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Freitag, 13. Juni 2008 11:28
Die Alternative: Beten oder nachbeten
Mit der Freiheit der Wissenschaft und Lehre ist es jetzt so weit wie mit der freien Meinung: In der offenen Gesellschaft darf man nur noch nachbeten.
Lehrsaal im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München
Lehrsaal im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München
(kreuz.net/ Medrum) An der Ludwig-Maximilians Universität München ist einer Vorlesung die Anerkennung als Prüfungsleistung entzogen worden. Der Grund: Das Lehrangebot vertrat Thesen, die das Christentum stützen.

Dies geht aus Berichten der ‘Süddeutschen Zeitung’ und der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’ hervor.

Der Dekan der Fakultät für Betriebswirtschaft entschied unter Druck eines Journalisten, die Vorlesung „Unternehmensethik auf christlicher Grundlage“ des emeritierten Professors Friedrich Hanssmann (78) künftig nicht mehr als examensrelevante akademische Veranstaltung anzuerkennen.

Hanssmann war von 1966 bis 1994 ordentlicher Professor für Systemforschung an der Fakultät für Betriebswirtschaft der Universität München.

Von 1987 bis 1989 amtete er als Dekan der Fakultät. Er wurde im Jahr 1994 emeritiert.

Offenbar intervenierte ein Journalist der ‘Süddeutschen Zeitung’ im Dekanat der Fakultät.

Grund: Hanssmann soll den Zusammenhang zwischen christlichen Werten und Wirtschaftskraft betrachtet und Thesen aufgestellt haben, die vom Redaktor der ‘Süddeutschen Zeitung’, Martin Thurau, in seinem Artikel „Scheine mit dem Schöpfer“ als „Gebräu“ bezeichnet wurden.

Die Münchner Universität habe darauf die Skripten von Professor Hanssmann dem Zugriff der Studenten entzogen – schrieb Thurau:

„Eine recht eigenwillige Lektüre, eine wilde Mischung aus ökonomischen Formeln, aus Wirtschaftsglauben, christlichem Traktat und beinhartem Fundamentalismus“ offenbare sich dem, der die Skripten lese – unterstellte Thurau in seinem Artikel.

Er nennt insbesondere Betrachtungen von Hanssmann zur Rolle von Mann und Frau und seinen Hinweis auf nachteilige Wirkungen aufgrund der „Nivellierung der Geschlechter“.

Hanssmann habe auch die – seit langem bekannte – These vertreten, daß das Fehlen einer ausreichenden Mutterbeziehung in den ersten Lebensjahren der Kinder die „gesunde Entwicklung der Kinder bis hin zu derjenigen ihres Gehirns“ gefährdet.

An anderer Stelle habe Hanssmann den Doppelverdienst zu den „speziellen Ursachen der Arbeitslosigkeit“ gezählt. Er wies in diesem Zusammenhang auf die Binsenwahrheit hin, daß die Zahl verfügbarer Arbeitsplätze durch Verzicht von Frauen mit Kindern auf eine Erwerbstätigkeit größer wäre.

Zu den Ursachen der Arbeitslosigkeit habe Hannssmann aber auch eine unkontrollierte „Masseneinwanderung“ gerechnet.

Schließlich habe er dem Kreationismus eine größere Plausibilität als dem darwinistischen Evolutionsglauben zugeordnet.

Ein solches angebliches Gebräu passe nicht zur Universität München, dekretierte Thurau.

Um seine These nicht zu gefährden, unterschlug der Journalist, daß Hanssmann unter anderem fünf Hypothesen zur Erklärung wirtschaftlicher Leistung untersucht, bevor er zum Schluß kommt, daß das christliche Wertesystem der stärkste Faktor für wirtschaftliche Leistung ist.

Daß die Thesen des Professors auch kompetent und sachlich behandelt werden können, bewies die angesehene ‘Frankfurter Allgemeine Zeitung’ am 29. Mai in einem Artikel von Jan Grossarth.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 86 Lesermeinungen:
Montag, 16. Juni 2008 17:35
Tyrus: Nachtlaterne
Ich frage mich nur, nach welchen Kriterien Gott Kranke auswählt, die er heilt. Armbrüche und Amputationen heilt er offenbar nicht. Ich finde, es sollte jedem Patienten selbst überlassen werden, wie er seine Zeit im Krankenbett verbringen möchte. Als ich letztes Jahr für zwei Wochen im Krankenhaus war, habe ich die meiste Zeit gelesen, andere haben lieber ferngesehen. Mir ging es schlechter und schlechter vor meiner Operation, doch gebetet habe ich nicht. Nach der Operation kam ich mir wie neu geboren vor.
Was mich wundert ist, dass Sie immer wieder die Grenzen der professionellen ärztlichen Behandlung ansprechen, sich von der geistlichen „Behandlung“ aber offenbar die Heilung jeglicher noch so schweren psychischen Beschwerden versprechen.
Echter Trost besteht für mich aus echter, menschlicher Zuneigung, echtem Mitgefühl, echter Liebe. Das hilft mir mehr als jedes Gebet. Auch wer Gott ausklammert, kann Leid mildern, m.E. sogar besser, weil er dann aufrichtig selbst altruistisch handelt, statt bloß auf das willkürliche Handeln eines höheren Wesens zu hoffen.
Montag, 16. Juni 2008 06:01
Nachtlaterne: tyrus,
es geht ja keineswegs darum fachkompetenzen total in frage zu stellen. ich würde mich bei einem armbruch ja auch nicht nur gesundbeten lassen, das wäre auch nicht im sne der bibel. wenn ich allerdings schwer kranke patienten in krankenhäusern sehe, die die zeit des aufenthaltes dort nicht auch für besinnliichkeit, sondern für den fernseher nutzen, der ja in jedem krankenraum ganz groß hingehängt wird, dann frage ich mich schon was da alles schief läuft.

tage der krankheit sollen auch tage der großen hinwendung zu gott sein. bei psychischen erkrankungen liegt ja ein großer leidensdruck vor , der nach erlösung sucht. sofern psychiater und therapeuten helfen können ist es doch gar keine frage sich von diesen helfen zu lassen. allerdings stoßen diese auch schnell an grenzen und kommen womöglich nur noch mit medikamenten, vielleicht sogar gesprächsrunden, die ja hilfreich sein können. manche krankheiten aber sind so schrecklich und da sollte die hilfe gottes nicht ausgesperrt werden, weil man gott für unzeitgemäß hält. wir haben vor lauter falschen trösttern echten trost vergessen! sind menschen sehr tief in krankheiten abgesagt z.b. echte schizophrenie, dann ist vollstänndige heilung auch über den glauben oft nahezu undenkbar. sie brauchen aber trost und linderung und perspektiven! wie wichtig wäre die anteilnahme, das gebet für sie! lehnen die patienten hingegen jede hilfe durch den glauben ab kann man diesbezüglich weniger machen.

gott ausgeklammern, das leid vergrößern?
Montag, 16. Juni 2008 01:35
Tyrus: Doch ich sage euch:
Es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergehen am Tage des Gerichts als euch. (Mt. 11,22)
Montag, 16. Juni 2008 01:22
clarissa colonia: care tyre,
glaukas eis athnas komizeis!
Montag, 16. Juni 2008 01:17
Tyrus: So ist das
Selbst wenn es oft so ist, wie Sie beschreiben, so ist das noch lang kein Grund, dem Exorzismus den unbedingten Vorzug zu geben. Das wäre für mich allein Indiz dafür, dass das Gesundheitssytem reformiert und sozialverträglicher gemacht werden müsste.
Sie reden vom Fachbuch mit eingestanzen Irrtümern. Für mich ist die Bibel genau so ein Fachbuch.

Ich entschuldige mich, dass ich Ihre Geschichte zunächst falsch verstanden habe. Sicher ist es sehr schade (wenn auch bezeichnend), dass dem armen Mann im Kloster die Hilfe der Mönche verwehrt wurde, obwohl er fest daran geglaubt hat, man könne ihm dort helfen. Oft helfen bei psychischen Erkrankungen verblüffend simple Methoden, wie aufrichtige, menschliche Zuneigung oder die Befriedigung eines spirituellen Bedürfnisses.
Sonntag, 15. Juni 2008 19:45
Nachtlaterne: tyrus,
sie haben anscheinend das gefühl patienten würden besonders ernst genommen. das ist wohl eher in ausnahmefälle der fall. die leute werden verwaltet. richtig ernst nimmt sie eiin therapeut eher bei besonders dickem bankkonto und selbst da blättert er für sie nur iin einem fachbuch mmit viielen eingestanzten irrtümern.

im übrigens ist der mann ja in psychiatrischer behandlung und klammert sich auch dort an jeden strohhalm, arbeitet also voll mit. da sein leidensdruck aber sehr groß ist hat er zusätzlich, ich betone zusätzlich hilfe
in einem kloster gesucht, wurde dort aber sofort des feldes verwiesen, weil das kloster nur auf psychiatrisches fachpersonal bzw. auf den zeitgeist mehr vertraut als auf gottes hilfe.
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