Nicht veröffentlicht
In seiner diesjährigen Dreikönigspredigt reihte der Erzbischof von Köln die Kinderabtreibung in die Tradition der großen Völkermorde. Statt mit dem Kardinal zu reden übte man sich in Entrüstung. Kleine Leserbriefe zum Thema bringen sogar die Lokalredaktionen von Tageszeitungen ins Schwitzen. Diskussionsverbot.
Sehr geehrte Frau N.,entschuldigen Sie bitte, daß ich Ihnen bisher nicht geantwortet habe, ich habe es einfach verschwitzt. Leider muß ich Ihnen mitteilen, daß wir Ihren Leserbrief nicht veröffentlichen werden.
Wir haben Ihren Brief in größerer Redaktionsrunde beraten und sind mehrheitlich zu dem Schluß gekommen, so zu verfahren.
Hintergrund für diese Entscheidung ist, daß aus unserer Sicht zwei völlig unterschiedliche Themenbereiche, die weder gesellschaftspolitisch, noch moralisch etwas gemein haben, miteinander verglichen werden: der millionenfache, verbrecherische Mord im Holocaust und das demokratisch anerkannte und verbriefte Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch.
Nun mag man wie auch immer zum Thema Schwangerschaftsabbruch stehen; es jedoch in einen Topf mit dem Holocaust zu werfen, halten wir nicht für geboten.
Wir bitten um Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen
DIE RHEINPFALZ, Lokalredaktion
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Mittwoch, 2. März 2005 09:22
GerdEric: Lieber Uwe
Frankreich ist eh nur dem Namen nach katholisch,
und sollten nicht in erster Linie die Christen erstmal ihre Abtreibungen in den eigenen Reihen unterbinden?
und sollten nicht in erster Linie die Christen erstmal ihre Abtreibungen in den eigenen Reihen unterbinden?
Mittwoch, 2. März 2005 08:37
Uwe Schmidt: …
Wenn in einer Demokratie die Tötung unschuldiger Kinder erlaubt ist, pfeife ich auf diese Regierungsform.
Dienstag, 1. März 2005 07:48
GerdEric: lieber bonifatius
aber grade „Christen“ schreien am lautesten,
wenn es darum geht,
Sozialhilfen zu kürzen oder gar zu streichen,
und Steuern zu senken (für die, die eh schon genug haben)…
wenn es darum geht,
Sozialhilfen zu kürzen oder gar zu streichen,
und Steuern zu senken (für die, die eh schon genug haben)…
Montag, 28. Februar 2005 21:07
Yersinia: ja, schön
ich hoffe, du weißt, wovon du schreibst
Montag, 28. Februar 2005 20:44
bonifatius: Yersinia: Liebe ist eine Himmelsmacht!
Meine Frau hat wegen der Liebe zu ihren Kinder ihren sehr geschätzten Beruf ohne staadliche Hilfe an den Nagel gehängt. Das gestutzte Familienbudget diktierte den Tagesablauf. Heute geben die Kinder die Liebe zurück.
Montag, 28. Februar 2005 20:24
Yersinia: @bonifatius: von „prosperierender Wirtschaft“ oder „Sozialismus“
kann doch wohl kaum die Rede sein – eher von „neoliberalem Wirtschaften“, von „Flexibilität“, von „neuer Unsicherheit“ – mitgeschaffen und sehr stark protegiert wurde diese Situation von christlich-konservativen Politikern; merke Mann: es geht nicht drum, möglichst reich zu sein, sondern auch nächstes Monat noch Job und Einkommen zu haben – oder eben nicht mehr; es geht nicht unbedingt um den Mythos „Karriere“ – aber darum, trotz Studium nicht ewig irgendwelche untergeordneten Hilfstätigkeiten mit entsprechendem Einkommen verrichten zu müßen; und letztlich: es geht drum, vielleicht doch nicht als Alleinerzieherin die Lasten der Reproduktion tragen zu müßen, weil Männer sich – egal, welche von Männern aufgestellten Regeln und Gesetze es geben sollte – immer recht leicht aus dieser Verantwortung schleichen können … und warum diskutieren beim Thema „Abtreibung“ hauptsächlich Männer? legen eure Frauen die Kinder nieder oder wissen die Frauen einfach besser Bescheid?
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