Legionäre Christi
Er will es wissen
Ein Erzbischof wünscht sich Klarheit über die Aktivitäten der Legionäre Christi und der daran angeschlossenen Laienbewegung Regnum Christi in seiner Erzdiözese.
Aus dem Brief von Erzbischof O'Brian an die Legionäre Christi.
Aus dem Brief von Erzbischof O’Brian an die Legionäre Christi.
(kreuz.net) Am 6. Juni schrieb der Erzbischof von Baltimore, Mons. Edwin F. O’Brien (69), dem in Rom residierenden Generaloberen der Legionäre Christi, Pater Álvaro Corcuera Martínez del Rio, einen Brief.

Baltimore ist eine Stadt im US-Bundesstaat Maryland. Sie befindet sich an der Ostküste der USA, dreihundert Kilometer südöstlich von New York.

Einleitend betont Erzbischof O’Brien in dem Brief, daß Papst Benedikt XVI. die Bedeutung der neuen Bewegungen verschiedentlich betont und die Bischöfe aufgefordert habe, sich „in Liebe“ um diese Gruppierungen zu kümmern.

Der Wille der Legionäre Christi und der daran angeschlossenen Laienbewegung Regnum Christi, sich der kirchlichen Autorität zu unterstellen, sei ein Bewies für die Echtheit des Charismas dieser Gruppierungen.

Nach dieser allgemeinen Einleitung kommt Mons. O’Brien zur Sache.

Er gibt dem Generaloberen der Legionären Christi gerade mal eine Woche Zeit, um ihm bis zum 13. Juni den Namen eines Verbindungspriesters mitzuteilen, der über die Aktivitäten der Legionäre Christi und von Regnum Christi in der Erzdiözese Baltimore vollständig informiert ist.

Dieser Pater muß auch von Mons. O’Brien akzeptiert werden. Von dem Verbindungspriester fordert der Erzbischof bis zum 30. Juni folgende Informationen:

• die Namen und Einsatzorte aller Priester der Legionäre Christi, die in der Erzdiözese Baltimore tätig sind.

• eine Identifizierung aller Regnum-Christi-Gruppen in der Erzdiözese Baltimore, einschließlich ihrer Aktivitäten, Begegnungsorte, Programme, Mitgliederlisten und Methoden der Mitgliedergewinnung.

Eine ähnliche Identifikation fordert der Erzbischof für alle Jugendaktivitäten und andere apostolische Tätigkeiten der Legionäre Christi und von Regnum Christi in der Erzdiözese.

Bis zum 30. Juni sollen auch alle Pfarrer, in deren Gemeinden, die Legionäre Christi und Mitglieder von Regnum Christi tätig sind, detailliert über diese Aktivitäten informiert werden. Änderungen in diesen Apostolaten sollen den Pfarrern – mit Kopie an den Erzbischof – ebenfalls mitgeteilt werden.

Einschränkungen in der Berufungspastoral

Der Erzbischof betont im weiteren die Bedeutung der Berufungspastoral, durch die sich die neuen kirchlichen Bewegungen besonders auszeichneten.

Gleichzeitig will er sicherstellen, daß diese Tätigkeit die Erziehungsverantwortung der Eltern und die Freiheit der jungen Menschen respektiert.

Deshalb fordert er die Legionäre Christi und Regnum Christi auf, Personen unter 18 Jahren keine dauernde, individuelle geistliche Leitung angedeihen zu lassen, um keinen unangemessenen Sinn für eine Berufungsverpflichtung zu wecken.

Ebenso fordert Mons. O’Brien die Legionäre auf, den erzdiözesanen Verantwortlichen für Priesterberufungen über alle Kandidaten für das Priestertum und Ordensleben zu informieren, die beabsichtigen, Gymnasien oder Internate der Legionäre Christi zu besuchen.

Der Verantwortliche für Priesterberufungen werde diese Informationen mit den Eltern und den Pfarrern dieser Kandidaten besprechen.

Abschließend verlangt der Erzbischof, selber alle sechs Monaten von dem Verbindungspriester über die kurz- und langfristigen Ziele der Legionäre Christi und der Laienbewegung Regnum Christi informiert zu werden.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Genoveva   15:47:26 | Freitag, 13. Juni 2008
@RRR: Wer wird denn gleich …
… von Frechheiten sprechen.
Offensichtlich ist der HH. EB nicht gut auf die Legionäre zu sprechen, was wiederum eine Vorgeschichte haben wird, die uns aber nicht bekannt ist.
Die sehr knappen Terminsetzungen und der Umfang zu beantwortenden Fragen („Methoden der Mitgliederwerbung“) sowie die vorgeschlagenen Regularien bezüglich der Berufungen machen schon deutlich, daß der HH. EB „Kampflinie“ fährt.
Ich kann mir zumindest nicht vorstellen, daß die Kolpingfamilien in den deutschen Bistümern regelmäßig an die Ortsbischöfe detailliert über einzelne Orts- Jugendgruppen und ihre Aktivitäten berichten müssen. Das Problem der Priesterberufungen stellt sich bei den klassischen Verbänden in Deutschland aber wohl auch eher nicht …
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#17   clarissa colonia   00:39:18 | Freitag, 13. Juni 2008
Wertes Heilszeichen,
wer wird denn gleich so pessimistisch sein? Die Legionäre wollen doch nur Ihr Bestes … Ihr Geld!
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#16   SignumSalutis †   00:23:28 | Freitag, 13. Juni 2008
good luck
prima, colonissa, mal wieder den Nagel auf den Kopf getrefft. Organisationen wie LC versuchen ja nach Außen hin immer dem hl. Vater am Rockzipfel zu hängen – was ist da ein gewöhnlicher Ortsbischof, oder mal gerade ein Erzbischof von Baltimore? Regelmäßig erhalte ich – weiß Gott weshalb – ungebetene Bettelbriefe von denen, in denen sie jammern, dass sie ihren PAKs keine Soutanen bezahlen können und meinen, dass sie mir persönlich geistlich derart verbunden seien, dass sie ganze Novenen für mich beten mögen. Mich widert das an, diese penetrante Art. Orden und Klöster, denen ich persönlich verbunden bin, schreiben mir, bitten um Spenden – o. k… Aber diese Schnösel erklären jeden gleich zum geistlichen Intimfreund und scheinen letztlich doch nur die Kohle zu meinen, und wenn PAKse bei denen im 2. Semester nur im schw. Pullover und ohne Soutane rumlaufen, sind sie wohl schon häresieverdächtig …
Gemäß Fuentes Thesen könnten wir die Ortsbischöfe ja gleich abschaffen oder zu Hausmeistern von Filialkathedralen des Papstes erklären – ob das aber mit einem wirklich kath. Verständnis des Petrusamtes zu tun hat, scheint mir fragwürdig. Bei aller Freude den hl. Vater immer wieder zu erleben erscheint mir da eine Gefahr: dass der medial präsente Pontifex best. Leuten immer mehr zur Ausrede wird, sich mit Ortskirche in eigener Pfarrgemeinde und Diözese zu befassen. Good Luck, EB O’Brien!
SignSal
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#15   clarissa colonia   23:07:16 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Werter Fuente, weder gewagt noch kirchenrechtlich ungedeckt:
Über Disziplin, Verkündigung, Gottesdienst u. Sakramentenspendung und Güterverwaltung hat der Bischof nach can 392 § 2 CIC Aufsichtsrecht u. -pflicht.
Dies erstreckt sich auch auf die Tätigkeit von
– Religiosenverbänden (Orden) gem. can. 678 CIC,
– Säkularinstituten gem. can. 715 § 2 CIC,
– Gesellschaften d. apostolischen Lebens gem. can. 738 § 2 CIC.
Die Forderungen des Bischofs entspringen seinen gesetzlichen Pflichten und Rechten.
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#14   Fuente   21:04:41 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Vorgehen des Erzbischof
Kirchenrechtlich ist dieses Vorgehen ja nur bedingt gedeckt. Als Gemeinschaft päpstlichen Rechts unterstehen die LC nicht dem Diözesanbischof, nur über die seine Pfarreien betreffenden Aktivitäten einer Gesellschaft des Apostolischen Lebens hat der Diözesanbischof Jurisdiktion. Ansonsten ist der Provinzobere/Generalobere Ordinarius mit den entsprechenden Rechten. Darin eingreifen kann nur der Papst bzw. die Religiosen (Ordens)-Kongragation in Rom.
Daher halte ich das vorgehen für gewagt und kirchenrechtlich größtenteils nicht gedeckt.
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#13   EvaHermanFan akaFreimaurerin   19:19:41 | Donnerstag, 12. Juni 2008
aktuell
Kroatien hält den Ball. Sie sind auf Ballsicherung aus und machen die Räume sehr eng. Deutschland fällt nach wie vor nicht viel ein, die langen Bälle sind noch nicht gefährlich.
Frings spielt klar den Ball, Srna bleibt aber liegen und wird behandelt. Er muss kurz vom Feld, macht dann aber direkt weiter.
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#12   Hochmut   15:12:48 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Scheints, es geht mal wieder um den heissgeliebten Mammon.
>:) >:) >:) >:)
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#11   Romulus   15:01:45 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Endlich
Dieser Erzbischof handelt genau richtig! Es ist richtig, dass diesen Millionären Christi ordentlich auf die Finger geschaut wird. Diese arroganten Schnösel, die da unter JP2 zu „Klerikern“ herangezüchtet worden sind, werden auf ein Normalmaß zurechtgestutz.
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#10   Freinsberg   14:31:10 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Unter 18
>>Deshalb fordert er die Legionäre Christi und Regnum Christi auf, Personen unter 18 Jahren keine dauernde, individuelle geistliche Leitung angedeihen zu lassen, um keinen unangemessenen Sinn für eine Berufungsverpflichtung zu wecken.<<
Gilt dies auch für das Opus Dei?
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#9   LandorganistII   14:05:56 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Wieder ein Beispiel
wie Spendengelder verschwendet werden können, diesmal aber vom Spender selbst!
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#8   Florian Geyer   13:49:20 | Donnerstag, 12. Juni 2008
hallo Schüttel
nachdem Sie dieser Ansicht sind bin ich am überlegen die Legionäre Christi mit in die Phalanx der Organisationen einzureihen die ich spenderisch unterstützte.
Danke für den Tipp.
@Frolli
Hallo Liebling wie laufts heute ? :(3
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#7   Schüttel   13:41:53 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Bravo, Herr Erzbischof, bleiben Sie dran
die Legionäre Christisind das schlimmste Krebsgeschwür am corpus christi mysticum, schlimmer als FSSPX und Opus Dei zusammen. Blutsauger in jeder Hinsicht. Wie der Teufel sind sie hinter Geld und Seelen, zerstören die normale Seelsorgsstruktur der Kirche und der anerkannten Orden.
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#6   RRR   13:27:44 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Frechheit
Es ist eine Frechheit der Legionäre, dass sie nicht von sich aus und ohne Nachfrage den Ortsbischof über ihre Aktivitäten informieren.
Der Heilige Vater wird ein solches Verhalten sicher nicht goutieren.
Nur gut, dass der Bischof, der für seine Diözese ganz allein verantwortlich ist, hier auf präzise Informationen drängt.
Guter Mann!
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#5   LandorganistII   13:13:20 | Donnerstag, 12. Juni 2008
@Nachtfunzel
Bleiben Sie besser beim Abschreiben der Bibel.
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#4   Nachtlaterne   13:02:48 | Donnerstag, 12. Juni 2008
einige hier verwechseln…
grundsatzfragen mit GRUNZsatzfragen.
b itte diesen ausspruch mediTieren!
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#3   LandorganistII   12:57:35 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Ich sehe keinen Grund,
das berechtigte Informationsbedürfnis des EB in Zweifel zu ziehen.
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#2   Nachtlaterne   12:51:30 | Donnerstag, 12. Juni 2008
Wort Gottes:
Über die Propheten: Mir bricht das Herz in der Brust, alle meine Glieder zittern. Wie ein Betrunkener bin ich, wie ein Mann, der vom Wein überwältigt ist, wegen des Herrn und seiner heiligen Worte: Voll von Ehebrechern ist das Land; ja, wegen des Fluches vertrocknet das Land, sind die Wei-deplätze der Steppe verdorrt. Schlechtigkeit ist ihr Ziel, unrecht ihre Stärke. Sogar Propheten und Priester sind ruchlose Frevler, selbst in meinem Haus stoße ich auf ihre Schlechtigkeit – Spruch des Herrn . Deshalb wird ihr Weg für die wie ein schlüpfriger Pfad; sie stürzen in der Finster-nis, sie kommen darin zu Fall. (…) Sie brechen die Ehe, gehen mit Lügen um und bestärken die Bösen, so daß kei-ner umkehrt von seinem bösen Treiben.
Jer. 23/9-14
Sie betören euch nur; sie verkünden Visionen, die aus dem eigenen Herzen stammen, nicht aus dem Mund des Herrn. Immerzu sagen sie denen, die das Wort des Herrn verach-ten: Das Heil ist euch sicher!; und jedem, der dem Trieb seines Herzens folgt, versprechen sie: Kein Unheil kommt über euch. Doch wer hat an der Ratsversammlung des Herrn teilgenommen, hat ihn gesehen und sein Wort ge-hört? (…) Ich habe diese Propheten nicht ausgesandt, den-noch laufen sie; ich habe nicht zu ihnen gesprochen, den-noch weissagen sie. Hätten sie an meiner Ratsversammlung teilgenommen, so könnte sie meinem Volk meine Worte verkünden, damit es umkehrt von seinem schlechtem Weg und von seinen Taten. Jer. 23/ 16-22
Denn „die Last“ ist für jeden sein eigenes Wort, weil …
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#1   nachtlaterne71   12:45:58 | Donnerstag, 12. Juni 2008
na und?
Ein Bischof möchte halt wissen, was in seiner Diözese passiert – und das ist ja auch seine Pflicht.
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