[ « 40 41 42 43 44 » ]
Donnerstag, 19. Juni 2008 12:38
Unterschlagene Dokumente?
Die vatikanischen Archive sind ein beliebtes Haßobjekt jüdischer Kreise. Doch wie halten es jüdische Archive mit der Wahrheit?
Papst Pius XII.
Papst Pius XII.
(kreuz.net) Jüdisch Gruppen haben keinen Grund, dem Vatikan eine angebliche Vertuschung der Wahrheit zu unterstellen.

Sie sollten vielmehr ihre eigenen Dokumente endlich an die Öffentlichkeit bringen.

Das erklärte der vatikanische Prälat Walter Brandmüller nach Angaben der Nachrichtenagentur ‘Reuters’.

Prälat Brandmüller ist emeritierter Augsburger Kirchengeschichtler und Präsident des päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften.

Er äußerte sich bei einer Pressekonferenz im Zusammenhang mit dem fünfzigsten Jahrestag des Todes von Papst Pius XII. († 1958).

Nach Angaben des Buches „Rom und die Juden“ des Diplomaten Pinchas Lapide († 1997) war Pius XII. „maßgeblich für die Rettung von mindestens 700.000 Juden verantwortlich, vermutlich sogar 860.000 Juden, die so dem sicheren Tod durch die Hand der Nationalsozialisten entkamen“.

Pius XII.Pius XII.Klicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 6 Bildern zu starten.

Prälat Brandmüller erklärte bei der Pressekonferenz auch, daß mehr Forschung über die Periode von Pius XII. absolut notwendig sei – „auch mit Dokumentationen von außerhalb des Vatikan“.

Er forderte jüdische Gruppierungen und den Staat Israel auf, auch auf ihre eigenen Archive aus dieser Zeit zu schauen:

„Bisher sind etwa 15 israelische und jüdische Archive nicht eingesehen worden. Zum Beispiel sind die Archive des ‘Jüdischen Weltkongresses’ noch nicht verwendet worden. Darum kann ich die Klagen über einen mangelnden Zugang zu den vatikanischen Archiven nicht verstehen“ – erklärte der Prälat.

Ein Sprecher des ‘Jüdischen Weltkongresses’ versuchte, sich vor ‘Reuters’ herauszureden: „Alle unsere Archive aus dieser Periode wurden in das ‘Zentrale Zionistische Archiv’ nach Jerusalem gebracht.“

Er glaube nicht, daß sie irgendwelchen besonderen Restriktionen unterliegen würden.

Ähnlich ungewiß äußerte sich der Jerusalemer Rabbiner David Rosen: „Viele Dokumente befinden sich entweder in Archiven von Organisationen oder in Jerusalem. Soweit mir bekannt ist, bestehen diesbezüglich keine Geheimhaltungen oder Restriktionen.“

Dagegen erklärte Gian Maria Vian, Historiker und Chefredaktor des ‘Osservatore Romano’, bei der Pressekonferenz, daß der Vatikan die meisten wichtigen Dokumente über Papst Pius XII. bereits – und vorzeitig – zugänglich gemacht hat.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 21 Lesermeinungen:
Mittwoch, 25. Juni 2008 01:34
Gwunderi: Lutheraner
Ich würde Pius XI. und Pius XII. nicht in einen Topf werfen, so wie ich mich kürzlich informieren konnte, wandte sich Pius XI. gegen Ende seines Pontifikats von den Teufeleien (wie sie Sie ganz richtig nennen) ab. Pius XII. hingegen förderte sie von Anbeginn bis nach dem bitteren Ende.
Pius XI. war anfangs für den Faschismus und für Hitler, v.a. wohl als Bollwerk gegen den Bolschewismus. Auch die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ entstand vorerst (1937) v.a. aus Sorge um die Nichteinhaltung des Konkordats und nicht so sehr wegen der menschenverachtenden Nazi-Ideologie. Seine „Humani Generis Unitas“ von 1939 aber, die wegen seines Todes am Tage vor der geplanten Veröffentlichung nie an die Öffentlichkeit gelangte, war von menschlichen Tönen und echter Sorge getragen. (Aber unter seinem Nachfolger Pius XII. verschwand sie in den vatikanischen Schubladen. Pius XII. war nicht menschlich.) Auch als Hitler 1938 Rom besuchte, verzog sich Pius XI. demonstrativ nach Castelgandolfo um eine Begegnung mit ihm zu vermeiden. Alles deutet darauf hin, dass Piux XI. nach anfänglicher Zustimmung später immer deutlicher sah, zu was er da sein „ja“ gegeben hatte.
(Fortsetzung folgt)
Freitag, 20. Juni 2008 17:54
Lutheraner: Graf von Galen sieht Hitler „erleuchtet und gestärkt“ durch die „liebevolle Führung“ Gottes selbst*
Pius XI. hatte Grund, in Mussolini einen „Mann der Vorsehung“ zu sehen, als am 11.02.1929 jene Lateranverträge unterzeichnet wurden, die der Kirche einen eigenen Staat und bestimmenden Einfluß auf das italienische Volksleben zurückgaben.
Die Lateranverträge legten einen finanziellen Grundstock für den Vatikan. Der italienische Staat entschädigte die Kirche für die 1870 erlittenen Gebietsverluste mit 1,75 Mrd. Lire, einer für damalige Verhältnisse beachtlichen Summe. Das Geld wurde konservativ angelegt, mehrheitlich in Immobilien und Staatspapieren.

Der Kölner Ob. Konrad Adenauer (Katholik) schickte ein Glückwunschtelegramm und prophezeite Mussolini, sein Name werde in goldenen Buchstaben in die Geschichte der kath. Kirche eingehen.

Zwei Jahre später geriet Pius XI. mit Mussolini in einen heftigen Konflikt, als der faschistische Staat einen Totalitätsanspruch auch gegenüber der kath. Jugend und der >Kath. Aktion< durchsetzte, und zwar mit Hilfe einer über Nacht entfesselten Gewaltsamkeit der Parteiorgane, die erkennen ließ, daß es sich um keinen >Staat< im überlieferten Sinne handelte.
Trotzdem wird der Lateranvertrag Vorbild für den Vertrag mit Hitler!

Pius XI. hatte F. v. Papen (Katholik) und H. Göring mit großen Ehren empfangen. Der Besuch bereitete das Konkordat vor, das im Juli 1933 unterzeichnet wurde und Hitler vor aller Welt legitimiert hatte.

Kardinal Faulhaber spricht es „aufrichtig aus der Seele: Gott erhalte unserem Volk unseren Reichskanzler.“ *
Freitag, 20. Juni 2008 09:34
Alois Bischof: Und die Katholische Kirche
war indirekt sogar für die Errettung von noch mehr Juden verantwortlich, da sie Franco und Salazar Neutralität empfohlen hatte. Dazu waren die meisten Rettungslinien für Juden und verfolgte Politiker über katholische Widerständler in Frankreich gelaufen, nicht nur über z.B. Abbé Pierre, sondern vor allem über baskische Priester. Die Verbindung der Belgischen Fluchtverhelfer mit Frankreich wurde u.a. von René Lefebvre senior, Vater Erzbischof Marcel Lefebvres, hergestellt. (Lefebvre wurde 1941 von der Gestapo verhaftet und starb April 1944 im KZ-Sonnenburg, Neumark.)

Auch sollte man nur die Person Irena Sendlers (Polen) studieren. Ihre Motive für den selbstlosen Schutz jüdischer „Waisen“kinder waren katholisch-christlich geprägt.

Der hochgelobte kommunistische (marxistische) Widerstand in den Staaten wird immer wieder betont, aber diese war eher gewaltsam gegenüber den örtlichen Behörden als rettungswirksam für u.a. Juden. Die Kommunisten haben geschossen, gekämpft, z.B. den Bruder Hortys haben sie vor offener Tür und während seine Kinder (5 u. 7 Jahre alt) zuschauten, ermordet.

Der katholische Widerstand hat nicht die Ostfront zu schwächen versucht, sondern menschliche Aushilfe leisten wollen von 1939 bis Mai. 1945. Man wußte ja ob der Brutalität und Kriminalität des Bolschewismus Stalins (u. Yahoda, Ilja Levi Ehrenburg). Man hat ja auch den Kreisauer Kreis unterstützt, allesamt Wehrmachtsoffiziere im Osten gewesen. Nach 1945 galt kath. misericordia dann den Deutschen ggn…
Freitag, 20. Juni 2008 00:33
NurEinLeser: Der Lutheraner…
…sollte sich, statt tadellose Kirchenfürsten anzugreifen, lieber mal von seinem Namensgeber Martin L. distanzieren – der hatte ja wirklich einen extremen Grant auf die Juden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Luther#Luther_und_die_Juden
Donnerstag, 19. Juni 2008 23:08
clarissa colonia: Alfredo Ottaviani
war besser in Orthographie (ich habe Autographe gesehen) und wahrscheinlich auch in Orthodoxie.
Deshalb sagte ich auch schön öfter: Rechtschreibung scheint mir nötiger als -gläubigkeit!
Donnerstag, 19. Juni 2008 22:08
diaconus: Lutheraner
Woher haben Sie Ihr Geschichtswissen? Von einer Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von Papst Pius XI. haben Sie wohl noch nichts gehört, in der der Faschismus mit seinen Rassenwahn bekämpft wurde. Eine Unterweisung des Reichsicherheitshauptamtes von Juli 1937 bekämpft aber die katholische Priesterausbildung und erwähnt, dass die Ausbreitung des völkisch-kulturellen Lebens (Anm. also der Naziideologie) durch den katholischen Wissenschaftsbetrieb gefährdet wird. Von den Protestanten hat sich nur die „Bekennende Kirche“ mit ihrem ev. Theologen Dietrich Bonhoeffer von den Nazis distanziert und Bonhoeffer wurde dafür auch hingerichtet. Außerdem waren tausende katholische Priester im KZ. Das ist die Wahrheit. Oder will die Kirche A.B. von ihrem teilweisen Versagen ablenken, indem sie die Päpste Pius XI. und Pius XII. immer wieder angreift und behauptet, diese haben nichts gegen den Nazismus getan?
Alle Lesermeinungen anzeigen 15 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net