(kreuz.net) Gestern abend nahm ich am vielleicht schönsten Gottesdienst meines Lebens teil.
Pater Julian
Large – ein ehemaliger Journalist der britischen Tageszeitung ‘The Telegraph’ – zelebrierte im Kleinen
Oratorium in London eine traditionelle Messe.
Anlaß war die Veröffentlichung des Buches „In the Footsteps
of Joseph Ratzinger“ – In den Fußstapfen Joseph Ratzingers – von Alessandra Borghese.
Das war eine unvergeßliche
Erfahrung – eine großartige römische Liturgie im kleinen Rahmen.
Pater Julian trug eine blutrote, mit
Gold bestickte Kasel. Er bot eine virtuose Darstellung der heiligen Gesten der traditionellen Messen.
Manchmal verschwand der Pater fast hinter den Weihrauchsäulen.
Die Liturgie war feierlich, nicht im
entferntesten affektiert.
Weil der Priester das Meßopfer zu Gott hin darbrachte – und in die gleiche
Richtung blickte wie die Gläubigen – wurde seine Persönlichkeit irrelevant.
Das Buch von Prinzessin
Borghese ist eine persönliche und liebevolle Auskundschaftung der bayrischen Wurzeln von Benedikt XVI.
Der Papst wäre über die Vorstellung des Buches im Rahmen einer Alten Messe erfreut gewesen, die dem
hastig zusammengestellten – und auf eine barbarische Weise übersetzten – Bugnini-Meßbuch, das der Kirche
im Jahr 1970 aufgezwungen wurde, in so vielfältiger Weise überlegen ist.
Vor einigen Jahren las ich
einen bemerkenswerten Artikel des australischen Dominikaners, Pater Efraem Chiffley, mit dem Titel „Opfer
und heiliger Raum“.
Darin erklärt der Pater, daß die Gott zugewandte Liturgie der natürlichen Orientierung
des Menschen zum Heiligen hin näher ist als die weltlichen Schwatz-Gottesdienste.
Das komme sogar in
Zeremonien zum Ausdruck, die vom Christentum so weit entfernt sind wie zum Beispiel der Kult der australischen
Ureinwohner.
Ein anderer Dominikaner, Pater Aidan Nichols – den der Heilige Vater hoffentlich als Nachfolger
von Kardinal Cormac Murphy-O’Connor in Betracht zieht – kommt zu einem ähnlichen Schluß:
„Riten, die
keine Distanz erlauben, verweigern den Gläubigen auf eine paradoxe Weise, sich die Gottesdiensthandlung
anzueignen. Sie behindern sie gerade dort, wo sie durch einen Sprung der religiösen Einbildungskraft
zu Gott hingezogen werden könnten“ – schreibt er.
Es gibt in der Kapelle des Brompton Oratory in London
keine große räumliche Distanz zwischen Priester und Volk.
Dennoch hüllte der Eindruck einer kosmischen
Weite, der durch den Ritus erzeugt wird, die Gläubigen in Ehrfurcht und sogar in Erschütterung.
Beim
anschließenden Abendessen kam die Konversation immer wieder auf diese Messe zurück: So groß war der
Eindruck, der von ihr erzeugt wurde.
Interessanterweise erwähnte die Prinzessin in ihrer Ansprache nicht
die ergreifenden Augenblicke der Liturgie, sondern sie sprach über ihre persönliche Beziehung zu Jesus.
Einer von denen, die ihr zustimmend zuhörten war Nicky Gumbel, der Vikar der betont protestantischen
Holy Trinity Kirche in Brompton.
Gumbels Alpha Kurse haben Teile der anglikanischen Gemeinschaft in England
mit moderner Orthodoxie erfüllt.
Papst Benedikt XVI. möchte die katholische Kirche durch die Wiedereinführung
der rechtgläubigen Liturgie wiederbeleben, nachdem diese durch eine vierzigjährige Tyrannei von Sandalisten
verwüstet worden ist.
Ich glaube, es nicht übertrieben zu sagen, daß die Zukunft des englischen Katholizismus
von der Ernennung eines Erzbischofs von Westminster abhängt, der diese Vision teilt.
Aber wo können
wir einen solchen Mann finden?
Der Text wurde am 12. Juni im Blog veröffentlicht, den der katholische
Journalist Damian Thompson bei der britischen Tageszeitung ‘The Telegraph’ unterhält.
Email-Adressen der Empfänger
48 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Sandalenträger Sandalisten sind wohl notorische Sandalen- oder Flip-Flop-Träger mit ästhetischen Füßen
und stets hochroten Köpfen? Die brauchen natürlich keine roten Pumps von Prada…!
#43 Alois Bischof 17:15:01 | Mittwoch, 18. Juni 2008
Ist die Tyrannei wirklich vorbei, oder machen die Herz-Jesu-Marxisten wieder Platz für die Chenu-Rahner-Nouvelle-Théologie-Anhänger
unter katholischer Tarnung? Es geht nicht (nur) hauptsächlich um die hl. römische Liturgie (die es zu
verteidigen und zu verbreiten gilt), sondern zuerst um den Kampf für die rechtgläubige, römisch-katholische
Glaubenslehre die vom Neomodernismus seit 1958/1965 institutionell zerstört wurde. ‘Erste Habilitation
Benedikt XVI. in München wurde als Modernismus eingestuft’ www.katholisches.info/?p=1449 Und dasselbe
gilt heute als ‘erzkonservativ’?!!… Nun, Herr Thompson eine „High Church“-Variante in einer „pluralistischen“
und nicht-katholischen Kirchengemeinschaft darf und kann es in der wahren Römisch-Katholischen Kirche
nicht geben. Während sie schön und gut sind, sind goldene Kaseln noch kein Beweis für die Restauration.
Seid ihr doch nicht so naiv!
@ruhrgebietler Um in der tridentinischen Messliturgie wirklich zuhause sein zu können, sollte man wissen,
wie man das schreibt: tridentinische (abgekürzt auch: trid.) Messe.
@HBR: Warum? Nun, habe Sie keinen Respekt vor Ihren Vorgesetzten. Und der ist nur ein weltlicher „Herr“.
Also: Ehre wem Ehre gebührt! Und das wollen Sie im streitig machen??? Es lebe die ewig gültig tried.
Messe! In der Welt daheim – in der tried. Messliturgie zu Hause!
#39 Alois Bischof 18:06:08 | Dienstag, 17. Juni 2008
Die Prinzessin Alessandra Borghese ist eine hervorragende Frau und Konvertitin, aber ihre Illusionen über
Benedikt XVI., der doch jahrzehntelang (jedenfalls bis 1980) als Exponent der Rahner-Schule der neo-modernistischen
‘Nouvelle Théologie’ galt (Chenu, Congar, Urs von Balthasar, später auch Küng und Schillebeeckx die
sich aber ‘zur radikal’ benommen hätten), sind falsch. 2001 sagte Joseph Ratzinger noch, er habe seine
Theologie nie geändert und sei immer noch einer Meinung mit der Nouvelle Théologie-Häretikerströmung.
Sowieso sind zu viele naiven Konservativen in die ‘Falle’ gelaufen und glauben jetzt, Benedikt XVI. sei
mit den heiligen und direkt rechtgläubigen Päpsten Pius IX. oder Pius XII. gleichzu. Diese heutige größte
(endzeitliche) Krise in der hl. römisch-katholischen Kirche seit Anfang der Kirche (auch der Arianismus
war nicht só schlimm) hängt primär mit der Glaubenslehre, mit den Dogmen und anderen Glaubenswahrheiten
und ihrer Verteidigung bzw. Leugnung zusammen, und nur als deren Folge auch mit der Verteidigung bzw.
Wiedereinführung der überlieferten Römischen Liturgie in der ganzen Lateinischen Kirche. Es geht aber
nicht um Kaseln und Goldschuhe und Latein, sondern um den Kampf gegen den Neomodernismus. Für mich reicht
eine dalmatische in kroatischer bzw. kirchenslawischer Sprache gefeierte hl. Messe nach dem Dalmatischen
Indult (römischer Ritus) oder eine Göttliche Liturgie eines ukrainischen byzantinisch-katholischen Dorfpfarrers
aus. Aber auch dort herrscht schon der falsche Ökumenismus!
wann werden wir nur noch trid. Messen in Deutschland haben?? Die im Geiste vertrockneten Seelen lächsen
nach dieser Liturgie – ganz und gar auf den Herrn Jesus Christus gerichtet – um sich selber für den Himmel
zu retten!
#36 Alois Bischof 17:20:07 | Dienstag, 17. Juni 2008
Illusionen „Damian Thompson“, der Journalist des ‘Catholic Herald’ (einer antikatholischen Zeitung die
sich als ‘traditionell’ ausgibt), ist Propagandist der Homo-Ideologie, unterstützt Homo-Ehe, Homobischöfe,
und ein anderer Mitarbeiter unterstützt die Abtreibung. Der Direktor und Inhaber der Zeitung Conrad Black
(jetzt im Gefängnis) ist mit einer (nicht konvertierten) Zionist verheiratet und toleriert keine Kritik
an Juden und am Staat Israel. Nach Lord Gilmour (Parlamentsmitglied in England), ist Black ein „fanatischer
Zionist“. Damian Thompson und seine ‘Catholic Herald’-Clique, die auf kreuz.net immer wieder zitiert werden,
sind Feinde der Kirche die sich als Freunde ausgeben. Quelle: Frau Clare Hellock – Journalist z10.invisionfree.com/…nis_Ardens/index.php?showtopic=1852….
Typ und HBR Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Es geht um eine „Reform der Reform“ (Kard. Ratzinger)
und diese ist auch schon im Gange! (Es geht nicht um eine Rücknahme der Reform. Maßstab der Reform ist
allerdings der usus antiquior) In einem Interview des Kardinals von 2003 www.kath.net/detail.php?id=5925:
Im allgemeinen, würde ich sagen, ist die Liturgiereform nicht angemessen umgesetzt worden. Sie war eine
allgemeine Idee. Jetzt ist die Liturgie eine Sache der Gemeinschaft geworden. Die Gemeinde stellt sich
selbst dar. Und das tun auch die die Priester beziehungsweise die Gruppen. Sie gestalten ihre eigene Liturgie.
Es handelt sich mehr um die Gegenwart der eigenen Erfahrungen und Ideen als um die Begegnung mit der Gegenwart
des Herrn in der Kirche. Und mit dieser Kreativität und Selbstdarstellung der jeweiligen Gemeinschaft
verschwindet das Wesen der Liturgie. Denn im Wesen der Liturgie geht es darum, daß wir unsere eigenen
Erfahrungen übersteigen, um zu empfangen, was nicht aus unserer Erfahrung stammt, sondern ein Geschenk
Gottes ist… Versus orientem, die Ausrichtung nach Osten, könnte eine Hilfe sein. Denn sie ist in der
Tat eine Tradition aus Apostolischer Zeit, und nicht nur eine Norm. Sie ist auch Ausdruck der kosmischen
und historischen Dimension der Liturgie. Wir feiern mit dem Kosmos, mit der Welt. Was der Kirche zu einer
bestimmten Zeit heilig war, ist der Kirche immer heilig und kann daher zu einem anderen Zeitpunkt nicht
plötzlich ein Ding der Unmöglichkeit sein.
@Pünktchen Aber wenn ich Sie richtig verstehe, entscheidet ein guter Katholik sich ja wohl im Zweifel
gegen den Heiligen Vater und für einen x-beliebigen Laien als maßgeblicher liturgischer Autorität!
Der heilige Petrus wäre stolz auf Sie!
@ Pünktchen Na hat der Heilige Vater wohl Scheiße geredet, oder? Er schreibt nämlich in seinem Begleitschreiben
zu SP: Dem Dokument standen näherhin zwei Befürchtungen entgegen, auf die ich in diesem Brief etwas
näher eingehen möchte. An erster Stelle steht die Furcht, hier werde die Autorität des II. Vatikanischen
Konzils angetastet und eine seiner wesentlichen Entscheidungen – die liturgische Reform – in Frage gestellt.
Diese Befürchtung ist unbegründet. Dazu ist zunächst zu sagen, daß selbstverständlich das von Papst
Paul VI. veröffentlichte und dann in zwei weiteren Auflagen von Johannes Paul II. neu herausgegebene
Missale die normale Form – die Forma ordinaria – der Liturgie der heiligen Eucharistie ist und bleibt.
(Hervorhebung von mir.) Und: Im übrigen können sich beide Formen des Usus des Ritus Romanus gegenseitig
befruchten Aber wenn ich Sie richtig verstehe, entscheidet ein guter Katholik sich ja wohl im Zweifel
gegen den Heiligen Vater und für einen x-beliebigen Laien als maßgeblicher liturgischer Autorität!
Der heilige Petrus wäre stolz auf Sie!
Die Intentionen des Hl. Vaters sind auf eine Reform der Reform gerichtet! Dieses Desiderat hat er schon
in seiner Zeit als Präfekt zum Ausdruck gebracht und zahlreiche Initiativen seines Pontifikats deuten
in diese Richtung. Worin er die Meßreform kritisiert, ist inhaltlich bekannt www.kreuz.net/bookentry.980.html,
wenn man davon Kenntnis nehmen will. Wer es nicht zur Kenntnis nehmen will, wird es irgendwann zur Kenntnis
nehmen müssen!
Lieber HBR, eine Intention war das sicherlich. Aber bestimmt nicht die einzige, legt man die Schriften
und Aussagen des früheren Kard. Ratzinger zu Grunde. Da geht es schon noch um mehr. Ich denke etwa an
das Konzept einer „Reform der Reform“. Aber das sind Dinge, die Zeit brauchen.
Die Intentionen des heiligen Vaters waren ganz andere Jedenfalls dann, wenn man einigen Stimmen aus dem
Vatikan folgt: Demnach war beispielsweise das Motu Proprio vor allem dafür gedacht, den Anhängern der
Lefebvre-Sekte eine goldene Brücke zur Rückkehr zu bauen
HBR. Es gibt keinen „veralteten Ritus“, sondern nur einen in die Jahre gekommene Meßreform, die eine
Vilezahl von Mißbräuchen erleichtert hat und die nun ihrerseits am Maßstab des usus antiquior reformiert
werden muß. Spaemann über die Intentionen des Hl. Vaters: Solange es nicht eine triefgreifende Reform
der Reform gibt, schuldet es die Katholische Kirche ihrem Stifter, sich selbst und der Welt, der alten
Liturgie einen Ehrenplatz einzuräumen, von dem aus sie auch als Maßstab dienen kann für das, was jeder
katholische Messritus sein muß. Ein wichtiger Punkt dabei, der dem gegenwärtigen Papst besonders am
Herzen liegt, ist, daß die Priesterzentriertheit beendet wird, die den Priester der Gemeinde gegenüberstellt
statt ihn an der Spitze des Gottesvolkes gemeinsam mit der Gemeinde in die gleiche Richtung blicken und
beten zu lassen: nach Osten oder aufs Kreuz www.kreuz.net/bookentry.980.html Der NOM sieht also schon
nach vierzig Jahren sehr alt aus! Der usus extraordinarius erfreut sich dagegen einer gleichbleibenden
Jugendfrische www.youtube.com/watch?v=KDwnzcVZlRM!
HBR. Es gibt keinen „veralteten Ritus“, sondern nur einen in die Jahre gekommene Meßreform, die eine
Vilezahl von Mißbräuchen erleichtert hat und die nun ihrerseits am Maßstab des usus antiquior reformiert
werden muß. Spaemann über die Intentionen des Hl. Vaters: Solange es nicht eine triefgreifende Reform
der Reform gibt, schuldet es die Katholische Kirche ihrem Stifter, sich selbst und der Welt, der alten
Liturgie einen Ehrenplatz einzuräumen, von dem aus sie auch als Maßstab dienen kann für das, was jeder
katholische Messritus sein muß. Ein wichtiger Punkt dabei, der dem gegenwärtigen Papst besonders am
Herzen liegt, ist, daß die Priesterzentriertheit beendet wird, die den Priester der Gemeinde gegenüberstellt
statt ihn an der Spitze des Gottesvolkes gemeinsam mit der Gemeinde in die gleiche Richtung blicken und
beten zu lassen: nach Osten oder aufs Kreuz www.kreuz.net/bookentry.980.html Der NOM sieht also schon
nach vierzig Jahren sehr alt aus! Der usus extraordinarius erfreut sich dagegen einer gleichbleibenden
Jugendfrische www.youtube.com/watch?v=KDwnzcVZlRM!
Sandals and Fiddlebacks So, und nun für alle Schwarz-Weiß-Maler ein Schock:Sandals and Fiddlebacks summorum-pontificum.de/…iv/index_08_04.shtml.
Ja, man kann offenbar beides verbinden, die Sandalen und die Liebe zum usus extraordinarius. Die Grenzen
sind manchmal fließender, als man meint… Sieht man mal von Kreuz.net und den sich ewig beharkenden
Fundis des rechten und linken Lagers ab.
„NOM“ Man muss doch mal hier klarstellen, dass der Kampfbegriff des „NOM“ nichts anderes als den ordentlichen
Ritus benennt. Der veraltete Ritus hingegen ist lediglich der außerordentliche Ritus.
Ok, können wir uns darauf einigen, die Anhänger des NOM mit „Sandalisten“ (warum auch immer) und die
Anhänger der veralteten Messe mit „Birettisten“ zu bezeichnen? Dann weiß wenigstens jeder, woran er
ist. Derjenige, der mit beidem klar kommt, ist der Bidalist. Fertig ist die Laube!
Sandalen vs. Schnallenschuhe? Wenn der innerkirchliche Konflikt sich auf solche Entgegensetzungen zurückführen
läßt, ist wohl Hopfen und Malz verloren, denn Stilverliebtheit ist zumeist unbekehrbarer als Glaubensirrtum.
–- Ich für meinen Teil – obwohl ganz für die überlieferte Gestalt der römischen Liturgie – empfinde
jene geschniegelten und gestriegelten Herrchen, die sich in blitzeblanken Schnallenschühchen um den Altar
ergehen, als fast noch peinlicher und unangenehmer denn die Sandalen-Hippies. Bei denen ist wenigstens
noch eine Spur von Jesuanismus, bei den anderen nicht einmal mehr ein Hauch von Christentum erkennbar.
Das stimmt natürlich, aber stellen Sie sich vor, alle hier wären sich einig, so wie man es sich „bei
Kirchens“ wünschen würde. Dann könnte +net den Laden schließen oder sich tatsächlich als seriöses
kath. Nachrichtenorgan etablieren (wenn vorher die Red. ausgetauscht und alles in geordnete rechtliche
Bahnen geleitet wird).
@LandorganistII Ich weiß nicht, ob es da ähnliche Kampfbegriffe gibt. Denn im Grunde ist diese ganze
Streiterei hier etwas, was mich an einen Kindergarten erinnert. „Mein Usus ist besser als Deiner – ätsch“.
Vom Anliegen des Hl. Vaters haben hier nur sehr wenige etwas verstanden. Und das stimmt einen schon traurig.
Auf Kreuz-net laufen viele Kindsköpfe herum, ganz egal, welche Position sie vertreten. Denn die Linken
sind nunmal keinen Deut besser als die Rechten hier. Sind halt viele fundamentalistische Kindsköpfe…
@ semper reformandus Das ist ja eine unglaubliche Verunglimpfung der ältesten kirchlichen Tradition,
die Sie hier auskotzen! Zur Bedeutung des Erhebens der Hände schauen Sie mal hier: Ex 9,29 Ps 88,10 Ps
141,2 1Tim 2,8 Und Klemens von Alexandria (nach Ihrer Meinung wohl ein widerwärtiger Scheißkerl, der
sich selbst vor Gott erhebt) schreibt: „Deshalb heben wir auch beim Beten den Kopf in die Höhe und strecken
die Hände zum Himmel empor und stellen uns bei dem gemeinsamen Sprechen der Schlußworte des Gebets auf
die Fußspitzen, indem wir so dem Streben des Geistes empor in die geistige Welt zu folgen suchen.“ (Klemens
von Alexandrien, Strom. VII, 40,1) Jaja, die Bibel und die Patristik – ein Haufen modernistischer Untermenschen,
gell?
@ Seminarist Von „Biritualisten“ kann keine Rede sein, da es sich nur um verschiedene Usus ein und desselben
Ritus handelt, nämlich des römischen. „Biritualisten“ sind die, die z.B. römisch und byzantinisch,
oder armenisch und syro-malabarisch zelebrieren. Aber römisch und römisch ist noch lange nicht „bi“.
Merke: Bildung schadet nicht, auch für Seminaristen!
Ein heiliges Schauspiel, ehrfurchtgebietend und erhaben… Es wird ein besseres Schauspiel geboten als
meist in der neuen Liturgie. Frommes Theater. Die Liturgie als heiliges Schauspiel zu sehen, ist keine
schlechte Sicht der Dinge. Das ist übrigens im ordentlichen Usus genauso möglich, die liturgischen Bücher
behindern dies nicht. Von daher ist es sehr traurig, dass in der „neuen“ Liturgie offenbar ein „schlechteres
Schauspiel“ geboten wird. An manchen Orten wird zwar auch im ordentlichen Usus ein Schauspiel geboten,
aber dies orientiert sich leider teilweise an modernen Eventen unserer schnelllebigen und oberflächlichen
Zeit, wenn man in der Hl. Messe meint, das Evangelium etwa szenisch darstellen zu müssen und dergleichen
mehr. Was uns heute ziemlich abhanden gekommen ist, ist der Sinn für die Sphäre des Heiligen. Ohne diesen
Sensus „funktionieren“ Religionen mehr schlecht als recht. Denn eine reine „Vernunftreligion“, in der
sich alles glatt fügt, die durchweg „verständlich“ ist, wird schnell fade und reizlos. Sie geht auch
am Phänomen des Heiligen vorbei. Zur Religion gehört das Unsagbare, das Raum und Zeit Übersteigende,
das Mysterium. Gott selbst ist Mysterium und wird es immer bleiben. Und diese Aspekte sind im außerordentlichen
Usus sehr gut ausgedrückt. Genausogut könnte man dies in der neuen Liturgie zum Ausdruck bringen, aber
das verhindern oftmals die „Sandalisten“, was wohl ein Terminus für übertriebene liturgische Progressisten
ist, die übrigens vom Konzil nichts verstanden haben.
Gegenseitige Befruchtung! Die Oratorianer in Brompton sind alles Biritualisten. Dort wird neben dem ausserordentlichen
auch der ordentliche Ritus zelebriert – natürlich mit Hochaltar, Latein, Kommunionbank etc. – so dass
es keinem auffällt! :)3
Typ. Kardinal Ratzinger hatte mit der Formulierung „Öffnung nach oben und nach vorn“ besonders die Gebetsorientierung
im Auge. Der heutige Papst macht eigentlich keinen Hehl daraus, daß er die vis-à-vis-Konstellation beim
Beten für einen abusus hält. Er spricht von der „Problematik einer Lösung…,in der die Öffnung der
Liturgie nach vorn und nach oben kaum in Erscheinung tritt.“ Mehr zum Thema: hier www.kreuz.net/bookentry.980.html!
@ typ mit der Verbeugung natürlich. Das Ergeben der Hände ist eine Geste, die den „Händeheber“ größer
macht, er streckt sich selbst nach Gott und „wächst“ dabei. Das Händeheben wirkt überdies theatralisch
und kitschig. Die Verneigung hingegen macht kleiner und ist eine angemessene Haltung gegenüber dem Souverän.
Da sie die transzendente Wirklichkeit angemessener abbildet, ist sie auch im echten, sachlichen Sinne
transzendenter.
@ HBR Betet nicht wie die Heuchler, denn sie haben ihren Lohn bereits erhalten Also, wie die Anhänger
der „Alten Messe“ immer so runtergeputzt werden kann man nur sagen das der Kult zur Ehre Gottes und nicht
zur Ehre vor den Menschen führt. Beim NOM könnte es genau andersherum sein!
Betet nicht wie die Heuchler, denn sie haben ihren Lohn bereits erhalten So sagt es der Herr im Evangelium
zum Aschermittwoch. Das sollten sich mal einige Altvordere zu Herzen nehmen, die so sehr auf bestimmten
Formen beharren.
@ 3R Interessante Einblicke in die Meinungen Gottes, die Sie da haben. Können Sie mir mitteilen, wie
Sie zu Gott Kontakt aufgenommen haben in einer Weise, dass er ihnen solche Urteile mitgeteilt hat? Na
in der „Alten Messe“ natürlich!
@ Sozialkatholisch Interessante Einblicke in die Meinungen Gottes, die Sie da haben. Können Sie mir mitteilen,
wie Sie zu Gott Kontakt aufgenommen haben in einer Weise, dass er ihnen solche Urteile mitgeteilt hat?
Ich dachte immer, es gäbe über die Riten theologischen Streit, aber offenbar meldet sich Gott ja persönlich
bei Ihnen und sagt Ihnen, was ihm gefällt und was nicht. Lassen Sie die Welt doch daran Anteil haben!
Ihre Heiligsprechung steht unmittelbar bevor!
@ Pünktchen Und wie wird genau jene transzendente und eschatologische Dimension besser ausgedrückt:
a) durch das Gebet mit nach oben ausgestreckten Händen (neuer usus) oder b) durch im 90-Grad-Winkel (jahrelang
im Priesterseminar unter Schlägen des Subregens gelernt!) abgeknickte Ellenbogen, und Hände, die einander
zugewandt sind? (alter abusus) Nun?
Also der Kult spielt in der „Alten Messe“ natürlich eine große Rolle, drückt er doch die Größe und
Erhabenheit Gottes aus und ist mit ein bedeutender Grund für die große Gottwohlgefälligkeit dieses
Ritus.
Intellektuell überfordert Papst Benedikt XVI. möchte die katholische Kirche durch die Wiedereinführung
der rechtgläubigen Liturgie wiederbeleben, nachdem diese durch eine vierzigjährige Tyrannei von Sandalisten
verwüstet worden ist. Und wieder mal erweist sich jemand als intellektuell völlig überfordert mit der
Tradition der Kirche: Wie Papst Paul VI. durch seinen Primat als liturgischer Gesetzgeber sowie Benedikt
XVI. durch sein Motu proprio festgestellt haben, ist sowohl der alte als auch der neue Usus rechtgläubig.
Der alte Usus ist nicht durch den neuen verwüstet, sondern fortgeführt worden. Und wer Sandalisten sind,
erschließt sich mir nicht. Vielleicht Jesus und die Apostel? Die trugen nämlich Sandalen…
stimme: Es geht nicht um Theater, sondern um angemessene liturgische Handlung und Haltung! Die „Angemessenheit“
besteht nicht darin, daß wir einen Kult des Gemeinschaftlichen zelebrieren, sondern in einer „ Öffnung
nach vorne und nach oben“ (Kard. Ratzinger), d.h. die transzendente und die eschatologische Dimension
des christlichen Betens soll auch in den Riten und Gebärden Ausdruck finden!
Das wichtigste Was den meisten ihrer Anhänger am wichtigsten an der alten Liturgie ist, sagt der Artikel
Pater Julian trug eine blutrote, mit Gold bestickte Kasel. Er bot eine virtuose Darstellung der heiligen
Gesten der traditionellen Messen. Manchmal verschwand der Pater fast hinter den Weihrauchsäulen. Es wird
ein besseres Schauspiel geboten als meist in der neuen Liturgie. Frommes Theater. Aber wenn ich gutes
Theater sehen will, geh ich lieber in die klassische Oper.