Pfarrer Richard Messina (65) von der Erzdiözese Boston in den USA hat kürzlich sein vierzigjähriges Priesterjubiläum gefeiert. Ein Pfarrer unter vielen: „Wir sind alle so beschäftigt.“
(kreuz.net) Schon als Gymnasiast sei er heimlich in die Kirche geschlichen und schließlich sei er ins
Priesterseminar eingetreten, ohne seinen Eltern etwas zu sagen, meinte Pfarrer Richard Messina vor der
Tageszeitung „The Winchester Star“, die in der Gegend von Boston, im Nordosten der USA publiziert wird.
„Ich schlich in die Messe, damit meine Freunde nicht erfahren würden, daß ich heilig bin.“ Als die
Familie schließlich von seinem Eintritt ins Priesterseminar erfuhr, war die Reaktion sehr positiv: „Meine
Mutter glaubte, das sei ein Geschenk des Himmels.“
Pfarrer Messina stellte sich den Fragen der Zeitung
im Priesteranzug: „Für den Fall, daß beim Interview ein Photograph dabei sein würde.“
Er betrachte
sich nicht als ein Konservativer. Noch empfinde er es als seine Aufgabe, jemanden zu kritisieren, der
einen anderen Weg als den Katholizismus wählt: „Ich liebe es ganz einfach, Gott und der Gemeinschaft
zu dienen“, meint er: „Wir sollten niemanden beurteilen.“
Seine Aufgabe sei es, die Leute in die Kirche
zu bringen und ihnen das Gefühl zu geben, angenommen zu sein. Jede Art von Heilung oder Bekehrung sei
Sache einer höheren Macht.
Die Religion habe immer in ihm genagt: „Ich habe nie begriffen, warum es
in der Welt Leiden gibt.“ Schließlich kam ich zum Schluß, daß die Leiden einfach ein Symptom der Unvollkommenheiten
der Menschen sind und nicht das Ergebnis eines göttlichen Tuns. Ich nehme aber an, daß wir uns auf eine
perfektere Gesellschaft hin bewegen.“
Seiner Ansicht nach ist das Evangelium in erster Linie ein Text
der über den Frieden und die soziale Gerechtigkeit spricht. Pfarrer Messina hofft, daß die Kirche in
Zukunft ihren Schwerpunkt mehr darauf lege.
Er würde sich auch wünschen, daß die Frauen in der katholischen
Kirche eine wichtigere Rolle spielten. Auch sollten die Katholiken zum Thema des menschlichen Sexualverhaltens
eine Botschaft verbreiten, die ermutigender ist.
Es werde zuviel Energie eingesetzt, um über die katholischen
Ansichten über die Sexualität zu spreche, erklärte der Priester. Er würde sich dagegen wünschen,
daß die Kirche die Menschen ermutigte, sich auf ein Ideal hin auszustrecken, statt einfach von bestimmten
Sexualverhalten abzuraten oder diese gar zu verurteilen.
In seiner Pfarrei gibt es verschiedene Initiativen,
die den Menschen helfen, ihre sozialen Probleme zu lösen: „Das ist der eigentliche Fortschritt, den die
Kirche macht“, meint der Pfarrer dazu.
„Ich glaube, wir brauchen eine Verbindung mit dem Göttlichen,“
meint er weiter: „Leider gehen viele Menschen nicht zur Kirche, weil wir alle so beschäftigt sind.“
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