Deutschland
Kommissarische Hochschulleitung
Bisher haben die Gremien der Hochschule Eichstätt-Ingolstadt versucht, den Schwarzen Peter dem Eichstätter Bischof zuzuschieben. Doch so eindeutig ist die Sachlage nicht.
Mons. Gregor Maria Hanke OSB
Mons. Gregor Maria Hanke OSB
© Pressefoto Bistum Eichstätt
(kreuz.net) Am Mittwoch schrieb Bischof Gregor Maria Hanke von Eichstätt, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt einen Brief.

Es geht darin um die vom Bischof abgelehnte Wahl von Ulrich Hemel zum Universitäts-Präsidenten von Eichstätt.

Seither ist zum Teil heftig Kritik gegen den Mons. Hanke lautgeworden.

Er könne verstehen – kontert der Bischof –, daß die notwendigen Prozesse für manche zu langsam abgelaufen und die Forderung nach größerer Transparenz gestellt worden sei:

„Ich bitte aber auch um Verständnis dafür, daß es die sehr komplexe rechtliche Materie, die Anforderungen an einen angemessenen Persönlichkeitsschutz der Beteiligten, die sensiblen Abstimmungsverfahren und anderes nicht zuließen, im großen Umfang eine breitere Öffentlichkeit sofort mit einzubeziehen.“

Universität Eichstätt
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Die Kirche wolle nicht aus der von Humboldt geprägten Universitätstradition ausbrechen. Dennoch brauche jede Universität Leitungsgremien.

Nach dem bayerischen Hochschulrecht seien das vor allem die Hochschulleitung und der Hochschulrat.

Bei der Besetzung dieser Gremien müßten Träger und Hochschule immer zusammenkommen.

Der Träger werde bei den staatlichen Universitäten vom Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst – bei der Katholischen Universität vom Bischof von Eichstätt – repräsentiert.

An der Bestellung des Universitäts-Präsidenten würden Hochschule und Träger gemeinsam mitwirken: „Es gilt das Prinzip der doppelten Legitimation.“

Im Falle der Besetzung des Präsidentenamts sehe das Wahlverfahren eine Beteiligung des Trägers erst nach der Wahl vor:

„Auch die entsprechenden Personalunterlagen kamen viel zu spät und dazu noch unvollständig auf meinen Schreibtisch und überzeugten mich nicht.“

Beim Prüfverfahren seien weitere erhebliche Mängel der jetzigen Grundordnung zum Vorschein gekommen, die ein wesentlicher Grund für die Verzögerungen bei der Nachfolge im Präsidentenamt gewesen seien.

Daher müsse die Transparenz des Verfahrens verbessert werden.

Der Bischof verlangt die Einsetzung einer Kommission, in der Träger und Hochschule diese Mängel beheben und die Grundordnung modifizieren.

Deshalb werde der Träger der Universität für die Zeit ab dem 1. Juli 2008 zwei Personen als kommissarische Hochschulleitung benennen:

„Sie werden für den begrenzten Zeitraum bis zur Wahl des endgültigen Kandidaten Anfang 2009 für das Präsidentenamt die Amtsgeschäfte der Hochschulleitung führen.“

Es werde somit eine Übergangszeit geben, in der ein neuer Präsident bestimmt werde: „Diesmal unter rechtzeitiger Einbeziehung des Trägers.“
      
4 Lesermeinungen
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#4   Unda_maris   08:35:57 | Samstag, 14. Juni 2008
@Bernd-Jupp
Genau dieses Gefühl kann ich mich auch nicht ganz erwehren, dass Bischof Hanke sich jetzt durch seine Entscheidung selbst die Verantwortung für die Ablehnung des Kandidaten Hemel aufbürdet, um den Vatikan gleichsam in Schutz zu nehmen und davon abzulenken.
Ob Mixa, Müller oder sonst irgendein Bischof hinter dem aus Rom nicht eingetroffenen „Nihil obstat“ steht, darüber wird natürlich heftig spekuliert. Man kann es jedenfalls nicht ausschließen, wenngleich es wie gesagt nur Spekulationen sind.
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#3   Bernd-Jupp   01:44:59 | Samstag, 14. Juni 2008
Bleibt doch ehrlich!
Was soll denn dieses Getue! Bleibt doch ehrlich und sagt einfach, dass der neu Ernannte Hochschul-Präside sehr wohl allen genehm war – vor allem denen, die ihn gewählt haben. Aber der deutsche Panzer-Papst hat mitbekommen, was der NEUE über IHN nach seiner Wahl zum Papst gesagt hat – und das darf nicht sein. Von wegen, dass Hanke irgendetwas gegen ihn hätte. Es sind die 4 M’s (Meissner, Mixa, Müller und Marx) die Hanke gezwungen haben, Pro-Ratzinger einzutreten und eine solche Entscheidung zu treffen, die Hanke – hätte er es allein zu entscheiden gehabt – nie getroffen hätte.
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#2   Jörg Guttenberger, Köln   01:39:58 | Samstag, 14. Juni 2008
Uni-Präsident in Eichstädt
Die Kritiker des Bischofs übersehen, daß ein Präsident einer kirchlichen Hochschule zwei Qualifikationen braucht: neben der für alle Professoren notwendigen wissenschaftlichen Qualifikation auch das besondere Vertrauen des Bischofs.
Es bedarf also eines erhöhten Verantwortungsbewußtseins, daß sich auch in seinem Privatleben niederschlägt. Wenn auch abgestritten, ist eine auch nur zeitweise bestanden habende kirchlich nicht geregelte Ehe sicher keine Empfehlung für das Präsidentenamt einer kath. Uni.
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#1   möchtegern-kathole   19:40:32 | Freitag, 13. Juni 2008
Man verlangt von einem …
… Bischof, dass er wirkt.
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