16:44:03 | Dienstag, 17. Juni 2008
Nicht der Konflikt des Glaubens und des Unglaubens ist das tiefste Thema der Weltgeschichte, sondern der Kampf um Christus, der gegen den Antichrist geführt wird. Von Friedrich Romig.

Mosaik in der Grabeskirche in Jerusalem.
(kreuz.net) Der gelehrte New Yorker Rabbiner Louis Israel Newman († 1972) ging in seinen Untersuchungen
hinter die neuzeitliche Aufklärung und Moderne zurück.
Er vertrat in seinem Buch „Jewish Influences
on Christian Reform Movements“ aus dem Jahr 1925 (Neudruck 1966) die These, daß die christlichen Reformbewegungen
seit dem neunten Jahrhundert weitgehend unter jüdischem Einfluß standen, so vor allem auch die der Calvinisten
und Lutheraner.
Diese Bewegungen laufen alle auf eine – wie sich der Rabbiner ausdrückt – „Judaisierung“ –
im Englischen: „judaizing“ – des Christentums hinaus.
Die tausendfältigen christlichen Denominationen
und Sekten bezeugen das Wirken des „Lügners und Verwirrers“, den die alten Griechen als „Diabolos“ –
wörtlich: „Durcheinanderwerfer“ – bezeichneten.
Besonders tragisch wirkte sich die durch Luther eingeleitete
„Reformation“ und die Abspaltung der Protestanten von der römisch-katholischen Kirche aus. Luthers Absage
an Papst, Lehramt, Tradition, Weihepriestertum, eucharistische Wandlung und die Vollzahl der Sakramente
hat nicht nur dem „Leib Christi“ eine unheilbare Wunde zugefügt, sondern zur Selbstzerfleischung Europas –
man denke nur an den Dreißigjähriger Krieg! – und letztendlich zu einer weitgehenden Auslöschung des
deutschen Volkes geführt.
Auf der Bühne der Weltgeschichte leistet Deutschland heute im wesentlichen
nur noch Vasallendienste für die weltbeherrschende israelisch-amerikanische Koalition.
Jetzt ist das
Verbrechen des Holocaust „der feste und zentrale Grundstein der Selbstbegründung der deutschen Demokratie
nach 1945“ – so der ehemalige deutschen Außenminister Joschka Fischer (59) in der ‘Frankfurter Allgemeinen
Zeitung’ vom 11. Mai 2002.
Die „historischen Verantwortung Deutschlands für die Sicherheit Israels […]
ist Teil der Staatsräson meines Landes“ – bemerkte die Bundeskanzlerin Angela Merkel am 18. März 2008
vor dem israelischen Parlament.
Deutsche Soldaten sind seit längerem dazu abkommandiert, die Existenz
Israels zu sichern.
Dabei büßt Deutschland zusammen mit der EU sein Ansehen in den islamischen Ländern
sowie in Rußland, China, Lateinamerika und sogar in Afrika zunehmend ein.
Auf „Geberkonferenzen“ müssen
Deutschland und die EU zu Lasten ihrer Bürger und ohne diese zu fragen, Milliarden aufwenden, um für
die Folgen der israelischen Staatsgründung, des israelischen Staatsterrors, der Vertreibung der Palästinenser
und des israelischen Landraubs aufzukommen. Niemand wagt es, diese Geldsummen von Israel zurückzufordern.
Ganz zu schweigen von den horrenden Aufwendungen in den EU-Ländern für die Abwehr des islamischen Gegenterrors,
der auf die US-israelische Politik im Nahen Osten zurückzuführen ist und zu einer weitgehenden Solidarisierung
der islamischen Länder geführt hat.
Die geheime Achse der WeltgeschichteAngesichts dieses „Zusammenstoßes
der Zivilisationen“ erregt es heute kaum noch Widerspruch, daß der Bruch zwischen Christentum und Judentum,
der mit der Auseinandersetzung Jesu mit den Pharisäern begann, die Achse ist, um die sich die Weltgeschichte
seit bald zwei Jahrtausenden dreht.
Nicht „der Konflikt des Glaubens und des Unglaubens ist das eigentliche,
einzige und tiefste Thema der Weltgeschichte“, sondern – wie der katholische deutsche Philosoph Josef
Pieper († 1997) dem Dichter Johann Wolfgang von Goethe entgegen hält – „der Kampf um Christus“, der gegen
den Antichrist geführt wird. So äußert sich Pieper in seinem Buch „Das Ende der Zeit“ aus dem Jahr
1953.
An der Spitze dieses Kampfes steht heute Papst Benedikt XVI. Ihm ist es zu verdanken, daß die
Unvereinbarkeit zwischen Christentum und Judentum nach und nach auch den Christen wieder bewußt wird.
UnvereinbarIn seiner Auseinandersetzung mit dem Buch des feinsinnigen jüdischen Gelehrten Jacob Neusner
„Ein Rabbi spricht mit Jesus. Ein jüdisch-christlicher Dialog“ kommt der Papst zum gleichen Schluß wie
der Rabbiner
Rabbi Neusner lehnt den Glauben an die Gottheit Jesu ab. Benedikt XVI. beharrt dagegen auf
der Gottheit Jesu als dem Kernstück des christlichen Glaubens.
Beiden bleibt nur übrig, die Unvereinbarkeit
ihres jeweiligen Glaubens mit dem des anderen festzuhalten: „Der Rabbiner nimmt das Anderssein der Botschaft
Jesu an.“ Aber „am Ende entscheidet er sich, Jesus nicht zu folgen. Er bleibt – wie er sich ausdrückt –
beim »ewigen Israel«.“
Damit aber widerspricht Neusner der Selbstaussage und Selbstbezeugung Jesu,
Gott zu sein, zusammen mit vielen anderen, an ihrem Glauben festhaltenden und hochgeschätzten jüdischen
Gelehrten.
Wir nennen hier nur den österreichisch-jüdischen Theologen Pinchas Lapide († 1997), den
in Prag geborenen Theologen David Flusser († 2000), den abgefallenen Priester und jüdischen Rekonvertiten
Geza Vermes (83), den an der Harvard Divinity School dozierenden Professor Jon D. Levenson (59), den Vorsitzenden
des „Internationalen Jüdischen Komitees für interreligiöse Konsultationen“, Rabbiner David Rosen (57)
oder den deutsch-israelischen religiösen Autor Schalom Ben-Chorin († 1999).
Benedikt XVI. hat im Schlußkapitel
seines vielgelesenen Buches „Jesus von Nazareth“ die Selbstaussage Christi überzeugend dargestellt.
Im jüdischen Widerspruch zu dieser Selbstaussage Jesu zeigt sich – nach den Worten des ersten Johannesbriefes –
der Geist des Antichrist.
Das hat die Adversus-Judaeos-Theologie der Heiligen Kirchenväter und Kirchenlehrer
von der Bedeutung eines Heiligen Ambrosius († 397), Chrysostomos († 407), Augustinus († 430) oder Hilarius
von Poitiers († 367) bereits erkannt.
Bei dieser Tradition blieb es bis weit ins 20. Jahrhundert hinein.
Es war diese Adversus-Judaeos Tradition, die dem Christentum den Vorwurf eingetragen hat, den Holocaust
geistig vorbereitet zu haben – so der französische Jude und Schriftsteller Jules Isaac.
Nächstes Mal:
Das Martyrium der Kirche
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