12:38:19 | Donnerstag, 19. Juni 2008
Pius XII.
Die vatikanischen Archive sind ein beliebtes Haßobjekt jüdischer Kreise. Doch wie halten es jüdische Archive mit der Wahrheit?
(kreuz.net) Jüdisch Gruppen haben keinen Grund, dem Vatikan eine angebliche Vertuschung der Wahrheit
zu unterstellen.
Sie sollten vielmehr ihre eigenen Dokumente endlich an die Öffentlichkeit bringen.
Das erklärte der vatikanische Prälat Walter Brandmüller nach Angaben der Nachrichtenagentur ‘Reuters’.
Prälat Brandmüller ist emeritierter Augsburger Kirchengeschichtler und Präsident des päpstlichen
Komitees für Geschichtswissenschaften.
Er äußerte sich bei einer Pressekonferenz im Zusammenhang mit
dem fünfzigsten Jahrestag des Todes von Papst Pius XII. († 1958).
Nach Angaben des Buches „Rom und die
Juden“ des Diplomaten Pinchas Lapide († 1997) war Pius XII. „maßgeblich für die Rettung von mindestens
700.000 Juden verantwortlich, vermutlich sogar 860.000 Juden, die so dem sicheren Tod durch die Hand der
Nationalsozialisten entkamen“.
Prälat Brandmüller erklärte bei der Pressekonferenz auch,
daß mehr Forschung über die Periode von Pius XII. absolut notwendig sei – „auch mit Dokumentationen
von außerhalb des Vatikan“.
Er forderte jüdische Gruppierungen und den Staat Israel auf, auch auf ihre
eigenen Archive aus dieser Zeit zu schauen:
„Bisher sind etwa 15 israelische und jüdische Archive nicht
eingesehen worden. Zum Beispiel sind die Archive des ‘Jüdischen Weltkongresses’ noch nicht verwendet
worden. Darum kann ich die Klagen über einen mangelnden Zugang zu den vatikanischen Archiven nicht verstehen“ –
erklärte der Prälat.
Ein Sprecher des ‘Jüdischen Weltkongresses’ versuchte, sich vor ‘Reuters’ herauszureden:
„Alle unsere Archive aus dieser Periode wurden in das ‘Zentrale Zionistische Archiv’ nach Jerusalem gebracht.“
Er glaube nicht, daß sie irgendwelchen besonderen Restriktionen unterliegen würden.
Ähnlich ungewiß
äußerte sich der Jerusalemer Rabbiner David Rosen: „Viele Dokumente befinden sich entweder in Archiven
von Organisationen oder in Jerusalem. Soweit mir bekannt ist, bestehen diesbezüglich keine Geheimhaltungen
oder Restriktionen.“
Dagegen erklärte Gian Maria Vian, Historiker und Chefredaktor des ‘Osservatore
Romano’, bei der Pressekonferenz, daß der Vatikan die meisten wichtigen Dokumente über Papst Pius XII.
bereits – und vorzeitig – zugänglich gemacht hat.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#21
Gwunderi 01:34:19 | Mittwoch, 25. Juni 2008
#20
Lutheraner 17:54:33 | Freitag, 20. Juni 2008
#19
Alois Bischof 09:34:29 | Freitag, 20. Juni 2008
#18
NurEinLeser 00:33:02 | Freitag, 20. Juni 2008
#17
clarissa colonia 23:08:32 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#16
diaconus 22:08:49 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#15
Stimme aus Wien 21:42:36 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#14
Lutheraner 20:19:35 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#13
Suscipiat † 19:31:54 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#12
Sozialkatholisch 16:46:05 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#11
Kurt K. 16:26:02 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#10
Genoveva 16:08:18 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#9
ottaviani 15:02:13 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#8
Brandenburgis 13:37:11 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#7
LandorganistII 13:28:17 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#6
Sozialkatholisch 13:25:41 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#5
timpressum † 13:23:16 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#4
Sozialkatholisch 13:21:01 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#3
karljosef 13:20:49 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#2
timpressum † 13:17:56 | Donnerstag, 19. Juni 2008
#1
PhilomenaWolkenstein 13:07:53 | Donnerstag, 19. Juni 2008