10:29:18 | Donnerstag, 19. Juni 2008
Unverarbeitete religiöse Kindheitserlebnisse, Pharisäismus, Selbstmitleid und Besessenheit mit schlüpfrigen Themen sind die Zutaten, aus denen heute literarische Karriere gebraut werden.
(kreuz.net) Der diesjährige Georg-Büchner-Preis geht an den nur in Insider-Kreisen bekannten Klagenfurter
Autor Josef Winkler (58).
Die Jury würdigte das Werk des – nach Angaben der ‘Österreichischen Katholischen
Presseagentur’ – angeblich vom Katholizismus geprägten Schriftstellers als „produktives Element einer
Haßliebe“, die – wie es heißt – Blasphemie und Frömmigkeit vereine.
Der Georg-Büchner-Preis gehört
zu den wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschen Sprachraum. Die deutsche Literatur befindet
sich seit Jahrzehnten in einer Dauerkrise.
Winkler setzte sich seit seinen ersten Romanen „Menschenkind“
(1979), „Der Ackermann aus Kärnten“ (1980) und „Muttersprache“ (1982) immer wieder mit seinen Prägungen
durch den Katholizismus auseinander. Acht Jahre lang war er Ministrant.
Er habe auf die angeblichen „Katastrophen
seiner katholischen Dorfkindheit mit Büchern reagiert, deren obsessive Dringlichkeit einzigartig“ sei,
heißt es wehleidig und gespreizt in der Würdigung der Jury.
Im Fahrwasser einer zeitgeistigen und sektirischen
Homo-Propaganda spielt bei Winkler auch die widernatürliche Unzucht eine bedeutende Rolle. Kritische
Gedanken entwickelt er ihr gegenüber kaum.
Ausgehend von autobiographischen Erfahrungen beschreibt er,
Schwierigkeiten der Homo-Unzucht, die er – ideologisch verbohrt und mit einer Schwäche fürs Schlüpfrige –
in einer patriarchal und katholisch geprägten Welt zu finden glaubt.
In diesem Sinn war er für seinen
Vater zunächst der „Sauhund“, der mit seinem Schreiben Schande über die Familie und das Dorf – und vermutlich
in erster Linie über sich selber – brachte.
Seine eigene Kindheit und Jugend habe ihm „einen ungeheuerlichen
Stoff gegeben“, meint Winkler zu seinen mehr oder weniger geglückten Versuchen, schreibend der Provinzialität
und der patriarchalischen Enge eines Dorfes zu entkommen, die er vor allem bei den anderen entdeckt.
Religiös ist Winkler ganz in seiner Kindheit steckengeblieben: „Den Glauben hat mir die katholische Kirche
in meiner Kindheit endgültig ausgetrieben, indem sie mir unendlich Angst gemacht und die Unterwerfung
gefordert hat“ – jammert er.
Dafür glaubt er, daß die katholische Liturgie – oder was er davon verstanden
hat – der nachhaltigste Einfluß auf sein Schaffen gewesen sei. Winkler hat die Liturgie als Ministrant
noch in der klassischen Form erlebt.
Bei zahlreichen Auslandsreisen von Rom über Benares bis Tokio fühlte
sich Winkler immer wieder von sogenannten Transzendenz-Erfahrungen angezogen. Allein in Indien war er
neunmal.
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#16
JMX 11:16:41 | Freitag, 20. Juni 2008
#15
Pünktchen 09:27:45 | Freitag, 20. Juni 2008
#14
Alois Bischof 09:22:14 | Freitag, 20. Juni 2008
#13
Pünktchen 09:20:16 | Freitag, 20. Juni 2008
#12
clarissa colonia 01:00:00 | Freitag, 20. Juni 2008
#11
Fragender 19:11:40 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#10
JMX 15:54:27 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#9
HeinrichvonOfterdingen 15:41:23 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#8
timpressum † 13:22:06 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#7
Pünktchen 13:05:44 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#6
Guiseppe 12:20:22 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#5
ottaviani 11:30:05 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#4
timpressum † 11:22:33 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#3
JMX 10:59:09 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#2
Romulus 10:56:23 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#1
JMX 10:47:58 | Donnerstag, 19. Juni 2008