Schweiz
Ein bißchen Druck hat schon genügt
Der Bischof von Chur will die von ihm vorgesehene Ernennung zweier konservativer Weihbischöfe zurückziehen. Offenbar steckt auch die Bischofskonferenz hinter der vorzeitigen Eliminierung der zwei Kandidaten.
Mons. Vitus Huonder
Mons. Vitus Huonder
(kreuz.net, Chur) 130 Mitglieder aus den vier Dekanen des Kantons Zürich haben gestern Dienstag eine außerordentliche Versammlung abgehalten.

Das Ergebnis: Die sogenannten Seelsorger rebellieren gegen die vom Bischof von Chur, Mons. Vitus Huonder, gewünschte Ernennung zweier konservativer Weihbischöfe. Es handelte sich um den gegenwärtigen, aus dem Bistum Basel stammenden Spiritual des Priesterseminars in Eichstätt, Hw. Lorenz Gadient, sowie um den Churer Bischofsvikar Martin Grichting.

Das Ergebnis des Treffens wurde in einer Pressemitteilung auf der Webseite der „Katholischen Kirche im Kanton Zürich“ veröffentlicht. In dem Text werden die beiden vorgesehenen Weihbischöfe nicht namentlich genannt.

Das Kommunique ist von den fünf Dekanen im Kanton Zürich, Hw. Franz Studer, Hw. Vitus Schmid, Hw. Felix Reutemann, Hw. Othmar Kleinstein und Hw. René Berchtold unterzeichnet.

Die Medienmitteilung diffamiert die beiden Kandidaten als „polarisierende und spaltende Persönlichkeiten“.

Sie unterstellt auch, daß Hw. Grichting und Hw. Gadient ihr Amt nicht zum Wohl aller Katholiken im Bistum ausüben würden.

Die Versammlung der Züricher Seelsorger macht sich ferner für die verbotene Laienpredigt und die Generalabsolution als angeblichen Beichtersatz stark.

Die Anhänger der Generalabsolution glauben, daß diese Zeremonie die Sünden der Anwesenden ohne Schuldbekenntnis und durch eine Fernlossprechung vergebe. Es gibt in der katholischen Lehre und Tradition keinen Hinweis auf die Gültigkeit einer solchen Prozedur.

Die Webseite 'kath.ch' zeigt ein Bild wie aus dem Gruselkabinett: Die Dekane des Kantons Zürich mit dem dortigen Generalvikar und Weihbischof.
Die Webseite ‘kath.ch’ zeigt ein Bild wie aus dem Gruselkabinett: Die Dekane des Kantons Zürich mit dem dortigen Generalvikar und Weihbischof.
Die Bischofskonferenz steckt dahinter

Der Dekan von Zürich-Stadt, Pfarrer Othmar Kleinstein, feindet seine Mitbrüder vor der Webseite „kath.ch“ ganz offen an: „Lorenz Gadient und Martin Grichting wollen wir nicht.“

Der Dekan sieht „verläßliche Signale“, daß der Bischof die Ernennung der beiden stoppen will.

Hw. Kleinstein verkündet ferner, wer den Bischof von Chur offenbar unter Druck gesetzt hat: „Auch die Schweizer Bischofskonferenz sei für das Umdenken verantwortlich“ – zitiert ‘kath.ch’ den Dekan.

Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz ist Bischof Kurt Koch von Basel. Die Bischofskonferenz hat offenbar ein angebliches „Ansehen“ der Gesamtkirche vorgeschoben.

Pfarrer Kleinstein stellt auch Forderungen für die Zukunft.

Der Bischof von Chur müsse bei künftigen wichtigen Personalentscheidungen frühzeitig das Gespräch mit den sogenannten Seelsorgern und den kirchlichen Gremien suchen.

Das würde in der Diözese ein gutes Klima schaffen.

Es dürfe sich nicht wiederholen, daß der Bischof Weihbischöfe aufstelle, ohne mit dem Priesterrat und den einzelnen Dekanaten gesprochen zu haben – gebietet der Pfarrer dem Bischof.
      
14 Lesermeinungen
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#16   Gotthard   01:01:06 | Donnerstag, 12. Juni 2008
@ex-bochumer
Nun ja – Laien an die Macht. Man sieht es ja an anderen Typen, die sich anmaßen, ihr eigener Bischof zu sein
War das jetzt Deine Abmeldung?
Wenn Du dich selbst an Deine Meinung hieltest, würdest Du in Zukunft wenig sagen…
.ich befürchte allerdings, Deine Meinung gilt nur für andere…
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#15   Jörg Guttenberger, Köln   00:20:59 | Donnerstag, 12. Juni 2008
RRR: Weihbischöfe
Auch ich war der Meinung, da der Papst Weihbischöfe aufgrund jeweiligen Vorschlags des Diözesanbischofs ernennt, weil diese eben seine engsten Mitarbeiter sind. Interessant, daß der Einfluß des Diözesanbischofs hier begrenzt ist.
Herzlichen Dank für Ihre Klarstellung!
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#13   maliems   15:45:52 | Mittwoch, 11. Juni 2008
es ekelt
mich vor diesen dekanen
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#12   RRR   15:31:45 | Mittwoch, 11. Juni 2008
@ Benedikt und unteroktav
Die Details eventuellen Schweizer Sonderrechts kenne ich nicht, aber grundsätzlich ist es bei Weihbischöfen so wie beschrieben: Der Diözesanbischof schlägt dem Papst mehrere Kandidaten vor, der Papst wählt aus.
Vermutlich geschieht das in enger Absprache mit den Bischofskonferenzen und dem Nuntius, denn die müssen ja in regelmäßigen Abständen Listen von „episcopabili“ in ihrem Land zusammenstellen. Vermutlich wird man Weihbischöfe nur aus dem Kreis derer wählen, die ohnehin schon von der jeweiligen Bischofskonferenz als episkopabel beurteilt werden.
Jedenfalls ist das, was die „Redaktion“ behauptet, dass nämlich der Ortsbischof selber die Weihbischöfe ernennt, definitiv falsch, auch in der Schweiz.
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#11   unteroktav   15:09:30 | Mittwoch, 11. Juni 2008
@Benedikt
Stimmt, das wäre wirklich interessant zu wissen.
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#10   ExBochumer †   15:08:38 | Mittwoch, 11. Juni 2008
Der Bischof von Chur …

ist eine „Nulpe“.
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#9   Benedikt   15:00:24 | Mittwoch, 11. Juni 2008
Prozedere
Wie sieht denn das Prozedere für einen solchen Vorschlag überhaupt aus? Bislang dachte ich, dass der Ortsbischof dem Papst eine Liste geeigneter Kandidaten nennen würde, aus der der Papst dann einen (bzw zwei) ernennt. Von so einem Vorgang bekommt die Öffentlichkeit idR doch gar nichts mit.
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#8   ExBochumer †   14:33:16 | Mittwoch, 11. Juni 2008
Eine blasse, farblose Figur eines „Bischofs“ wird hier dargestellt.
Mehr kann man zu einem Bischof nicht sagen, der nicht die Kraft hat, sich für bestimmte Kandidaten einzusetzen.
Es sind natürlich Kandidaten, aber ein Bischof kann diese Kandidaten sehr wohl als seine Hilfsbischöfe vorschlagen.
Nun ja – Laien an die Macht. Man sieht es ja an anderen Typen, die sich anmaßen, ihr eigener Bischof zu sein – Sabo sei erwähnt.
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#7   stimme der vernunft †   14:05:05 | Mittwoch, 11. Juni 2008
@Nachtfunzel
was für ein gottloser, perverser, eingeteufelter sauhaufen!
Nun geh mal schnell beichten. Du weisst doch „Wer zu seinem Bruder sagt, du Gottloser, der soll dem Gericht verfallen“
Pass auf, dass du auf dem Weg zur Beichte nicht unter die Tram gerätst, sonst ist deine Höllenfahrt nicht mehr abzuwenden.
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#6   defendor   13:58:36 | Mittwoch, 11. Juni 2008
Die Wahrheit richtet sich nicht nach der sogenannten „Mehrheit“
Niemals darf die Wahrheit, die Jesus Christus alleine ist, „wegtoleriert“ werden.
Und diese eine Wahrheit hat Seine Kirche, die römisch katholische Kirche, Seinen mystischen Leib, auf den Felsen Petrus eingesetzt.
Die röm. katholische Kirche wird niemals eine „demokratische Diskussionsplattform“ sein.
Die alleinseligmachende römisch katholische Kirche ist vom Herrn selbst – hierarchisch – eingesetzt worden.
Jegliche modernistischen Verwässerungsversuche, die bereits daran sind das Allerheiligste – die heilige Eucharistie – in vielfältigen „Liturgie-Varianten“ zu verunehren, dienen daher einzig und alleine dem Vater der Lüge, Satan, dessen Gift in vielen Teilen von Diözesen bereits gestreut ist.
Gerade in der Schweiz ist die Laien-Selbstdarstellung nahezu zu einer „Seuche“ geworden und schlägt tiefe Wunden in den mystischen Leib Christi.
Der unsägliche „Fall Sabo“ führt die katastrophalen Zustände in der Schweiz leider allzudeutlich vor Augen.
Wenn sich dann noch die kirchenfeindliche Presse „zu Wort meldet“ und eine durchtriebene Hetze auf romtreue Bischöfe in die Wege leitet, dann ist die Phalanx der Wahrheits-Feinde zum Vorstoss bereit.
Es ist daher an der Zeit, dass derartigen Umtrieben Einhalt geboten wird und dass nicht Sprachrohre der Lüge „für“ die Kirche sprechen dürfen.
Die Wahrheit Jesus Christus hat sich niemals nach der angeblichen „Mehrheit“ gerichtet und wird es auch niemals tun.
Ueber die Wahrheit lässt sich niemals „abstimmen“
Sie ist ewig und unwandelbar
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#5   new   12:09:13 | Mittwoch, 11. Juni 2008
_____
Wäre schön, wenn der Artikel auf Gerüchten beruhte … nur leider gibts diese Pressemeldung der Zürcher „Katholiken“ wirklich …
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#3   Nachtlaterne   11:58:12 | Mittwoch, 11. Juni 2008
wiew bitte? general-
absolution als beichtersatz??? was für ein gottloser, perverser, eingeteufelter sauhaufen!
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#2   RRR   11:42:06 | Mittwoch, 11. Juni 2008
Noch mal zum Mitschreiben
Der Bischof von Chur will die von ihm vorgesehene Ernennung zweier konservativer Weihbischöfe zurückziehen.
Auch wenn die kreuz.net-„Redaktion“ damit leider intellektuell überfordert ist:
Kein Bischof irgendwo auf der Welt (außerdem Bischof von Rom) kann Weihbischöfe ernennen. Er kann sie allenfalls vorschlagen. Ernannt werden sie nur vom Papst.
Mal abgesehen davon, dass der ganze Artikel nur auf Gerüchten beruht. Aber ohne die gäbe es kreuz.net ja sowieso nicht.
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#1   alter Rheinländer   11:38:39 | Mittwoch, 11. Juni 2008
kreuz net: Offenbar steckt auch die Bischofskonferenz
hinter der vorzeitigen Eliminierung der zwei Kandidaten.
Und wer steckt hinter der Bischofskonferenz?
Ergänzen Sie den Satz:
Hinter der kirchenfeindlichen Schweizer Bischofskonferenz stecken
F…r
und
W…m
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Es wurden 2 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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