09:30:03 | Freitag, 6. Juni 2008
Ein liberaler Kardinal legt den Finger in die offene Wunde: „Es gibt Bischöfe, die nicht sprechen, weil sie wissen, daß sie sonst nicht befördert werden.“

Carlo Maria Kardinal Martini
(kreuz.net) Der emeritierte Erzbischof von Mailand, Carlo Maria Kardinal Martini (81), hat vor jenen Sünden
gewarnt, die bei Geistlichen am häufigsten auftreten.
Das berichtete die römische Tageszeitung ‘La
Repubblica’ am vergangenen Donnerstag.
Der Kardinal sprach während eines Treffens mit Priestern im Jesuitenheim
von Galloro bei Rom.
Die häufigsten kirchlichen Sünden sind nach Kardinal Martini Eitelkeit, Neid und
Verleumdung.
Unter ihnen stehe der Neid an erster Stelle: „Wir denken: »Warum hat ein anderer das bekommen,
was mir zusteht?« Es gibt Menschen, die vom Neid zerfressen werden und denken: »Warum ist diese Person
zum Bischof ernannt worden und nicht ich?«.“
Auch Verleumdung trete in der Kirche häufig auf: „Ein
Segen sind jene Diözesen, wo keine anonymen Briefe geschickt werden.“
Es gebe ganze Diözesen, die von
anonymen Briefen, die oft in Rom geschrieben worden seien, zerstört wurden.
Der Kardinal warnte auch
vor der kirchlichen Eitelkeit: „Groß ist die Eitelkeit der Kirche, die sich schon in den Gewändern zeigt.“
In der Vergangenheit hätten Kardinäle Umhänge mit einer sechs Meter langen Seidenschleppe getragen:
„Ständig kleidet sich die Kirche mit sinnlosen Ornamenten. Sie hat diesen Hang zur Eitelkeit.“
Kardinal
Martini warnte die Priester weiter vor dem Streben nach Karriere: „Auch in der römischen Kurie will jeder
mehr sein.“
Daraus entstehe eine gewisse Zensur der Worte: „Man sagt bestimmte Dinge nicht, weil man
weiß, daß sie der Karriere schaden könnten.“
Dies sei ein riesiges Übel der Kirche, „weil dies uns
daran hindert, die Wahrheit auszusprechen.“
Man sage das, was den Vorgesetzten gefalle: „Man handelt
nach dem, was man für deren Wunsch hält und leistet dabei auch dem Papst einen sehr schlechten Dienst“ –
so der Kardinal.
Leider gebe es auch Priester, die sich zum Ziel gesetzt hätten, Bischof zu werden und
dieses Ziel auch erreichten: „Es gibt Bischöfe, die nicht sprechen, weil sie wissen, daß sie sonst nicht
befördert werden.“
Einige würden nicht sprechen, um ihre Kandidatur als Kardinal nicht zu blockieren:
„Wir müssen Gott um das Geschenk der Freiheit bitten. Wir sind aufgefordert, transparent zu sein und
die Wahrheit zu sagen.“
Kardinal Martini warnte auch vor einer „Scheinreligiösität“ unter den Geistlichen:
„Das ist eine Form von List: eine Religiösität vorzutäuschen, die es nicht gibt.“
Auch das Prahlen
sei in der Kirche verbreitet: „Wir lieben mehr den Applaus als die Pfiffe.“
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thaumaturgos 11:50:55 | Samstag, 7. Juni 2008
#17
catharina 21:26:53 | Freitag, 6. Juni 2008
#16
JK-NAK 17:37:26 | Freitag, 6. Juni 2008
#15
Pascal123 17:01:21 | Freitag, 6. Juni 2008
#14
ttoni 16:39:58 | Freitag, 6. Juni 2008
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ExBochumer † 16:38:50 | Freitag, 6. Juni 2008
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Gotthard 16:06:07 | Freitag, 6. Juni 2008
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catharina 15:37:27 | Freitag, 6. Juni 2008
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LandorganistII 14:11:39 | Freitag, 6. Juni 2008
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clarissa colonia 13:17:14 | Freitag, 6. Juni 2008
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Florian Geyer 10:51:24 | Freitag, 6. Juni 2008
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Alois Bischof 10:19:37 | Freitag, 6. Juni 2008
#1
jolie 09:43:50 | Freitag, 6. Juni 2008