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Montag, 16. Juni 2008 11:33
Gezielte liturgische Mißbräuche in der Alten Messe
Wird das Motu Proprio ‘Summorum Pontificum’ dazu führen, daß die Alte Messe in den tödlichen Strudel der liturgischen Mißbräuche des Novus Ordo hineingerissen wird?
Alte Messe in Freiburg-Adelshausen
Alte Messe in Freiburg-Adelshausen
(kreuz.net, Freiburg) Die Juni-Nummer der ‘IK-Nachrichten’ – Mitteilungsblatt der altgläubigen Laienbewegung ‘Pro Sancta Ecclesia’ – hat Alarm geschlagen.

Anlaß dazu ist die Alte Messe, die seit dem vergangenen Januar zweimal pro Monat in der ehemaligen Dominikanerkirche in Freiburg-Adelshausen zelebriert wird.

Nach Angaben der ‘IK-Nachrichten’ wird bei dieser Messe auch die nach dem Zweiten Vatikanum in Deutschland illegal und gegen die liturgischen Bestimmungen eingeführte Handkommunion praktiziert.

Das geschehe trotz wiederholter Mahnungen und Bitten der Gläubigen, die an diesem sakrilegischen liturgischen Verhalten schweren Anstoß nehmen.

Bekanntlich kann die Handkommunion in der Praxis nicht ausgeteilt werden, ohne daß Partikel der konsekrierten Hostie zu Boden fallen und von den Gläubigen zertreten werden.

In Freiburg soll der zelebrierende Priester in der Vergangenheit vor Beginn der Alten Messe sogar öffentlich behauptet haben, daß diese umstrittene Form der Kommunionspendung im Alten Ritus zulässig sei.

Jetzt hegen viele Freiburger Altgläubige den Verdacht, daß die Handkommunion und andere liturgischen Besonderheiten während der Adelshauser Alten Messe gezielt eingesetzt werden, um die Form des Alten Ritus – im Geiste der liturgischen Mißbräuche der Liturgiereform – zu unterminieren.

Damit solle der liturgische Konflikt, der zum Alltag des Neuen Ritus gehört, in die altgläubige Gemeinde hineingetragen werden, um diese zu spalten und in interne liturgische Streitigkeiten zu verstricken.

Die ‘IK-Nachrichten’ befürchten zudem, daß mit dieser Praxis im Erzbistum Freiburg – der Diözese des Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz – ein Präzedenzfall geschaffen werden soll.

Die Handkommunion im Alten Ritus könnte dann in einem zweiten Schritt auf andere Meßorte in Deutschland ausgedehnt werden.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 84 Lesermeinungen:
Mittwoch, 18. Juni 2008 04:19
Burgorus: Werte Clarissa,
es ist mir schon klar, dass Sie nur auf die vielen anderen Interpretationsmöglichkeiten der letzten beiden Verse von Strophe 3 hinweisen wollten, vor allem aber auf die evtle. Handkommunion, die ich ablehne; das war ja das Thema. Mich hat überrascht, dass es so viele Übersetzungsmöglichkeiten gibt. Für mich war die genannte eindeutig. Ich war aber wohl bereits von der Übertragung des Heinrich Bone so beeinflusst, dass ich an andere Versionen nicht mehr dachte.

Ich hatte nur Schullatein, und in meinem Beruf habe ich Latein nur noch in englischen Wörtern. Aber die sechs Strophen des Pange lingua hatte ich schon lange auswendig gelernt, so nach und nach auch andere wie die 20 Halbsttrophen des Stabat Mater, das Veni Creator usw. Beim Veni Creator fielen mir die falsch betonten Wörter auf. Antike Metrik? Ich merkte, dass fast alle betonten Silben lang sind außer die erste Silbe von „digitus“ in der Gotteslob-Fassung. Dass die dritte und siebte auch kurz sind, ist mir zunächst gar nicht aufgefallen.

Als ich selbst mal dichtete, musste ich mich mit der Betonung auskennen, wo mir mein Lateinlehrer schon nicht helfen konnte. Habe mir das selber beigebracht. Das Missale enthält die Akzente, sodass ich daraus die Regel erschließen konnte.

Und der Reiz, auch mal ein klassisches Gedicht zu schreiben, nötigte mich, mich mit den Elisionsregeln zu befassen, die ich in einem alten Büchlein von Emerig (1811?) lernte.

Meine Grammatik ist auch nicht toll. Ich lese ja keine lat. Literatur.
Mittwoch, 18. Juni 2008 00:45
clarissa colonia: Werter Burgorus,
persönlich halte ich Ihre Übersetzung (weil die grammatikalisch einfachere) für zutreffender, weil es mit lateinischer Grammatik bei Thomas nicht so weit her ist. Aber, ich wollte nur eine weitere Interpretationsmöglichkeit zur Sprache bringen. Beeindruckt bin ich aber von Ihren Kenntnissen in lateinischer Poesie des Mittelalters; Respekt & gute Nacht.
Mittwoch, 18. Juni 2008 00:20
Burgorus: Werte Clarissa,
dass „turbae duodenae“ auch genitivus objectivus sein könnte, das hatte ich nicht bedacht.

Ich bin aber von folgender Intention des Thomas von Aquin überzeugt, die ich durch wörtlche Übersetzung so wiedergebe:

„gibt er sich der Zwölferschar mit seinen eigenen Händen als Speise“,

wobei mir aber das „duodenae“ nicht so klar ist; „duodeni“ steht in Online-Lexika als Pluralwort „je 12“. Hier steht’s als Singularwort. Geht das? Was hat dann das „je“ für einen Sinn? Dessen Bedeutung verschwindet.

Übrigens: Ich stelle immer wieder fest, dass an lateinischen Hymnen oft gewaltig viel geändert wird, so auch beim berühmten Pfingsthymnus „Veni creator“, wo es schon einige Versionen gibt.

Ich habe das Werk von Dreves und Blume: „Ein Jahrtausend lateinischer Hymnendichtung“, wo die Originalia drin stehen.

Ich möchte behaupten, dass die Autorität des Thomas von Aquin so groß ist, dass man sich kaum traut, von ihm was zu ändern. Trotzdem wurde schon was geändert.

Die zweite Strophe beginnt bei Thomas mit

„Nobis natus, nobis datus“, während man sie heute mit
„Nobis datus, nobis natus“ beginnen lässt, was übrigens auch ein besserer Reim ist, da nun die geradzahligen Strophen in der vorletzten Silbe, der Reimsilbe, alle ein langes „a“ haben; „datus“ hätte kurzes „a“.

Warum ändert man dann nicht etwa auch das Betonungsproblem „recúmbens“, indem man es vielleicht durch „célebrans“ ersetzt. Wäre weniger leger, aber vielleicht auch weniger herzhaft.
Dienstag, 17. Juni 2008 23:00
kann man das pubertierende Schweinchen Freimaurerin nicht mal sperren?

Wieso?? Ich hatte nicht davon angefangen.
Dienstag, 17. Juni 2008 22:08
clarissa colonia: Ist denn, werter Burgorus,
turbae duodenae gen. obj. oder subj.
Die Speise der seinen … den seinen mit Händen/in die Hände.
Ich konnte den Hl. Thomas leider nicht nach seiner Aussageintention befragen.
Dienstag, 17. Juni 2008 21:54
Burgorus: Werte Clarissa,
ich habe von Menge ein Lexikon, aber kein Lehrbuch. Was Sie zitieren, sieht nach Lehrbuch aus. Ich weiß, dass der präpositionslose Ablativus loci in der Dichtung gerne gebraucht wird; insofern wäre er schon möglich, aber bei „Händen“ kommt mir ein Ablativus loci komisch vor.

Wenn man das „suis’“ als Dativ sähe, müsste „turbae duodenae“ wohl als Genitiv zu „cibum“ gesehen werden, und das passt doch überhaupt nicht.

Oder doch als Dativ: „der Zwölferschar als den Seinen“?
ist doch auch Käse.

Heinrich Bone hätte aber deutlicher übertragen können:

gab mit eigner Hand den Zwölfen (statt: den Seinen) er sich selbst zur Speise dar.

Sonst könnte der eine oder andere doch auf die Idee kommen, dass sich das „den Seinen“ auf „suis“ bezieht.
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