunehmend eins, mehr noch als in den diesbezüglich ohnehin verdächtigen Staaten „drittes Reich“ und „UdSSR“ in den „modernen“ Demokratien. Dies auch aufgrund verbesserter technischer Möglichkeiten (Internet, Fernsehen). Man bezeichnet Staaten, in denen der Staat alle gesellschaftlichen Bereiche mehr oder weniger infiltritert und dominiert gemeinhin als „totlitär“, das heißt als „vollständig“ in dem Sinne, als sie keine Bereiche dulden, die dem staatlichen Einfluß entzogen sind.
Sonntag, 8. Juni 2008 21:40
Marcelus: @myriam: Zur Gesellschaft gehören wir alle
Wir sind aber nicht die Führer und Meinungspräger der Gesellschaft, die die Medienleute sind, und dann auch die Politiker und Staatsamtsinhaber.
Sonntag, 8. Juni 2008 21:37
myriam: Marcelus: Die Gesellschaft ist natürlich wesentlich schuld …
stimmt schon, nur – zur Gesellschaft gehören wir alle. Drum sollte jeder einzelne sich überlegen, wo und wie und was er dazu beitragen kann, dass Frauen, die „guter Hoffnung“ sind (finde das ist ein schöner Ausdruck) auch wirklich Hoffnung haben können. Auch in schwierigen Situationen.
Sonntag, 8. Juni 2008 20:52
Marcelus: @myriam: Die Gesellschaft ist natürlich wesentlich schuld, daß Frauen überhaupt erst auf die Idee
kommen, ihre ungeborenen Kinder zu ermorden, und hilft ihnen auch noch dabei.
Und die Gesellschaft wird von der Staatsautorität geleitet.
Sonntag, 8. Juni 2008 20:51
myriam: Bin neu hier,
hab aber alle Beiträge eben sorgfältig gelesen. Mir fiel da ein, was die selige Mutter Theresa einmal sagte: „Der Mensch, der das Medikament gegen Aids hätte finden sollen, wurde von euch abgetrieben.“
Ich will diesen Gedanken mal weiter verfolgen. – Die Menschen, welche Medikamente gegen die z.Z. unheilbaren Krankheiten (MS, Parkinson usw.) hätten entwickeln sollen, wurden von der Gesellschaft abgetrieben. Die Menschen, die Entscheidendes hätten bewirken sollen in Wissenschaft, in den Medien usw. wurden abgetrieben…
Von der Gesellschaft abgetrieben? Ja, solange werdende Mütter nicht voll und ganz von der Gesellschaft unterstützt werden, ist selbige mitschuld.
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